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Helikoptergeld: Nutzlos gegen die Krise – Kommentar von Friedrich und Weik

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Marc Friedrich und Matthias Weik über Helikoptergeld

Vor 11 Jahren befand sich die Welt, nach dem Platzen der Immobilienblase und der Peilte zahlreicher Banken in einer drastischen Wirtschaftskrise. Diese entstand auf Grund zu niedriger Zinsen und zu viel billigem Geld. Gelernt haben die Notenbanker aus dieser Krise offensichtlich äußert wenig. Trotz einer zehnjährigen Boomphase, insbesondere in Deutschland, sind die Zinsen historisch niedrig und werden weiter gesenkt. Die Welt wird stetig mit immer mehr Geld geflutet. Global haben sich zahllose gigantische Blasen an Aktien- und Immobilienmärkten gebildet.

Mittlerweile ist es offenkundig, dass man sich nicht mit ultravielem billigem Geld aus der Krise nachhaltig drucken kann. Die Probleme der letzten Finanzkrise wurden keinesfalls gelöst, sondern lediglich in die Zukunft gedruckt.

Schwarzer Schwan Coronavirus

Jetzt ist die Krise auf Grund des „Schwarzen Schwans“ Coronavirus deutlich schneller und heftiger da, als von vielen erwartet. Die dank des billigen Geldes vollkommen überbewerteten Aktienmärkte werden gegenwärtig gnadenlos auf die Basis der Realität geprügelt. Wann die Talsole erreicht wird kann noch niemand sagen.

Corona Auslöser und nicht Ursache der Krise

Wichtig zu wissen ist, dass das Virus der Auslöser, aber nicht die Ursache der gigantischen globalen Wirtschaftskrise ist. Jetzt stehen Anzeichen nicht nur in Europa sondern global auf Rezession. Nicht nur in Südeuropa, welches sich seit 2008 nicht mehr richtig erholt hat, sondern auch bei dem schwer vom Export abhängigen Deutschland sieht es zappenduster aus. Ebenso verschlechtert sich kontinuierlich die wirtschaftliche Lage in den größten Volkswirtschaften Asiens wie China, Japan, Südkorea, sondern auch in USA, Südamerika und im stark vom Rohstoffexport abhängigen Australien… Fakt ist: Corona hat uns alle fest im Griff – und zwar global und es ist momentan keine Aussicht auf eine Verbesserung der Lage in Sicht.

Desaströse Zahlen im Automobilsektor

Fakt ist: Die Konjunktur in Deutschland schmiert ab. Ein drastisches Beispiel ist Deutschlands Schlüsselindustrie, die Automobilindustrie. Dort sieht es mittlerweile verheerend aus.

In den ersten beiden Monaten des neuen Jahres sank die PKW-Produktion um 10,2 Prozent zum Vorjahreszeitraum. 2019 sank PKW-Produktion um 9 Prozent zum Vorjahr, auf nur 4,66 Millionen Einheiten. Das ist der niedrigste Stand seit 23 Jahren!! Bereits im Jahr 2018 ist die Produktion um 9,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen! Der Chart zeigt deutlich, dass die Produktionszahlen gegenwärtig unter denen zur Hochzeit der Finanzkrise 2009 liegen. Jetzt ist das Coronavirus mitten in Europa und ein Hersteller nach dem anderen stoppt die Produktion. Die Konsequenzen dessen sind bis dato noch nicht einmal ansatzweise zu bewerten. Mit Sicherheit werden die Konzerne ihre Beschäftigungsgarantien zukünftig nicht mehr halten können und Anzahl der Unternehmensinsolvenzen sowie die Arbeitslosenzahlen werden rund um den Globus rapide steigen.

Notenbanken haben Pulver verschossen?

Jetzt stellt sich die Frage, was die Geldmagier der Notenbanken aushecken werden um das System noch länger am Laufen zu halten. Die Zinsen sind im Keller, in der Eurozone bereits im negativen Bereich und auch in den USA ist nach der letzten radikalen Zinssenkung nicht mehr viel Luft nach unten. Fakt ist, die Notenbanken haben ihr Pulver größtenteils verschossen.

Man könnte zweifellos die Zinsen noch weiter in den Negativbereich senken. Dann müsste man jedoch ran ans Bargeld. Drastische Negativzinsen sind nur mit rigorosen Bargeldabhebungsbeschränkungen möglich. Hierbei ist jedoch davon auszugehen, dass der Aufschrei der Wähler dann erheblich wäre und somit schlecht für die Parteien, welche sich für eine solche Aktion aussprechen würden. Jetzt ist guter Rat teuer.

