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Hedgefonds verliert Großbank als Kunden – Puerto Rico-Zockerei zu riskant

Redaktion

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Von Claudio Kummerfeld

Hedgefonds zocken oft mit Schrott, in diesem Fall Schrottanleihen, dann auch normalerweise kreditfinanziert. Das Zocken mit Puerto Rico-Schrottanleihen etc war der Bank of America Merrill Lynch dann wohl doch zu viel…

Paulson

Die Bank of America Merrill Lynch hat 81 Millionen Dollar Kundengelder aus einem der Hedgefonds des Branchengurus John Paulson abgezogen. Nicht viel Geld in der Branche, aber ein starkes Zeichen, denn die BoA Merrill Lynch ist nicht irgendwer. Noch wichtiger: Man verbietet sogar seinen Beratern in eben diesen Fonds neue Kundengelder zu investieren. So berichtet es die „New York Times“ mit Bezug auf informierte Kreise. Der Grund dafür seien zu viele Wetten auf illiquide Finanzpapiere. Darunter fallen im Fall Paulson u.a. Staatsanleihen des gerade pleite gegangenen US-Außengebiets Puerto Rico.

Da wird der Boden langsam heiß. Es gehört zum Wesen von Hedgefonds Schrott zu kaufen in der Hoffnung ihn später zu höheren Preisen wieder abstoßen zu können. In diesem Fall hat man zu Ramschpreisen Puerto Rico´s Staatsanleihen gekauft, wo der breite Markt schon ahnte, dass es Probleme mit der Rückzahlung geben würde. Die Wette der Hedegefonds läuft in diesen Fällen immer gleich ab: Wo alle anderen panikartig verkaufen, kauft man sich niedrig ein und hofft, dass irgendjemand den Pleitestaat schon raushaut. Wie bei Griechenland die EU hofft man im Fall Puerto Rico immer noch darauf, dass die USA Puerto Rico „raushauen“ und die Insel ihre Anleihen zurückzahlen kann. Aber im Augenblick sieht es denkbar schlecht aus für dieses Szenario. Die USA lassen Puerto Rico am ausgestreckten Arm verhungern.

Der Fonds, aus dem die BoA ihre Gelder abzog, wettet auch auf eine Erholung des griechischen Bankensektors und ist u.a. als einer der größten Aktionäre an der Piräus Bank beteiligt. Die griechischen Banken erleben aber gerade ein richtig schönes Desaster. Aber diese und andere Wetten scheinen der BoA und ihrer Investmenttochter Merrill Lynch wohl inzwischen zu heiß zu sein – und diese Herrschaften sind ja auch keine Kinder von Traurigkeit!

Einhorn

Auch der Hedgefonds-Manager David Einhorn ist gerade nicht auf der Erfolgsspur. Im Gold bewies er zuletzt kein glückliches Händchen. Nach wie vor geht er von einer globalen Inflation aus, ausgelöst durch die Anleihekaufprogramme der drei großen Notenbanken (USA / Japan / EZB). Bisher trat dieses Szenario noch nicht ein, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Jedenfalls hat der sichere Hafen Gold David Einhorn bisher enttäuscht – allein in den letzten Wochen verlor Gold 115 Dollar.

Gold

Auch Einhorns Ansatz auf Solar- und Kohlestromproduzenten zu setzen, ging bisher in 2015 voll nach hinten los. Die meisten Hedgefonds sind für die Öffentlichkeit wie verschlossene Banktresore was Transparenz angeht, aber parallel zu Einhorns Hedgefonds-Gesellschaft Greenlight Capital firmiert die börsennotierte Firma namens „Greenlight Capital Re“, die in die selben Produkte investiert und als AG besser einsehbar ist. Die Aktie verlor seit Jahresbeginn knapp 20%. Laut Einhorn hat das Investmentportfolio alleine im Juli 5,9% an Wert verloren. Für Einhorn die schlechteste Performance seit 2008. Im 2. Quartal 2015 rutschte Greenlight Capital Re sogar in die Verlustzone. Einhorn aber bleibt optimistisch. „Das Umfeld ist derzeit ungünstig, es wird sich aber verbessern“.

