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HSH Nordbank: Das Schuldendebakel für Hamburg und Schleswig-Holstein wird immer sichtbarer

Nicht nur dass Hamburg und Schleswig-Holstein für 10 Milliarden Euro gegenüber der HSH Nordbank gebürgt haben. Auch ignorieren die beiden Länderregierungen offensichtlich gegenüber…

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FMW-Redaktion

Nicht nur dass Hamburg und Schleswig-Holstein für 10 Milliarden Euro gegenüber der HSH Nordbank gebürgt haben. Auch ignorieren die beiden Länderregierungen offensichtlich gegenüber der Öffentlichkeit, dass die HSH unlängst bestätigte, dass die Bürgschaft wohl in voller Höhe gezogen wird. Nein, nicht nur das. Gerade sind die beiden Länder dabei die Bank zu verkaufen, ansonsten muss sie laut EU-Beschluss in 2018 liquidiert werden.

Egal ob Verkauf oder Liquidiation, die Summe von mindestens 10 Milliarden Euro geht so oder so zu Lasten der Länderhaushalte. Aber es geht noch weiter. Um die HSH für Käufer aufzuhübschen, hatten die beiden Länder eine Abwicklungseinrichtung gegründet mit dem Namen „hsh portfoliomanagement AöR“. Sie sollte der HSH totale Schrottkredite abkaufen, damit die Bank besser da steht für potenzielle private Käufer.

Und das hatte die Abwicklungsanstalt dann auch getan. Am 1. Juli 2016 kaufte man der HSH Nominalschulden von 4,1 Milliarden Euro ab, für einen angeblich realistischen Restwert von tatsächlich nur 2,4 Milliarden Euro. Als Sicherheit dienten 253 Schiffe, die hinter den Krediten standen. Die Abwicklungsanstalt soll die Kredite möglichst gewinnbringend abwickeln, oder besser gesagt den Schaden so gering halten wie möglich.

Dass der Nomimalwert von 4,1 Milliarden Euro runtergebrochen noch weniger wert war als die Kaufsumme von 2,4 Milliarde Euro, das schwebte schon seit Monaten im Raum. Nun ist klar, wie viel weniger wert sie sind. Denn gestern veröffentlichte die Anstalt ihren Jahresbericht für 2016. Hier verbucht die Anstalt einen Verlust von 505 Millionen Euro. Dieser resultiere „vor allem aus der Risikovorsorge auf das übernommene Portfolio notleidender Kredite.“

Zitat aus der Veröffentlichung der Anstalt:


„Das negative Jahresergebnis muss vor dem Hintergrund der andauernden Krise in der Seeschifffahrt und den Einmalkosten für den Aufbau der Gesellschaft bewertet werden“, kommentiert Ulrike Helfer, Vorstandsmitglied der hsh portfoliomanagement AöR.

Das Portfolio der hsh portfoliomanagement AöR bestand zum 31. Dezember 2016 aus Forderungen an 157 Kreditnehmer. 251 Schiffe dienten zum Stichtag als Sicherheit. Am Ende des 1. Quartals 2017 waren es noch 243 Schiffe. „Mit den bisherigen Erlösen aus dem Abbau der notleidenden Forderungen sind wir in Summe zufrieden“, so Ulrike Helfer. Innerhalb eines Jahres wurde die Gesellschaft aufgebaut und das Kreditportfolio von der HSH Nordbank AG übernommen.

„Es war eine große Herausforderung, aus dem Nichts einen funktionierenden Betrieb zu schaffen. Und das bei gleichzeitiger Portfolioübernahme.“ erläutert Dr. Karl-Hermann Witte, Vorstandsmitglied der hsh portfoliomanagement AöR.

Die hsh portfoliomanagement AöR refinanziert sich selbständig an den Geld- und Kapitalmärkten. Sie verfügt über ein hervorragendes und stabiles Rating der internationalen Ratingagenturen Moody’s und FitchRatings.

Dies kommentiert Dr. Karl-Hermann Witte wie folgt: „Natürlich sind diese sehr guten Ratings in erster Linie der Gewährträgerhaftung und insbesondere den Garantien der Länder zu verdanken. Um jedoch diese für die Anstalt wichtigen Beurteilungen erreichen zu können, war auch für uns ein aufwendiger Prozess notwendig.“

Die beiden Vorstände der pm gehen nicht davon aus, dass sich die Schifffahrtsmärkte kurzfristig nachhaltig erholen werden. Das kann durchaus dazu führen, dass weitere Wertanpassungen für das Portfolio vorgenommen werden müssen.