Helikoptergeld – Geld ohne Gegenleistung für Jedermann

Erkennbar muss noch mehr Geld her, viel mehr Geld, Helikoptergeld her um die Probleme Kraft Druckerpresse abermals in die Zukunft zu verschieben. Da die meisten Staaten bereits bis zur Halskrause verschuldet sind, muss das Geld woanders herkommen. Also soll die Zentralbank das Geld einfach drucken oder besser gesagt elektronisch per Knopfdruck aus dem Nichts erschaffen. Unter Helikoptergeld versteht man, dass die Zentralbank (direkt oder indirekt) sehr große Mengen an Geld unters Volk bringt und damit der Konsum angeregt wird. Ob dies jedoch tatsächlich gelingt, ist fraglich. Denn der Staat kann die Bürger kaum zum Konsum zwingen. Warum sollen die Bürger in Zeiten großer wirtschaftlicher Unsicherheit ausgerechnet Konsumieren und nicht sparen, insbesondere wenn sie in immer mehr Ländern lediglich ihre Häuser zum Lebensmittelerwerb und zum Arztbesuch verlassen dürfen? Sparen die Bürger das geschenkte Geld aber, dann wurden Milliarden ausgegeben – ohne jegliche Wirkung.

USA Vorreiter eines irrsinnigen Experiments?

Die USA beabsichtigten diesen Wahnsinn dennoch zu implementieren. Die Amerikaner sollen laut Medienberichten in Kürze einen Scheck über mindestens 1000 Dollar vom Staat bekommen. Laut letzten Berichten sogar 3164 Dollar pro Steuerzahler (158 Millionen Amerikaner). Wir gehen davon aus, dass dies nicht der letzte sein wird. Erstmals hat der Wirtschaftsnobelpreisträger Milton Friedman die Idee, Geld vom Himmel regnen zu lassen, in den Sechzigerjahren ins Spiel gebracht.

Wie kann so etwas in der Praxis ablaufen?

Die Notenbank der USA, die Federal Reserve Bank (FED), müsste Geld per Knopfdruck aus dem Nichts schaffen, damit die US-Regierung dieses an ihre Bürger verteilen kann. Mittlerweile wird über abstruse Summen spekuliert. Manche sprechen von einer Billion, der ehemalige Präsident FED von Minneapolis hält ein Konjunkturpaket „eher in der Größenordnung von 2,5 Billion Dollar“ für erforderlich. Er schlägt vor, dass 10.000 Dollar für jedes Kind und jeden Erwachsenen unter 40 Jahren verteilt wird, da jüngere Menschen das Geld eher verkonsumieren würden als Ältere, welche es voraussichtlich sparen würden. Bei Lichte betrachtet sollten wir uns die Frage stellen, was die Konsequenzen eines solchen Programms für ein Land sind, welches mit über 23,47 Billionen verschuldet ist?

Unserer Ansicht nach ist es brandgefährlich aus dem Nichts geschöpftes Geld, welches durch nichts außer unserem Vertrauen gedeckt ist, zu verschenken. Sollten die Bürger das Vertrauen in das bedruckte Papier – welches sich Geld nennt – verlieren, dann ist der Schaden irreparabel. Kurzum, dann ist es zu spät.

Dementsprechend wird mit dieser irrsinnigen Aktion das Problem einer Welt, die bis zur Halskrause verschuldet ist, keinesfalls gelöst, sondern es wird lediglich abermals nur eines Gewonnen – Zeit. Die Finanzwelt ist süchtig nach der Droge billigem Geld. Sie benötigt immer mehr in immer kürzeren Abständen. Auf Dauer kann und wird dies jedoch nicht gut gehen. Es ist lediglich eine Frage der Zeit bis auch unsere EZB auf diese verzweifelte Maßnahme zurückgreifen wird. Unseres Erachtens ist „Helikoptergeld“, das letzte sinnfreie und desperate Aufbäumen vor dem endgültigen Zusammenbruch. Wer bitte wird denn noch an unser Geldsystem glauben, wenn Geld verschenkt wird?

Über die Autoren – www.friedrich-weik.de
Marc Friedrich und Matthias Weik sind Finanzexperten, fünfache Bestsellerautoren und Gründer der Honorarberatung FRIEDRICH&WEIK VERMÖGENSSICHERUNG für Privatpersonen und Unternehmen, sowie Initiatoren des täglich handelbaren offenen Sachwertfonds, dem Friedrich & Weik Wertefonds. Ihr aktueller Nummer 1 SPIEGEL Bestseller heißt: „Der größte Crash aller Zeiten“.

