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Hinweis in eigener Sache: Marktgeflüster und Server-Umstellung bei FMW

Markus Fugmann

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am

Wie bereits im heutigen Videoausblick angekündigt, muß das Marktgeflüster heute entfallen!

Am morgigen Samstag wird es eine Serverumstellung bei FMW geben, da die Zugriffe auf die FMW-Seite stark zugennommen haben und damit eine IT-Infrastruktur notwendig wird, die diesem gewachsenem Zuspruch dauerhaft gerecht wird. Daher dürfte die FMW-Seite morgen zumindest teilweise nicht erreichbar sein – wir bitten um Ihr Verständnis!

Ihnen allen ein schönes verlängertes Wochenende!

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Andreas

    7. Juni 2019 18:02 at 18:02

    Glückwunsch an Herrn Fugmann und das ganze FMW-Team! Die vielen neuen Leser und Seutenzugriffe haben sie sich wirklich verdient.
    FMW ist einer meiner Top Five Finanzseiten im Web.

  2. Avatar

    Andreas Weber

    7. Juni 2019 19:09 at 19:09

    Hallo Herr Fugmann,

    dass die Zugriffe rasant steigen wundert mich nicht…
    FMW ist meiner Meinung nach eines der kompetentesten Finanzinformationsportale im deutschsprachigen Raum.
    Vielen Dank an Sie und Ihre Kollegen!

    Auch Ihnen ein schönes verlängertes Wochenende,
    AW

  3. Avatar

    Marcus

    7. Juni 2019 21:05 at 21:05

    Das sind doch erfreuliche Nachrichten, da nimmt man die Nicht-Erreichbarkeit gerne in Kauf. Glückwunsch Markus Fugmann und die Redaktion!

  4. Avatar

    Shong09

    7. Juni 2019 21:44 at 21:44

    Kann mich den Vorrednern nur anschließen, wobei sie die 5 gerne durch eine 1 ersetzen dürfen. Mit Realtimekursen und nach Ihren Empfehlungen gestricktem Twitteraccount und den sachlichen Kommentaren von diversen Besuchern hier, dazu noch Onvista, kommt man schon sehr gut zurecht

  5. Avatar

    Heinrich Dießelmeyer

    1. Oktober 2019 15:21 at 15:21

    Ihr Artikel „Rentenversicherung mit „Überschüssen“ – so wird das kaputte System schön gerechnet vom 30.09.2019.

