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Hedgefonds werden gegrillt..

FMW-Redaktion

Die richtig guten Zeiten für Hedgefonds sind offenkundig vorbei. Die performance ist durschnittlich miserabel: während der S&P500 im ersten Quartal 1,3% zulegen konnte, verloren die Hedgis im gleichen Zeitraum 0,6%. Und das noch vor den deftigen Gebühren – meist 2% der Equity bei einer Gewinnbeteiligung von 20%. Nun werden die Rufe lauter, dass die Hedgefonds angesichts der miserablen Performance endlich die Gebühren senken müßten. Bislang widersetzt sich die Branche noch diesen Forderungen.

Aber die Angst grassiert, vor allem die Angst um die Jobs in dieser einst so strahlenden Branche. In den letzten beiden Quartalen haben Kunden Gelder abgezogen von den Hedgefonds, in einem Umfang wie seit dem Krisenjahr 2009 nicht mehr. Insgesamt zogen die Investoren in diesem Zeitraum 17 Millarden Dollar ab. Aber: Hedgefonds verwalten insgesamt 2,86 Billionen Dollar, ca. eine Billionen Dollar mehr als noch im Jahr 2007.

Eines der Probleme von Hedgefonds ist auch ihre Größe: es gibt 312 Hedgfonds, die mindestens eine Milliarde Dollar verwalten. Sie sind damit faktisch zu groß, um in Nischen investieren zu können, die klein, aber erfolgsversprechend sind. Mehr als die Hälfte hingegen aller Hedgefonds fokussiert sich auf Aktien – häufig auf der falschen Seite. So ist die Rally an den Aktienmärkten seit Februar vor allem auf Short-Covering von Hedgefonds zurück zu führen, es sind die am stärksten geshorteten Aktien, die am stärksten zulegen konnten. Und damit den Schmerz der Hedgies noch vergrößerten.

Warum da nicht einfach einen ETF auf den S&P kaufen, wie kürzlich von Warren Buffet auf der jährlichen Wallfahrt-Veranstaltung vorgeschlagen? Die Kosten jedenfalls sind dafür deutlich niedriger, die Erfolgsaussichten durchschnittlich wohl auch.

Neuestes Spielfeld der Hedgies ist übrigens der Yen. Sie shorteten wie noch nie in der Geschichte Dollar-Yen – aber seit einigen Tagen geht es steil bergauf mit dem Dollar, abwärts mit dem Yen – vor allem seit Japans Finanzminister Aso seine Absicht kundtat, notfalls direkt am Devisenmarkt zu intervenieren, um der Yen-Stärke zu begegnen. Und hier deutet sich das nächste Blutbad einer Branche an, die zuletzt nicht wirklich erfolgreich war – und das in einem eigentlich entspannten Finanz-Umfeld:

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