Sie kommentieren das aktuelle Geschehen auf ihrem Blog, auf Twitter und in ihrem kostenfreien Newsletter mit spitzer Feder, knallhart und faktenbasiert. Auch auf ihren zahlreichen Vorträgen im In- und Ausland sowie auf ihrem YouTube-Kanal nehmen sie kein Blatt vor den Mund sondern sprechen Klartext.
Mehr dazu erfahren Sie hier.

19 Kommentare

19 Comments

  1. Avatar

    Ollifred

    19. März 2020 16:35 at 16:35

    Wie wäre es denn mit dem Ziel damit die Amerikaner nicht ihre Wohnung verlieren und sich was zu essen kaufen können. Soziale Absicherung gibt es ja dort nicht. Mit Konsum hat es bei diesen Beträgen nichts zu tun.
    Aber das verstehen Friedrich und Weik mit ihrem dicken Bankkonto nicht. Geld ohne wirtschaftliche Gegenleistung also Helikoptergeld gibt es in De auch. Nennt sich Hartz. So schlecht ist es auch nicht. Bewahrt den Sozialen Frieden.

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      Pobeda

      20. März 2020 09:38 at 09:38

      Bankentrennung ist das wichtigste.
      Investmentcasinos von denen für den reinen Geldverkehr straff trennen.
      Leerverkäufe, also rücksichtsloses Wetten auf Verluste verbieten.
      Soros aufhängen.
      Keine einzige Bank mit Steuergeldern retten . Lasst sie einfach verrecken. Die machen das mit jedem Kunden den sie in den Fängen haben genauso.
      Diesen Verbrechern ist es völlig schnuppe, wenn deine Kinder auf Parkbänken übernachten müssen.

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      Michail Bakunin

      21. März 2020 06:00 at 06:00

      Kennen Sie den Unterschied zwischen „kostenlos“ und „umsonst“?
      Ich bin kostenlos in die Schule gegangen …

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    Tino Gruchmann

    19. März 2020 16:44 at 16:44

    Helikoptergeld wäre geben mal nicht mit neuen Schulden verbunden und sogar so etwas wie ein Schuldenschnitt, die Privatbanken erschaffen ja auch Geld aus dem nichts, das ändert allerdings nicht an unserem kranken Wirtschaftssytem

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      Linkenklatscher

      20. März 2020 08:59 at 08:59

      Schulden erzeugen neue Schulden.
      Autos kaufen keine Autos meinte Henry Ford anfangs des 20. Jahrhunderts, als seine Autobauerkonkurrenz ihn wegen kräftig erhöhter Löhne für seine Fliess-bandarbeiter kritisierten.
      McKotz – Roboter kaufen keine Cheeseburger.

      Das Wissen über einfachste wirtschaftliche Zusammenhänge ist katatrofal schlecht.
      Die 3 FFF sid das Credo des Michel

      F ussball
      F ressen
      F icken.

      Wia faffen daff.

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      Pobeda

      20. März 2020 09:44 at 09:44

      Tolle Kenntnisse von Finanzwirtschaft.
      Sie werden massenhaft lubkrative Angebote von Banken erhalten.

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    pigeon

    19. März 2020 17:16 at 17:16

    Also wenn die Menschen bis jetzt noch nicht den Glauben an das Geldsystem verloren haben, wo die Notenbanken munter die Staatsschuld mit der Notenpresse finanziert haben, dann werden sie es auch nicht tun, wenn das Geld vom Himmel regnet.

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      Linkenklatscher

      20. März 2020 09:48 at 09:48

      Sie werden sich wundern, wenn die Deflation durch eine galloppierende Inflation abgelöst werden wird. Dann merkt es auch der einfältigste.

      Dan ist schon bei den heutigen Renten und Niedriglöhnen am 10. des monats Ultimo. Zu viel Monat vom Geld übrig.

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        Lausi

        20. März 2020 10:06 at 10:06

        Ihr Forenname ist irgendwie so ein bisschen grenzwertig. Soll das Ihre politische Meinung widerspiegeln?

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          Linkenklatscher

          20. März 2020 10:51 at 10:51

          Wer nachdem er den Titel eines Buches gelesen hat, sich das eigentliche Lesen des Buches erspart, ist was ?

