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HSH Nordbank ist wieder Stammgast im Kasino – endlich!

Von Claudio Kummerfeld

Ein Blick in die aktuellen Transaktionen der HSH Nordbank zeigt: man ist wieder Stammgast im Kasino – endlich! Dabei sollte doch eigentlich alles anders werden? Oder ist „nach der Krise vor der Krise?“

HSH Nordbank in Kiel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine der beiden HSH Nordbank-Zentralen, hier in Kiel
Foto: Arne List / Wikipedia (CC BY-SA 2.0) Keine Änderungen

Die HSH Nordbank ist Kult. Nachdem sie für die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein zum totalen finanziellen Desaster wurde, sollte alles anders werden. Derzeit ist der durchaus renommierte Ex-Politiker Thomas Mirow Aufsichtsratsvorsitzender und soll nach seinen weniger glücklosen Vorgängern für Ruhe und Sachlichkeit sorgen. Aber die Frage ist: was macht Herr Mirow dort eigentlich? Überwachen? Kontrollieren?

Es geht wieder los

Das Management der HSH Nordbank jedenfalls scheint nach dem Motto zu arbeiten „Nach der Krise ist vor der Krise“. Die Produkte, die die Banken- und Wirtschaftskrise u.a. maßgeblich auslösten, werden jetzt wieder benutzt um sich zu finanzieren und um Gelder von A nach B nach A zu schieben. Zu diesem Zweck hat sich die HSH Nordbank schon in 2013 eine eigene „Refinanzierungsplattform“ geschaffen. Z.B. „verbrieft, also verpackt die HSH Nordbank Kredite und reicht diese weiter. Wie früher auch erfindet man grandiose Namen, hinter denen sich sonst was verstecken kann, z.B. „CASTELLUM ABF“ , „OCEAN FUNDING“ oder „STRATUS ABF“. Verpackt werden anscheinend Kredite aus Gewerbeimmobilien, Schiffsfinanzierungen und Flugzeugfinanzierungen. Wer am Ende wie viel Geld gewinnt oder verliert, ist uns nicht ersichtlich. Ach ja… hatten wir schon erwähnt, dass z.B. „CASTELLUM ABF“ mit 360 Millionen US-Dollar ja in US-Dollar notiert? D.h. man hat sich dazu noch ein Währungsrisiko in die Bilanz geholt. Wie gut das Risikomanagement der HSH Nordbank in den vergangenen Jahren war, dürfte inzwischen jedem bekannt sein.

Hier das Original-Statement der HSH Nordbank zur „CASTELLUM ABF“-Verbriefung:

Die HSH Nordbank hat erfolgreich eine weitere großvolumige US-Dollar Refinanzierung abgeschlossen. Mit der „CASTELLUM ABF“ Transaktion über 360 Mio. US-Dollar nutzt die HSH Nordbank erneut ihre Asset-Based Funding Plattform, um sich einen effizienten Zugang zu der für das internationale Geschäft wichtigen Fremdwährung zu verschaffen. Die gemeinsam mit der Royal Bank of Scotland umgesetzte Refinanzierung läuft über 3,25 Jahre und ist mit gewerblichen Immobilienkrediten aus der Kernbank und der internen Abbaubank besichert.
„Wir stellen uns auch mit Blick auf unser Funding zunehmend breiter auf. Die Asset-Based Funding Plattform ermöglicht es uns zusätzlich zur Emission von Pfandbriefen, Refinanzierungen umzusetzen, die durch Kredite aus verschiedenen Assetklassen besichert sind“, sagte Mark Bussmann, Leiter Strategic Treasury bei der HSH Nordbank.

„CASTELLUM ABF“ ist die dritte Transaktion auf Basis der 2013 von der HSH Nordbank etablierten Refinanzierungsplattform. Bereits im Dezember 2013 hatte die HSH Nordbank diese erstmalig im Zuge der „OCEAN FUNDING“ Transaktion zur Refinanzierung von 700 Mio. US-Dollar genutzt. Besichert ist die „OCEAN FUNDING“ Transaktion mit einem Portfolio von Schiffskrediten. Im November 2014 folgte die mit Flugzeugkrediten besicherte Transaktion „STRATUS ABF“ über 400 Mio. US-Dollar.