    Sehr geehrter Herr Kummerfeld!
    Durch Zufall habe ich Ihren o. g. Artikel gelesen und ich muss leider sagen, dass ich selten einen so weltfremden und sachunkundigen Artikel über die gesetzlich Rentenversicherung gelesen habe. Ich hoffe, dass Sie mein Schreiben lesen werden und sich vielleicht auch anderweitig das wahre Bild über die gesetzliche Rentenversicherung verschaffen werden.
    Wenn es sich denn mit dem Geist Ihrer Zeitung verträgt, was ich stark bezweifle.
    Es irritiert mich immer wieder wie in seriösen Zeitungen, über die Problematik der gesetzlichen Rentenversicherung berichtet wird, oder eben nicht. Die Rentner haben Zeit ihres Berufslebens für ihren Lebensabend in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt. Immer werden bewusst oder unbewusst eine Reihe von wesentlichen, leicht nachprüfbaren Tatsachen einfach unberücksichtigt gelassen, wie unter anderem:
    · Jeder Rentenkürzung entspricht eine vergleichbare Entwertung der bisher und zukünftig gezahlten Beiträge, sie trifft damit die junge Generation ebenso wie die ältere. Das hat also mit Generationengerechtigkeit absolut nichts zu tun.
    · Bis 1977 erhielten Arbeitnehmer bei vergleichbarer Lebensleistung annähernd die gleiche Altersversorgung wie Beamte oder Mitglieder einer berufsständischen Versorgung. Die regelmäßigen rückwirkenden und enteignungsgleichen Eingriffe des Gesetzgebers seit 1978 haben dazu geführt, dass die heutige Durchschnittsrente für Männer nicht einmal mehr halb so hoch ist, wie die durchschnittlichen Pensionen bzw. die durchschnittliche Versorgung bei den berufsständischen Systemen, wobei die Differenz von Jahr zu Jahr größer wird.
    · Die Aufteilung unserer Bevölkerung auf die verschiedenen Versorgungssysteme ist einmalig in Europa, sie stammt aus der vordemokratischen Zeit des 19. Jahrhunderts und erscheint heute rein willkürlich. Die Umstellung der gesetzlichen Rentenversicherung vom Kapital- auf das Umlageverfahren bei gleichzeitiger Enteignung der Rentenversicherungsträger ab 1957 war eine rein politische Entscheidung und diente ausschließlich dazu, den Bundeshaushalt zu entlasten.
    · Seit 1957 wird die gesetzliche Rentenversicherung mit Verpflichtungen der Allgemeinheit belastet und seit 1960 reichen die dafür vom Bund geleisteten Zahlungen nicht aus, diese übertragenen Verpflichtungen in vollem Umfang zu finanzieren. Die gesetzliche Rentenversicherung subventioniert also seit 50 Jahren den Bundeshaushalt und nicht umgekehrt. Der Bund hat seitdem Schulden in Höhe von etwa 800 Milliarden Euro bei der gesetzlichen Rentenversicherung angehäuft. Warum wohl ist der Gesetzgeber nicht bereit, hier die notwendige Transparenz zu schaffen?
    Leider wird von den Medien nie hinterfragt warum die Lage der gesetzlichen Rente so geworden ist wie sie heute ist. An der Wahrheit ist offensichtlich, aus welchen Gründen auch immer, kein Redakteur oder Berichterstatter interessiert.
    Nach 1945 haben die Eliten des ehemaligen Deutschen Reichs für die erwerbstätige Bevölkerung das Mehr-Klassensystem bei der Altersvorsorge auch für die BRD durchgesetzt, eine willkürliche politische Entscheidung. Die gesetzliche Rentenversicherung, die berufsständische Versorgung, die Beamtenversorgung. Diese Aufteilung gibt es m. E. wohl in keinem demokratischen Rechtsstaat.
    Bis 1956 war die Angestelltenversicherung wie eine berufsständische Versorgung organisiert.
    Die Umstellung der Arbeiter-Rentenversicherung und der Angestelltenversicherung auf das Umlageverfahren im Jahr 1957 war ebenfalls eine willkürliche politische Entscheidung.
    Gleichzeitig hat der Gesetzgeber für die staatlichen und gesellschaftlichen Eliten andere, wesentlich bessere Systeme und damit ein Zwei-Klassenrecht geschaffen: rechtsstaatliche Grundsätze und elementare Grundrechte für die berufsständische und die Beamtenversorgung, die Gestaltungsfreiheit und staatliche Willkür des Gesetzgebers für Arbeitnehmer und Rentner.