          • Avatar

            Lausi

            20. März 2020 11:41 at 11:41

            Auch wenn ich Ihre Kommentare gelesen habe, erschließt sich mir daraus nicht ihre politische Gesinnung.

          • Avatar

            Stina

            21. März 2020 14:47 at 14:47

            Sie sprechen wirr und kryptisch, Herr oder Frau Zipfelklatscher!

  4. Avatar

    Gärtner Thomas

    20. März 2020 10:42 at 10:42

    Helikoptergeld fände ich eine tolle Sache – wenigstens für die Schweiz. Wenn die Nationalbank jedem Schweizer, z.B. 1’000 Franken pro Monat, und jedem Arbeitgeber für eine Vollzeitstelle noch einmal so viel schenken würde, käme der Schweizer Franken unter Abwertungsdruck, wenigstens nach Lehrbuch. Für die exportorientierte Schweiz wäre das mal gut. Und die 1’000 Franken bekäme man nur als Coupons, die man nur in Schweizer Geschäften einlösen kann. Die Nationalbank zahlt den Geschäften dann wieder Franken aus. Zusätzlich bekommen die Coupons einen Aufdruck, dass sie z.B. nur ein Jahr gültig sind.

  5. Avatar

    Rene

    20. März 2020 13:17 at 13:17

    @OLLIFRED

    Hartz ist kein Helikoptergeld den das erwirtschaften andere und zahlen Steuern.

    • Avatar

      Pobeda

      20. März 2020 13:50 at 13:50

      Stimmt. Aber die Ansicht „Kost ja nix, zahlt alles der Staat“ ist weit verbreitet.

      • Avatar

        ollifred

        27. März 2020 11:19 at 11:19

        wohl zu viele Hartz4 Dokus auf RTL2 gesehen? Höre ich da Neid, Geiz, Gier?
        Ich finde es moralisch weniger fragwürdig für Hartz4 Empfänger mitzuarbeiten als meine gezahlten Steuern in staatlichen Mititärprojekten zu sehen.
        Aber mit meiner Forderung nach 750€ Hartz4-bedingungslos. Bin ich als Vollzeitarbeiter in der Minderheit.
        Glauben Sie wir würden ab morgen weniger Steuern zahlen wenn es die Hartz4 Empfänger ab morgen nicht mehr geben würde?

    • Avatar

      ollifred

      27. März 2020 11:10 at 11:10

      sie haben Recht,wenn wir davon ausgehen das der Staat sich allein aus den Steuern die er bekommt oder einzieht oder wegnimmt oder stiehlt (ist noch mal ein anderes Thema) finanziert.

  6. Avatar

    foxxly

    20. März 2020 14:05 at 14:05

    helikopter-geld wäre eine gerechte sache. es wäre eben nur ein teil dessen, was das schulgeldsystem ungerechter weise von unsere arbeitsleistung als kreditschuld, uns aufbürdet. in unseren schuldheldsystem ist unsere arbeitsleistung von mensch und maschinen, eine kreditschuld, mit zinsbelastung! dieses geldsystem pervertiert unsere leistung und machte zur schuldform. unglaublich dreist und kriminel, für den der das system erkennt und einigermaßen durchschaut.
    ich fordere generell, dass jährlich mindestens der wertzuwachs des BIP (also aktuell 40 bis 50 mrd.€ in D ) pro kopf gleichmäßig, ausbezahlt wird.

    • Avatar

      EU-Sklave

      23. März 2020 10:37 at 10:37

      Es gibt nur sehr wenige die das erkennen, ein Wunder eigentlich das es doch diese wenigen gibt. Die SystemUmstellung hätte spätestens im Jahre 2000 passieren müssen dann würden wir heute alle ein anderes Leben führen und nicht das was jetzt ist.

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Inflation, Bitcoin, Aktien: Beck gegen Marc Friedrich

Markus Fugmann

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Kommt bald die Inflation – und was wird mit Aktien oder Bitcoin passieren? Bedeutet Inflation gleichzeitig, dass Bitcoin und Aktien und auch Rohstoffe steigen werden?

Bitcoin, Aktien und Inflation – was wird passieren?

Derzeit gehen fast alle davon aus, dass die Inflation anziehen wird: mit dem Impfstoff werde sich das Corona-Problem erledigen, woraufhin die Nachfrae anziehen werde, was dann wiederum Inflation mit sich bringe (der Reflations-Trade). Diese Inflation zeigt sich bereits bei den Asset-Preisen vor allem bei Immobilien, mit gewissen Abstrichen auch bei Aktien (vor allem aus dem US-Tech-Sektor). Sind Aktien inzwischen zu teuer?

