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Heute: Mario Draghi im Land seiner schärfsten Kritiker

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Heute wird´s was geben, die Vorfreude ist riesig – denn Mario der Göttliche, profan als Mario Draghi bezeichnet, wird im Deutschen Bundestag auftreten. Das hatte er zuletzt im Jahr 2012 gemacht – damals verteidigte er das sogenannte „Outright Monetary Trasactions“-Programm der EZB, das OMT – das niemals Praxis wurde, aber Kernstück seines Verspechens war, den Euro zu retten „whatever it takes“. Mit diesem Satz hatte Draghi am 26.Juli 2012 eine massive Wende an den Aktienmärkten herbeigeführt – die Eurokrise war aus Sicht der Märkte damit beendet (so kann man sich täuschen! Sie schwelt einfach untergründig weiter..).

mario-draghi-ezb
EZB-Chef Mario D. heute sicher mit einem Gala-Auftritt im Deutschen Bundestag
Foto:EZB

Dass Draghi den Bundestag besucht, ist Teil einer Charme-Offensive: man will die Politik der EZB besser erklären. Aber vermutlich werden die Kritiker dieser Politik, die ja inbesondere in den Reihen der CSU stark vertreten sind, erst einmal Dampf ablassen. Dazu haben sie Gelegenheit ab 15.30Uhr hinter verschlossenen Türen (bis 17Uhr), dann geht es um „Current developments in the euro area“ (also um die gegenwärtigen Entwicklungen in der Eurozone).

Wir haben gefühlt 300.000 Mal darauf hingewiesen, dass die Politik der EZB nicht wirklich wirkt. Nun sagen ja Draghi, aber auch andere EZB-Vertreter permanent, wie toll doch ihre Politik sich in der realwirtschaftlichen Praxis niederschlage. Wir haben diese Unwahrheit zuletzt in dem Artikel „Diese zwei Fakten zeigen das völlige Debakel für die EZB“ aufgedeckt – vor allem in Sachen Kreditvergabe nämlich trickst die EZB ganz gewaltig:

„Die EZB betont immer wieder durch ihre Maßnahmen würden die europäischen Banken bessere Kreditkonditionen an ihre Kunden weitergeben und mehr Kredite vergeben. Doch wer ganz genau nachliest, findet Erstaunliches. Zum Beispiel spricht die EZB in ihrem aktuellsten „Bank Lending Survey“ (Umfrage zur Banken-Kreditvergabe) nicht von einer gestiegenen Kreditvergabe der Banken, sondern von einer gestiegenen Kreditnachfrage. Bankkunden wollen also mehr Kredite. Was aber noch längst nicht bedeutet, dass die Banken dann auch mehr Kredite vergeben.
Die reale Kreditvergabe versteckt die EZB immer stillschweigend in ihren Berichten, wo sie in der Überschrift von den verbesserten „Kreditkonditionen“ spricht, also niedrigeren Zinsen. Mit erwähnt wird hier auch das tatsächliche Vergabevolumen der Banken. Hier die aktuellsten Daten der EZB. So haben neue Kredite von europäischen Banken an Unternehmen im Wert von mehr als 1 Million Euro von Juli 2015 auf Juli 2016 stark abgenommen von 133 auf 105 Milliarden Euro im Juli 2016. Ein kräftiger Rückgang – also genau das Gegenteil der benötigten Entwicklung.“

Leider werden das unsere Bundestagsabgeordneten nicht wahrgeommen haben – für die Kritiker der Notenbank wäre aber genau das erforderlich: belastbare Daten, die die Aussagen von der angeblichen Wirksamkeit der Geldpolitik widerlegen. Da aber genau das den Kritikern meistens fehlt, wird Darghi ihnen sagen: ja, was wäre denn passiert, wenn wir nichts gemacht hätten? Die Antwort lautet wahrscheinlich: nichts! Denn was nicht wirkt, hat keinen Effekt!

