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Herr Draghi, bitte informieren Sie sich beim Statistischen Bundesamt!

FMW-Redaktion

Verdammt, die Inflation in der Eurozone ist sogar ins Minus gerutscht mit aktuell -0,2%. Verdammt nochmal, unser Konzept funktioniert doch, die Geldpolitik immer weiter auflockern, immer mehr Geld drucken etc. – und da unsere Politik ja funktioniert, wird die Inflation irgendwann zwangsläufig auf 2% ansteigen – so die Denkweise von Mario Draghi und Co. Dabei empfehlen wir Ihnen Herr Draghi: Informieren Sie sich doch bitte heute bei der offiziellen Verlautbarung des Statistischen Bundesamtes. Diese Informationen könnten Ihnen weiterhelfen auf dem Weg zur Erkenntnis, warum die Inflation in der Eurozone nicht anspringen will.

Denn wie das Amt heute verkündet, sind die Deutschen kräftig am Konsumieren. Das Volumen der Konsumausgaben stieg im Jahr 2015 um 1,9% im Vergleich zu 2014 – der stärkste Zuwachs seit 15 Jahren! Der Konsument hat eine gestiegene Konsumneigung und nutzt gerade die niedrige Inflation um günstig einzukaufen. Denn einen Faktor scheint all die Gelddruckerei der EZB nicht zu berücksichtigen. Im Einzelhandel tobt seit Jahren in vielen Teilsegmenten ein Preiskampf, wodurch gar keine Inflation entstehen kann. Elektronik, Kleidung, die Konkurrenz ist groß – dazu noch das Internet – vielleicht ist das alte Modell von „mehr Geld im Umlauf = irgendwann mehr Inflation“ einfach veraltet, nur Mario Draghi hat es noch nicht gemerkt? Hier das Original-Statement des Statistischen Bundesamts von heute:


2015: Stärkstes Wachstum der privaten Konsum­ausgaben seit dem Jahr 2000

„Die preisbereinigten privaten Konsumausgaben stiegen in Deutschland im Jahr 2015 um 1,9 % im Vergleich zum Vorjahr. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Weltverbrauchertages am 15. März weiter mitteilt, ist dies der stärkste Zuwachs seit dem Jahr 2000 (+ 2,1 %). Wesentliche Gründe für diesen deutlichen Anstieg liegen in der positiven Konsumneigung der privaten Haushalte sowie in der geringen Zunahme der Verbraucherpreise (2015: + 0,3 %). Gemessen in jeweiligen Preisen – also einschließlich Inflation – stiegen die privaten Konsumausgaben um 2,6 % auf 1,63 Billionen Euro.
Die privaten Haushalte in Deutschland gaben im Jahr 2015 in jeweiligen Preisen insbesondere mehr Geld für Beherbergung und Gastronomie (+ 6,0 %) sowie Einrichtungsgegenstände und Geräte für den Haushalt (+ 3,4 %) aus. Die Konsumausgaben für Wohnung, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe erhöhten sich lediglich um 1,1 %. Dies ist primär auf die Preisrückgänge bei Heizöl zurückzuführen.

Im europäischen Vergleich stiegen die preisbereinigten privaten Konsumausgaben in Deutschland durchschnittlich. In der Europäischen Union (EU28) betrug die durchschnittliche Zuwachsrate + 2,1 %. Im Vereinigten Königreich erhöhte sich der private Konsum mit + 2,9 % deutlich stärker als in Deutschland und der EU28. In Frankreich (+ 1,4 %) und Italien (+ 0,9 %) stiegen die preisbereinigten privaten Konsumausgaben schwächer als in Deutschland.“



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