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Heftiger Absturz in der Türkei: Industrie rutscht 3,2% ins Minus

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Das ist ein heftiger Absturz in der Türkei. Die Industrieproduktion hatte noch Anfang des Jahres Steigerungsraten von gut +10%. Jetzt sinkt der „Industrial Production Index“ der Türkei für September im Jahresvergleich 2,7% ins Minus. Dabei war ein kleines Plus erwartet worden.

Schaut man in die Detaildaten, dann sinkt die Industrieproduktion sogar um 3,2% im Jahresvergleich. Der Gesamtindex sinkt „nur“ um 2,7%, weil dort auch Segmente wie Bergbau enthalten sind, die um 5% steigen. Im Monatsvergleich von August auf September sinkt die Industrieproduktion um 2,8%. Die Grafik ist wirklich beängstigend. Im Verlauf des Jahres ging es immer weiter abwärts, und in den letzten zwei Monaten dann noch viel schneller, bis man jetzt im Minus gelandet ist.

Stürzt die Türkei in die Rezession? Das ist ein durchaus realistisches Szenario. Eine extrem hohe Inflation, dazu dubiose Maßnahmen der Regierung um Preissteigerungen im Einzelhandel einfach zu verbieten uvm. Das fördert das Vertrauen in die Regierung nicht wirklich. Die hohen Importkosten durch die schwache Lira drücken natürlich auch auf die wirtschaftliche Aktivität.

 

Die türkische Lira hat sich in den letzten Tagen schrittweise immer weiter erholen können. Aktuell kostet ein Euro 6,07 Lira. Damit ist der Lira-Crash aus August (Preis rauf bis zu 8,17) korrigiert. Aber der jahrelange Verfall der Lira ist damit nicht überwunden. Aktuell reagiert die Lira nicht negativ auf die Industrie-Daten.

Türkei Industrieproduktion

3 Kommentare

3 Comments

  1. nowheretogo

    16. November 2018 20:16 at 20:16

    Bitte, bedenken Sie, dass dieses Land imperialistische Ziele hat – natuerlich wollen die Europa erobern, das hat Erdogan selber gesagt. Der Faschismus und Rassismus dieser Kultur wird von wohlmeinenden Buergen Europas viel zu sehr unterschatzt. Bedenken Sie, dass dieser Staat fuer die Migration 2015 massgeblich mitverantwortlich ist. Man kann auch boese sein und darin den Versuch sehen, Europa zu invadieren- wahrscheinlich haben die in ihren doch recht kleinen und armlichen Vorstellungswelten gedacht, dass unsere Institutionen und Staaten durch diesen enormen Andrang von Fluchtlingen zerbersten wuerden. Bedenken Sie, dass dieses Land ein Feind des Westens ist – und immer gewesen ist.

  2. Thomas K.

    16. November 2018 22:40 at 22:40

    @nowheretogo: So ein blödsinn! Was Sie da schreiben ist reines Türkeibashing und hat mit dem Artikel der Redaktion rein überhaupt nichts zu tun.

    • Petkov

      17. November 2018 08:19 at 08:19

      Ja, im Originalartikel geht es um Wirtschaftsdaten, aber man darf wohl in Deutschland weiterführende Meinungen äußern, auch wenn sie dem künstlich aufgesetzten deutschen Idealismus von der allgegenwärtigen und immerwährenden Völkerverständigung etwas entgegengesetzt sind oder?
      In vielen Kommentaren hier regt man sich (meist zurecht) auch über Trump auf, aber keiner bezeichnet das als USA Bashing.

      Dass der Erdowahn ein Osmanen-Verehrer ist und imperialistische Ziele verfolgt, ist bestens bekannt und seine Propaganda wird auch in Zeitungen verbreitet, die hier in Deutschland gedruckt und verkauft werden. Schon mal nachgelesen? Ich schon. Mehrmals. Warum regen Sie sich darüber nicht auf, Thomas?

      Der Erdowahn ist ein demokratie- und menschenverachtender Diktator und trotzdem hat er von den Deutschtürken prozentual gesehen deutlich mehr Wählerstimmen bekommen als von den echten Türken in der Türkei. Hätten 5% der Deutschtürken für ihn gestimmt, hätte ich auch gesagt: @nowheretogo, komm schon, du übertreibst. Aber solange 65% der in Deutschland „erzogenen“ Türken einen Tyrannen wählen, sind kritische Kommentare nicht nur richtig, sonder auch extrem wichtig. Also Thomas bitte nicht deinen Mitbürgern den Mund verbieten, wenn du nicht gerade direkt von Erdowahn bezahlt bzw. beauftragt bist. Danke.

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Trump wittert: wer ist größerer Feind – Xi Jinping oder Powell?

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Da kommen lustige Zeiten auf uns zu! Unklar ist, was Trump meint mit „without knowing or asking what I am doing, which will be announced shortly.“

Was will er da bald ankündigen?

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EZB-Politik: Mario Draghi mit letztem drastischen Move? Tendenz für Euro eindeutig?

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Es wirkt so als wolle Mario Draghi in „seinem großen Finale“ kurz vor dem Ende seiner Amtszeit nochmal die Mega-Bazooka rausholen. Die EZB-Politik soll (so meinen wir) stärker gelockert werden als bislang von vielen Beobachtern angenommen. Offenbar gibt es hier eine Politik der kleinen Hinweise für den Markt, damit es nicht auf einen Schlag zu große Überraschungen geben wird am 12. September? An dem Tag findet nämlich die Zinsentscheidung der EZB statt.