Ein unbeachtetes Szenario könnte dem Gold aufhelfen

Einhorns Gold-Szenario ist theoretisch eine hochinteressante Geschichte. Denn eigentlich müsste er im Recht sein. Massive dauerhafte Gelddruckerei/Geldschwemme durch die Notenbanken müsste eigentlich per Definition der Volkswirtschaftslehre die Inflation drastisch anheizen. Dieser Theorie kommt aber eine dauerhafte Wirtschaftskrise in vielen Regionen in die Quere, die ihr quasi entgegenwirkt.

Aber er könnte Glück im Unglück haben. Was im Augenblick niemand auf dem Schirm hat: Der Atomdeal zwischen der internationalen Staatengemeinschaft und dem Iran ist beschlossene Sache. Israels Premier Netanjahu forderte erst gestern die US-Kongressabgeordneten eindringlich dazu auf der Aufhebung der Sanktionen durch Präsident Obama zu widersprechen. Was wird passieren, wenn sie das nicht tun? Israel flog schon in der Vergangenheit überraschende Luftschläge in Syrien um dort militärische Anlagen zu zerstören. Was, wenn Israel plötzlich einen massiven Luftschlag gegen die iranischen Atomanlagen fliegt, um sich vor der von Netanjahu immer wieder betonten Vernichtung durch den Iran präventiv zu schützen? Wo werden Sekunden später der Ölpreis und der Goldpreis notieren? Das könnte Einhorns Performance retten.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Sundance

    7. August 2015 11:11 at 11:11

    Putin beruhigte Bibi mit den Worten: Die glieferten S-300 Raketenabwehr an den Iran, sind nur Abwehrwaffen !

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Dank Notenbanken immun: Vermögen wachsen trotz Krisen immer weiter

Claudio Kummerfeld

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am

Vermögen in Form vieler US-Dollars

Die Gelddruck-Orgien der Notenbanken haben die weltweiten Vermögen immunisiert gegen Verluste, egal wie schlimm die Krise in 2019 auch war, und jetzt in 2020 dank Corona noch geworden ist. Zu diesem Schluss kommt der ganz frisch veröffentlichte „Allianz Global Wealth Report“, in dem das Wort „Immunisiert“ sogar explizit so genannt wird.

Vermögen steigen weiter an

Die Headline-Aussage der Allianz besagt, dass die Vermögen in den letzten zehn Jahren noch nie eine so große Zunahme des Wohlstands verzeichnen konnten. Weltweit sei das Brutto-Geldvermögen im Jahr 2019 um 9,7 Prozent gewachsen, und habe damit das stärkste Wachstum seit 2005 hingelegt. Angesichts der Tatsache, dass das Jahr 2019 von sozialen Unruhen, eskalierenden Handelskonflikten und einer industriellen Rezession geprägt war, sei diese Leistung mehr als erstaunlich, so die Allianz. Doch als die Zentralbanken einen Kursschwenk hin zu einer breit angelegten geldpolitischen Lockerung vollzogen, habe dies zu einem kräftigen Plus von 25 Prozent an den Aktienmärkten geführt, losgelöst von den Fundamentaldaten. Dadurch seien auch die Geldvermögen kräftig angehoben worden. Allein die Anlageklasse der Wertpapiere nahm 2019 um satte 13,7 Prozent zu – nie war das Wachstum im 21. Jahrhundert stärker, so die Headline-Aussage. Versicherungen und Pensionen erreichten laut Allianz ein Plus von 8,1 Prozent, was hauptsächlich auf den Anstieg der zugrundeliegenden Vermögenswerte zurückzuführen sei – die Bankeinlagen stiegen um 6,4 Prozent.