Wie auch immer: um 17Uhr wird Mario Draghi dann ein kurzes Pressestatement geben, und man kann sicher sein, dass der Römer dann von „konstruktiven Gesprächen“ mit den Bundestagsabgeordneten fabulieren wird – was bedeutet, dass man eine Prügelei gerade noch vermieden hat..

A propos Prügelei: die Springer-Presse hat da Vorschläge für Fragen an Draghi:

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    bauer

    28. September 2016 13:18 at 13:18

    Draghi wird verkünden:
    Gebt mir euer Geld,oder ich hole es mir……what ever we takes…

    Schon vergessen?

  2. Avatar

    Kritix

    28. September 2016 13:48 at 13:48

    Kann mich nur erinnern, dass auf dieser Seite wiederholt von einem Hernn Riße die neue „Jahrhunderthausse“ ausgerufen wurde. War das auch EZB-Kritik?

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      28. September 2016 13:50 at 13:50

      @Kritix, eine besonders hintersinnige EZB-Kritik!!!

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Türkische Lira steigt weiter – Zinsen und US-Dollar helfen

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira steigt dieser Tage immer weiter an. Zuletzt berichteten wir am Montag über die weiter steigende Inflation in der Türkei. Sie stieg von November auf Dezember von 14,03 Prozent auf 14,60 Prozent. Dennoch blieb die Lira robust. Und sie steigt bis heute weiter an. Dies liegt an der offenbar nachhaltigen Wirkung der letzten Zinsanhebung der türkischen Zentralbank vom 24. Dezember 2020. Insgesamt stieg der Leitzins in der Türkei seit dem 19. November von 10,25 Prozent auf satte 17 Prozent. Damit liegt er nun spürbar über der Inflationsrate.

Folglich werden Geldanlagen in der Türkei für ausländische Anleger wieder attraktiver. Und aktuelle Berichte zeigen, dass wirklich wieder Geld in die Türkei fließt. Dies stärkt natürlich die türkische Lira. Es gab im November und Dezember von ausländischen Finanzinstitutionen einen Zufluss in türkische Aktien und Anleihen in Höhe von 3,9 Milliarden Dollar.

Türkische Lira wertet seit November auf

Auch muss man sehen, dass der US-Dollar seit einiger Zeit klar im Abwärtstrend ist, auch wenn er sich heute etwas erholen kann. Die Dollar-Schwäche und die kräftige Zinsanhebung in der Türkei helfen derzeit dabei die türkische Lira nach oben zu pushen. Seit November hat der US-Dollar gegen die türkische Lira verloren von 8,57 bis auf 7,23 heute früh (aktuell 7,32). Wie gesagt, ganz aktuell steigt der Dollar-Index – also eine eigenständige Dollar-Stärke, welche die Lira schwächt. Aber die große Bewegung seit zwei Monaten zeigt klar eine Lira-Stärke! Jetzt kann man, wenn man denn auf eine weiter steigende türkische Lira setzt, nur noch hoffen, dass Präsident Erdogan nicht nach einigen Wochen wieder auf Zinssenkungen drängt, und dass der Leitzins weiter hoch bleibt – damit die Lira-Aufwertung sich verfestigen kann.

Im ganz großen Bild (Chart USDTRY seit dem Jahr 2011), da erkennt man wie desaströs die Abwertung für die türkische Lira in den letzten Jahren war. Denn vor zehn Jahren musste man für 1 Dollar weniger als 2 Lira aufbringen – heute sind es wie gesagt 7,32 Lira. Die aktuelle Aufwertung der türkischen Währung sieht man im Chart nur ganz am Ende als noch überschaubaren Rückfall im USDTRY.

Chart zeigt Verlauf von US-Dollar gegen türkische Lira seit 2011

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Goldpreis und US-Dollar: Wette auf Senatssieg für Demokraten

Claudio Kummerfeld

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Gold mit US-Adler und US-Dollar

Der US-Dollar fällt aktuell weiter nach unten, der Goldpreis steigt weiter an. Im Chart sehen wir seit dem 28. Dezember den steigenden Goldpreis gegen den fallenden US-Dollar in Form des Dollar-Index. Gold steigt seit Silvester bis jetzt auf einen neuen Höchststand von 1.955 Dollar. Der Dollar-Index notiert mit einem Indexstand von 89,29 Punkten auf den tiefsten Niveau seit April 2018. Seit gestern ist er erneut ein Stück abgerutscht.

