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Headlines vom FOMC-Statement: Dovish, Dollar unter Druck, Fed hat es mit Bilanzreduzierung nicht eilig

Die zentralen Aussagen des FOMC-Statements!

Redaktion

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FMW-Redaktion

– Zinsen unverändert

– kein Abweichler bei Abstimmung – alle für unveränderte Zinsen

– Reduzierung der Bilanzsumme wird „relativ bald“ starten („relatively soon“). Zuvor hatte die Fed noch gesagt: in diesem Jahr!

– Fed hält an 2% Inflationsziel fest, aber: das Wort „recently“ (kürzlich) wird weggelassen und durch „Inflation running below“ ersetzt (Inflation bleibt unter… also nicht mehr vorübergehend. Sehr dovish!)

– Arbeitsmarkt hat sich weiter verbessert

– die Fed behält den Passus bei, die Inflation sei „somewhat below“ 2% (etwas unter 2%) – das ist wichtig, man hatte spekuliert, dass das Wort „somewhat“ wegfallen könnte.

Erstes Fazit FMW: Die Fed bleibt bei ihrer Einschätzung, dass die Inflation nur vorübergehend niedriger sei, indem sie das Wort somewhat beibehält. Aber dass der Beginn der Bilanzreduzierung von „in diesem Jahr“ auf „relativ bald“ abgestuft wird, ist sehr dovish! Daher der Dollar wieder schwach, auch weil die Fed praktisch fallen läßt, dass die Inflation nur vorübergehend niedriger sei. All das ist die Bestätigung der Line, die Janet Yellen schon bei ihrer Anhörung vor dem US-Kongreß gefahren hatte. Sehr schwere Zeiten brechen an für den Dollar! Und Yellens Chancen, Fed-Chefin zu bleiben, sind mit solchen Statements nicht gerade kleiner geworden – das ist Musik in den Ohren Donald Trumps..

Hier eine Übersicht, was sich genau zum letzten Statement der Fed verändert hat (auf Tweet klicken):

Und hier ein sehr guter Ratschlag:



Das Statement der Fed im Wortlaut:

Information received since the Federal Open Market Committee met in June indicates that the labor market has continued to strengthen and that economic activity has been rising moderately so far this year. Job gains have been solid, on average, since the beginning of the year, and the unemployment rate has declined. Household spending and business fixed investment have continued to expand. On a 12-month basis, overall inflation and the measure excluding food and energy prices have declined and are running below 2 percent. Market-based measures of inflation compensation remain low; survey-based measures of longer-term inflation expectations are little changed, on balance.

Consistent with its statutory mandate, the Committee seeks to foster maximum employment and price stability. The Committee continues to expect that, with gradual adjustments in the stance of monetary policy, economic activity will expand at a moderate pace, and labor market conditions will strengthen somewhat further. Inflation on a 12-month basis is expected to remain somewhat below 2 percent in the near term but to stabilize around the Committee’s 2 percent objective over the medium term. Near-term risks to the economic outlook appear roughly balanced, but the Committee is monitoring inflation developments closely.

In view of realized and expected labor market conditions and inflation, the Committee decided to maintain the target range for the federal funds rate at 1 to 1-1/4 percent. The stance of monetary policy remains accommodative, thereby supporting some further strengthening in labor market conditions and a sustained return to 2 percent inflation.

In determining the timing and size of future adjustments to the target range for the federal funds rate, the Committee will assess realized and expected economic conditions relative to its objectives of maximum employment and 2 percent inflation. This assessment will take into account a wide range of information, including measures of labor market conditions, indicators of inflation pressures and inflation expectations, and readings on financial and international developments. The Committee will carefully monitor actual and expected inflation developments relative to its symmetric inflation goal. The Committee expects that economic conditions will evolve in a manner that will warrant gradual increases in the federal funds rate; the federal funds rate is likely to remain, for some time, below levels that are expected to prevail in the longer run. However, the actual path of the federal funds rate will depend on the economic outlook as informed by incoming data.

For the time being, the Committee is maintaining its existing policy of reinvesting principal payments from its holdings of agency debt and agency mortgage-backed securities in agency mortgage-backed securities and of rolling over maturing Treasury securities at auction. The Committee expects to begin implementing its balance sheet normalization program relatively soon, provided that the economy evolves broadly as anticipated; this program is described in the June 2017 Addendum to the Committee’s Policy Normalization Principles and Plans.

Voting for the FOMC monetary policy action were: Janet L. Yellen, Chair; William C. Dudley, Vice Chairman; Lael Brainard; Charles L. Evans; Stanley Fischer; Patrick Harker; Robert S. Kaplan; Neel Kashkari; and Jerome H. Powell.


Foto: AgnosticPreachersKid – Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6282818

17 Kommentare

17 Comments

  1. Avatar

    M.

    26. Juli 2017 20:09 at 20:09

    findet auch eine PK statt oder nur quartalsweise?

    • Avatar

      Leokatz

      26. Juli 2017 21:00 at 21:00

      PK nur jede zweite FED-Sitzung. Nächste Sitzung der FED also in 6 Wochen und mit PK.

  2. Avatar

    M.