„Es ist uns bewusst, dass wir für den wertschonenden Abbau des Portfolios zum Teil einen langen Atem benötigen und die Kredite in vielen Fällen längerfristig gehalten werden müssen. Ein sich erholender Markt bietet aber für die Länder Schleswig-Holstein und Hamburg die besten Chancen, den Portfolioabbau unter dann verbesserten Rahmenbedingungen voranzutreiben und fortzusetzen“, fasst Ulrike Helfer den Ausblick zusammen.


Haben Sie es genau gelesen? Die Anstalt rechnet NICHT mit einer Erholung der Schifffahrtsmärkte. Weitere Wertanpassungen „könnten“ vorgenommen werden. Im Klartext: Das Portfolio wird weiter abgewertet, die Verluste gehen weiter. Kauft also demnächst ein Privatinvestor die HSH Nordbank, haben die beiden Bundesländer also nicht nur die 10 Milliarden Euro Haftung an der Backe, sondern noch den ständig wertloser werdenden Schrott in dieser Anstalt. Gratulation hierzu!

Die Zeche zahlen die Steuerzahler im hohen Norden! Rechnen könnte sich das Geschäft mit dieser Abwicklungsanstalt nur, wenn der Kaufpreis durch einen privaten Investor für die HSH Nordbank höher läge als die Verluste der Anstalt. Ansonsten hätte man den Schrott auch gleich in der Bank belassen können.

Ach übrigens: Beim Kauf dieser Nominalschulden von der HSH Nordbank entstand ja eine Differenz. Nominalschulden (also Wert in den HSH-Büchern) 4,1 Milliarden Euro zu 2,4 Milliarden Euro Kaufpreis = 1,7 Milliarden Euro. Diesen Verlust, der bei der HSH realisiert wurde, hatte die Bank bereits durch die 10 Milliarden Euro-Bürgschaft der beiden Bundesländer zahlen lassen. Herzlichen Glückwunsch!

Da wäre noch was. Letztes Jahr erließ die HSH Nordbank dem Hamburger Reeder Kortüm 547 Millionen Euro Schulden nach dem Motto „auf einen Teil verzichten, bevor man gar nichts wieder bekommt“ (das Peter Zwegat-Prinzip). Aktuell berichtet die „Welt“, dass die HSH nun dem Unternehmen des Reeders Heinrich Schoeller gut 800 Millionen US-Dollar Schulden erlassen wolle, und damit einen guten Teil der offenen 1,5 Milliarden Dollar, die er der HSH schuldet. Wir vermuten: Hier geht es nach dem selben Prinzip. Wir (die HSH) erlassen Dir einen schönen Teil Deiner Schulden, dafür versprichst Du uns den Rest zurückzuzahlen…


Beispielbild von Containerschiffen. Gemeinfreies Foto

5 Kommentare

5 Comments

  1. AlterSchwede

    11. August 2017 17:06 at 17:06

    Ich war jahrelang in dem Bereich (faule Kredite) bei einer Tochter von Goldman tätig. Es ist unglaublich, wie diese Dilettanten da oben agieren. Werden zum Teil aus der Bürgschaft in Anspruch genommen und holen sich dafür noch das Risiko aus den Krediten an Bord. Ich denke mal, hier geht es einzig und allein darum, zu verschleiern, wie wenig die Gewährträgerhaftung im Ernstfall wert ist. Wird schon alles mit Mutti abgesprochen sein.

  2. Marco Hinz

    12. August 2017 08:32 at 08:32

    Ja ganz sicher mit Mutti abgesprochen. Dr. Jörg-Peter Weiß, Abteilungsdirektor / Leiter Reporting Systeme, wechselte, glaub 2015, zur Justiz IT in SH und wurde dort neuer Chef. Den Rest kann man sich denken. Er wird kein Einzelfall sein.

  3. Steven

    23. November 2018 00:02 at 00:02

    Hm
    4,1 mrd durch 240 Schiffe Sicherheit.
    Macht 17 mio +- pro Schiff.

    Klingt eher günstig.
    Bringt erstmal kein Geld , kostet Wartung usw.

    Aber Schrott ? Müsste man mal den Schrottwert gegenrechnen.

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So sehr weichen Preise in der EU ab – vier EU-Partner mit riesigen Unterschieden

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Die Preise für private Konsumausgaben innerhalb der EU weichen dramatisch voneinander ab. Das ergibt eine heutigen Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes. Die Preise in Dänemark sind 37,9% höher als der EU-Durchschnitt (Spitzenwert!). In Bulgarien liegen die Preise 49,4% unter dem Schnitt (schlechtester Wert). Auch Polen und Tschechien sind mit -42,6% und -29,2% relativ günstige Länder!

