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Headlines der PK von Janet Yellen + Kurzeinschätzung

Redaktion

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FMW-Redaktion

Kurzkommentar von Markus Fugmann: Man hat fast das Gefühl, die Fed lebt in einer anderen Welt! Sie meint wirklich, dass sie bis Ende 2018 noch fünfmal die Zinsen anhebt, sieht die Wirtschaft rosarot – das einzige Zugeständnis ist das Weglassen des Wortes „transitory“ (vorübergehend), um die Abschwächung der letzten Monate zu charakterisieren. Aber alles andere ist nach dem Motto: Augen zu und durch, wird schon wieder. Das hat ein „Geschmäckle“ von Durchhalteparolen – oder Realitätsverweigerung. Sehr konkrete Aussagen zur Bilanzreduzierung um 10 Milliarden Dollar pro Monat noch in diesem Jahr (aber wann eigentlich genau?), sehr hawkish. Im Grund ist die Fed dabei, erneut ihre Glaubwürdigkeit zu verlieren – nachdem sie Jahre lang davon schwafelte, die Zinsen anzuheben und es dann doch nicht tat, hebt sie jetzt die Zinsen an in einem Umfeld wirtschaftlicher Abschwächung und moderater Inflation. Sie hat also sichtlich das Talent, im falschen Moment das Falsche zu tun! Das muß man erst einmal hinkriegen!

Reaktion der Märkte: Comeback des Dollars, die Zinskurve verflacht sich trotz Zinsanhebung noch weiter (die Anleihemärkte erwarten im Gegensatz zur fed eine Rezession!), die FANG-Aktien werden hart abverkauft!

Gute Einschätzung von John Hardy zu absehbaren Marktreaktionen von John Hardy:

Dollar:

Aktien und Anleihemärkte:

Die wichtigsten Aussagen von Janet Yellen:

– Yellen drückt ihr Bedauern über die Opfer des heutigen Anschlags aus

– Yellen liest das Statement vor

– Arbeitsmarkt wird sich schrittweise weiter verbessern

– Kerninflation hat sich abgeschwächt, vor allem weil elektronische Geräte („wireless telephone services“) und Medikamente günstiger geworden sind

– gehen davon aus, die Zinsen schrittweise weiter anzuheben

– halten an unserem Inflationsausblick fest

– werden pro Monat 10 Milliarden Dollar aus auslaufenden Anleihekäufen weniger reinvestieren

– FMW: überraschend präzise Aussagen zur Bilanzreduzierung (hawkish!) – daher der Dollar stärker!

– Yellen „hat fertig“ – jetzt kommen Fragen..
———

– habe mit Trump noch nicht über die Zukunft gesprochen, werde bis 01.Februar 2018 das Amt

– es ist wichtig, in Sachen Inflation sich nicht an einer einzigen Veröffentlichung, die Date können „noisy“ sein, wir richten uns am mittelfristigen Ausblick aus

– der Wirtschaft geht es gut, der Arbeitsmarkt ist stark, die Wirtschaft ist widerstandsfähig

– Lohnwachstum sehr langsam

– die Inflation reagiert nur wenig auf die verbesserten Bedingungen am Arbeitsmarkt

– wir haben natürlich bemerkt, dass die Aktienmärkte stark gestiegen sind; das ist einer der Gründe, warum die Finanzierungsbedingungen sich nicht verschärft haben

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    Marcus

    14. Juni 2017 21:01 at 21:01

    Also faktisch hält die Fed die Bilanz konstant, denn die Summen die man nicht mehr reinvestieren will, sind ein Witz. Damit schrumpft die Bilanz nicht mal um eine Billion Dollar.

    Das ist nicht hawkish sondern dovish ! Verschleppen und verzögern ist hier wohl eher an der Tagesordnung.

    • Avatar

      PK

      14. Juni 2017 21:28 at 21:28

      glaubt denn irgendjemand, die Negativbilanz wird jemals ausgeglichen ?
      Das wird niemals passieren. 100%ig.

  2. Avatar

    Lars

    14. Juni 2017 21:27 at 21:27

    Die FED lebt in einer anderen Welt, ebenso wie die EZB!
    Im Prinzip müsste man die beiden nur austauschen;)
    Oder ihnen beibringen, dass politische Differenzen (Janet vs. Donnie, Super-Mario vs. Nord- und Mitteleuropa) nichts in verantwortungsvollen Positionen zu suchen haben.

    Was sind denn nun die Kernaussagen?
    – Die Kerninflation hat sich abgeschwächt
    – Lohnwachstum sehr langsam
    – Inflation reagiert nur wenig
    – Der Wirtschaft geht es (dennoch) gut

    • Avatar

      Martin

      14. Juni 2017 21:35 at 21:35

      Richtig!!
      Und Gold und Silber sind viel zu teuer. Wir drucken einfach Geld, bis es keinen mehr hält. Der Knall wird kommen, frage der Zeit.

