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Großbritannien bestätigt höchstamtlich: Hochfrequenzhandel ist total in Ordnung

Redaktion

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FMW-Redaktion

Hochfrequenzhandel (HFT) gilt als eines der großen Übel an den Finanzmärkten. Schon diverse Male haben automatisch ausgelöste Tradinglawinen große Indizes für Minuten ins Chaos gestürzt, so die offensichtliche Vermutung. Aber auf UK kann diese Annahme jetzt offiziell nicht mehr zutreffen. Der Verteufelung einer ganzen Branche wollte die britische Finanzmarktaufsicht FCA auf den Grund gehen. Ist da was dran, sind die wirklich so schlimm, diese Zocker, die vollautomatisiert im Milisekunden-Abstand kaufen und verkaufen, war wohl die Frage bei der Betrachtung der Szene. Die FCA hat nach eigenen Angaben Daten aus 2013 untersucht, Kurse der britischen Börse sowie Kurse von Interbanken-Transaktionen (außerbörsliche Aktiengeschäfte). Man könne keine Belege dafür finden, dass sich HFT´s irgendeine Art von Vorteil verschaffen könnten, so die FCA.

Londoner-Börse
Börse in London. Foto: gren/Wikipedia Gemeinfrei

Die Prüfer der FCA erwähnen den Hauptvorwurf gegenüber den HFTs diese würden mit ihrer Technik einen spürbar zeitlichen Vorsprung gegenüber den „normalen“ Börsenhändlern erlangen, und dadurch einen realen Handelsvorteil haben. Zeitlichen Vorsprung erlangen sie nachweislich, in dem sie ganz offiziell (von großen Börsen selbst zur Verfügung gestellt) direkt in den Nebenräumen der Börsen-Rechenzentren ihre eigenen Server platzieren dürfen bzw. dort Rechnerplätze mieten. Dadurch ist die Übertragungsentfernung der Börsenkurse ganz real geringer als wenn die Server irgendwo 20 Kilometer in einem Bankenhandelsraum stehen. Es geht hier oft nur um Milisekunden, aber der zeitliche Vorsprung ist messbar, und wird von den komplett vorprogrammierten Handelssystemen automatisch in Orders umgesetzt.

Die Studie der FCA sagt eindeutig: NEIN, es gäbe keinerlei Belege, dass die HTFs minimale zeitliche Vorsprünge nutzen könnten um schneller handeln zu können als andere Trader. Der Geschwindigkeitsvorteil für die HTF´s sei nicht so entscheidend, so die FCA. Der britische Aktienmarkt sei hierfür nicht anfällig. Vom generellen Vorwurf die HTF´s seien oft schon für heftige Kursturbulenzen verantwortlich gewesen, liest sich in der Studie der FCA nichts. Gerade einem britischen HFT-Trader wird ja vorgeworfen für den großen Flash Crash in New York im Jahr 2010 verantwortlich zu sein. Die USA wollen eine Auslieferung von Großbritannien, wo dem Herrn eine lange Haftstrafe droht. Aber naja, nein, in UK ist das ja laut FCA nicht möglich.

Grundsätzlich möchten wir da anmerken: Wenn es nachweislich so ist, dass sich die HTF´s keinen Vorteil verschaffen können, warum mieten sie dann für horrende Summen Server direkt bei den Börsen, geben enorme Summen für die Programmierung von ALGOS aus und beschäftigen sich hauptberuflich nur damit? Wenn sie definitiv keinen Vorteil erlangen, warum tun sie es dann? Dann könnten sie damit doch kein Geld verdienen und würden alle ihre Tätigkeit einstellen!?

Es ist kein großes Geheimnis, dass die britischen Finanzmarktaufseher der „City of London“ immer schon recht wohlgesonnen gegenüberstanden. Man drückte in der Vergangenheit immer lieber ein Auge zu als genauer hinzuschauen. IdR lautet das Motto auf der Insel „alles für die City“, denn das ist unsere Industrie, von der wir leben. Mit dieser Studie stellt die FCA der ganzen vollautomatisierten HFT-Industrie eine Art Gütesiegel aus.

Ein Grundvorwurf steht vor allem in Deutschland latent im Raum und wurde in der Studie gar nicht berücksichtigt. „HFT bringt der Realwirtschaft keinerlei Nutzen und ist definitiv überflüssig.“ Aber diese Grundsatzdiskussion könnte man ja auch über einige andere Produkte führen. An dieser Stelle hier und jetzt geht das aber zu weit…

Hier der Originaltext der FCA:


Since they started participating in financial markets, High Frequency Traders (HFTs) have received a mixed reaction from academics and practitioners, with some underlining their role as liquidity providers and others highlighting the problems that they could bring to the market. A specific allegation that has been made is that HFTs prey on other market participants and only intermediate trades that would have taken place without their involvement. There are claims that HFTs can predict when orders are going to arrive at different trading venues and trade in advance of slower traders by exploiting their speed advantage. These claims infer that HFTs can make profits without taking risks due to their latency advantages.

