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Hongkong – Megastadt vor wirtschaftlichem Kollaps

Der wirtschaftliche Schaden

Das Ausmaß der Proteste in Hongkong ist erschreckend und belastet zunehmend auch die Wirtschaft der 350 Mrd. US-Dollar Ökonomie. Nach Schäden durch Vandalismus steht die Stadt bis zum Sonntag still. Banken, Geschäfte und Schulen bleiben geschlossen. Der öffentliche Nah- und Individualverkehr ist stark eingeschränkt. Das Bruttoinlandsprodukt der Handels- und Bankenmetropole ist im dritten Quartal 2019 mit -3,2 Prozent bereits so stark eingebrochen, wie zuletzt während der Hochphase der Weltfinanzkrise im ersten Quartal 2009 (-3,4 Prozent). Sowohl die Rückgänge der Aktivitäten am bedeutenden internationalen Handelshafen, als auch der schwächere Binnenkonsum, die auf Eis gelegten Investitionen und rückläufige Immobilienpreise trugen zu diesem massiven Einbruch bei. Die für die Stadt wichtigen China-Shopper vom Festland kommen auch nicht mehr, ebenso wenig wie Touristen aus der ganzen Welt – abgesehen von einigen Journalisten. Der Handelshafen Hongkongs gilt als Drehscheibe für den Außenhandel Chinas und als Mekka für Kreuzfahrtschiffe. Die Abfertigungsraten sind seit dem zweiten Quartal 2019 um fast ein Viertel eingebrochen.

In Hongkong sind die Auswirkunge der Proteste auch in den Wirtschaftsdaten immer greifbarer

Der Aktienindex Hang Seng neigt mit der zunehmenden Gewalttätigkeit der Proteste und der Einschränkung der wirtschaftlichen Aktivitäten in Hongkong immer weiter zur Schwäche und hat sich bereits signifikant negativ von den Aktienmärkten außerhalb Chinas abgekoppelt.

Der Hang Seng als Gradmesser für die Entwicklung in Hongkong

Besonders die Aktien von Immobiliengesellschaften, Handelskonzernen und Banken leiden unter den Protesten, die auch Investoren mehr und mehr abschrecken. Noch hat es zwar keine größeren Abflüsse hin zum Wettbewerber Singapur gegeben, aber mit jedem Monat anhaltender Unruhen werden die Investoren unsicherer.

Kommt es wie von der Polizei befürchtet zu einer weiteren Radikalisierung der Aktivisten, könnte sich Peking sogar genötigt sehen, den Ausnahmezustand für Hongkong auszurufen, jegliche Art von öffentlichen Versammlungen zu verbieten, das Internet abzuschalten und das bereits stationierte Militär einzusetzen. In diesem Fall würde auch der Handel an der Hong Kong Stock Exchange (HKEX) vollständig eingestellt werden.

Fazit und Ausblick

Für die chinesische Staatsführung, unter deren Kontrolle sich die Sonderverwaltungszone Honkong befindet, sind die Aufstände in der ehemaligen Kronkolonie ein gefährlicher Präzedenzfall. Kommt das Regime in Peking den Demonstranten zu sehr entgegen, könnte dies einen Gesichtsverlust bedeuten andere unterdrückte Bevölkerungsgruppen ebenfalls zu Protesten á la Hongkong ermutigen. Es ist ein schmaler Grat zwischen Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Unterdrückung legitimer Freiheitsrechte. Der Leiter des Verbindungsbüros für Hongkong, Zhang Xiaoming, forderte am Dienstag Gesetze gegen die „Zersetzung“ der Gesellschaft. Die Regierung in Peking sieht in den zu laschen Gesetzen in der Sonderverwaltungszone „einen der Hauptgründe“ für die separatistische Bewegung. Solche Aussagen machen wenig Hoffnung auf eine baldige und vor allem friedliche Lösung des Konflikts.

Die Mega-Stadt Hongkong vor dem wirtschaftlichen Kollaps

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