Europa

Herr Draghi: Der Eurozonen-Bürger tut was man ihm sagt (hier der Beweis) – die Inflation bewegt sich trotzdem nicht!

Ja Herr Draghi, es ist wirklich so. Der (brave) Eurozonen-Bürger tut in der Tat genau das, was man ihm sagt. Er konsumiert und konsumiert und konsumiert - also genau das, was die EZB mit all ihren....

FMW-Redaktion

Ja Herr Draghi, es ist wirklich so. Der (brave) Eurozonen-Bürger tut in der Tat genau das, was man ihm sagt. Er konsumiert und konsumiert und konsumiert – also genau das, was die EZB mit all ihren (gruseligen?) Maßnahmen erreichen will wie den Anleihekäufen + Negativzinsen. Der Konsument soll Autos und Fernseher kaufen, Häuser bauen, Urlaubsreisen buchen und ins Kino gehen. Die Statistiken der EU-eigenen Behörde Eurostat wären eine schöne Datenquelle für Mario Draghi und seine Kollegen/Kolleginnen, um zu verstehen, dass bei der eigenen Tätigkeit (im EZB-Tower) etwas gründlich schief läuft. Erst mal das heutige Original-Statement von Eurostat aus Brüssel:

Im Euroraum ist der Anstieg des Absatzvolumens im Einzelhandel um 1,6% im Mai 2016 gegenüber Mai 2015 auf Anstiege im Nicht-Nahrungsmittelsektor um 2,5%, bei Motorenkraftstoffen um 2,2% und bei „Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren“ um 0,2% zurückzuführen. In der EU28 ist der Anstieg des Absatzvolumens im Einzelhandel um 2,8% auf Anstiege im Nicht-Nahrungsmittelsektor um 3,8%, bei Motorenkraftstoffen um 3,7% und bei „Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren“ um 1,3% zurückzuführen.

Inflation

Das bedeutet: Der Konsument konsumiert. In der Eurozone ein Plus im Vergleich zum Vorjahr von 1,6%, in der Gesamt-EU +2,8% – aber halt nur beim konsumierten Volumen, und nicht bei den Preisen. Die stiegen im selben Zeitraum wie jüngst veröffentlicht wurde um nur 0,1%. Gestern wiesen wir auf die um 3,9% rückläufigen Industrie-Erzeugerpreise hin. Auch hier kein Anzeichen für steigende Preise. Also, verdammt nochmal, müssten sich jetzt eigentlich die „Experten“ im EZB-Turm fragen, „was läuft hier falsch?“ „Was machen wir vielleicht falsch?“

Alle Maßnahmen der EZB drehen sich nur darum mehr wirtschaftliche Aktivität, mehr Konsum und somit Preisdruck zu erzeugen. Die Arbeitslosigkeit geht in der EU + Eurozone Monat für Monat zurück, das Konsumvolumen steigt mit +1,6% wirklich ordentlich an, aber eben nicht die Preise. Kann es also sein, dass die Anleihekäufe, egal ob von Staaten oder Unternehmen gar nicht wirken wie gewünscht? Kann es sein, dass sie genau wie die Negativzinsen auch indirekt GAR KEINE Auswirkungen auf die Preisentwicklung haben? Diese Frage scheint sich bei der EZB niemand zu stellen.

Auch zuletzt hörte man von EZB-Offiziellen das selbe wie in den letzten Monaten. Obwohl alle Daten das Gegenteil beweisen, hört man ständig nur, dass die EZB-Maßnahmen phantastisch funktionieren, und dass man mit den ständig neu hinzukommenden Maßnahmen lediglich ein wenig nachlege, um den Erfolg noch etwas anzufeuern (so übersetzen wir es mal sinngemäß). Wie man in dieser Grafik sieht: Das Konsumvolumen steigt nicht erst seit letzter Woche kräftig an.

Konsumvolumen

Grundsätzlich interessant ist auch: Bei Arbeitslosigkeit, Konsumverhalten etc schneidet die Gesamt-EU auf breiter Front immer deutlich besser ab als die Eurozone. Was sagt uns das Herr Draghi? Ach ja, der hört ja gar nicht zu…



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1 Kommentar

  1. Es geht der EZB nicht wirklich darum, die Inflation anzuheizen. Es geht um eine Vermögensumverteilung, von Unten nach Oben. Viele wissen wahrscheinlich nicht, das die Löhne/Gehälter auch zur Inflation gehört. Die Löhne und Sozialausgaben müssten ansteigen und ansteigen, dann haben wir mehr Inflation.

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