Der Potzfolioverwalter Andreas Beck bringt die Dinge in einem Interview mit Marc Friedrich in Relation: er hält Immobilien für zu teuer (aufgrund des demografischen Wandels – der ab dem Jahr 2025 kippen wird), bei Aktien sei das „Glas halbvoll“ – während er Bitcoin für eine „Thema-Verfehlung“ hält („Bitcoin ist ein Anrecht für nichts auf niemanden“) und dabei auf eine russische Firma verweist, die dafür ein Muster gegeben hat (was für den Bitcoin-Gläubigen Marc Friedrich schwer zu ertragen ist!). Andreas Beck gegen Marc Friedrich – wer hier die besseren Argumente hat, könne Sie entscheiden. So sagt Andreas Beck zu Bitcoin: „Was nichts ist, kann nicht knapp sein“ – und demaskiert damit das Argument der Bitcoin-Jünger!

 

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Inflation, Aktien und Bitcoin - Marc Friedrich gegen Andreas Beck

 

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Rundfunkbeitrag mit Bargeld bezahlen? EU-Urteil liegt vor – mit erstaunlicher Begründung

Claudio Kummerfeld

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Mehrere Scheine Euro Bargeld

Darf der deutsche Michel darauf bestehen, dass er seinen Rundfunkbeitrag mit Bargeld bezahlt, und nicht per Banküberweisung oder Lastschrift? Deswegen war der Wirtschaftsexperte und Journalist Norbert Häring durch alle Instanzen gegangen, und landete vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH). Seine Klage basierte auf dem Bundesbankgesetz, welches Bargeld als uneingeschränktes gesetzliches Zahlungsmittel ansieht – womit impliziert werden könnte, dass alle öffentlichen Einrichtungen gezwungen sind Zahlungen in bar zu akzeptieren.

Panische Angst vor Zahlung mit Bargeld?

Aber es ist klar. Die öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten wehren sich mit allen Mitteln gegen die Bargeldzahlung. Man stelle sich vor hunderttausende unzufriedene Gebührenzahler würden von diesem Recht Gebrauch machen, und bei den Anstalten vor Ort mit 1 Cent Münzen zahlen, aus Protest. Der Verwaltungsaufwand wäre gigantisch. Und jetzt wird es spannend. Der Europäische Gerichtshof hat heute sein Urteil gefällt (hier im Wortlaut nachzulesen). Gleich die Headline zeigt die erstaunliche Argumentation der Richter. Sie argumentieren nämlich nicht mit Inhalten, sondern begründen ihr Urteil damit, ob die Auswirkungen für die betroffenen Einrichtungen (ARD und ZDF) verwaltungstechnisch umsetzbar sind. Zitat EuGH:

Ein Mitgliedstaat des Euro-Währungsgebiets kann seine Verwaltung zur Annahme von Barzahlungen verpflichten, aber er kann diese Zahlungsmöglichkeit auch aus Gründen des öffentlichen Interesses beschränken. Eine solche Beschränkung kann insbesondere gerechtfertigt sein, wenn die Barzahlung aufgrund der sehr großen Zahl der Zahlungspflichtigen zu unangemessenen Kosten für die Verwaltung führen kann.

Also: Das EU-Gericht verweist die letztliche Entscheidung zurück an den Bundesgerichtshof. Aber der erhält von den EU-Richtern de facto eine Vorlage für eine Entscheidung gegen die Zahlung mit Bargeld. Nämlich in dem man sagt: Bei potenziell hunderttausenden oder Millionen Barzahlern des Rundfunkbeitrags werden die Verwaltungskosten derart hoch sein, dass dies zu ernsthaften Problemen für die Rundfunkanstalten führt. Daher wäre es angemessen für Deutschland ein Barzahlungsverbot auszusprechen. So darf man den zweiten Satz aus der Headline-Aussage des Urteils interpretieren. Und man darf vermuten, dass die deutschen Richter diesen Hinweis auch genau so aufnehmen und in ihr Urteil einfließen lassen werden. Also wird es (vermutlich) keine wirklich inhaltliche Begründung für die bevorstehende Ablehnung der Bargeldzahlung in Deutschland geben, sondern nur eine verwaltungstechnische. Das ist ziemlich armselig, so möchte ich es ausdrücken!