HSH Nordbank hat externe Beratung nötig

Was auch interessant ist: Die Horden an „Investmentbankern“ bei der HSH Nordbank scheinen wohl nicht alleine in der Lage zu sein ihre Verbriefungen und Pakete zu basteln. Die international tätige Anwaltskanzlei White & Case LLP berät oder man kann auch sagen unterstützt die HSH Nordbank bei diesen Transaktionen. Zitat:

Die internationale Anwaltssozietät White & Case LLP hat die HSH Nordbank AG bei einer Refinanzierung in Höhe von 360 Millionen US-Dollar beraten. Dabei wurden Forderungen der HSH Nordbank aus gewerblichen Immobilienfinanzierungen, die mit Grundpfandrechten nach englischem Recht besichert sind, verbrieft. Das „CASTELLUM ABF“-Projekt ist die dritte US-Dollar-Refinanzierung der HSH Nordbank seit Auflage der hauseigenen Asset-Based Funding Plattform im Jahr 2013.
Das internationale White & Case-Team unter gemeinsamer Federführung von Partner Dr. Dennis Heuer und Local Partner Daniel Baierlein bestand aus den Local Partnern Michael Rützel und Rebecca Emory, den Associates Juliane Holl und Antony Serban (alle Capital Markets) sowie Counsel Alexander Born (Tax). Aus dem Londoner Büro berieten die Partner Jacqueline Evans, Colin Harley (beide Banking), Peita Menon und Prabhu Narasimhan (beide Tax) sowie die Associates Anamaria Crai, Sarah Bitcon (beide Banking) und Laura Hoyland (Tax). Zudem waren die Partner Dr. Dr. Kai-Michael Hingst (Banking) aus dem Büro in Hamburg, David Barwise (Capital Markets) aus dem Büro in Singapur und Raymond Simon (Tax) aus dem Büro New York beteiligt.

Die Frage ist doch. Wenn eine Horde von Anwälten bei so einem Projekt noch unterstützen muss, was machen eigentlich die „Investmentbanker“ der HSH Nordbank den ganzen Tag in ihrem Büro? Eigentlich könnten die Anwälte doch gleich ihre eigene Bank gründen… nur so eine Idee. Ich will mir gar nicht ausmalen, was diese „Beratung“ uns alle kostet!

Ganz nebenbei. Die HSH Nordbank unterhält laut „Manager Magazin“ immer noch 34 Tochterfirmen in Steueroasen. So ist man z.B. auch auf den Marshall Inseln im Pazifik vertreten, mit einem schönen Briefkasten.



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1 Kommentar

  1. Stammgast im Casino? Dass die HSH Nordbank im Marktgeschehen wieder mitmischt, das wäre wohl ihre eigene Wunschvorstellung. Das Asset Based Funding ist wohl eher als verzweifelter Versuch anzusehen, USD-Refinanzierungsmittel zu bekommen, um ihr Währungsrisiko und vor allem ihr (USD-)Liquiditätsrisiko weiter zu reduzieren. Das Problem ist doch die langfristige Schiffsfinanzierung, die bekanntermaßen in USD vergeben wurde. Wenn die Bank wirklich wieder mitmischt, dann würden wohl kaum solche Transaktionen so hochjubelnd der Öffentlichkeit als positive Nachricht verkauft werden.

    Rechtsberatung hat die Bank sicher nötig. Sie hatte vor der Krise ausgelagerte Transaktionen (siehe Omega 55) kaum verstanden, warum sollte sie das dann mit stark verkleinerter Mannschaft nun allein schaffen? Das Einholen von Beratungsleistungen, so wie es selbst auch global systemrelevante Banken machen, ist bei solchen Transaktionen doch normal und positiv zu bewerten.

    Investmentbanker? Welche? Wo? Was machen sie denn? Handel? M&A? Da habe ich die Bank schon länger nicht mehr am Markt gesehen?

    Alles in allem: Ein nicht sehr durchdachter Beitrag. Bitte in Zukunft die offensichtlichen Probleme adressieren.

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