  3. Avatar

    ubsb55

    14. Juni 2017 21:48 at 21:48

    Nur Mist erzählt die Dame. Jetzt sind die Lohnempfänger wahrscheinlich an der niedrigen Inflation schuld, weil die sich sträuben, mehr Geld zu nehmen.Wenn alles so toll läuft mit der Wirtschaft, dann sollen die das Geld denen geben, die damit einkaufen gehen, dann kriegen sie Inflation.

  4. Avatar

    Kuperkopf

    14. Juni 2017 22:06 at 22:06

    Also diese Woche noch DAX 13.000 :D

  5. Avatar

    Lars

    14. Juni 2017 22:42 at 22:42

    Nachdem sich nun die Gemüter der Algos zu beruhigen scheinen, eine kurze Analyse der Verbalakrobatik:

    Kerninflation hat sich abgeschwächt, vor allem weil elektronische Geräte („wireless telephone services“) und Medikamente günstiger geworden sind
    Das erinnert an Draghis Kerninflation ohne Energie, Nahrungsmittel und Mietpreise.
    Im Prinzip ist die Inflation in USA deutlich moderater als in Europa, wenn man mal einfach alle Faktoren berücksichtigen und nicht alles, was unpassend ist, herausrechnen würde.

    Lohnwachstum sehr langsam
    Im Prinzip seit ein bis zwei Jahren stagnierend bis rückgängig, wenn man die Qualität der neu geschaffenen Jobs zu denen der Entlassungen in „anständig“ bezahlten setzt.

    die Inflation reagiert nur wenig auf die verbesserten Bedingungen am Arbeitsmarkt
    Das erklären bereits die beiden vorher genannten Punkte, wer hier von „verbesserten“ Bedingungen spricht, sollte mal raus aus seinem Elfenbeinturm und mal wieder echt arbeiten müssen, statt dumm daher zu schwätzen.

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Neofiskalismus – die Zeit für größere Regierungsaktivitäten ist gekommen

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Eine neue Ära vermehrter Regierungsaktivitäten hat begonnen und wird sich wahrscheinlich noch über Jahrzehnte fortsetzen, so die Analyse des Global Macro Research Teams von Insight Investment. Das Insight’s Global Macro Research Team hat für dieses Phänomen einen neuen Begriff eingeführt: „Neofiskalismus“. Damit soll eine sich abzeichnende Ära beschrieben werden, in der Regierungen durch ihre Finanzpolitik eine noch direktere und offensivere Rolle in der Wirtschaftspolitik und -steuerung ausüben. Dies steht in starkem Kontrast zu dem gegenwärtigen Modell, unter dem Zentralbanken weitestgehend in der Lage waren, geldpolitische Entscheidungen ohne politische Intervention zu treffen.

Das neoliberale Paradigma reduzierter Regierungsinterventionen in der Wirtschaft ist in Gefahr. Längerfristige Trends gingen bereits in diese Richtung, aber die Notfallpolitik, die zur Bewältigung der COVID-19-Krise angewandt wurde, hat einen möglichen Wendepunkt geschaffen. Das Global Macro Research Team hat fünf Folgen für die Märkte identifiziert:

1)
Die Anleihenmärkte könnten für einen langen Zeitraum ähnlich wie in Japan werden. Eine im historischen Vergleich relativ geringe Volatilität könnte dazu führen, dass die Suche nach Renditen die Spreads verringert und die Zinskurven abflacht.

2)
Ein Anstieg der Inflation könnte Anleiherenditen kurzfristig nach oben treiben, wenn sie eine Abschwächung der quantitativen Lockerung bewirkt. Solche Gelegenheiten dürften attraktive Einstiegspunkte sein, solange längerfristig erwartet wird, dass die Inflation nach den Finanzierungsengpässen in der Wirtschaft wieder auf den Zielwert zurückkehrt.

3)
Für Staaten ohne vollständige Kontrolle über die Währung, in der sie ihre Emissionen tätigen, sollte die Wirksamkeit der Regierung von entscheidender Bedeutung sein. Effektiv handelnde Regierungen, die in der Lage sind, die Produktivität und das Trendwachstum zu steigern, könnten das Verhältnis Schulden/BIP rascher reduzieren.

4)
Das Identifizieren von Regierungen, die in der Lage sind, das Trendwachstum zu maximieren, dürfte für die Aktienmärkte wichtig werden, da dies zu einem wichtigen Ertragsmotor wird.

5)
Unternehmen mit staatlicher Unterstützung dürften in Perioden mit Finanzierungsengpässen einen Vorteil haben.

Experte erklärt neues Phänomen des Neofiskalismus
Gareth Colesmith, Head of Global Rates and Macro Research bei Insight Investment

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Glas halb voll oder halb leer? 21 statt 33 Prozent der Betriebe stark von Corona betroffen

Claudio Kummerfeld

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Zahl von Corona stark beeinträchtigter Betriebe sinkt

Der eine sagt das Glas ist halb voll, der andere sagt es ist halb leer. Ansichtssache! So wohl auch in diesem Fall. Denn ab wann kann man sagen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage so weit gebessert hat, dass die Coronakrise im großen Bild überstanden ist? Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute aktuelle Umfrageergebnisse veröffentlicht. Regelmäßig befragt man 1.500 Betriebe.