EZB-Politik in mehreren Bereichen lockern?

Bevor wir zur Gegenwart kommen, ein kurzer Blick zurück. Am 13. August schrieben wir bereits über einen Schock, aufgrund dessen Mario Draghi unbedingt handeln solle. Denn die deutschen Großhandelspreise wurden an dem Tag sogar im deflationären Bereich veröffentlicht. Dies deutet auf weiter fallende Verbraucherpreise (Inflation) hin. Und am 25. Juli hatte Mario Draghi bereits erklärt, dass er die augenblicklich niedrige Inflation in der Eurozone nicht akzeptieren könne. Hier der Chart der EZB. Derzeit liegt die nach EZB-Maßstäben berechnete Inflation bei 1,0%.

Inflation springt nicht an - EZB-Politik wird wohl stark gelockert werden

Dann kam am 15. August der nicht gerade in der ersten Reihe stehende EZB-Offizielle Olli Rehn. Er fand deutliche Worte und forderte, die EZB müsse besser deutlich zu viel machen als zu wenig. Also kräftig Zinsen senken und Anleihen neu kaufen? Und gestern dann folgte das stets trockene und staubig langweilige EZB-Sitzungsprotokoll (hier ganzer Text im Original einsehbar). Es bezog sich auf auf die Sitzung am 25. Juli. Steigt man tief ab in die Details dieses Textes, dann kann man erneut zu dem Schluss kommen, dass man einen großen Schritt plant bezüglich der Lockerung der EZB-Politik für die Verkündung am 12. September.

 

So kann man dem gestern veröffentlichten Protokoll entnehmen, dass die Notenbanker um Mario Draghi dem „Eindruck entgegentreten“ wollen, dass die EZB nicht über die erforderlichen Instrumente verfüge um auf mittlere Sicht den Zielwert des Inflationsziels von 2,0% oder nahe 2,0% zu erreichen. Auch wurde im Protokoll niedergeschrieben, dass man verschiedene Optionen als Teil eines Gesamtpakets an Maßnahmen im Sinn habe. Denn so die EZB „unterschiedliche Instrumente hätten komplementäre und sich gegenseitig verstärkende Effekte“. Daher sei es effektiver verschiedene Instrumente der EZB-Politik zu kombinieren, als nur mit einzelnen Maßnahmen zu agieren.

Wird Mario Draghi zum großen Finale nochmal voll draufhauen?

Also, die EZB-Politik steht vor einem großen Schritt am 12. September. Man darf davon ausgehen, dass Mario Draghi wohl eine Kombination aus weiter sinkenden Zinsen und neuen Anleihekäufen verkünden wird? Da wird es aber brisant. Denn bislang gilt die durch die EZB selbst erstellte Regel, dass man bei Staatsanleihen aus der Eurozone maximal ein Drittel der ausstehenden Anleihen eines Mitgliedslandes aufkauft. Bisher betonte Mario Draghi stets, dass die EZB-Politik in diesem wichtigen Detail eingehalten werde. Aber wie es eben so ist mit Regeln, die man selbst aufstellen kann. Dann wird diese Grenze von 33% vielleicht durch die EZB angehoben? Vielleicht auf 40%? Man wird sehen. Die EZB versucht natürlich den Anschein zu vermeiden sie würde verbotene Staatsfinanzierung betreiben. Deswegen diese selbst auferlegte Begrenzung der Käufe. Aber wo ist hier eine sinnvolle Maximalgrenze? Das liegt wohl im Auge des Betrachters?

Tendenz für Euro eindeutig?

Im folgenden Chart sieht man den Verlauf von Euro vs US-Dollar in den letzten 12 Monaten. Er fiel von 1,18 auf 1,1055. Die Tendenz sollte weiter abwärts gerichtet sein. Denn je schwächer die Geldpolitik, desto schwächer die Währung. Natürlich gilt: Lockern ausländische Notenbanken noch stärker, wird die gegenüberliegende Währung im betrachteten Währungspaar noch schwächer, und der Euro steigt wieder. Aber im Fall der USA sieht man ja, dass die US-Konjunktur deutlich besser läuft als Europa. Also kann die Fed gar nicht so kräftig lockern, wie es die EZB im September wohl tun wird. In gewissem Umfang hat der Devisenmarkt die bevorstehende Lockerung der EZB-Politik schon im Euro verarbeitet. Aber es ist gut möglich, dass der Euro sich noch weiter abschwächt, weil die Erwartungen des Markets an den Umfang der Lockerungen noch zu gering sind. Niemand kann sagen, was die EZB genau tun wird. Man kann nur Vermutungen anstellen, und aufgrund der öffentlich einsehbaren Äußerungen Tendenzen erkennen. Und nach unserer Meinung steht eine deutliche Lockerung bevor. Also, Euro shorten? Puhhhhh. Bitt entscheiden Sie das selbst. Wir geben hier keinerlei Handelsempfehlungen!

Euro vs USD seit September 2018

EZB-Politik vor erneuter Lockerung - kreative Grafik mit EZB-Logo
Grafik: DonkeyHotey – Planet of the Euros – Cartoon CC BY 2.0

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