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Historisch: erstmals überwiegen Short-Positionen für Rohstoffe – Gold im Fokus

FMW-Redaktion

Das gab es noch nie: erstmals in der Geschichte sind, das zeigen die COT-Daten der CFTC, Investoren in der Summe short für Roohstoffe, wetten also auf einen weiteren Verfall der Preise. Seit fünf Wochen fallen die Long-Positionen für Rohstoffe, sodass nun erstmals die Short-Positionen überwiegen. Verantwortlich dafür sind vor allem Hedgefonds, aber auch der zunehemende Pessimismus der Hersteller, die an den Future-Märkten sich gegen einen weiteren Preisverfall absichern.

In der letzten Woche haben die Short-Positionen bei 16 der 24 gehandelten Rohstoffe zugenommen, bei 13 von ihnen überwiegen nun die Short-Positionen – wobei aber in der Summe die Short-Kontrakte eben erstmals höher sind als die Long-Kontrakte. Auslöser ist einerseits die Dollar-Stärke in der Erwartung einer Zinsanhebung durch die Fed im Dezember, aber vor allem auch die Sorge vor einem weiteren Abschwung der Wirtschaft Chinas (siehe dazu unseren Artikel von heute „Was der freie Fall der Rohstoffpreise bedeutet„).

Besonders auffällig ist die Positionierung beim Gold: hier wurden Long-Positionen weiter abgebaut, alleine in den letzten drei Wochen wurden 130.000 Kontrakte verkauft – auch das ein Rekord in der Geschichte. Damit überwiegen nun die Short-Positionen beim Gold die Long-Positionen, ein sehr seltenes Phänomen, das historisch bisher nur einmal in noch größerem Umfang der Fall war (im Juli diesen Jahres). Noch vor wenigen Wochen hatte das Verhältnis von Long-Positionen zu Short-Positionen beim Gold beim Faktor 5:1 gelegen. Dabei fließt das Geld der Investoren nicht nur aus Long-Kontrakten am Future-Markt: die Gelder, die in ETPs (exchange-traded products) investiert wurden, die von einem steigenden Goldpreis ausgehen, sind auf dem tiefsten Stand seit dem Jahr 2009. Seit Mitte Oktober sind aus diesen ETPs 6,5 Milliarden Dollar abgezogen worden. Es ist bezeichnend, dass der Goldpreis nach den Pariser Terrorattacken nur kurz zulegen konnte – um dann wieder zu fallen.

Ähnliches gilt auch für andere Rohstoffe, etwa Benzin (RBOB gasoline), das erst das zweite Mal, seit es Daten zu den Positionierungen am Future-Markt dazu gibt (seit dem Jahr 2006), einen Überhang an Short-Positionen aufweist.

Ist der Boden schon erreicht für die Rohstoffe? Vermutlich nicht. Die Chancen für eine Erholung aber dürften dann gut stehen, wenn die Fed endlich die Zinsen am 16.Dezember anheben wird – und damit aus dem „Gerücht“ eine Tatsache wird – historisch verliert der Dollar fast immer in einem Zinsanehbungszyklus, während er im Vorfeld dieses Zyklus fast immer zulegen konnte. Und wenn der Dollar nachgibt, ist das auch eine gutte Nachricht für die Rohstoffpreise..



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2 Kommentare

  1. Normalerweise machen die Ereignisse die Nachrichten – könnte es einem in den Sinn kommen, daß man jetzt Ereignisse für Nachrichten generiert, um …was… zu tun? Gründe für das abgekartete Selbsthandeln zum Endausgang zu liefern?

  2. Meinetwegen können die mit ihren Derivaten spielen solange sie wollen. Ich habe mein Gold in klingender Münze und das schon seit Jahren.

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