Anleihen

Helikoptergeld in Japan? EZB unter Druck

Nach dem klaren Wahlsieg Abes in Japan dürfte bald die letzte große Verzweiflungstat der Geldpolitik kommen: Helikoptergeld!

FMW-Redaktion

Die Partei des regierenden Ministerpräsidenten Abe ist aus der Wahl in Japan am Wochenende als klarer Sieger hervor gegangen und hat nun die absolute Mehrheit. Und das wird weitreichende Auswirkungen auf Japan haben: nun kann Abe die pazifistische Verfassung Japans ändern – was das Verhältnis Japans zu China nicht zwingend verbessern dürfte..

Abe
Ministerpräsident Abe
Foto: Chuck Hagel, https://www.flickr.com/photos/secdef/13649632865/

Viel wichtiger aber noch erscheint das, was nun an Finanz-Politik kommen könnte: das sogenannte Helikopter-Geld! Nicht umsonst nämlich kommt der Yen stark unter Druck heute Morgen – den Märkten schwant die ganz große Verzweiflungstat der Abe-Regierung:

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Die Rede ist von 10 bis 20 Billionen Yen, die derart unter die Leute gebracht werden könnte – das wären 2% (10 Billionen Yen) bzw. 4% (20 Billionen Yen) des BIP Japans! Eines hat sich gezeigt: selbst das extreme QE der Bank of Japan hat die Inflation nicht nach oben gebracht, auch das BIP Nippons wurde dadurch nicht nachhaltig stimuliert. Also muß jetzt wohl die allerletzte Patrone her, die noch verfügbar ist: man schenkt den Leuten einfach Geld! Und das sollen sie dann schön ausgeben, damit die Preise nach oben bringen, das BIP gleich mit – und alles wird wunderbar..

Sollte Japan diesen Weg gehen, wäre es einmal mehr Vorreiter einer kapitalistischen Welt, die nicht einsehen will, dass sie nicht mehr substantiell wachsen kann, wenn die Bevölkerung schrumpft und älter wird. Und wenn Japan diesen Weg probiert, erscheint das auch bei uns im Westen der nächste logische Schritt zu sein. Denn bekanntlich ist das Resultat der EZB-Politik in Sachen Wachstum und Inflation auch nicht gerade berauschend.

Und mit dem Brexit und der dadruch verstärkten Hausse bei Staatsanleihen hat sich auch für die EZB ein Problem verschärft: da sie im Rahmen ihre QE nur Anleihen kaufen kann, die nicht niedriger als der Einlagezins von -0,4% rentieren, wird die Auswahl immer knapper. Das gilt vor allem für deutsche Staatsanleihen, den vermeintlich sichersten aller sicheren Häfen:

Derzeit kann die EZB also nur noch 30% aller verfügbaren deutschen Staatsanleihen kaufen, weil 70% unter -0,4% rentieren. Und der Trend geht scheinbar ungebrochen weiter: heute etwa fiel auch die Rendite der 10-jährige holländische Staatsanleihe erstmals in den Negativ-Bereich. Wenn die EZB nun so weiter machen will wie bisher, wird ihr zeitnah vor allem bei deutschen Anleihen eine Knappheit entstehen, die sich dann mit dem Kapitalschlüssel (also der Verteilung der Anleihekäufe nach ökonomischen Gewicht des jeweiligen EU-Landes) nicht mehr vereinbaren läßt.

Bleibt also nur entweder die Regel auszusetzen, wonach die Rendite einer gekauften Anleihe nicht unter dem Einlagezins liegen darf – oder man senkt eben den Einlagezins weiter. Oder: man wartet – sollte Japan das Helikopter-Geld einführen – ob das in Nippon funktioniert, und wirft dann eben gleich das Geld aus Helikoptern auf die Leute. Fragt sich nur, ob der EZB dann – wenn auch das nicht so schnell wirken sollte, vielleicht irgendwann die Helikopter ausgehen..

Wir machen uns jetzt mal auf die Sache nach Aktien von Helikopter-Herstellern :)



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2 Kommentare

  1. oh jeh, danke für den absoluten aktientipp… ! ;-)
    wo man hinschaut, entfesselter irrsin ohne substanz und verstand. aktionismus der gier und der hilflosigkeit im machtkokon….überaltern? aber hallooo, ist japan zu geistig inselig, um von krank schland siegen zu lernen? oder der ganzen eu diktatur? mensch herr abe und bebe, hitachi usw. kennen sie nicht die heilsamste aller orders,…“ welcome alles “ strategie? nie gehört? mensch meier, u.a. möchte doch potenz afrika die ganze welt beglücken, also zusammenrücken in nippon…und probleme der stagnation, deflation, uraltnation usw. und wie der ganze wirsing heißen möge….lol, alles vom tisch !

  2. Vielleicht eher Aktien im Sinne von Baumwolle und Speicherhersteller…

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