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Heute TV-Debatte in Frankreich: Letzte Chance für Le Pen?

Heute um 21Uhr findet die TV-Debatte zwischen Macron und Le Pen statt - und glaubt man den Umfragen (Macron 59%, Le Pen 41%), ist das wohl die letzte Chance für Le Pen, das "Ruder herum zu reißen". Bis zu 27 Millionen Menschen werden diese Debatte verfolgen - entscheidend wird sein, wie die Kandidaten formulieren..

FMW-Redaktion

Heute um 21Uhr findet die TV-Debatte zwischen Macron und Le Pen statt – und glaubt man den Umfragen (Macron 59%, Le Pen 41%), ist das wohl die letzte Chance für Le Pen, das „Ruder herum zu reißen“. Bis zu 27 Millionen Menschen werden diese Debatte heute verfolgen, und da ein nicht unerheblicher Teil der Wähler noch nicht entschlossen ist, wen sie wählen sollen, muss Le Pen den heutigen Auftritt nutzen, um den Abstand zu Macron deutlich zu verkleinern.

Bislang hat Le Pen bei den bisherigen Debatten im Vorfeld der ersten Runde eher mäßig abgeschnitten, nun aber hat sie mehr denn je die Chance, Macron direkt zu attackieren. Sie wird vermutlich Macron als typischen Vertreter des „Systems“ darstellen, als Verteter der „Oligarchie“, mithin ein vom Volk abgehobenes „Elite-Baby“. Im Gegensatz zu Le Pen, die meist einfache und klare Sätze spricht und so den Eindruck vermitteln kann, sie sage, wie es nun einmal ist, drückt sich Macron deutlich gewählter aus, meist in langen und verschachtelten, eher philosophischen Sätzen. Was beide sagen werden, ist absehbar – entscheidend aber könnte sein, wie sie es sagen, mithin ob die Botschaft von den Zusehern auch verstanden wird.


Gewohnt kämpferisch: Marine Le Pen
Foto: JÄNNICK Jérémy, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org

Dass diese TV-Debatte wahlentscheidend sein kann, zeigt die Vergangenheit: vor fünf Jahren standen sich der Aussenseiter Hollande und der Favorit Sarkozy gegenüber, und Hollande gewann die Wahl, weil er seine Sätze stets mit „Ich, der Präsident“ einleitete („Moi, Président“) einleitete. Das übte starke Suggestivkraft aus, die Verknüpfung Hollande mit dem Titel Président setzte sich in den Köpfen der Franzosen fest und verhalf dem Aussenseiter zum Sieg. Inzwischen ist der Slogan jedoch ein Symbol für das Scheitern Hollandes geworden und wird von Kommentatoren und Satirikern immer wieder genüßlich zitiert.

Le Pen muss versuchen, ähnliche Formulierungen zu finden, die sie als natürliche Präidentin Frankreichs erscheinen lassen. Ihre Chance besteht darin, dass viele Millionen Wähler, die sich nicht zu Macron hingezogen fühlen, nicht wählen werden – etwa Wähler der linken Parteien, die in Macron ein Symbol des Finanzkapitals sehen. Le Pen wird versuchen, sich als typische Vertreterin französischer Werte darzustellen – ihre kürzliche Absage an einen möglichst schnellen Ausstieg aus dem Euro dürfte ihre Chancen verbessern, besonders in konservativen Milieus. Ihr Büdnis mit dem Gaulisten Nicolas Dupont-Aignan könnte auch einen nicht unerheblichen Teil jener Wähler für Le Pen stimmen lassen, die in der ersten Runde für Fillon gestimmt hatten.

So oder so: der Verlauf der heutigen, zweieinhalbstündigen TV-Debatte dürfte morgen zum Handelsstart ein wichtiger Faktor für den Euro, aber auch für die Aktienmärkte sein..



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1 Kommentar

  1. Es ist schon sensationell , dass solche Personen in den Medien erscheinen und Leute die soziales leisten keiner kennt.
    Man braucht heute kein Alkohol zu trinken um zu Kotzen.
    Hurra wir verblöden .

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