    Politische Beliebigkeit wurde zum Rechtsstaatsprinzip für Arbeitnehmer und Rentner.
    Ab 1957 hat der Gesetzgeber alle Sozialfälle der Gesamtgesellschaft der gesetzlichen RV zur Abwicklung übertragen und in keinem Jahr seitdem diese versicherungsfremden Leistungen in vollem Umfang ersetzt. Die so entstandenen Defizite zu Lasten der gesetzlichen RV summieren sich bis 2018 auf 811.891 Mrd. Euro (https://www.adg-ev.de/index.php/publikationen/publikationen-altersvorsorge/1387-versicherungsfremde-leistungen-2015?start=1.
    Seit 1978 gibt es regelmäßige rückwirkende Eingriffe des Gesetzgebers in das Rentenrecht und ebenso regelmäßige Manipulationen bei der Rentenanpassung. Die Folge: Seitdem hat sich das Rentenniveau gegenüber den Einkommen, Pensionen und den Renten der berufsständischen Versorgung in etwa halbiert.
    Seit 1981 ist keine BVerfG- Entscheidung bekannt, in der nicht die Gestaltungsfreiheit des Gesetzgebers einen höheren Verfassungsrang hat, als die Grundrechte von Arbeitnehmern und Rentnern, z.B. Gleichheitssatz, Rechtsstaatsprinzip, Vertrauensschutz, Zweckbindung der Beiträge und damit Eigentumsschutz.
    Und jetzt zu den 80 Milliarden Euro Bundeszuschuss in die „Rentenkasse“ von denen die Politiker und andere interessierte Kreise gerne sprechen: Nach dem BMF- Monatsbericht 11/2008, Seite 51, betrugen die Leistungen des Bundes an die Rentenversicherung 2008 etwa 78,2 Mrd. Euro. Davon sind 56,4 Mrd. Euro als Bundeszuschüsse ausgewiesen, die einen Ausgleich für die versicherungsfremden Leistungen darstellen, das sind knapp 24 Prozent der Rentenausgaben (ca. 237 Mrd. Euro). Nach Angaben der Bundesregierung betragen die versicherungsfremden Leistungen mindestens 29,1 Prozent (ca. 69 Mrd. Euro) der Rentenausgaben (Bericht der Bundesregierung zur Entwicklung der nicht beitragsgedeckten Leitungen und der Bundesleistungen an die RV vom 13.08.2004). Dazu kommen noch rund 14 Mrd. Euro sogenannte Transferleistungen (RV-Bericht 2008 der Bundesregierung). Das heißt, auch 2008 gab es eine Deckungslücke von rund 26,6 Mrd. Euro.
    Wie sehr die politischen „Eliten“ das Zwei-Klassenrecht bereits verinnerlicht haben, zeigt das Beispiel Roman Herzog, der davon sprach, dass die Alten die Jungen ausplündern. Man kann sicher annehmen, dass er nicht sich selbst gemeint hat, obwohl er ein Vielfaches an Pension und anderen staatlichen Leistungen erhält als ein Rentner, aber selbstverständlich nie Beiträge gezahlt hat.
    Nach der Regierungsübernahme durch die SPD nach der Bundestagswahl 1998 gibt es praktisch gar keine Informationen mehr. Die Informationspflicht über die gesetzliche Rentenversicherung wurde eingeschränkt bzw. zur Volksverdummung umfunktioniert. Zum anderen waren die SPD-Politiker unverfroren genug, was sie vor der Wahl 1998 als Sozialabbau und Rentendiebstahl bekämpft hatten, als Brücke zwischen den Generationen oder als Generationengerechtigkeit zu verkaufen. Wer erinnert sich nicht mehr an die Rededuelle zwischen Norbert Blüm (CDU) und Rudolf Dressler, dem sozialpolitischen Sprecher der SPD. Alles heiße Luft und Volksverdummung. Nach der von der SPD gewonnenen Bundestagswahl 1998 mutierte die SPD vom Paulus zum Saulus. Dressler verschwand quasi bei Nacht und Nebel nach Israel und Riester wurde zum Sozialminister gemacht um den Schulterschluss mit den Gewerkschaften herzustellen.
    Alleine zwischen 1977 und 2000 hat der Gesetzgeber mit einer Reihe von Rentenreformen insgesamt 23 leistungsmindernde Eingriffe in das Rentenrecht vorgenommen. Der Trend, in regelmäßigem Turnus Verschlechterungen für die Versicherten vorzunehmen, ist seit 30 Jahren ungebrochen und trifft nicht nur diejenigen, die demnächst in Rente gehen, sondern ganz besonders auch die, die in 20 bis 30 Jahren eine Rente beziehen wollen.
