Aktien

Hewlett Packard: Massenentlassungen und Aktienrückkäufe

Von Claudio Kummerfeld

Seit 2012 hat Hewlett Packard 44.000 Mitarbeiter entlassen oder über sonstige Regelungen „abgebaut“. Ende 2015 könnten es bis zu 58.000 sein, wie Bloomberg berichtet.. Die gestern verkündeten schlechten Quartalszahlen geraten da für den normalen Menschen in den Hintergrund, bei der Aussicht nach dieser sich fortsetzenden Welle. Anscheinend möchte das Management die Firma „aufhübschen“, denn im Herbst will man den Konzern in zwei gleich große Teile aufspalten. Bis dahin will man sich kräftig verschlanken.

Kurios oder auch pervers: Während HP laufend Menschen abbaut, steigt Quartal für Quartal das Volumen an Aktienrückkäufen. Das bedeutet HP kauft an der Börse seine eigenen Aktien und nimmt diese damit vom Markt. Dadurch verteilt sich die auszuschüttende Dividende auf weniger Aktien und somit werden die Aktien für Investoren attraktiver, folgerichtig steigen die Aktien – natürlich auch dadurch, dass durch den Aktienrückkauf direkt am Markt der Kurs hochgezogen wird. HP hat im letzten Quartal für fast 1,6 Milliarden US-Dollar eigene Aktien zurückgekauft; das ist eine Steigerung von 178% gegenüber dem selben Quartal im Vorjahr. So oder so – statt in die eigenen Produkte oder Mitarbeiter zu investieren, kauft HP seine eigenen Aktien zurück. Dies ist immer ein ziemlich sicheres Zeichen für ein kurzfristig orientiertes Management, dass hier und jetzt höhere Aktienkurse sehen möchte. Warum wohl? Etwa wegen dem eigenen Bonus?

Die Aktie von HP fällt heute kurz nach Markteröffnung in den USA jedenfalls deutlich um aktuell 9,7% – wohl kaum wegen der Entlassungen, sondern den schlechten Quartalszahlen.

HP



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