Der Klageführer Norbert Häring hat dazu vor wenigen Minuten seinen eigenen Kommentar veröffentlicht (hier nachzulesen). Die Richtung der deutschen Richter dürfte klar sein. Reihenweise könnten Beitragszahler auf Barzahlung bestehen, also wäre der Verwaltungsaufwand für ARD und ZDF bei nur 17,50 Euro pro Beitragszahler nicht mehr verhältnismäßig. Man kann das endgültige Urteil der deutschen Richter schon Monate im Voraus am Horizont sehen, bevor es ausgesprochen wurde. Hier auszugsweise im Wortlaut aus dem heutigen EuGH-Urteil die wohl wichtigsten Aussagen:

In einem zweiten Schritt stellt der Gerichtshof fest, dass der Status der Euro-Banknoten und -Münzen als gesetzliches Zahlungsmittel zwar grundsätzlich eine Verpflichtung zur Annahme dieser Banknoten und Münzen impliziert, diese Verpflichtung aber von den Mitgliedstaaten grundsätzlich aus Gründen des öffentlichen Interesses eingeschränkt werden kann, vorausgesetzt, dass diese
Einschränkungen im Hinblick auf das verfolgte Ziel von öffentlichem Interesse verhältnismäßig sind, was u. a. bedeutet, dass andere rechtliche Mittel für die Begleichung von Geldschulden verfügbar sein müssen.

Insoweit weist der Gerichtshof darauf hin, dass es im öffentlichen Interesse liegt, dass die Begleichung von Geldschulden gegenüber öffentlichen Stellen dergestalt erfolgen kann, dass diesen keine unangemessenen Kosten entstehen, die sie daran hindern würden, ihre Leistungen kostengünstiger zu erbringen. Daher kann der Grund des öffentlichen Interesses, der sich aus der Notwendigkeit ergibt, die Erfüllung einer hoheitlich auferlegten Geldleistungspflicht zu gewährleisten, eine Beschränkung der Barzahlungen rechtfertigen, insbesondere, wenn die Zahl der Beitragspflichtigen, bei denen die Forderungen einzutreiben sind, sehr hoch ist.

Es ist jedoch Sache des Bundesverwaltungsgerichts, zu prüfen, ob eine solche Beschränkung im Hinblick auf das Ziel des tatsächlichen Einzugs des Rundfunkbeitrags verhältnismäßig ist, insbesondere in Anbetracht dessen, dass die anderen rechtlichen Zahlungsmittel möglicherweise nicht allen beitragspflichtigen Personen leicht zugänglich sind.

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Exporte koppeln sich ab vom Lockdown-Pessimismus

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

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Hamburger Hafen

Man hört es dieser Tage öfter, und es ist auch logisch nachvollziehbar. Der zweite deutlich längere Corona-Lockdown sorgt für eine Abwärts-Revision bei der Erwartung für die deutsche Wirtschaftsleistung (siehe hier neue Prognose von Seiten der Bundesregierung). Immer mehr Unternehmen und Kleinst-Unternehmer aus den Bereichen Hotellerie, Gastronomie, Einzelhandel und Urlaub werden wohl den Bach runtergehen. Aber gleichzeitig läuft die deutsche Industrie sowie Exportwirtschaft auf Hochtouren. Die folgende Grafik zeigt seit dem Jahr 2014 die Erwartungen an die deutschen Exporte aufgrund von heute veröffentlichten Daten des ifo-Instituts.

Noch vor der Krise bei einem Wert von 0, liegen die Erwartungen für die deutschen Exporte aktuell bei +6 Punkten, nach +1,9 Punkten im Dezember. Das ist der beste Wert seit Oktober. Klarheit beim Brexit und der US-Präsidentschaft, eine robuste Industriekonjunktur
und der weltweite Impfstart führten laut ifo-Institut zu einem vorsichtigen Optimismus in der deutschen Exportwirtschaft. Deutliche Zuwächse beim Export würden die Hersteller von Computern und elektrischen Ausrüstungen erwarten. Auch die Unternehmen aus dem Bereich des Maschinenbaus und der Chemischen Industrie blicken zuversichtlich auf ihre künftigen Exporte. Bei den Herstellern von Nahrung und Getränken haben sich die Erwartungen deutlich erholt. Gegenwärtig gehen sie von einem konstanten Exportgeschäft aus. Schwierig bleibt laut ifo der Auslandsmarkt für die Bekleidungsindustrie. Auch die Möbelhersteller gehen von rückläufigen Auslandsumsätzen aus.

Grafik zeigt Erwartungen an deutsche Exporte seit dem Jahr 2014

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