    Der Gesetzgeber hat der gesetzlichen Rentenversicherung eine Vielzahl von gesamtgesellschaftlichen finanziellen Leistungen übertragen (sog. versicherungsfremde Leistungen), ohne die entsprechenden Mittel dafür in voller Höhe bereitzustellen. Dadurch werden seit mehr als 40 Jahren und auch heute noch die Überschüsse der gesetzlichen Rentenversicherung zugunsten der Staatskasse abgeschöpft. Bis zur Bundestagswahl 1998 wurde dieser Umstand von der Oppositionspartei SPD noch als Rentendiebstahl angeprangert.
    Wären diejenigen, welche die entsprechenden Gesetze formulieren und darüber entscheiden, auch von den Folgen dieser Gesetze betroffen, manche dieser Entscheidungen würde anders aussehen bzw. wäre nie getroffen worden.
    Ein Solidarsystem, das diesen Namen wirklich verdient, würde für Gemeinschaftsaufgaben alle Bürger, auch Beamte, Politiker und Selbständige, in die soziale Solidarität mit einbinden. Dass dem nicht so ist, erkennt man am Beispiel der Kriegsfolgelasten (versicherungsfremde Leistungen) und den Sozialkosten durch die deutsche Wiedervereinigung (Transferleistungen). Wesentliche Teile dieser Lasten hat der Gesetzgeber allein den Pflichtversicherten der Rentenversicherung auferlegt. An diesen Kosten beteiligen sich Selbständige, Politiker und Beamte nicht!
    Die von den Versicherten und Rentnern geleisteten Beiträge zur Entlastung der Rentenversicherung aufgrund vergangener Rentenreformen wurden in der Diskussion um Reformen in keiner Weise berücksichtigt. Als Folge der rückwirkenden Streichung von ursprünglich zugesagten Leistungen wurde die sogenannte Eckrente – das ist jene Rente, die ein Versicherter nach 45 vollen Erwerbsjahren mit Durchschnittseinkommen erhält – gegenüber dem Betrag, der sich ohne diese Maßnahmen ergeben hätte, um 26 Prozent abgesenkt. Nimmt man die 1983 eingeführten Krankenversicherungsbeiträge der Rentner hinzu, beträgt die Eckrentenabsenkung ein knappes Drittel.
    In der Zeit von 1977 bis 2000 änderte sich die Rentenbezugszeit von 11,9 Jahren (1977) auf 16,1 Jahre, also um 4,2 Jahre. Bezogen auf den Wert von 1977 sind das 35,3 Prozent. Im Gegenzug hat der Gesetzgeber – wie schon erwähnt – eine Rentenminderung von 26 Prozent bzw. ca. 33 Prozent vorgenommen.
    Damit hat der Gesetzgeber den längeren Rentenbezug bereits ausgeglichen.
    Außerdem ist noch darauf hinzuweisen, dass der Beitragssatz zur gesetzlichen RV von 1967 bis 2000 um etwa 38 Prozent erhöht wurde, das heißt wir Rentner haben hier schon einen sehr viel höheren Anteil unseres Einkommens eingezahlt.
    Obwohl von den Sozialpolitikern der politischen Parteien insgeheim nicht bestritten wird, dass die gesamtgesellschaftlichen Leistungen aus Steuermitteln des Bundeshaushaltes zu finanzieren wären, hat sich bisher keine Mehrheit gefunden um gesetzgeberische Taten folgen zu lassen.
    Allein die Unfähigkeit der Parlamente diese Fehlentwicklung zu verhindern wäre Anlass genug die Entscheidungskompetenz über die gesetzliche Rentenversicherung dem Staat zu entziehen und diese auf eine unabhängige Institution, ähnlich der Deutschen Bundesbank, zu übertragen.
    Eine derartige Institution hätte die soziale Rentenversicherung nicht nur auf eine verlässliche Grundlage gestellt, sondern zugleich ein für alle Mal dem politischen Gerangel, dem Spiel der Parteien und der Interessengruppen sowie dem Einfluss der Wahlkonjunktur entzogen.
    Solange das BVerfG für Recht erklärt, dass für Arbeitnehmer und Rentner nicht die gleichen Rechte gelten wie für Politiker und privat- oder kammerversicherte Selbständige, sowie Beamte und Richter, und das mit Unterschieden begründet, die auf willkürliche Festlegungen des Ständestaats des 19. Jahrhunderts zurückgehen, sind wir noch weit davon entfernt ein demokratischer Rechtsstaat zu sein.