Deutschland liegt 4,3% über dem EU-Schnitt. Die Grafik zeigt es. Skandinavien ist grundsätzlich eben ein sehr teures Pflaster, dazu natürlich auch Luxemburg. Erstaunlich ist, dass Irland mit +27,3% das zweit teuerste Land im Vergleich ist (Insel-Lage + Wirtschaftsboom?). Aber jetzt kommt der Oberhammer. Man schaue auf vier Länder außerhalb der EU, in direkter Nachbarschaft. Zitat Statistisches Bundesamt:

Bei den europäischen Staaten außerhalb der EU war das Preisniveau im Vergleich zum EU-Durchschnitt in Island (+56,1 %), in der Schweiz (+51,9 %) und in Norwegen (+47,7 %) am höchsten. Sehr viel niedriger war es in der Türkei (-56,6 %), bedingt durch den stark veränderten Wechselkurs der türkischen Lira zum Euro.

Preise innerhalb der EU

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Demografiewandel bremst Wirtschaft bis 2035, drei Bundesländer große Verlierer

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Der Demografiewandel bringt laut ifo-Institut (heutige Veröffentlichung für die Bertelsmann-Stiftung) einen massiven Arbeitskräftemangel. Untersucht hat man einen Zeitraum bis zum Jahr 2035. Am Schlimmsten betroffen sein sollen die Bundesländer Saarland, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Das jahresdurchschnittliche Wirtschaftswachstum der Bundesländer in den Jahren 2018 bis 2035 werde bei diesen drei Bundesländern sogar ein Minus aufweisen, und zwar -0,2%, -0,1% und -0,2%.

Dass zum Beispiel ostdeutsche Bundesländer auch nur zu den strukturschwachen westdeutschen Regionen aufschließen können, wird von der Studie arg bezweifelt. Ganz vorn erwarte man beim Wirtschaftswachstum bis 2035 die Stadtstaaten Berlin und Hamburg sowie Baden-Württemberg und Bayern. Die regionalen Unterschiede bei der Wirtschaftskraft sowie beim Lebensstandard würden in den kommenden Jahren somit deutlich zunehmen. Man müsse sich von der Vorstellung verabschieden, dass regionale Wohlstandsunterschiede in überschaubarer Zeit abgebaut werden können. Auch die Schere zwischen Ostdeutschland und Westdeutschland werde sich deswegen nicht weiter schließen, so die Aussage der Studie.

Selbst wenn die ostdeutschen Flächenländer lediglich bis zu den strukturschwachen westdeutschen Ländern aufholen wollten, bräuchten sie Produktivitätssteigerungen, die in einigen Ländern zwei- bis dreimal so hoch ausfallen müssten wie in den vergangenen zehn Jahren. Das ist wohl als nicht realistisch einzuschätzen, so die Studie. Erforderlich wäre auch langfristig eine deutlich stärkere Ausrichtung der Politik auf die Stärkung des Wachstums, insbesondere durch vermehrte Innovationen. Ob die Politik hierfür die Kraft aufbringen kann, sei allerdings fraglich.

Hier finden Sie die vollständige Studie auf 72 Seiten.

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Aktuell: Trump nennt konkreten Grund für Absage des Iran-Angriffs

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Ganz aktuell hat Donald Trump (nach dem Aufstehen kommt die aktive Twitter-Phase) verkündet, warum er gestern Abend die schon gestartete Militär-Aktion gegen den Iran in letzter Sekunde gestoppt hat. Und ja, soll man ihm die Begründung glauben? Entscheiden Sie selbst. Denn es klingt mehr als honorig.

Denn Trump sagt der Iran habe ja nur eine unbemannte Drohne der USA abgeschossen. Dann während des Angriffs (man sei bereit zur Rache gewesen) habe er seine Generäle gefragt, wie viele Iraner dabei ums Leben kommen würden. 150 war die Antwort. 10 Minuten vor der Ausführung des Angriffs habe er ihn dann abgeblasen. Denn, so Trump, 150 Menschenleben seien nun mal nicht verhältnismäßig im Vergleich zu einer unbemannten Drohne.

Wie wahr, möchten wir da sagen. Ist Donald Trump also ein mehr als honoriger Oberbefehlshaber, der mit klarem Kopf und Sinn für Gerechtigkeit Menschenleben verschont? Bilden Sie sich dazu gerne selbst Ihre Meinung. Auch sagt Trump, dass er es mit einem Angriff nicht eilig habe. Denn das US-Militär sei nun (dank ihm?) wieder erneuert, neu, und bereit einzugreifen. Es sei das beste Militär in der Welt. Die Sanktionen würden den Iran hart treffen, und letzte Nacht seien sie noch mal ausgeweitet worden. Der Iran könne niemals eine Atomwaffe haben, nicht gegen die USA, und nicht gegen die Welt.

Donald Trump
Donald Trump. Foto: James N. Mattis – 180528-D-SV709-0123 CC BY 2.0

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