Devisen

Hat die Bank of Japan Selbstzweifel?

Von Markus Fugmann

Auch heute wieder viel Bewegung am Devisenmarkt: zunächst die Senkung der Einlagezinsen auf -0,1% durch die schwedische Riksbank, inklusive dem Kauf von Staastanleihen im Umfang von 10 Milliarden Kronen. Das ist – in Relation zum BIP Schwedens – kaum der Rede wert, pschologisch aber sehr geschickt: die Schwedische Krone schwächt sich deutlich ab und erreicht zum Euro ein Fünfjahrestief. Genau dies dürfte das Ziel der Riksbank gewesen sein, um die deflationären Tendenzen zu bekämpfen.

Der zweite Aufreger dann eine Meldung von Bloomberg: unter Berufung auf ungenannte „Kreise“ meldete die Nachrichtenagentur, dass innerhalb der Bank of Japan die Zweifel an der Richtigkeit ihrer ultralaxen Geldpolitik wüchsen. Weitere geldpolitische Lockerungen seien „kontraproduktiv“, da sie zu einer weiteren Abwertung des Yen führten und so das Vertrauen in die Währung schwächten. Dollar-Yen reagierte mit heftigen Kursverlusten:

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Aber ist dieser Bericht schlüssig? Unserer Ansicht nach ist diese Frage mit einem klaren „nein“ zu beantworten. Der Yen ist schon länger schwach und hat damit die Notenbanker in Japan bislang nicht beunruhigt. Noch wichtiger aber ist, dass Premierminister Abe eine Schwächung des Yen zur Ankurbelung der Inflation aktiv anstrebt – sie ist der Kern seiner Wirtschaftspolitik. Abe aber kann den Chef der Notenbank ernennen und abberufen – hat also faktisch das geldpolitische Sagen. Es ist daher sehr unwahrscheinlich, dass Notenbankchef Kuroda hinter dieser Meldung steht, der stets im Sinne Abes agiert und geredet hat. Vielleicht gab es ja interessierte Kreise, die an einer kurzen Stärkung des Yen ein egoistisches Interesse hatten und dann eine solche Meldung „inspiriert“ haben..



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