Devisen

Headlines der PK von Mario Draghi: erst hawkish, dann dovish

FMW-Fazit: Draghi zunächst hawkish mit Optimismus in Sachen Inflation, dann jedoch dovish mit dem Hinweis, dass Kerninflation (ohne Nahrung und Energie zuletzt rückläufig war – daher Bund-Renditen und Euro nach anfänglicher Stärke wieder schwächer..
„on inflation, and here I’m coming to the other point of your question, it’s true that headline inflation is now 2% from 1.9, but if you look at the inflation, is it going to be sustained? And the answer is that if you look at inflation excluding oil and food, it’s now 0.9% from 1.1% last time. And the underlying inflation remains muted. So we are seeing encouraging signs here and there. It’s very early to call victory.“

Die wichtigsten Aussagen auf der Pressekonferenz in Schlagzeilen:

– mindestens bis Sommer 2019 keine Zinsänderung

– werden wenn Inflationsausblick nicht dagegen spricht, werden wir ab September QE auf 15Mrd pro Monat zurück fahren und dann nach dem Dezember die Käufe einstellen, auslaufende Anleihen aber reinvestieren

– Unsicherheiten wegen Handelskonflikt bleiben groß, unterstützende Geldpolitik weiter nötig

– Konsum unterstützt durch bessere Lage an den Arbeitsmärkten

– Risiken weitgehend ausgeglichen, wichtigster Risikofaktor ist Handelskonflikt

– Kernrate der Inflation dürfte bis Jahresende auf gegenwärtigem Niveau bleiben

– Kostendruck bei Unternehmen nimmt zu

– Kreditnachfrage robust

– weiter uunterstützende Geldolitik nötig, um nflation im Bereich der Zielmarke bei 2% zu halten

– Unsicherheit über Entwicklung der Inflation hat abgenommen

Draghi „hat“ fertig, jetzt kommen die Fragen..

Kurzeinschätzung FMW: Draghis optimistische Aussagen in Sachen Inflation bisher der Hauptpunkt, Rendite der 10-jährigen Buhndesnaleihe erreicht Tageshoch..

Frage, ob Trump „einen Punkt hat“ mit seiner Aussage, der Euro werde nach unten manipuliert..aber Draghi weicht der Frage aus!

Draghi: bisher kein Grund, unserren Zinsausblick zu ändern

– Kapitalschlüssel bleibt unser Anker bei der Frage der Reinvestitionen auslaufender Anleihen

– haben keine Änderungen vorgenommen bei Inflationsausblick und anderen Themen

– „Pullback“ der Wirtschaft, weil zuvor der Exportsektor ausserordentlich stark war

– Kerninflation (ohne Energie und Nahrung) nach wie vor gedämpft, war nur zwischenzeitlich höher wegen höheren Lohnabschlüssen

– Geldmärkte haben ähnliche einschätzung der Lage wie die EZB

– Draghi: Target-Salden vor allem eine Frage der Käufe der EZB von Anleihen, vor allem, von wo aus diese Käufe erfolgen, kein Zeichen von Kapitalflucht (FMW: damit kontert Draghi die Kritiker, die die Ungleichgweichte bei den Target2-Salden monieren!)

– Target2-Kritiker wollen in Wahrheit den Euro und die Eurozone nicht (!!!)

– Draghi: wir können als EZB stolz sein, dass wir auch in schwierigen Zeiten die Geldstabilität haben aufrecht erhalten können



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3 Kommentare

  1. Ja, aber, das sieht gar nicht so toll aus für die Amis…

    Der Zinsabstand zwischen FED und EZB wird weiter ansteigen, die EZB parkt ihren „Bufu“ oben bei der 162 -Marke ein , aber : das haben alle sowieso bis Ende des Jahres erwartet.

    Ich bin mal gespannt, wann die EZB den wichtigen (!) Einlagezinssatz zurücknimmt, das könnte vor dem Sommer 2019 erfolgen, möglicherweise im März.

    Nach dem Szenario, Zinserhöhungen erst ab 2019 seitens der EZB, könnten wir im Laufe des Jahres durchaus die 1,04-Marke „antesten“ …

    Warten wir mal ab, wenn die auf die Idee kommen, schön weiter EURs zu verscherbeln, bzw., weiter den USD einzusammeln.

    Wenn die 1,15 -Marke signifikant gerissen wird, tja dann… :D

  2. Und das da, von der EZB, sind für die Sicherheitsfanatiker, sprich die „Gold-Fraktion“, sprich : die Bären… eigentlich keine guten Nachrichten ?

    Der EUR wird nach unten manipuliert ? Eigentlich steht der EUR doch immer noch viel zu hoch ? Bei 1.16 – 1.18 ?Bbei dem Zinsabstand, welch noch steigen sollte ?

  3. Aber eines muss man schon sagen : Der Bundesbankladen zu Frankfurt zieht „seine Sicht der Welt“ gnadenlos durch. Trump, Handelskrieg usw…

    „– Geldmärkte haben ähnliche einschätzung der Lage wie die EZB“

    Das stimmt sogar !!!! :D

    Ja aber, meine liebe Süßen, Ihr seid der Geldmarkt ? ;) :D

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