In this paper, we investigate whether there is evidence that this behaviour is taking place on a systematic basis. We use a novel dataset with full order-book data on 120 stocks traded on lit venues in the UK for the year 2013.

We investigate two closely related questions. Firstly, whether HFTs exploit their small (milliseconds) latency advantages to anticipate orders arriving in very quick succession at different trading venues from other market participants. Secondly, whether HFTs can anticipate the order flow over longer timeframes (seconds or tens of seconds). We do not find evidence that the first behaviour is occurring systematically: there is no evidence in our sample that HFTs can ’see the true market‘ and trade in front of other participants at a millisecond frequency. This could be due to the physical characteristics of the UK market. As all the trading venues are within a few miles of each other, in the vicinity of London, it takes a very short time for messages to go from one venue to the other (microseconds). Further, the regulatory set-up makes it more difficult to predict where orders will be routed, compared to the US market.

We do find patterns consistent with HFTs being able to anticipate the order flow over longer time periods (seconds and tens of seconds). This is particularly true for those market participants that adopt ‚pure‘ non-HFT strategies (i.e. those participants that do not use low-latency technology). However, we cannot say whether this is due to HFTs reacting more rapidly to new information, or to order-flow anticipation. Furthermore, when looking at specific non-HFTs (something that market participants themselves cannot do as the orders they see are anonymous), we find evidence that a number of them send some of their orders in a somewhat predictable way, by sending them a few milliseconds apart on a regular basis.

It is not simple to assess the implications of anticipatory behaviour for society as a whole: this behaviour may or may not be detrimental depending on very specific characteristics of the order flow. Also, although it is often attributed to HFTs, other market participants, such as investment banks (if they use the appropriate technology and/or manage to sufficiently reduce their latency), may also engage in these behaviours.

The results of this paper are only valid for the specific HFT strategies that we investigate. We do not draw any conclusions on whether strategies different from those analysed in this study are employed by HFTs and other market participants in the UK market and whether or not they are detrimental for the quality and integrity of UK markets.

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Tesla: Frank Thelen ist voll des Lobes über den „Battery Day“ -Video

Claudio Kummerfeld

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Innenansicht eines Tesla-Autos

Für die Börsianer war der diese Woche stattgefundene „Battery Day“ von Tesla eine Enttäuschung. Die Produktion viel günstigerer Autos mit sehr langer Batterielaufzeit dauere noch drei Jahre. Und zack, die Aktie von Tesla fiel spürbar. Aber der aus der „Höhle der Löwen“ bekannte Investor und Tech-Experte Frank Thelen singt im folgenden Instagram-Video ein Loblied auf den Battery Day von Tesla. Er sieht hier von A-Z ein sensationelles Konzept, und einen großen Schub hin zu einem wirklich erschwinglichen Auto. Dass so ein riesiger Sprung nach vorne nun mal nicht sofort funktioniere, sondern drei Jahre dauere, sei ganz normal. Aber sehen Sie selbst.

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Aktien: Vermögensreport offenbart, Deutsche investieren mehr

Entdecken die Deutschen plötzich ihre Liebe zu Aktien? Die Enteignung der Geldsparer durch die Zinspolitik wirkt, die Bürger wenden sich stärker Aktien zu

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Entdecken die Deutschen plötzich ihre Liebe zu Aktien? Der aktuelle Allianz Global Wealth Report hat es dargelegt: Die Notenbankpolitik der Länder wird dazu führen, dass das Vermögen der Wohlhabenden global trotz Corona ansteigen wird – auf 198 Billionen Euro zu Jahresende – FMW berichtete darüber. Der Report zeigt aber auch, dass sich die deutschen Sparer mehr den Aktien als Anlagevehikel zuwenden.

Aktien: Corona und die Vermögensbildung

Die Volkswirte der Allianz werteten Daten aus 57 Nationen aus, zum Vermögen aus Bargeld und Bankeinlagen, angelegtem Geld in Versicherungen und Pensionskassen sowie Anlagen in Wertpapieren und Fonds. Trotz der Pandemie erhöhte sich dies im ersten Halbjahr des Jahres um 1,5 Prozent, der Frühjahrseinbruch von geschätzten 4,3 Prozent ist damit mehr als ausgeglichen. Über die Gründe braucht nicht großartig spekuliert zu werden: Staatliche Rettungsprogramme, die Geldpolitik der Notenbanken, eine erhöhte Sparneigung der Konsumenten und natürlich der Anstieg der Aktien. Noch ein kurzer Blick auf die Vermögensübersicht der Länder pro Bürger:

USA: 209.524 Euro
Schweiz: 195.388 Euro
Singapur: 116.657 Euro

18. Deutschland: 57.097 Euro

An dieser Übersicht wird wieder einmal das Problem einer statistischen Erfassung von Durchschnittswerten ersichtlich. Die vier reichsten Amerikaner besitzen ein Vermögen von über 500 Milliarden Dollar, verteilt auf die 331 Millionen Amerikaner würde dies bereits 1500 Dollar pro Bürger ergeben. Dabei gab es 2019 allein schon 607 Milliardäre in den Vereinigten Staaten. Man bräuchte aus so einer Statistik nur den reichsten Mexikaner, Carlos Slim, aus der Liste entfernen und schon hätte man veränderte Zahlen für das Land. Aber erstaunlich ist diese Vermögensverteilung auf der Welt dennoch. Im Jahr 2019 lagen von den 192 Billionen Euro Weltvermögen nicht weniger als 83,7 Billionen in den USA.

Die Entwicklung in Deutschland

Was bedeutet das für das Land der (Geld-)Sparer, mit deren 2,4 Billionen Euro auf nicht verzinslichen Konten? Die Allianz stellt fest, dass sich die Bankeinlagen um 3,5 Prozent und damit weniger als in anderen Ländern erhöht haben (Frankreich plus 6 Prozent, China plus 9 und die USA plus 10 Prozent).

Dennoch stieg das Vermögen der Haushalte um 1,3 Prozent im ersten Halbjahr und sollte nach der Schätzung der Allianz zum Jahresende 6,8 Billionen Euro erreichen. Da dies nicht am Geldmarkt zu verdienen war, deutet dies auf eine Verhaltensänderung im Sparverhalten hin.

Die langsame Hinwendung zu Aktien

Lange hatte man es eigentlich schon erwartet, dass die Enteignung der Geldsparer durch die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank wirkt und sich die Bürger stärker den Aktien zuwenden. Die Allianz stellt fest, dass die deutschen Sparer in den vergangenen drei Jahren 20 Prozent ihrer verfügbaren Ersparnisse direkt in Aktien angelegt haben. Auf Sechsjahressicht waren dies 5,8 Prozent und das Interessante daran ist, dass US-Bürger in dieser Zeit nur 0,7 Prozent in Aktien investiert haben. Das bevorzugte Investment waren börsengehandelte Indexfonds. Allerdings beziehen sich diese Werte auf die Zeit vor Corona und seither gibt es den großen Hype um die gebührenfreien Brokerdepots – Stichwort RobinHood. Diesen Trend gibt es auch in Deutschland mit der riesigen Zahl neu eröffneter Depots bei günstigen Direktanlagebanken.

Es verändert sich auch der so genannte Home Bias, also die Bevorzugung heimischer Titel. Deutsche Anleger investieren verstärkt in ausländische Aktien, die Quote stieg in den vergangenen sechs Jahren von 25 auf 38 Prozent. Aber noch ist Deutschland weit von der angelsächsischen Aktienpräferenz entfernt.

In den USA liegen 53 Prozent der Ersparnisse auf Wertpapierkonten, in Deutschland 25 Prozent.

Fazit

Auch wenn das Pflänzchen Anlage in Aktien in Deutschland langsam wächst, sind es laut Allianz vorwiegend die Haushalte mit einem höheren Einkommen, die sich an diese Assetklasse heranwagen. 30 Prozent unserer Haushalte besitzen kaum Geldvermögen. So zählt auch Deutschland zu den Ländern, in dem „die Vermögensverteilung relativ ungleich verteilt ist“, so Arne Holzhausen, Leiter Insurance und Wealth Markets bei der Allianz.

Die Deutschen entdecken ihre Liebe zu Aktien

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Abwarten beim Dax, ifo steigt, 5G startet, Tradingideen bei Adidas und Mastercard

Redaktion

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Von

Sollte man sich jetzt in den Dax reinkaufen? Im folgenden Video bespricht Manuel Koch die aktuelle Lage und die Aussicht für die nächsten Wochen mit einem Experten. Noch 3 bis 4 Wochen solle man abwarten. Würden die Kurse dann zurückkommen, seien es Kaufkurse. Wenn nicht, dann sehe der Markt neue Jahreshöchststände.

Der heute veröffentlichte ifo-Index gebe weiteren Optimismus für die deutsche Konjunktur. Auch im Video angesprochen wird das von Telefonica an den Start gebrachte 5G-Netz.

Konkret besprochen werden im folgenden Video zwei Handelsempfehlungen der trading house Börsenakademie. Die Aktien von Adidas und Mastercard seien beide ein Kauf. Man könnte mit einer Stop-Buy-Order einsteigen.

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