Neben der großen Branchenrotation an der Wall Street, die seit Wochen Anlegergelder von Big Tech hin zu Nebenwerten verschiebt, sehen wir seit Monaten (und in den letzten Wochen verstärkt) den Trend, dass internationale Anleger deutlich weniger in den USA investieren, dafür massiv in asiatische Aktienmärkte. Denn in Asien wird zu großen Teilen die Hardware hergestellt, die KI antreibt. Die Gelder der Big Tech-Firmen für ihre KI-Infrastruktur landen also bei TSMC, Samsung, SK Hynix und vielen anderen.
Hedgefonds kaufen laut Goldman Asien-Aktienmärkte
Aber nicht nur das. Neben Europa sind auch die Aktienmärkte in Asien günstiger bewertet als die USA. Durch den Debasement Trade, der Abwendung von US-Anlagen, strömen Anleger vermehrt in neue Märkte, als Ersatz für den US-Kapitalmarkt. Aktuell gemeldete Daten von Goldman Sachs zeigen nun, dass auch Hedgefonds massiv Aktien aus Asien aufstocken. Bloomberg meldet hierzu, dass die aufstrebenden und entwickelten Märkte Asiens letzte Woche die größten Nettokäufe durch Hedgefonds seit Beginn der Datenerfassung durch den Prime Services Trading Desk bei Goldman Sachs im Jahr 2016 verzeichneten, da die Region vom Optimismus für KI-Infrastrukturunternehmen profitiert.
Hedgefonds waren letzte Woche zum ersten Mal seit drei Wochen Netto-Käufer von globalen Aktien, wobei Geld in alle wichtigen Märkte floss – aber Asien stach laut einer Mitteilung des Desks besonders hervor. Schwellenmärkte schneiden weiterhin besser ab, da Investoren sich von Momentum-Trends abwenden, aber auch auf eine Abschwächung des US-Dollars reagieren.
Der MSCI EM Index ist seit Jahresbeginn um 11 % gestiegen, während der südkoreanische Kospi Index um über 30 % zugelegt hat – unterstützt durch große Namen aus dem Fertigungssektor wie Samsung Electronics und SK Hynix. Dem steht ein Rückgang des S&P 500 um 0,1 % zum Handelsschluss am Freitag gegenüber.
Der Goldman-Desk erklärte in einer Mitteilung an seine Kunden, dass Long-Käufe einen Großteil der Aktivitäten für die asiatischen Aktienmärkte in der vergangenen Woche bestimmt hätten und die Short-Coverings im Verhältnis von 8,4 zu 1 übertroffen hätten.
In Bezug auf die globalen Sektoren erklärte der Desk, dass die Käufe in den Bereichen Informationstechnologie, Industrie, Basiskonsumgüter und Rohstoffe die Verkäufe in allen anderen Bereichen übertroffen hätten. Am stärksten verkauft wurden zyklische Konsumgüter, Kommunikationsdienstleistungen und Finanzwerte.

FMW/Bloomberg
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