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High Noon um Rosenstein: Washington erfasst politische Panik

Das Drama um die Nr, 2 im US-Justizministerium, Rod Rosenstein, erschüttert die USA – und sogar die Aktienmärkte..

Redaktion

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Eine Kolumne aus New York von Herbert Bauernebel

Das Drama um die Nr, 2 im US-Justizministerium, Rod Rosenstein, erschüttert die USA – und sogar die Aktienmärkte.

Nach explosiven Medien-Stories über angebliche Gespräche des Top-Juristen mit Kollegen – als er überlegte, sich für Geheimaufnahmen verkabeln zu lassen oder die Absetzung von Trump wegen Unzurechnungsfähigkeit laut einem Verfassungspassus in Ganz zu setzen – eskalierten Montagmorgen wilde Gerüchte um einen Rücktritt Rosensteins.

Befürchtet wurde auch ein Hinauswurf durch US-Präsidenten Donald Trump.

Brisant natürlich: Der Top-Jurist überwacht die Kremlgate-Untersuchungen von FBI-Sonderermittler Bob Mueller, nachdem sich Justizminister Jeff Sessions wegen Befangenheit freistellen hatte lassen in der Causa.

Als Rosenberg am Weg zum Weißen Haus war, brach fast politische Panik aus in der Hauptstadt Washington D.C.. Und an der Wall Street purzelten die Aktienkurse: Der „Dow Jones“-Index brach binnen Minuten um fast 200 Punkte ein.

Es stellte sich aber vorerst heraus,, dass Rosenstein nur an einer routinemäßigen Kabinettssitzung teilnahm. Bekannt wurde aber dann auch: Zum richtigen Showdown zwischen Rosenstein und Trump wird es nun am Donnerstag kommen.

Offiziell soll es um die „Zukunft des Justizministeriums“ gehen, in Wahrheit aber eher um Rosensteins Zukunft selbst. Der brisante Termin wurde von White-House-Sprecherin Sarah Sanders bekanntgegeben.

Sollte Rosenstein entlassen werden oder das Handtuch werfen, wäre Generalstaatsanwaltin Noel Francisco die neue Aufseherin der Mueller-Ermittlungen.

Sie wird vom Weißen Haus als weit willfähriger angesehen. Rosenstein ist Trump neben Prügelknaben Sessions schon seit langem ein Dorn im Auge: Immerhin hatte der Karrierebeamte im Mai des Vorjahres FBI-Veteranen Bob Mueller mit den Kremlgate-Untersuchungen beauftragt, über die Trump stürzen könnte.

 

Herbert Bauernebel ist freier US-Korrespondent in New York seit 1999. Er leitet dazu das Info-Portal AmerikaReport.de mit Blogs, Analysen und News – von „Breaking News“ bis Politik-Aufregern, von Trends aus dem „Silicon Valley“ bis zur Wall Street.   

20 Kommentare

20 Comments

  1. Avatar

    tarob

    25. September 2018 13:34 at 13:34

    Der „Dow Jones“-Index brach binnen Minuten um fast 200 Punkte ein.

    -Wenn es damit die gestrige Bewegung gemeint ist, so waren es nur 160 Punkte binnen 4 St.!!!
    Der „Bruch“ in SP fiel noch bescheidener aus.

    • Avatar

      Lars

      25. September 2018 14:17 at 14:17

      Sehe ich genauso, alles zu dramatisch dargestellt, wieder mal von den Börsen völlig ignoriert und längst wieder ausgeglichen. Auch die sog. „hawkishe“ Rede von Draghi war nicht mehr als ein lächerliches Strohfeuer.
      Nach dem Lesen dieser Artikel habe ich staunend meine Charts betrachtet und immer wieder gedacht: Warum bei mir nicht? Wieso ist hier alles anders? Gibt es ein Paralleluniversum?

      • Markus Fugmann

        Markus Fugmann

        25. September 2018 15:23 at 15:23

        @masud, @Lars, der Euro stieg in einer heftigen Bewegung nach der Rede Draghis, kam dann aber wieder zurück. Und auch die Wall Street hatte doch einen schnellen Rücksetzer, der jedoch ebenso schnell wieder aufgefangen wurde durch das Dementi von Rosenstein.
        Im übrigen stammt der Artikel nicht von der FMW-Redaktion (sondern von Herbert Bauernebel), Tenor ist auch weniger die Wall Street, als vielmehr eben die Konfusion um Rosenstein. Insofern hat das, @masud, mit FMW und einem unterstellten Hang zur Melodramatik nichts zu tun..