Vermögen auch in 2020 immunisiert gegen Verluste

Und was wird 2020 unterm Strich passieren? Es geht wohl nach dem Motto „Je schlimmer die Krise, desto mehr drucken die Notenbanken, und helfen damit Aktien und Immobilien nach oben“. So sagt der Report nämlich, dass „die selbe Geschichte sich im Jahr 2020 wiederholen“ dürfte, nur ins Extrem gewendet. Denn als die Coronakrise die Weltwirtschaft in die tiefste Rezession seit 100 Jahren stürzte, legten Zentralbanken und Finanzbehörden auf der ganzen Welt beispiellose geld- und fiskalpolitische Hilfspakete auf und schirmten so die Haushalte und ihr Geldvermögen vor den Folgen einer Welt in Unordnung ab, so die Allianz. Man gehe davon aus, dass die privaten Haushalte ihre Verluste aus dem ersten Quartal wettmachen konnten und bis zum Ende des zweiten Quartals 2020 einen leichten Anstieg des globalen Geldvermögens um 1,5 Prozent verzeichneten. Hauptreiber der Entwicklung seien die Bankeinlagen, die dank großzügiger öffentliche Unterstützungsprogramme und vorsorglicher Ersparnisbildung um kräftige 7,0 Prozent zunahmen. Es sei daher sehr wahrscheinlich, dass das Geldvermögen der privaten Haushalte im Jahr 2020 im Plus enden werde.

Die Allianz merkt kritisch an, dass die Geldpolitik im Moment zwar die Vermögen gegen Corona quasi immunisiert habe. Aber man solle sich nichts vormachen. Null- und Negativzinsen seien ein süßes Gift. Sie würden die Vermögensbildung untergraben, und verschärfen die soziale Ungleichheit, da Vermögenseigentümer satte Mitnahmegewinne einstreichen können. Das sei nicht nachhaltig. Auch noch interessant: Das Wohlstandsgefälle zwischen reichen und armen Ländern habe sich wieder vergrößert. Im Jahr 2000 sei das Netto-Geldvermögen pro Kopf in den Industrieländern im Durchschnitt 87-mal höher gewesen als in den Schwellenländern. Bis 2016 war dieses Verhältnis auf 19 gesunken. Seither ist es wieder auf 22 (2019) angestiegen, so die Allianz.

Was lernen wir daraus?

Nun, die Allianz steht wohl kaum im Verdacht gegen den Kapitalismus zu hetzen, oder Notenbanken arg kritisch gegenüber zu stehen. Von daher ist es schon interessant, dass sie so klipp und klar ausspricht, was viele andere Kommentatoren (wie auch wir bei FMW) seit geraumer Zeit sagen. Nämlich dass die obszöne Geldschwemme von EZB, Fed und Co Assetpreise wie Immobilien oder Aktien kräftig antreibt, losgelöst von der Realwirtschaft. Dies ist also kein Mythos und keine Verschwörungstheorie, wenn man die Allianz als seriöse Informationsquelle für diese Information zählt.

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Fed: US-Bürger ignorieren die mächtigste Notenbank der Welt

Dass die Kommunikation der Fed mit den US-Bürgern kaum Auswirkungen hat, zeigt jedoch eine Studie von vier Ökonomen der Notenbankstelle in Cleveland

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Für die Finanzmärkte ist die US-Notenbank Fed das Maß aller Dinge – aber auch für die US-Bürger, also die „normalen Leute“, die Main Street?

Wer sich die Mühe macht, die Statements der US-Notenbank Fed nach ihren Sitzungen zu lesen und die Pressekonferenzen zu verfolgen, die Jerome Powell jedes Mal „zelebriert“, so könnte man auf zwei Schlussfolgerungen kommen: Erstens, dass er sich mit seiner unglaublich gehäuften Darlegung des gesetzlichen Auftrags der Fed „Prize Stability and Maximum Employment“ eine kleine Entschuldigung für seine Geldpolitik sucht, die dem Open Market Committee keine andere Wahl lasse. Dass dies – zweitens – aber einen Versuch darstellt, die Öffentlichkeit zu informieren und den Bürger zu einem gewünschten Verhalten innerhalb der finanziellen Repression zu veranlassen. Dass Letzteres nicht gelingt, beweist eine Umfrage aus dem Wissenschaftsumfeld der Fed unter US-Bürgern.