    26. Juli 2017 20:09 at 20:09

    findet auch eine PK statt oder nur quartalsweise?

  3. Avatar

    Mulinski

    26. Juli 2017 20:21 at 20:21

    Juhu dann kann wieder jede Gelegenheit im Dow gekauft werden

  4. Avatar

    M.

    26. Juli 2017 20:30 at 20:30

    EZB-Nowotny hat gleichzeitig geredet. Was nun mehr zur Euro-Hausse beigetragen hat, bleibt spannende Frage. Er redet jedenfalls von Reduktion QE-Volumen ab Januar.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      26. Juli 2017 20:31 at 20:31

      @M, richtig! Aber Dollar-Yen fällt auch stark, es ist also nicht nur Euro-Stärke wegen den Aussagen Nowotnys!

      • Avatar

        Michael

        26. Juli 2017 20:56 at 20:56

        @Fugmann, der Dativ ist dem Genitiv sein Tod ;)

        • Avatar

          carsn

          26. Juli 2017 21:45 at 21:45

          ein kleiner Fauxpas…aber eigentlich kann der Fugmann das

          • Avatar

            Michael

            26. Juli 2017 23:16 at 23:16

            Ich weiß, ich bin ein Fan seines rhetorischen und auch grammatikalischen Könnens. Und vor allem seiner analytischen und fachlichen Fähigkeiten.
            Vermutlich wollte er nur den einzigen und wahren Deutschen entgegenkommen, die hier in diesem Forum meistens dadurch brillieren, dass sie ihre Muttersprache nur rudimentär beherrschen und ihr Grundgesetz nicht verstehen können oder wollen, diese Schwächen aber gerne aggressiv auf andere projizieren.
            Das richtet sich übrigens nicht im Ansatz gegen @M., hat sich nur in Ihrem Post entwickelt.

  5. Avatar

    Masud79

    26. Juli 2017 20:42 at 20:42

    Wie kann man den Haufen noch ernst nehmen. Erst jammern die dass die Bewertungen zu hoch sind und gießen bei ihren PKs kerosin in den brennenden Markt

  6. Avatar

    Masud79

    26. Juli 2017 20:45 at 20:45

    Außerdem kann relativ bald genau so noch in diesem Jahr bedeuten

    • Avatar

      Gerd

      27. Juli 2017 09:16 at 09:16

      Masud79, bin hundertprozentig Ihrer Ansicht.
      Meine erste Reaktion gestern nach Bekanntgabe: „Ui, jetzt kommt das sogar noch schneller. Relativ bald, das kann auch schon nächsten Monat sein – wenn da Sitzung ist. Das wird den Dollar stärken und den Euro schwächen.“
      Ronald Gehrt definiert „bald“ übrigens genauso wie wir.

      • Avatar

        Masud79

        27. Juli 2017 15:46 at 15:46

        Das Problem ist wenn eine Aussage in beide Richtungen interpretiert werden kann suchen sich die märkte eben es aus wie sie es wollen. Und wenn man den ami Bullen eine nur 99 prozentige hawkische Aussage präsentiert dann reicht das Prozent locker für weitere Kursanstiege.
        Alle behaupten immer das sind noch keine euphorischen Märkte. Aber wie soll dann bitte Euphorie noch aussehen.

  7. Avatar

    Michael

    26. Juli 2017 21:13 at 21:13

    Die Märkte reagieren heftig auf „relatively und recently“ :)
    Als Dollar-Bär bin ich relativ glücklich, und das hoffentlich nicht nur vorübergehend :))

  8. Avatar

    Michael

    26. Juli 2017 21:24 at 21:24

    Jetzt müssen Draghi und seine Insider aber ran, einen klassisch italienischen Konter landen. Das war doch nicht so gemeint von der FED, kürzlich wurden von den Märkten relativ grobe Fehlinterpretationen ins Spiel gebracht :)

  9. Avatar

    Masud79

    26. Juli 2017 21:55 at 21:55

    Herr Fugmann bitte ne 2. Analyse, blicke immer noch nicht durch heute :)

    • Avatar

      Michael

      26. Juli 2017 23:21 at 23:21

      Herr Fugmann hat doch zweimal geschrieben, sehr dovish!!! Und dass sehr schwere Zeiten für den Dollar anbrechen! Was soll er denn noch analysieren?

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Coronakrise: Die unheimliche Hausse der Schusswaffen-Hersteller

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Amerikaner kaufen in der Coronakrise Waffen, Deutsche dagegen Toilettenpapier – wie Analysen aus dem Frühjahr gezeigt haben. Kurz vor den US-Wahlen steigt die Unsicherheit in vielerlei Hinsicht – und die Aktienkurse von Waffenherstellern. Waffenkäufe in den USA sind in Zeiten der Coronakrise schon seit längerer Zeit feststellbar –  jetzt aber gesellen sich noch weitere Ursachen dazu. Die Steigerungen bei den Kursen der Waffenfirmen brauchen sich nicht einmal hinter den Tech-Werten zu verstecken. Und wieder einmal könnte ein Regierungswechsel einen Boom auslösen.

