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HelloFresh-Börsengang nächste Woche: 1,5 Milliarden Firmenwert, Unternehmen noch in der Verlustzone

HelloFresh geht an die Börse. Haben Sie schon einen Verdacht? Hört sich irgendwie alles ähnlich Hipster-mäßig an, was dieser Tage an die Börse geht in Deutschland? Ja, richtig, HelloFresh stammt…

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FMW-Redaktion

HelloFresh geht an die Börse. Haben Sie schon einen Verdacht? Hört sich irgendwie alles ähnlich Hipster-mäßig an, was dieser Tage an die Börse geht in Deutschland? Ja, richtig, HelloFresh stammt vom Rocket Internet-Fließband. Erst im Juni wurde der Rocket-Zögling Delivery Hero an die Börse gebracht. HelloFresh ist keine Essensliefer-Plattform wie Delivery Hero, sondern „Kochboxen-Versender“. Um komplette Gerichte selbst frisch kochen zu können, kann der Kunde alle Zutaten portionsgenau liefern lassen.

Damit machte Hellofresh nach eigenen Angaben im ersten Halbjahr 435 Millionen Euro Umsatz und einen Verlust von 57 Millionen Euro. Ein Jahr vorher gab es einen natürlich noch geringeren Umsatz von 292 Millionen Euro und einen Verlust von 53 Millionen Euro. Wenn man also ganz grob einen Gesamtjahresumsatz für 2017 von 900 Millionen oder 1 Milliarden Euro annimmt, und wenn man mal davon ausgeht, dass der Laden demnächst in die Gewinnzone springt (wie gesagt, angenommen das geschieht), dann ist eine gesamte angedachte Firmenbewertung von bis zu 1,5 Milliarden Euro von der Größenordnung her nachvollziehbar.

Wie immer bei IPO´s gilt: Der Anleger muss eben an die Story glauben. Ob die quasi ab Fließband produzierten Startup´s von Rocket Internet langfristig wirklich die Knüller sind, das muss jeder Anleger seiner eigenen Phantasie überlassen. Aber Umsätze sind ja vorhanden – es ist also keine Luftnummer, die hier an die Börse geht.

Rocket besitzt noch 53% an HelloFresh. Aber von der Emission hat man jetzt direkt nichts. 19% wandern in den Streubesitz über diesen Börsengang, und der Emissionserlös fließt komplett in die Firma, was eine Summe von bis zu 357 Millionen Euro sein wird (Preisspanne 9-11,50 Euro). Mit so einem Cash-Polster dürfte die Firma in der Lage sein erstmal weiter kräftig zu wachsen.

In Finanzkreisen hatte man auf eine höhere Firmenbewertung als die nun angepeilten 1,5 Milliarden Euro gehofft. In der letzten Finanzierungsrunde war HelloFresh noch mit 2 Milliarden Euro bewertet worden, in der Theorie zumindest. Daher zeigt man sich als Börsianer natürlich enttäuscht über nur 1,5 Milliarden Euro maximalen Emissions-Gesamtwert an der Börse. Das schmälert natürlich den theoretischen Beteiligungswert der Mutter Rocket Internet. Die Aktie liegt heute Nachmittag zwar 0,4% im Plus, rutschte heute früh aber erstmal ins Minus, weil der Firmenwert der Tochter ja wie gesagt eine kleine Enttäuschung ist.

Die HelloFresh-Aktie soll nächste Woche Donnerstag am 2. November an die Börse gehen, wenn die BaFin den Verkaufsunterlagen zustimmt.


Aus dieser Aufstellung auf Halbjahresbasis ist gut erkennbar, wofür bei HelloFresh das Geld draufgeht. 180 Millionen Euro kosten die Lebensmittel, 123 Millionen das Marketing, und 162 Millionen das Zusammenpacken der Pakete (also Personalkosten). Damit übersteigen die Kosten die Einnahmen.

4 Kommentare

4 Comments

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    Ingo Richter

    23. Oktober 2017 17:42 at 17:42

    Toll dass eine junge deutsche Firma so engagiert und wachstumskräftig ist.

  2. Avatar

    Marcus

    23. Oktober 2017 21:44 at 21:44

    Die Firma wurde 2011 gegründet hat weder in 2014, 2015,noch 2016 Profit gemacht, nur Kosten über Kosten. Hello Fresh wird genau so ein Rohrkrepierer wie BlueApron ! Wenn dann noch Amazon den Markt aufmischt, sind die Lieferdienste langfristig sowieso Geschichte.

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Sophie Schimansky LIVE zum Handelsstart in New York

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Sophie Schimansky bespricht im folgenden Video die aktuelle Lage direkt vor dem Handelsstart in New York. Morgan Stanley kauft E-Trade. Das ist ganz aktuell das Thema Nummer 1.

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Achtung: Fake News können Ihr Depot ruinieren – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Börse ist der Ort der Überspannung. Hier vermischen sich Gerüchte und Hoffnungen teils zu einem explosiven Gemisch. Besonders im Vorfeld von Quartalszahlen werden Börsianer nicht selten von großer Erregung erfasst. Da gehen dann plötzlich Nachrichten um, dass Apple (beispielhaft) ein neues sensationelles Produkt auf den Markt bringen wird. Und schon steigen die Kurse. Umgekehrt kennen wir das genauso. Da sei der Umsatz von BMW (wieder beispielhaft) in China dramatisch eingebrochen, und wieder verfallen wir in Hektik.