Fed: Das flexible Inflationsziel

Ende August hatte Fed-Chef Powell in einer Rede ausgesprochen, was man schon längere Zeit vermutet hatte. Man würde zinspolitisch die „Füße stillhalten“, auch wenn die Inflationszahl für längere Zeit über der bisherigen Zielmarke (Inflation target) von zwei Prozent liegt. Klingt erst einmal unsinnig, denn schließlich sollte sich die Teuerung in den nächsten Jahren nicht einmal richtig der Zielzone nähern. Eindeutig dürfte dahinter sich die Absicht der Notenbank verbergen, dass man die finanzielle Repression dauerhaft fortsetzen wird: Zinsen für längere Zeit unterhalb der Teuerungsmarke, bei gleichzeitigem BIP-Wachstum, ergibt eine prozentuale Absenkung des Verschuldungsniveaus. Das ist ein Verfahren, welches die USA und Großbritannien nach dem Zweiten Weltkrieg für viele Jahre praktiziert hatten. Aber es gibt noch einen weiteren Aspekt: die Fed könnte durch eine höhere Inflationserwartung Konsumenten und Unternehmen zu höheren Ausgaben veranlassen. Dass die Kommunikation der Fed mit den US-Bürgern kaum Auswirkungen hat, zeigt jedoch eine Studie von vier Ökonomen der Notenbankstelle in Cleveland.

US-Bürger haben wenig Ahnung von der Fed-Politik

Targeting and Household Expectations heißt die Arbeit der Ökonomen, die sich mittels Befragung unter Bürgern mit der Frage beschäftigt haben, wie der kleine Mann den Wechsel in der Notenbankpolitik aufnimmt. Das Ergebnis dürfte recht erschütternd sein für den Chef der US-Notenbank: Nur eine kleine Minderheit gab an, überhaupt von einer neuen Strategie der Fed gehört zu haben. Und die, die davon gehört hatten, gaben auch noch falsche Ziele wieder. Man glaubt allgemein, dass das Ziel der Notenbank ein starker Dollar sei und niedrige Zinsen, damit sich der Staat seine Verschuldung leisten kann.

 

Fazit

Auch wenn das zigfache Wiederholen des gesetzlichen Auftrags der Fed (Maximum Employment und Prize Stability) durch Jerome Powell in den Pressekonferenzen schon fast nervig wird: beim Bürger kommt anscheinend nicht viel davon an, was die Damen und Herren im Elfenbeinturm des Geldes in Washington D.C. vorhaben.

So könnte seine letzte Strategie mit der Aufforderung beim Bürger mehr zu investieren auf taube oder gar keine Ohren gestoßen sein. Höhere Inflationserwartungen sollten zum Vorziehen von Konsumausgaben führen. Wobei man sich schon fragen muss, wie es sein kann, dass man das Volk mit den vielen (überzogenen) Kreditkarten überhaupt zum Geldausgeben animieren muss..

Die Fed dringt mit ihren Aussagen nicht wirklich zu den Bürgern durch

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Battery Day und Tesla: Live-Kommentar zum Event

Markus Fugmann

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Elon Musk hatte den „Battery Day“ im Vorfeld als „einer der aufregendsten Tage der Tesla-Geschichte“ bezeichnet, gestern jedoch die Erwartungen in einem Tweet deutlich gedämpft – die Tesla-Aktie daher heute mit 5% im Minus.

David Jones, chief market strategist bei capital.com, kommentiert den Battery Day live ab 22.15Uhr

:

Live-Kommentar zum lange erwarteten Battery Day von Tesla

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