Demnach berichteten für den Monat Mai 33 Prozent der Betriebe von starken negativen Corona-Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Heute meldet das IAB, dass noch 21 Prozent der Betriebe von starken negativen Auswirkungen sprechen. Also ein Fünftel der Unternehmen ist immer noch ernsthaft von Corona beeinträchtigt, und das laut Bundesregierung vier Monate nach dem wirtschaftlichen Tiefpunkt der Krise. Der eine erachtet dies als großen Schritt in die richtige Richtung, der andere sieht darin ein Desaster, dass immer noch so viele Betriebe ernsthafte Probleme haben. Dazu hier einige Aussagen des IAB im Wortlaut:

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Betriebe sehr deutlich gegenüber dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr verbessert hat“, erklärt IAB-Forscher Jens Stegmaier.

Von den im Mai stark negativ durch die Corona-Krise betroffenen Betrieben sind 49 Prozent weiterhin stark betroffen. 25 Prozent der im Mai stark negativ betroffenen Betriebe geben aktuell geringe negative Auswirkungen an, 23 Prozent keine oder gleichermaßen positive wie negative Auswirkungen und 3 Prozent überwiegend positive Auswirkungen.

Am heftigsten wurde das Gastgewerbe von der Corona-Krise getroffen: Im Mai lag der Anteil der Betriebe mit starken negativen Auswirkungen bei 78 Prozent und der Anteil mit geringen negativen Auswirkungen bei 17 Prozent. Aktuell sind 45 Prozent stark negativ betroffen und 17 Prozent gering negativ betroffen.

Im Bereich Information und Kommunikation waren im Mai dagegen nur 3 Prozent der Betriebe stark negativ betroffen. Gering negativ betroffen waren 25 Prozent. Aktuell sind 5 Prozent stark negativ und 29 Prozent gering negativ betroffen.

Das Verarbeitende Gewerbe liegt dazwischen: Für den Mai berichteten 37 Prozent der Betriebe von starken negativen und 28 Prozent von geringen negativen Auswirkungen. Aktuell sind 29 Prozent mit starken negativen Auswirkungen und 24 Prozent mit geringen negativen Auswirkungen konfrontiert.

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Geldpolitik: US-Notenbank macht Nullzins langfristig fest – Werbung

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Lieber Börsianer,

gestern haben sich im Rahmen ihres turnusmäßigen Treffens die US-Notenbanker nochmals zur Geldpolitik eingelassen. Dabei verzichtete man erstmals auf jede Geheimniskrämerei und garantierte dem Kapitalmarkt, den gegenwärtigen Leitzins von Null langjährig beizubehalten. Die Fed wird dabei auch zumindest vorübergehend Inflationsraten oberhalb der bisher starren Inflationsgrenze von 2 % akzeptieren.

Das war nicht der ganz große Wurf der Fed. Am Aktienmarkt hatte man doch auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gehofft. So hofften die Börsianer, dass die Notenbanker nächstens ihre Anleihenkäufe nochmals ausweiten und künftig auch im Junk-Bereich (Anleihen mittlerer und schlechter Qualität) einkaufen werden. Diese Phantasie ist nach der gestrigen Notenbank-Sitzung erst einmal vom Tisch.

Trotzdem hatten die Währungshüter rund um Jerome Powell auch positive Nachrichten für uns. Mittlerweile wissen wir, die Pandemie hat sich nicht so zerstörerisch auf die US-Volkswirtschaft ausgewirkt wie zuvor befürchtet. So rechnen die Analysten der Fed nun damit, dass die Arbeitslosenrate in den USA Ende des Jahres zwischen 7 und 8 % liegen wird, aktuell übrigens 8,4 %. Zuvor war man noch von einer Rate in der Spanne zwischen 9 bis 10 % ausgegangen.

Vor diesem Hintergrund sah der Offenmarktausschuss – das oberste Gremium der Fed – keine Notwendigkeit, kurzfristig weitere Mittel in den Markt zu pumpen. Folglich schwächelten die Aktienmärkte rund um den Globus zum Wochenausklang.

Eine Frage: Warum ist eigentlich die Geldpolitik der Fed, aber auch der EZB so immens wichtig für uns als Anleger? Warum reagieren die Märkte jedes Mal nahezu prompt auf die Einlassungen der Geldpolitiker?

Hierzu einige Hintergrund-Informationen: Die Geldpolitik bestimmt vereinfacht gesprochen, wieviel Geld die Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen, Verbraucher und auch Investoren in der Tasche haben. Und je lockerer oder expansiver eine Geldpolitik, desto mehr Kapital befindet sich im Wirtschaftskreislauf. Und viel Geld bedeutet letztlich immer steigende Aktienkurse.

Damit ist die Geldpolitik neben der fundamentalen Entwicklung in den Unternehmen der große und entscheidende Faktor für die Aktienmärkte. Ich behaupte, dass die Börsenhausse der vergangenen Jahre ganz wesentlich auf der lockeren…..

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