Goldpreis und US-Dollar mit Blick auf Wahl in Georgia

Daraus kann man ablesen, dass die Spekulanten derzeit an einen Wahlsieg der Demokraten in Georgia glauben (hier der aktuelle Kommentar von Markus Fugmann), womit die Sitze im Senat in Washington DC exakt gleich aufgeteilt würden, wodurch wiederum die neue Vizepräsidentin Harris den Ausschlag geben würde. Damit könnte Joe Biden in der Theorie durchregieren, auch wenn die Mehrheit nur hauchdünn ist. Noch ist die Wahl nicht entschieden, aber die Tendenzen deuten auf einen Sieg der Demokraten hin! Dieses Szenario zeigt eine weitere kräftige Staatsverschuldung für die USA.

Dies würde weiter schwächend auf den US-Dollar wirken, und somit stärkend auf alles, was in US-Dollar gehandelt wird – somit also auch für den Goldpreis. Das Edelmetall könnte auch im Sinne des „Fluchthafens“ vor Inflation dann wieder attraktiver werden, weil die Inflation in den USA zunehmen könnte – denn die Fed will bei steigenden Preisen erstmal nicht eingreifen.

Aber der Wahlausgang in Georgia ist auf der Kippe. Sollte eine der beiden Stimmen doch den Republikanern zufallen, könnte der US-Dollar womöglich plötzlich ansteigen, und der Goldpreis zurückfallen. Also, wir müssen heute im Tagesverlauf genau auf das Ergebnis aus Georgia schauen, wenn es denn heute schon verkündet werden kann.

Chart zeigt Verlauf im Goldpreis gegen den US-Dollar

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Türkische Lira robust, obwohl die Inflation in der Türkei weiter anzieht

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira zeigt sich heute robust. Das ist für Lira-Bullen endlich mal eine positive Nachricht. Denn heute hat das türkische Statistikamt Daten zur Inflation im Dezember veröffentlicht. Die Verbraucherpreise in der Türkei stiegen im Jahresvergleich um 14,60 Prozent, während die Steigerungsrate im November noch bei 14,03 Prozent gelegen hatte. Da müsste die Lira jetzt eigentlich Schwäche zeigen?

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Nein, diesmal nicht. Denn wir schauen zurück auf letzte Woche. Wir berichteten über die am Heiligabend durchgeführte zweite Zinsanhebung der türkischen Zentralbank. Der Leitzins in der Türkei steigt somit seit dem 19. November von 10,25 Prozent auf satte 17 Prozent an. Aber so schnell kann der höhere Leitzins natürlich nicht wirken, und bremsend auf die Verbraucherpreise einwirken. Von daher sollte man wohl noch ein, zwei Monate schauen, ob sich da was tut?

Die Zentralbank in Ankara hat endlich geliefert, und auch von der politischen Seite kommen von Präsident Erdogan derzeit kaum bis gar keine Aussagen, die quer schießen und somit die Autorität der Zentralbanker in Frage stellen. Und so ist die türkische Lira in diesem Umfeld in den letzten Tagen gut gestiegen. US-Dollar vs Lira fiel seit Heiligabend von 7,64 auf aktuell 7,36. Seit Anfang November ist es ein Rückgang von 8,50. Also: Nach jahrelanger brutaler Abwertung scheint die türkische Lira derzeit wirklich Kraft zu tanken, dank der auch ziemlich kraftvollen Zinsanhebung deutlich über die Inflationsrate von jetzt 14,60 Prozent. Im Chart sehen wir seit Anfang 2020 den Verlauf von US-Dollar gegen türkische Lira. Man sieht den deutlichen Rückgang seit November, also somit eine ansteigende Lira.

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira seit Anfang 2020

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