Die Straße von Hormus bleibt der größte Unsicherheitsfaktor für den Ölmarkt. Während der Iran nach der jüngsten Eskalation am Wochenende erklärt, die strategisch wichtige Meerenge sei geschlossen beziehungsweise nur noch mit iranischer Genehmigung passierbar, spricht US-Präsident Donald Trump von einer weiterhin offenen Schifffahrtsroute. Tatsächlich zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Immer mehr Tanker passieren die Straße von Hormus offenbar heimlich mit abgeschalteten Transpondern. Das verdeutlicht die wachsende Nervosität der Reedereien und erklärt den zeitweisen Kurssprung des Ölpreises um fast fünf Prozent.
Kampf um die Straße von Hormus
Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben sich am Wochenende weiter verschärft. Nach neuen US-Luftangriffen auf iranische Militärziele reagierte Teheran erneut mit Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Einrichtungen und verbündete Staaten in der Golfregion. Gleichzeitig rückt die Straße von Hormus wieder verstärkt in den Mittelpunkt des Konflikts. Beide Seiten beanspruchen inzwischen faktisch die Kontrolle über den weltweit wichtigsten Engpass für den Öltransport.
Wie Bloomberg berichtet, ist der sichtbare Schiffsverkehr durch die Meerenge inzwischen nahezu zum Erliegen gekommen. Nach Auswertungen des Datenanbieters Kpler passierten allein am Sonntag sechs Rohstofffrachter die Straße von Hormus – alle mit abgeschaltetem AIS-Transponder. In den Tagen zuvor übertraf die Zahl dieser sogenannten „Dark Crossings“ bereits die Zahl der offiziell erfassten Durchfahrten.
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Am frühen Montag waren nach öffentlich empfangbaren Schiffsdaten zunächst überhaupt keine Schiffe in der Meerenge zu erkennen. Gleichzeitig tauchten mehrere Tanker kurze Zeit später auf der jeweils anderen Seite der Straße von Hormus wieder auf. Für Marktbeobachter ist das ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Schiffe die Passage mit deaktivierten Ortungssystemen durchquerten.
Tanker verschwinden vom Radar
Der Grund für dieses ungewöhnliche Verhalten liegt in den gegensätzlichen Ansprüchen der beiden Konfliktparteien. Der Iran erklärt, Schiffe dürften die Meerenge künftig nur noch auf einer von Teheran genehmigten Route passieren. Das US-Zentralkommando (CENTCOM) weist diese Darstellung dagegen zurück und betont, dass die internationale Schifffahrt weiterhin frei möglich sei. Für Reedereien entsteht dadurch eine schwierige Situation: Wer den von den USA unterstützten südlichen Korridor entlang der omanischen Küste nutzt, riskiert iranische Angriffe. Wer dagegen die vom Iran kontrollierte Nordroute wählt, könnte sich dem Vorwurf aussetzen, gegen US-Vorgaben zu verstoßen.
Besonders bemerkenswert ist, dass der sichtbare Verkehr auf dem südlichen Korridor inzwischen praktisch vollständig zum Erliegen gekommen ist. Die letzten öffentlich nachvollziehbaren Passagen wurden bereits in der vergangenen Woche registriert. Gleichzeitig häufen sich Berichte über Schiffe, die ihre Transponder während der Durchfahrt abschalten. Dieses Vorgehen war bereits im Frühjahr vereinzelt zu beobachten, gewinnt nun aber deutlich an Bedeutung.
Ölpreis bleibt unter Druck
Die Entwicklung verdeutlicht, dass der Ölmarkt trotz zuletzt wieder etwas nachgebender Preise weiterhin äußerst nervös bleibt. Rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Rohöls wird über die Straße von Hormus transportiert. Bereits kleinere Störungen können deshalb erhebliche Auswirkungen auf Energiepreise, Inflation und die Finanzmärkte haben. Dass Brent-Öl zum Wochenstart zeitweise um fast 5 Prozent zulegte, zeigt, wie sensibel Anleger derzeit auf jede neue Nachricht aus der Region reagieren.
Die eigentliche Nachricht ist nicht nur die erneute militärische Eskalation zwischen den USA und dem Iran. Entscheidend ist, dass der Konflikt inzwischen das Verhalten der Schifffahrt verändert. Tanker fahren offenbar zunehmend „unsichtbar“ durch die Straße von Hormus, weil unklar ist, welche Route noch als sicher gilt. Solange Washington und Teheran gegensätzliche Ansprüche auf die Kontrolle der Meerenge erheben und die militärischen Spannungen anhalten, dürfte die Straße von Hormus der wichtigste Risikofaktor für den Ölpreis und damit auch für die internationalen Finanzmärkte bleiben.
FMW/Bloomberg
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Schiffe sind nicht unsichtbar, wenn sie ihren Transponder abschalten. Vom Radar der Kriegsgegner verschwinden sie nicht…. Das grundsätzliche Problem der Zufahrtsbehinderung löst die Abschaltung also nicht…..
Schon vor einer Woche wurde von einer riesigen koreanischen Supertanker-Schattenflotte berichtet, die mit abgeschalteten Transpondern unter dem Schutz der US-Marine dicht an der Küste des Omans die Straße von Hormus durchquerten und gut ein Drittel des Vorkriegsniveaus an Rohöl transportierten.
https://www.n-tv.de/wirtschaft/Strasse-von-Hormus-Wie-eine-Schattenflotte-arabisches-Oel-im-Dunkeln-transportierte-id31054136.html
Man kann nicht genau sagen wann die US Lager sich leeren…jedoch deuten die Daten darauf hin das es schon im August soweit sein könnte…
Die Versuche der US Administration die Schiffe über die Küste des Omans zu leiten… sind jedenfalls gescheitert…
Einerseits gilt ja aufgrund des vom Iran und den USA unterzeichneten Memorandums die Souveränität der Küstenstaaten der Straße von Hormus. Diejenigen Reeder, die hierbei aber trotzdem US-Vorgaben beachten wollen, beabsichtigen damit mögliche Sanktionen im Zusammenhang mit dem Swift-Dollar-System zu verhindern.