    Wenn also betroffene Arbeitnehmer und Rentner nicht mehr zur Wahl gehen oder Alternativen suchen, sollte sich niemand wundern.

    Zum guten Schluss noch eine Bitte: Üben Sie einen investigativen Journalismus aus. Glauben Sie nicht alles was Ihnen irgend welche Politiker oder irgend welche Experten erzählen. Recherchieren Sie und schreiben Sie wenn irgend möglich die Wahrheit. Das sind Sie Ihren Lesern schuldig.

    Das Recht auf Volksverdummung haben ausschließlich unsere Parlamentarier.

    Mit freundlichem Gruß
    H. Dießelmeyer

    Auszug aus der Teufel-Tabelle (2017 + 2018)

    Jahr Renten-ausgaben Bundesmittel für versiche- rungsfremde Leistungen VersicherungsfremdeLeistungen Transfer-Leistungen AnteilHibli-Rente ungedeckt
    pro Jahr aufsum-miert
    in Mio. € in Mio. € in % in Mio. € in % in Mio. €1) in Mio. € in Mio. € in Mio. €
    2017 254.925 67.792 26,6 % 58.123 22,8 % 20.000 10.190 20.521 788.918
    2018 263.008 69.505 26,4 % 59.966 22,8 % 22.000 10.513 22.974 811.891

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EZB ebnet argumentativen Weg für lang anhaltende Rettungsmaßnahmen

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Seit der Finanzkrise 2008 veranstaltet die EZB ein Anleihekaufprogramm nach dem nächsten. Die Zinsen sinken im großen Bild gesehen immer weiter. Egal wie gut es der Konjunktur in der Eurozone zwischen 2008 und 2020 wieder ging. Die EZB druckte immer weiter Geld, kaufte immer weiter Anleihen. Länder wie Italien wurden mit EZB-Geld und immer weiter sinkenden Zinsen am Leben erhalten. Nach der Krise war vor der Krise.

Und nun, kommt nach der Coronakrise (die Impfstoffe kommen ja bald) wieder die nächste Krise, nämlich die Rettung der überschuldeten Unternehmen? Deswegen muss die EZB (wie es auch die Fed macht) zusammen mit den Regierungen der Mitgliedsstaaten immer weiter retten, retten und retten. Denn ja, wir wissen es alle. Mit gigantischen Kreditprogrammen, Zuschüssen, Kurzarbeitergeld uvm werden in Europa die Nöte der Coronakrise gemildert, und Probleme optisch versteckt. Am besten erkennt man das beim Thema Kurzarbeitergeld. In Deutschland wurde die ausgeweitete Funktion dieses Instruments erst letzten Freitag im Bundestag bis Ende 2021 verlängert – welch ein Zufall, bis zur Bundestagswahl kann die Kurzarbeit in ihrer jetzigen Form also weiterhin als neuer Dauerzustand für eigentlich arbeitslose Arbeitnehmer genutzt werden. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

EZB kommt mit „Nicht zu früh aufhören“-Argumentation

Aber zurück zur EZB. Die einfache wie auch clevere Aussage der EZB lautet am heutigen Montag (frei und sinngemäß zusammengefasst): „Wenn wir die Hilfen zu früh einstellen, gefährden wir den Erfolg“. Tja, und wann das Ende der Hilfen angebracht ist, das ist bei der EZB bekanntermaßen eine sehr dehnbare Ansichtssache (siehe Anleihekäufe seit 2008 bis heute – hier eine wunderschöne historische Übersicht zu dem Thema). Im Rahmen ihres heute veröffentlichten Finanzstabilitätsberichts hat die EZB auch einen einzelnen Artikel veröffentlicht, bei dem es um die „Bewertung von Schwachstellen von Unternehmen“ in der Eurozone geht.

Und die Schwachstelle scheint offenbar darin zu bestehen, dass EZB und Regierungen ihre Hilfsprogramme zu früh auslaufen lassen könnten. Man sieht die Probleme wohl auch vor allem beim Zugang zu Krediten und bei steigenden Finanzierungskosten. Die Unterstützung durch die Geldpolitik der EZB habe dazu beigetragen, die tatsächlichen Insolvenzen bisher unter Kontrolle zu halten. Staatliche Kreditgarantien und Konkursmoratorien hätten eine groß angelegte Welle Unternehmenspleiten verhindert. Aber eine beträchtliche Anzahl von Unternehmen könnte gezwungen sein Konkurs anzumelden, wenn diese Maßnahmen zu früh aufgehoben werden oder die Kreditvergabebedingungen der Banken verschärft werden, so die heutige Aussage der EZB. Tatsächlich deute die historische Ko-Bewegung des Anfälligkeitsindikators mit den Unternehmensinsolvenzen und dem BIP-Wachstum darauf hin, dass sowohl die Regierungspolitik als auch die niedrigen Fremdfinanzierungskosten dazu beigetragen hätten, die Auswirkungen der Verschlechterung des Gesundheitszustands der Unternehmen auf die tatsächliche Zahl der Insolvenzen zu dämpfen – auch wenn die Auswirkungen je nach Land, Sektor und Unternehmensgröße unterschiedlich seien.

