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High-Steaks Dinner mit Donald Trump und Jerome Powell – Gespräche über die US-Konjunktur, was sonst?

Warum Trump Fed-Chef Powell zum Abendessen eingeladen hat..

Nach zahlreichen kritischen Kommentaren des US-Präsidenten gegen seinen selbst inthronisierten Chef der Federal Reserve „Jay Powell“, die sich von Woche zu Woche an Intensität gesteigert haben (zuletzt: vielleicht war es ein Fehler ihn zum Fed-Chef ernannt zu haben), jetzt dies. Ein gemeinsames Abendessen, bei dem man angeblich eine Stunde über den Zustand der US-Wirtschaft gesprochen hat.

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Trumps oberstes Ziel

Es gab wohl kaum einen US-Präsidenten, über den mehr in psychologischer Hinsicht diskutiert wurde, als derzeit über Donald Trump. Überdeutlich ist in Sprache, Mimik und Gestik der egomanische und selbstverliebte Anspruch des Präsidenten zu erkennen, bei einer mehr als ungewöhnlichen Art und Weise der Amtsführung des 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten. Die für mich skurrilste Bemerkung eines Politikers ist die im Zusammenhang mit dem Mauerprojekt von ihm getätigte Äußerung: „Das Wort Kompromiss kommt in meinem Wortschatz nicht vor“ – wie, was ist denn Politik sonst?

Aber zum eigentlichen Thema. Trumps oberstes Ziel ist seine Wiederwahl nach vier Jahren, alles andere würde für ihn eine unglaubliche Niederlage bedeuten – for the best President ever. Deshalb hat er schon kurz nach seiner Wahl mit den Vorbereitungen für seine Wiederwahl begonnen.

 

Warum Trump die Fed braucht

Dieses Ziel ist aber direkt korreliert mit dem Zustand der Wall Street und damit einer gut laufenden US-Wirtschaft. Genau dies war nach seiner Meinung in Gefahr, als Jerome Powell im Jahr 2018 vier Mal die Zinsen anhob und am 3. Oktober ebenso viele Anhebungen für 2019 andeutete, zusammen mit einer Bilanzreduzierung von 50 Mrd.$/ monatlich auf „Autopilot“.

Da schwante Trump Ungutes, denn es dürfte ihm nicht entgangen sein, dass in den letzten drei Wirtschaftzyklen die Zinsanhebungen maßgeblichen Anteil am Sturz der Ökonomie in die Rezession gehabt haben. Denn, es ist es für jeden Amtsinhaber sehr schwer in einem Wirtschaftsabschwung wiedergewählt zu werden, gerade wenn man seiner Stammwählerschaft bessere Lebensverhältnisse als zentrales Ziel der Präsidentschaft versprochen hat.

Gerade das war zu befürchten, nachdem jetzt nur noch 21 Monate verbleiben, bis der 45. Präsident sein Amt verteidigen (muss), wie es Trump vorschwebt. Dann kam die Rede Powells Ende Dezember und die Notenbanksitzung im Januar mit der 180 Grad-Wende des Fed-Chefs, ganz im Sinne des Präsidenten und schwuppdiwupp traf man sich beim Dinner. Man muss keine hellseherischen Fähigkeiten besitzen, um zu erahnen, worüber man sich bei dem Treffen unterhalten haben könnte.

Bei seiner Rede zur Nation ging der Präsident nur wenig auf wirtschaftliche Pläne ein, Hauptanliegen war seine Mauer zu Mexico, für die er bei allen Gelegenheiten wirbt, als ginge es um den Weltfrieden. Was wird am 15. Februar geschehen? Lässt Trump es zu einem erneuten Shutdown kommen oder greift er zum nationalen Notstand?

Es wird sehr interessant sein, welche Maßnahmen er zur Stützung der US-Wirtschaft ankündigen wird, sollte es zu einer weiteren Abschwächung der Weltkonjunktur kommen. Steuerreform 2.0 oder Infrastrukturprogramme für Teile eines maroden Amerikas?

Unter diesem Aspekt ist auch der Handelsstreit mit China zu sehen, bei dem er nicht maßlos eskalieren darf, ohne bei der Retourkutsche gerade die oben beschriebenen Gefahren hervorzurufen.

Das wird die Staatsverschuldung mit hoher Wahrscheinlichkeit nach oben treiben. Aber für welches Programm er sich auch unter dem Aspekt Wiederwahl 2020 auch entscheiden mag – er braucht auf alle Fälle die Unterstützung der Fed. Höhere Zinsen sind aus seiner Sicht das Letzte, was der Amtsinhaber dann gebrauchen kann. Vielleicht trifft man sich vorher noch öfters zum Essen.

 

Fazit

Donald Trump braucht für seine Wiederwahl eine gute Wirtschaft und das würde den längsten Wirtschaftsaufschwung seit dem 2.Weltkrieg bedeuten.



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2 Kommentare

  1. Yes, „The Donald“ der vor seiner Wahl noch gegen „Die Kreatur von Jekyll Island“ zu Felde zog, benötigt sie heute für sein politisches Überleben. Powell hat ihm unter massivem politischen Druck zunächst einmal aus der Patsche geholfen, womöglich gemeinsam mit der Eingreiftruppe des Präsidenten an den Finanzmärkten. Allerdings ist die Schlacht für den Twitter-Präsidenten damit noch lange nicht geschlagen.

    1. Sie haben meiner Meinung nach völlig Recht: bisher hat die Fed nur verbal eine Wende vollzogen. Faktisch hat sie die Zinsen aber noch nicht gesenkt und auch die Bilanzreduzierung läuft auf vollen Touren und das ist es, was in der Wirtschaft ankommt (Zinserhöhungen wirken ja bekanntlich erst zeitverzögert). Von Unterstützung für die US- oder Welt-Wirtschaft der Fed also noch keine Spur. Und ob der Präsident mit einem gespaltenen Kongress noch eine Steuersenkung 2.0 oder ein relevantes Infrastrukturprogramm genehmigt bekommt, darf bezweifelt werden (so kurz vor der nächsten POTUS-Wahl).

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