        • Avatar

          Masud79

          25. September 2018 16:02 at 16:02

          Wenn man nur ihre Seite lesen würde ohne den Dax stand zu kennen würde man den Dax bei 6000 vermuten

          • Markus Fugmann

            Markus Fugmann

            25. September 2018 16:18 at 16:18

            @masud, nein, nicht dass der Dax bei 6000 steht – sondern eigentlich stehen müsste! (kleiner Scherz :)

        • Avatar

          sufaap2008

          25. September 2018 17:04 at 17:04

          Mußte erstmal diesen Rosenstein-Einbruch suchen :(

          Wenn die Konfusion Rosenstein mit einem an den Haren gezogenen Ereignis (Einbruch 200Pkt. binnen Minuten) in einem der wichtigsten Indizes der Welt untermauert wird, auch wenn Tenor nicht die Wall Street war. Dann wirft das schon Fragen nach der gewohnten Qualität der FMW auf, auch weil in der Überschrift klar und deutlich „Redaktion“ steht und nicht etwa Herbert Bauernebel.

          • Markus Fugmann

            Markus Fugmann

            25. September 2018 17:08 at 17:08

            @sufaap, dass der Autor unter „Redaktion“ erscheint, liegt an der Software, die wir nutzen (Word Press). Und ich saß vor den Kursen, als die Meldung über Rosenstein kam – und der S&P sackte in wenigen Sekunden 5 Punkte nach unten, was er noramlerweise eher nicht tut..

          • Avatar

            Masud79

            25. September 2018 17:28 at 17:28

            Es würde der fmw besser stehen wenn man diese plakativen Bildzeitung Überschriften weglässt. Reicht schon wenn sie in der gleichen Größe geschrieben werden

          • Markus Fugmann

            Markus Fugmann

            25. September 2018 17:55 at 17:55

            @Masud, die Optik der Seite ist etwas knallig, der Inhalt hoffentlich knackig – wenn Ihnen das nicht paßt: es gibt ja bekanntlich viele andere Seiten, vielleicht haben die ja kleinere Überschriften..

        • Avatar

          Lars

          25. September 2018 17:41 at 17:41

          @Markus Fugmann, das sollte von meiner Seite keine Fundamentalkritik an der FMW sein. Eher an den inzwischen alles ignorierenden Börsen ;)
          Lediglich die Aussage, dass der DOW Jones binnen Minuten um fast 200 Punkte einbrach, ist schlichtweg dramatisch übertrieben bis falsch, da es tatsächlich nur etwa 160 Punkte binnen etwa 4 Stunden waren.
          Was den EUR angeht, ist nicht eine heftige Bewegung, welche dann schnell wieder zurückgeht, ein klassisches Strohfeuer?

          • Markus Fugmann

            Markus Fugmann

            25. September 2018 17:53 at 17:53

            @Lars, alles gut :)

          • Avatar

            Masud79

            25. September 2018 18:37 at 18:37

            Herr Fugmann sie sind wie trump. Immer gleich patzig

          • Markus Fugmann

            Markus Fugmann

            25. September 2018 18:51 at 18:51

            @Masud, Sie sollten auch meine Position verstehen: ich gebe mir unter großen Anstrengungen und vollstem Einsatz Mühe, hier mit dem FMW-Team außerordentliche (und für die Leser kostenfreie) Inhalte zu liefern – und dann wird man angeblöckt, weil jemand das Gefühl hat, die Überschriften der Artikel seien zu groß!
            Ansonsten sehe ich eher weniger Parallelen zwischen Trump und mir..

  2. Avatar

    Masud79

    25. September 2018 14:20 at 14:20

    Fmw liebt die Melodramatik. V.a. wenn sie das dauerbärenherz besänftigt

    • Avatar

      Masud79

      25. September 2018 20:58 at 20:58

      War nur Spaß Herr Fugmann .ich lese ihre Seite vom ersten Tag an

  3. Avatar

    berti

    27. September 2018 18:36 at 18:36

    Vom High Noon hat man heut gar nix gehört bisher???

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      27. September 2018 18:39 at 18:39

      @berti, es gibt nur die Info, dass Trump mit Rosenstein heute bisher nicht gesprochen hat, aber der Termin für heute wurde bestätigt..Trump kuckt erstmal die Anhörung in Sachen Kavanaugh..

  4. Avatar

    berti

    27. September 2018 18:41 at 18:41

    Danke für die Blitzschnelle Antwort !!!!

    <3

    :-)

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      27. September 2018 18:47 at 18:47

      @Berti, jetzt kommt geade die Meldung, dass das Treffen auf nächste Woche verschoben ist!
      Beide hätten aber einige Minuten miteinander gesprochen (telefoniert?)

      • Avatar

        berti

        27. September 2018 19:16 at 19:16

        Aha ☺

        Danke nochmals

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Claudio Kummerfeld

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Dunkle Wolken über Frankfurt

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

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Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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