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Helikoptergeld: Nutzlos gegen die Krise – Kommentar von Friedrich und Weik

Marc Friedrich und Matthias Weik über Helikoptergeld

Vor 11 Jahren befand sich die Welt, nach dem Platzen der Immobilienblase und der Peilte zahlreicher Banken in einer drastischen Wirtschaftskrise. Diese entstand auf Grund zu niedriger Zinsen und zu viel billigem Geld. Gelernt haben die Notenbanker aus dieser Krise offensichtlich äußert wenig. Trotz einer zehnjährigen Boomphase, insbesondere in Deutschland, sind die Zinsen historisch niedrig und werden weiter gesenkt. Die Welt wird stetig mit immer mehr Geld geflutet. Global haben sich zahllose gigantische Blasen an Aktien- und Immobilienmärkten gebildet.

Mittlerweile ist es offenkundig, dass man sich nicht mit ultravielem billigem Geld aus der Krise nachhaltig drucken kann. Die Probleme der letzten Finanzkrise wurden keinesfalls gelöst, sondern lediglich in die Zukunft gedruckt.

Schwarzer Schwan Coronavirus

Jetzt ist die Krise auf Grund des „Schwarzen Schwans“ Coronavirus deutlich schneller und heftiger da, als von vielen erwartet. Die dank des billigen Geldes vollkommen überbewerteten Aktienmärkte werden gegenwärtig gnadenlos auf die Basis der Realität geprügelt. Wann die Talsole erreicht wird kann noch niemand sagen.

Corona Auslöser und nicht Ursache der Krise

Wichtig zu wissen ist, dass das Virus der Auslöser, aber nicht die Ursache der gigantischen globalen Wirtschaftskrise ist. Jetzt stehen Anzeichen nicht nur in Europa sondern global auf Rezession. Nicht nur in Südeuropa, welches sich seit 2008 nicht mehr richtig erholt hat, sondern auch bei dem schwer vom Export abhängigen Deutschland sieht es zappenduster aus. Ebenso verschlechtert sich kontinuierlich die wirtschaftliche Lage in den größten Volkswirtschaften Asiens wie China, Japan, Südkorea, sondern auch in USA, Südamerika und im stark vom Rohstoffexport abhängigen Australien… Fakt ist: Corona hat uns alle fest im Griff – und zwar global und es ist momentan keine Aussicht auf eine Verbesserung der Lage in Sicht.

Desaströse Zahlen im Automobilsektor

Fakt ist: Die Konjunktur in Deutschland schmiert ab. Ein drastisches Beispiel ist Deutschlands Schlüsselindustrie, die Automobilindustrie. Dort sieht es mittlerweile verheerend aus.

In den ersten beiden Monaten des neuen Jahres sank die PKW-Produktion um 10,2 Prozent zum Vorjahreszeitraum. 2019 sank PKW-Produktion um 9 Prozent zum Vorjahr, auf nur 4,66 Millionen Einheiten. Das ist der niedrigste Stand seit 23 Jahren!! Bereits im Jahr 2018 ist die Produktion um 9,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen! Der Chart zeigt deutlich, dass die Produktionszahlen gegenwärtig unter denen zur Hochzeit der Finanzkrise 2009 liegen. Jetzt ist das Coronavirus mitten in Europa und ein Hersteller nach dem anderen stoppt die Produktion. Die Konsequenzen dessen sind bis dato noch nicht einmal ansatzweise zu bewerten. Mit Sicherheit werden die Konzerne ihre Beschäftigungsgarantien zukünftig nicht mehr halten können und Anzahl der Unternehmensinsolvenzen sowie die Arbeitslosenzahlen werden rund um den Globus rapide steigen.

Notenbanken haben Pulver verschossen?

Jetzt stellt sich die Frage, was die Geldmagier der Notenbanken aushecken werden um das System noch länger am Laufen zu halten. Die Zinsen sind im Keller, in der Eurozone bereits im negativen Bereich und auch in den USA ist nach der letzten radikalen Zinssenkung nicht mehr viel Luft nach unten. Fakt ist, die Notenbanken haben ihr Pulver größtenteils verschossen.

Man könnte zweifellos die Zinsen noch weiter in den Negativbereich senken. Dann müsste man jedoch ran ans Bargeld. Drastische Negativzinsen sind nur mit rigorosen Bargeldabhebungsbeschränkungen möglich. Hierbei ist jedoch davon auszugehen, dass der Aufschrei der Wähler dann erheblich wäre und somit schlecht für die Parteien, welche sich für eine solche Aktion aussprechen würden. Jetzt ist guter Rat teuer.