Das Recht des Amerikaners zum Waffenbesitz

Wie oft wurde in den USA schon über eine Verschärfung des Waffenrechts diskutiert, zumeist im Zusammenhang mit Amokläufen! Stets beruft sich die US-Waffenlobby in Gestalt der NRA – National Rifle Association of America, Nationale Schützen-Vereinigung – auf das verfassungsrechtlich garantierte Recht der Amerikaner zum Waffenbesitz.

Im 2. Zusatzartikel der Verfassung der Vereinigten Staaten, verabschiedet bereits am 15. Dezember 1791 hieß es:

„Da eine wohlgeordnete Miliz für die Sicherheit eines freien Staates notwendig ist, darf das Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht beeinträchtigt werden.“ Obwohl es immer wieder Versuche gibt dieses uralte „Grundrecht“ abzuändern, unterstützen insbesondere die Republikaner mit ihrem Präsidenten Donald Trump die Interessen der NRA. Da ein Regierungswechsel zu den Demokraten sehr wahrscheinlich geworden ist, haben die Aktien von Waffenherstellern einen weiteren Aufwind bekommen – man erwartet Hamsterkäufe im Falle eines Wahlsiegs von Joe Biden.

Die Hausse der Revolveraktien im Jahr der Coronakrise – oder Amerikaner kaufen Waffen, Deutsche Toilettenpapier

So lautete eine etwas scherzhaft gemeinte Feststellung zu Zeiten des Lockdowns im April. Betrachtet man sich aber die Entwicklung der Aktien von Pistolen-, Revolver-, und Gewehrherstellern in den letzten neun Monaten, so erkennt man, dass dies kein billiger Kalauer gewesen ist. Im Übrigen waren die Regale mit dem Toillettenutensil eine Zeitlang wirklich Mangelware in Deutschland.

Die Performance:

Konnte der große S&P 500 in diesem Jahr bisher um sieben Prozent zulegen, so ging es mit den Aktien der weltbekannten Waffenfirma Smith&Wesson um 135 Prozent nach oben, die weniger bekannte Firma Sturm Ruger aus Southport (Connecticut) bringt es immerhin auf 51 Prozent. Allein im Monat Oktober ging es bereits um 8 beziehungsweise 9,5 Prozent nach oben.

Waren es im Spätwinter Sorgen der Amerikaner vor Plünderungen infolge der Coronakrise, später die Angst vor Unruhen im Lande wegen des gewaltsamen Todes des Afroamerikaners George Floyd, so fürchtet man sich jetzt vor einem möglichen Chaos nach dem 3. November, sollte es keinen eindeutigen Sieger geben. Zusätzlich sorgen sich die Waffennarren vor härteren Regelungen, insbesondere von Schnellfeuerwaffen, die für die Demokraten ein echtes Übel darstellen. In Deutschland würde manche Waffengattung unter die Regelungen des Kriegswaffenkontrollgesetzes (KrWaffKontrG ) fallen. Die Chefs der Waffen-Firmen in den USA hingegen freuen sich über die Nachfrage, man komme mit den Auslieferungen kaum hinterher.

Absonderliche Entwicklungen unter den Reps und Dems

Die eindeutige Positionierung von Demokraten und Republikanern haben in der Vergangenheit zu seltsamen Entwicklungen der Aktienkurse von Waffenfirmen geführt. Unter den acht Jahren von Präsident Barrack Obama stiegen die Aktien von Sturm Ruger um etwa 900 Prozent, weil der Demokrat zwar immer für schärfere Waffengesetze eintrat, dieses im Kongress aber nicht durchsetzen konnte. Unter Donald Trump stieg die Aktie dieser Firma nur um mickrige 16 Prozent, weil sich die NRA der Unterstützung des Präsidenten sicher sein konnte. Jetzt könnte Joe Biden aufgrund der Coronakrise ins Weiße Haus zurückkehren, um die Ideen von Barack Obama in die Tat umzusetzen.

Wozu brauchen die Amerikaner so viele Waffen?

Diese Frage kommt einem sofort in den Sinn, wenn man sich die Statistiken über den Waffenbesitz in den USA betrachtet – eine „kleine“ Privatarmee. 43 Prozent aller Amerikaner leben in einem Haushalt mit mindestens einer Schusswaffe. Es gibt in den USA 300 Millionen Waffen, Pistolen und halbautomatische Sturmgewehre.

Fazit

Es ist für uns Europäer schon eine schauerliche Vorstellung: Dass es in fast jedem zweiten Haushalt Schusswaffen gibt, dass Millionen von Amerikanern selbst im Handschuhfach ihres Wagens eine Waffe mitführen. Gerade in der jetzigen Situation eines gespaltenen Landes, in dem sich bestimmte Gruppierungen im Lande unversöhnlich und fanatisch gegenüberstehen, bei einem Präsidenten, der vieles gewähren lässt, um es höflich auszudrücken. Dazu die Coronakrise mit ihren wirtschaftlichen Folgen: Gestiegene Waffenkäufe und gestiegene Aktienkurse bei Smith&Wesson und Co, ob das nicht der gefährlichste Teil der Aktienhausse in den USA ist?

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