Dieser neu entwickelte Indikator mache laut EZB deutlich, dass die Anfälligkeit des Unternehmenssektors auf ein Niveau gestiegen ist, das zuletzt während der Staatsschuldenkrise im Euroraum beobachtet wurde. Finanzierungsrisiken hätten sich dank verschiedener Unterstützungsmaßnahmen bisher nicht materialisiert, aber die Anfälligkeit der Unternehmen könne weiter ansteigen und ein Niveau erreichen, das während der globalen Finanzkrise beobachtet wurde. Insbesondere wenn die zweite Welle der Pandemie die wirtschaftliche Erholung zum Stillstand bringe und das Wachstum schwächer ausfällt als prognostiziert, könnte ein frühzeitiger Ausstieg aus den Stützungsmaßnahmen schließlich zu einem deutlichen Anstieg der Unternehmenskonkurse führen, mit Auswirkungen auf die Finanzstabilität auch für die Banken im Euroraum, so die EZB.

Aus Rettung wird Dauerzustand

Tja, haben sie es auch rausgelesen? Diese Aussagen (wie auch jüngst die Warnung von Christine Lagarde vor der Rezession) bieten die perfekte Vorlage, damit KfW-Kredite, Null- und Negatzvinsen, Kurzarbeitergeld, Anleihekäufe in Billionenhöhe etc immer so weitergehen, Jahr für Jahr. Nicht denkbar? Nochmal, ich möchte erinnern an die letzten zwölf Jahre seit der Finanzkrise! Natürlich sind viele Maßnahmen sicherlich gut und richtig wie die KfW-Kredite, Zuschussprogramme etc. Aber vor allem was die EZB da anrichtet mit ihren Kaufprogrammen und abgeschafften Zinsen. Diese Maßnahmen, wenn sie jahrelang immer weiter beibehalten werden, schaffen ein Gesamtumfeld, das nicht mehr ohne zinslose Kredite leben kann, und Staaten die nicht mehr ohne negative Anleiherenditen leben können. Man gewöhnt sich an diese schöne neue Welt sehr schnell – oder besser gesagt, man hat sich längst daran gewöhnt. Ein Ende dieser Geldpolitik der EZB, ist die überhaupt noch vorstellbar bei der Schuldenexplosion bei Staaten und Unternehmen? Entweder immer so weitermachen, oder man riskiert einen großen Knall.

EZB-Grafik zur Verwundbarkeit der Unternehmen
Grafik: EZB

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Coronavirus: Die Impfung und die praktischen Folgen

Deutschland rüstet sich für die ersten Impfungen gegen das Coronavirus. Aber was passiert nach erfolgreicher Impfung? Wie wird man mit den verschiedenen Gruppen im praktischen Leben umgehen?

Wolfgang Müller

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am

Deutschland rüstet sich für die ersten Impfungen gegen das Coronavirus. Impfzentren werden bereits für Mitte Dezember vorbereitet, obwohl noch gar kein Vakzin zugelassen ist. Die Politik macht Druck.

Mindestens 96 Corona-Impfzentren sollen allein in Bayern bis Mitte Dezember einsatzbereit sein. In jedem Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt im Freistaat ist mindestens ein Impfzentrum geplant, so ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Donnerstag.

Aber was passiert nach erfolgreicher Impfung? Wie wird man mit den verschiedenen Gruppen im praktischen Leben umgehen? Darüber wird man bald diskutieren.

Coronavirus: Immunisiert oder nicht

Im Prinzip müsste es im neuen Jahr vier verschiedene Gruppen innerhalb der Bevölkerung geben: Menschen, die bereits eine Infektion mit dem Coronavirus überstanden haben. Und dann die, die  registriert sind: eine diffuse Gruppe mit Bürgern, die selbst nicht genau wissen, ob sie vielleicht nicht schon infiziert waren, die große Gruppe derer, die sich noch vor der Infektion geschützt haben – und schließlich die Geimpften. Wie verfährt man in Zukunft mit den Menschen, die die Infektionskrankheit überwunden haben und die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit immun sind gegen die Krankheit und auch als Spreader des Coronavirus für die Mitmenschen wegfallen? Gibt es nach erfolgreicher Impfung so etwas wie einen Impfpass?