Helikoptergeld – Geld ohne Gegenleistung für Jedermann

Erkennbar muss noch mehr Geld her, viel mehr Geld, Helikoptergeld her um die Probleme Kraft Druckerpresse abermals in die Zukunft zu verschieben. Da die meisten Staaten bereits bis zur Halskrause verschuldet sind, muss das Geld woanders herkommen. Also soll die Zentralbank das Geld einfach drucken oder besser gesagt elektronisch per Knopfdruck aus dem Nichts erschaffen. Unter Helikoptergeld versteht man, dass die Zentralbank (direkt oder indirekt) sehr große Mengen an Geld unters Volk bringt und damit der Konsum angeregt wird. Ob dies jedoch tatsächlich gelingt, ist fraglich. Denn der Staat kann die Bürger kaum zum Konsum zwingen. Warum sollen die Bürger in Zeiten großer wirtschaftlicher Unsicherheit ausgerechnet Konsumieren und nicht sparen, insbesondere wenn sie in immer mehr Ländern lediglich ihre Häuser zum Lebensmittelerwerb und zum Arztbesuch verlassen dürfen? Sparen die Bürger das geschenkte Geld aber, dann wurden Milliarden ausgegeben – ohne jegliche Wirkung.

USA Vorreiter eines irrsinnigen Experiments?

Die USA beabsichtigten diesen Wahnsinn dennoch zu implementieren. Die Amerikaner sollen laut Medienberichten in Kürze einen Scheck über mindestens 1000 Dollar vom Staat bekommen. Laut letzten Berichten sogar 3164 Dollar pro Steuerzahler (158 Millionen Amerikaner). Wir gehen davon aus, dass dies nicht der letzte sein wird. Erstmals hat der Wirtschaftsnobelpreisträger Milton Friedman die Idee, Geld vom Himmel regnen zu lassen, in den Sechzigerjahren ins Spiel gebracht.

Wie kann so etwas in der Praxis ablaufen?

Die Notenbank der USA, die Federal Reserve Bank (FED), müsste Geld per Knopfdruck aus dem Nichts schaffen, damit die US-Regierung dieses an ihre Bürger verteilen kann. Mittlerweile wird über abstruse Summen spekuliert. Manche sprechen von einer Billion, der ehemalige Präsident FED von Minneapolis hält ein Konjunkturpaket „eher in der Größenordnung von 2,5 Billion Dollar“ für erforderlich. Er schlägt vor, dass 10.000 Dollar für jedes Kind und jeden Erwachsenen unter 40 Jahren verteilt wird, da jüngere Menschen das Geld eher verkonsumieren würden als Ältere, welche es voraussichtlich sparen würden. Bei Lichte betrachtet sollten wir uns die Frage stellen, was die Konsequenzen eines solchen Programms für ein Land sind, welches mit über 23,47 Billionen verschuldet ist?

Unserer Ansicht nach ist es brandgefährlich aus dem Nichts geschöpftes Geld, welches durch nichts außer unserem Vertrauen gedeckt ist, zu verschenken. Sollten die Bürger das Vertrauen in das bedruckte Papier – welches sich Geld nennt – verlieren, dann ist der Schaden irreparabel. Kurzum, dann ist es zu spät.

Dementsprechend wird mit dieser irrsinnigen Aktion das Problem einer Welt, die bis zur Halskrause verschuldet ist, keinesfalls gelöst, sondern es wird lediglich abermals nur eines Gewonnen – Zeit. Die Finanzwelt ist süchtig nach der Droge billigem Geld. Sie benötigt immer mehr in immer kürzeren Abständen. Auf Dauer kann und wird dies jedoch nicht gut gehen. Es ist lediglich eine Frage der Zeit bis auch unsere EZB auf diese verzweifelte Maßnahme zurückgreifen wird. Unseres Erachtens ist „Helikoptergeld“, das letzte sinnfreie und desperate Aufbäumen vor dem endgültigen Zusammenbruch. Wer bitte wird denn noch an unser Geldsystem glauben, wenn Geld verschenkt wird?

Über die Autoren – www.friedrich-weik.de
Marc Friedrich und Matthias Weik sind Finanzexperten, fünfache Bestsellerautoren und Gründer der Honorarberatung FRIEDRICH&WEIK VERMÖGENSSICHERUNG für Privatpersonen und Unternehmen, sowie Initiatoren des täglich handelbaren offenen Sachwertfonds, dem Friedrich & Weik Wertefonds. Ihr aktueller Nummer 1 SPIEGEL Bestseller heißt: „Der größte Crash aller Zeiten“.

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19 Kommentare

  1. Wie wäre es denn mit dem Ziel damit die Amerikaner nicht ihre Wohnung verlieren und sich was zu essen kaufen können. Soziale Absicherung gibt es ja dort nicht. Mit Konsum hat es bei diesen Beträgen nichts zu tun.
    Aber das verstehen Friedrich und Weik mit ihrem dicken Bankkonto nicht. Geld ohne wirtschaftliche Gegenleistung also Helikoptergeld gibt es in De auch. Nennt sich Hartz. So schlecht ist es auch nicht. Bewahrt den Sozialen Frieden.

    1. Bankentrennung ist das wichtigste.
      Investmentcasinos von denen für den reinen Geldverkehr straff trennen.
      Leerverkäufe, also rücksichtsloses Wetten auf Verluste verbieten.
      Soros aufhängen.
      Keine einzige Bank mit Steuergeldern retten . Lasst sie einfach verrecken. Die machen das mit jedem Kunden den sie in den Fängen haben genauso.
      Diesen Verbrechern ist es völlig schnuppe, wenn deine Kinder auf Parkbänken übernachten müssen.