So funktioniert Börse und so wird sie auch in 100 Jahren noch sein. Mit der Zeit lernt man als Aktionär den Umgang mit dieser Überspannung. In den vergangenen Jahren beobachte ich allerdings ein neues Phänomen. Marktteilnehmer verbreiten immer öfter gezielt Halbwahrheiten und Fälschungen, um die Kurse einer Aktie in Ihrem Sinne zu beeinflussen.

Short-Seller aus dem angelsächsischen Raum publizieren – teils unterstützt von ahnungslosen Medien – dubiose Studien und überzeichnen Probleme in einem Unternehmen. Der Zahlungsdienstleister Wirecard oder zuvor das Beteiligungsunternehmen Aurelius können davon ein Lied singen. Andere Marktteilnehmer wiederum prognostizieren für ein kleines Biotech-Unternehmen, von dem wir bisher unter Garantie zuvor noch…..

Den gesamten Artikel können Sie lesen, wenn Sie sich für den Newsletter „Profit Alarm“ anmelden. Sie erhalten dann täglich per Email eine exklusive Analyse. Der Service ist für Sie völlig kostenfrei!

 

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Wirecard: Die Shorties geben immer noch nicht auf!

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Eigentlich hätte dies ein Befreiungsschlag sein müssen, die Zahlen von Wirecard zum vierten Quartal 2019 und zum Gesamtjahr! Denn sie fielen besser aus als erwartet, so dass die Firma im Vergleich zu ihrer Bewertung (KGV 2020 – 24) fundamental sogar als billig einzustufen ist.

Die Zahlen von Wirecard – und die Reaktion

Der CEO von Wirecard, Hannes Braun, hatte gute Zahlen versprochen und bei der Präsentation sogar noch eine Schippe draufgelegt. Der Umsatz der Firma steigerte sich im vierten Quartal um 46,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um 40,6 Prozent. Da diese Zahlen die Entwicklung der ersten drei Quartale übertraf, hätte man eigentlich von einer positiven Reaktion der Börse ausgehen müssen. Diese kam auch zunächst mit einem Sprung bis auf 145 Euro, anschließend ging es aber knapp 3,5 Prozent ins Minus. Eine erste Erklärung war, dass man enttäuscht darüber sei, dass es kein Statement zur Sonderprüfung durch KPMG gegeben hätte. Aber auch die nächsten Tage ging es weiter nach unten. Glauben die Leerverkäufer immer noch an einen negativen Prüfbericht?

Warten auf das Quartalsende?

Bereits seit dem Monat November laufen die Untersuchung des Wirtschaftsprüfers KPMG, so dass man annehmen muss, dass dieser schon einen großen Überblick über die Geschäfte der Firma haben muss. Da beginnt das Rätselhafte: Hätte man Unregelmäßigkeiten gefunden, müsste dies die Firma nach den Börsenregeln veröffentlichen. Die ad-hoc-Verpflichtung lautet:

„Nur wenn börsennotierte Unternehmen alle Marktbeteiligten schnell und umfassend über Insiderinformationen aufklären, können Anleger fundierte Entscheidungen treffen und sind gegenüber Insidern nicht benachteiligt. Inlandsemittenten sind daher verpflichtet, unverzüglich zu diesem Zweck – also ad hoc – die Öffentlichkeit über unbekannte Umstände aus ihrem Unternehmen ins Bild zu setzen, wenn diese so beschaffen sind, dass sie auf den Preis des Finanzinstruments einwirken und wenn sie den Emittenten unmittelbar betreffen“ (Art. 17 Abs. 1 Marktmissbrauchsverordnung MAR – BaFin)

Hätte man in der Zwischenzeit etwas Kursrelevantes gefunden, so hätte der neue Aufsichtsratsvorsitzende Thomas Eichelmann eine solche Meldung hinaussteuern müssen. Aber was hat der neue Chef im Aufsichtsrat getan? Am 22. Januar hatte er in einem Interview mit dem manager magazin festgestellt:

„Aus der Tatsache, dass wir noch keine Ad-hoc-Meldung abgegeben haben, können Sie Ihre Schlüsse ziehen“. Der erfahrene Manager, der bereits Finanzvorstand der Deutschen Börse AG gewesen ist, muss wissen, dass Verstöße gegen ad-hoc-Verpflichtungen gerichtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Die Leerverkäufer scheinen sich für seine Aussage jedoch nicht zu interessieren.

Fazit

Es ist eine spannende Geschichte, die sich um die größte Wachstumsaktie im Dax, dem Finanzdienstleister Wirecard aus Aschheim bei München, entwickelt.

Und eine etwas seltsame. Man spekuliert auf Unregelmäßigkeiten aus den Jahren 2016/2017 und interessiert sich nicht für das laufende und die Aussichten für das künftige Geschäft. Obwohl keiner der ständig anwachsenden Partner von Wirecard bisher einen Rückzieher gemacht hat: Börsen bewertet Zukunft, heißt es. Selbst große Verluste werden toleriert, wenn ein Unternehmen überzeugende Argumente für die Zukunft offeriert. Nur nicht bei Wirecard, die Shortseller halten anscheinend ihre Positionierung aufrecht. Noch sind es ja 30 Börsentage bis zum Quartalsende.

Der Kampf zwischen der Führung von Wirecard und den Shortsellern geht weiter
Firmenzentrale in München. Foto: Kaethe17 CC BY-SA 4.0 – Ausschnitt aus Originalfoto

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