Der Impfpass, jetzt eine zweifelhafte Angelegenheit?

In Kürze, wenn die Zulassung des Impfstoffes vollzogen ist, wird es rasch zwei Gruppen von Bürgern geben, die annehmen können, die Krankheit bezwungen zu haben – die vormals Infizierten und die Geimpften. Nach dem Stand der Wissenschaft gilt eine rasche Wiederinfektion mit dem Coronavirus als unwahrscheinlich. Bei Abermillionen von Infektionen müsste dies schon aufgefallen sein. Die Zahl der Infizierten in Deutschland nähert sich der Ein-Millionen-Grenze (Ende dieser Woche?), die Dunkelziffer dürfte in Deutschland bei Faktor 3 bis 5, liegen, so die Annahme einiger Wissenschaftler aufgrund der Antikörpertests.

Jedenfalls wird die Zahl der „Immunen“ bald im Millionenbereich liegen. Während man den ehemals Infizierten nach langen Diskussionen keinen Immunitätsausweis zusicherte, so wird nach einer Impfung gegen Covid-19 sicherlich eine Impfbescheiningung ausgestellt werden, wie beim Impfpass nach jeder Standardimpfung.

Was wird passieren, wenn sich geimpfte Menschen sagen, „so jetzt bin ich geschützt, warum weiter eine Maske tragen?“ Nur eine von vielen praktischen Fragen.

Aber da beginnt bereits das Dilemma. Die Neufassung des Infektionsschutzgesetzes sieht eine „Impf- und Immunitätsdokumentation“ vor. Was wird diese für Folgen haben? Eine Wiedergewährung von Mobilitäts- und Freiheitsrechten? Der Ethikrat ist bereits bei der Beratung der Problembereiche.

Wo könnte der Impfpass Anwendung finden?

Trotz aller ethischen Bedenken, werden Impfungen bei Reisen in fremde Länder empfohlen oder sind sogar Verpflichtung (z.B. gegen Gelbfieber in bestimmten afrikanischen Ländern). Wie werden asiatische Länder auf die Impfung reagieren, Staaten wie Taiwan, Vietnam, Thailand, Südkorea, Australien, Neuseeland, die die Infektion bisher erfolgreich eindämmen konnten? Könnte ein Impfausweis nicht Voraussetzung werden, dass man nach der Einreise von Menschen aus Risikogebieten keine 14-tägige Quarantäne absolvieren muss?

Gibt es aktuell vor einer Reise mit einem Kreuzfahrtschiff nicht bereits die Verpflichtung zu einem Corona-Schnelltest, in dieselbe Richtung laufen Bestrebungen im Luftverkehr?

Und was ist eigentlich mit den vielen Unternehmen aus den Corona-geschädigten Branchen, sei es der Kulturbereich, bei Messen, oder jeglichen Veranstaltungen (Fußball) mit größerem Publikumsverkehr? Werden diese sich für das ethisch etwas zweifelhafte Instrument Impfbescheinigung einsetzen, weil es ihnen sofort Luft zum Atmen bringen würde? Oder wird dies der Staat abwiegeln und versuchen, die Branchen mit immer weiteren Notgeldern über Wasser halten? Eines ist doch schon heute absehbar: Bei einer Bevölkerungszahl von 83 Millionen Menschen, abzüglich der bereits Betroffenen und den Impfverweigerern wird es lange dauern, bis all die Freiwilligen oder auch Zwangsläufigen (Pflegepersonal?) im großen Umfang gegen das Coronavirus geimpft sind.

Fazit

Sicher ist es noch etwas früh, sich über die praktischen Folgen einer Impfung Gedanken zu machen. Allerdings werden Regelungen kommen, ja vermutlich sogar gefordert werden. Schließlich steht manchem Unternehmer das Wasser bis zum Hals und man sehnt sich nach Kunden, nach Menschen, die kein Risiko in Sachen Coronavirus darstellen, für sich und für andere. Wann werden die Diskussionen über die neue Sachlage starten?