    2. Kennen Sie den Unterschied zwischen „kostenlos“ und „umsonst“?
      Ich bin kostenlos in die Schule gegangen …

  2. Helikoptergeld wäre geben mal nicht mit neuen Schulden verbunden und sogar so etwas wie ein Schuldenschnitt, die Privatbanken erschaffen ja auch Geld aus dem nichts, das ändert allerdings nicht an unserem kranken Wirtschaftssytem

    1. Schulden erzeugen neue Schulden.
      Autos kaufen keine Autos meinte Henry Ford anfangs des 20. Jahrhunderts, als seine Autobauerkonkurrenz ihn wegen kräftig erhöhter Löhne für seine Fliess-bandarbeiter kritisierten.
      McKotz – Roboter kaufen keine Cheeseburger.

      Das Wissen über einfachste wirtschaftliche Zusammenhänge ist katatrofal schlecht.
      Die 3 FFF sid das Credo des Michel

      F ussball
      F ressen
      F icken.

      Wia faffen daff.

    2. Tolle Kenntnisse von Finanzwirtschaft.
      Sie werden massenhaft lubkrative Angebote von Banken erhalten.

  3. Also wenn die Menschen bis jetzt noch nicht den Glauben an das Geldsystem verloren haben, wo die Notenbanken munter die Staatsschuld mit der Notenpresse finanziert haben, dann werden sie es auch nicht tun, wenn das Geld vom Himmel regnet.

    1. Sie werden sich wundern, wenn die Deflation durch eine galloppierende Inflation abgelöst werden wird. Dann merkt es auch der einfältigste.

      Dan ist schon bei den heutigen Renten und Niedriglöhnen am 10. des monats Ultimo. Zu viel Monat vom Geld übrig.

      1. Ihr Forenname ist irgendwie so ein bisschen grenzwertig. Soll das Ihre politische Meinung widerspiegeln?

        1. Wer nachdem er den Titel eines Buches gelesen hat, sich das eigentliche Lesen des Buches erspart, ist was ?

          1. Auch wenn ich Ihre Kommentare gelesen habe, erschließt sich mir daraus nicht ihre politische Gesinnung.

          2. Sie sprechen wirr und kryptisch, Herr oder Frau Zipfelklatscher!

  4. Helikoptergeld fände ich eine tolle Sache – wenigstens für die Schweiz. Wenn die Nationalbank jedem Schweizer, z.B. 1’000 Franken pro Monat, und jedem Arbeitgeber für eine Vollzeitstelle noch einmal so viel schenken würde, käme der Schweizer Franken unter Abwertungsdruck, wenigstens nach Lehrbuch. Für die exportorientierte Schweiz wäre das mal gut. Und die 1’000 Franken bekäme man nur als Coupons, die man nur in Schweizer Geschäften einlösen kann. Die Nationalbank zahlt den Geschäften dann wieder Franken aus. Zusätzlich bekommen die Coupons einen Aufdruck, dass sie z.B. nur ein Jahr gültig sind.

  5. @OLLIFRED

    Hartz ist kein Helikoptergeld den das erwirtschaften andere und zahlen Steuern.

    1. Stimmt. Aber die Ansicht „Kost ja nix, zahlt alles der Staat“ ist weit verbreitet.

      1. wohl zu viele Hartz4 Dokus auf RTL2 gesehen? Höre ich da Neid, Geiz, Gier?
        Ich finde es moralisch weniger fragwürdig für Hartz4 Empfänger mitzuarbeiten als meine gezahlten Steuern in staatlichen Mititärprojekten zu sehen.
        Aber mit meiner Forderung nach 750€ Hartz4-bedingungslos. Bin ich als Vollzeitarbeiter in der Minderheit.
        Glauben Sie wir würden ab morgen weniger Steuern zahlen wenn es die Hartz4 Empfänger ab morgen nicht mehr geben würde?

    2. sie haben Recht,wenn wir davon ausgehen das der Staat sich allein aus den Steuern die er bekommt oder einzieht oder wegnimmt oder stiehlt (ist noch mal ein anderes Thema) finanziert.

  6. helikopter-geld wäre eine gerechte sache. es wäre eben nur ein teil dessen, was das schulgeldsystem ungerechter weise von unsere arbeitsleistung als kreditschuld, uns aufbürdet. in unseren schuldheldsystem ist unsere arbeitsleistung von mensch und maschinen, eine kreditschuld, mit zinsbelastung! dieses geldsystem pervertiert unsere leistung und machte zur schuldform. unglaublich dreist und kriminel, für den der das system erkennt und einigermaßen durchschaut.
    ich fordere generell, dass jährlich mindestens der wertzuwachs des BIP (also aktuell 40 bis 50 mrd.€ in D ) pro kopf gleichmäßig, ausbezahlt wird.

    1. Es gibt nur sehr wenige die das erkennen, ein Wunder eigentlich das es doch diese wenigen gibt. Die SystemUmstellung hätte spätestens im Jahre 2000 passieren müssen dann würden wir heute alle ein anderes Leben führen und nicht das was jetzt ist.

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