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Huawei durch den US-Bann in existenziellen Nöten?

Als im Frühjahr US-Präsident Trump das chinesische High-Tech-Unternehmen Huawei auf eine schwarze Liste setzte, heimischen Unternehmen die Geschäfte mit dem vermeintlichen Spionageunternehmen untersagte, sprachen viele schon von einer existenziellen Bedrohung des asiatischen Highflyers. War wohl etwas zu früh, wie die letzten Halbjahreszahlen belegen.

 

Das Wachstum von Huawei geht weiter

Der chinesische Technologie-Konzern Huawei hält bisher dem Druck aus den USA Stand. Wie das Unternehmen mitteilte, ist der Umsatz in den ersten sechs Monaten des Jahres um fast ein Viertel auf 51,4 Milliarden Euro gestiegen.

Huawei-Verwaltungsratschef Liang Hua sprach davon, dass die schwarze Liste Konsequenzen gehabt habe, aber die Auswirkungen kontrollierbar waren. „Weder die Produktion noch die Auslieferungen wurden auch nur einen einzigen Tag unterbrochen.“ Tatsächlich dürfte das Wachstum ohne den Bann der US-Regierung aber deutlich höher ausgefallen sein.

Seit Mai musste Huawei seine Lieferkette anpassen, weil viele US-Unternehmen, darunter Konzerne wie Qualcomm und Intel, nicht mehr in der Lage waren, den chinesischen Konzern mit Komponenten zu versorgen.

 

Und was macht die Handysparte von Huawei?

Die Frage, ob die neuen Smartphones auch in Zukunft das Betriebssystem Android nutzen können, hat zweifelsohne Spuren in den Verkaufszahlen hinterlassen. Das eigene Betriebssystem Hongmeng ist noch nicht einsatzfähig, zudem war es ursprünglich für den industriellen Einsatz konzipiert (Internet of Things). Außerhalb Chinas sind die Käufe auf ein Niveau von 80 Prozent gesunken, bezogen auf die Periode vor dem Bann. Aber die heimischen Käufe konnten dies mehr als ausgleichen. Die Analysefirma Canalys meldete, dass Huawei in China bereits einen Marktanteil von mehr als 38 Prozent erreicht hat. Die Firma konnte im jüngsten Quartal um mehr als 30 Prozent zulegen und dies in einem schrumpfenden Markt.

Insgesamt hat das Unternehmen aber den Zahlen zufolge weltweit 118 Millionen Geräte der Marken Huawei und Honor verkauft, ein Wachstum von 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

 

Und der Netzaufbau 5G?

Auch auf die Geschäfte mit der nächsten und damit fünften Mobilfunkgeneration 5G habe der Druck der USA bislang keine großen Auswirkungen gehabt, sagte Verwaltungsratschef Liang Hua. Seit Mitte Mai habe der Konzern elf neue Verträge für die Ausrüstung von 5-G-Netzen sichern können. Huawei konnte damit aktuell 50 kommerzielle 5-G-Verträge präsentieren. Bislang habe man mehr als 150.000 Basisstationen ausliefern können.

 

Fazit

Die Zahlen zeigen, dass es auch der US-Regierung bisher nicht gelungen ist, Huawei wirklich zu stoppen. Im Vergleich zum Vorjahr konnte das Unternehmen mit gut 23 Prozent sein Umsatzwachstum sogar noch vergrößern. Im ersten Halbjahr 2018 legte Huawei nur um 15 Prozent zu.

US-Präsident Trump werden diese Zahlen nicht schmecken, aber er hatte selbst mit seinem dreimonatigen Aufschub der Unterstützung Huaweis durch Google-Dienste für eine Entspannung im Huawei-Bann gesorgt – zum Schutz heimischer Zulieferer.

Der Kampf um die technologische Vorherrschaft wird weitergehen, besonders im Hinblick auf Huawei. Wann Donald Trump wieder die handelspolitischen Daumenschrauben anziehen wird, hängt sicher von konjunkturellen und wahltaktischen Überlegungen ab. Wann dies sein wird, kann man beim US-Präsidenten nie wissen. Nicht einmal die Tageszeit.

 

Trotz der Sanktionen macht Huawei weiter gute Geschäfte

By Kārlis Dambrāns – https://www.flickr.com/photos/janitors/16103980883/in/album-72157650786478488/, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=41126674



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