Was werden die praktischen Auswirkungen der Impfungen gegen das Coronavirus sein?

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Was den schwachen Goldpreis aktuell bewegt

Claudio Kummerfeld

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am

Ein Barren aus Gold

Der Goldpreis ist die letzten Tage ohne Stärke unterwegs. Eigentlich ist das merkwürdig, denn der US-Dollar schwächelt seit Tagen, und müsste Gold (das in Dollar gehandelt wird) daher doch eigentlich Auftrieb geben. Der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) hat binnen einer Woche von 92,80 auf 92,18 Indexpunkte verloren.

Corona-Impfstoffe dämpfen Aufwärtstrieb im Goldpreis

Mit aktuell 1.865 Dollar sieht man, dass die seit Donnerstag letzter Woche kurz aufgeflackerte Erholung mit Anlauf Richtung 1.900 Dollar wieder verpufft ist. Eindeutig ist zu sehen, dass die Anleger, die über das Vehikel der ETF (Exchange Traded Funds, hier die Begriffserklärung) in Gold investieren, letzte Woche auf der Verkäuferseite waren mit gut 30 Tonnen. Der folgende aktuelle Chart der Commerzbank zeigt seit Jahresanfang in gelb den Goldpreis-Verlauf, und in schwarz die Gold-ETF-Bestände. Die Nachfrage schlafft derzeit ab.

Chart zeigt ETF-Bestände in Gold im Vergleich zum Goldpreis

Die letzte wie auch die vorletzte Woche waren die Kapitalmärkte gefangen im Fieber der Corona-Impfstoff-Hoffnung. Nach Biontech und Pfizer kam letzte Woche Moderna mit einem fertigen Impfstoff, und heute früh dann auch noch AstraZeneca. Daher laufen die Aktienmärkte auch heute zum Wochenstart erfreulich nach oben. Alles was die Märkte positiv stimmt für eine Erholung der Weltwirtschaft, schwächt tendenziell den „Sicheren Hafen“ namens Gold. Im Chart sehen wir den Goldpreis im Verlauf der letzten 30 Tage. Der große Absturz in der Mitte des Charts rührt her von der ersten Impfstoff-Meldung gegen das Coronavirus vom 9. November von Biontech und Pfizer.

Laut heutiger Aussage des Commerzbank-Analysten Carsten Fritsch dürfte der aktuelle Optimismus hinsichtlich der Impfstoffe dagegen sprechen, dass es schon in Kürze zu einem neuerlichen Run auf die Gold-ETFs kommt. Entsprechend gedämpft sei der kurzfristige Ausblick für den Goldpreis. Die spekulativen Finanzanleger seien seiner Meinung nach durch den Preisrutsch Mitte letzter Woche offensichtlich auf dem falschen Fuß erwischt worden. Denn sie weiteten ihre Netto-Long-Positionen in der Woche zum 17. November auf gut 90.000 Kontrakte aus, nachdem sie diese in der Woche zuvor reduziert hatten. Entsprechend dürfte der Preisrückgang auf rund 1.850 Dollar letzten Mittwoch seiner Meinung nach auch durch spekulative Verkäufe begünstigt worden sein.

Mittel- und langfristig bergauf?

Bleibt es bei dem Szenario, welches wir letzte Woche schon erwähnten? Kurzfristig bleibt der Goldpreis trotz schwachem US-Dollar und dank der Corona-Impfstoff-Hoffnungen schwach? Aber mittel- und langfristig sieht man wieder Kurse über 1.900 Dollar und auch Richtung 2.000 Dollar? Das ist die Frage. Denn im großen Bild, da ist die Meinung der Notenbanker ja relativ eindeutig, wie man die letzten Tage und Wochen auch bei der EZB heraushören konnte. Die Geldpolitik (Anleihekäufe und Zinsen) wird noch sehr lange Zeit extrem locker bleiben, um die wirtschaftliche Erholung der Volkswirtschaften zu unterstützen. Also weiterhin Optimismus im größeren Bild für einen steigenden Goldpreis? Dieses Szenario bleibt vorhanden.

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf in den letzten 30 Tagen

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