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Der globale Hunger auf Kohle ist stärker als der nach Gas und Öl

Abbau von Kohle

Der weltweite Hunger auf Brennstoffe ist derzeit immens. Da der Westen Russland als Lieferanten seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs immer stärker meidet, muss andernorts Ersatz beschafft werden. Und so sieht man weltweit quasi ein Wettrennen nach Brennstoffen. Aber diese Hatz hat schon vor Kriegsausbruch begonnen in Folge der Erholung nach der Coronakrise. Der Krieg hat die Nachfrage aber nochmal deutlich beschleunigt. Und Kohle ist als Brennstoff offenkundig stärker gefragt als Gas und Öl. Im folgenden TradingView Chart haben wir für die letzten zwölf Monate die prozentuale Preisentwicklung verschiedener Brennstoffe miteinander verglichen.

In den letzten zwölf Monaten ist der Terminmarktpreis für „Newcastle-Kohle“ um 315 Prozent gestiegen. Damit ist übrigens nicht die Stadt Newcastle in Großbritannien gemeint, sondern der große Verladehafen Newcastle in Australien, von wo aus die australische Kohle auf den Weltmarkt verschifft wird. Der Preis für Rotterdam-Kohle ist in den letzten zwölf Monaten um 292 Prozent gestiegen. Dem gegenüber steht ein Zuwachs von 177 Prozent für Gas am US-Terminmarkt, und 67 Prozent für amerikanisches Öl.

Separat betrachten sollte man die Preisexplosion für europäisches Gas (Dutch TTF). Der Preis stieg in den letzten zwölf Monaten um 281 Prozent. Dies liegt an der besonderen geografischen Situation. Europa hat sich jahrzehntelang immer stärker abhängig gemacht von günstigem Pipeline-Gas aus Russland. Weil man nun weg will von russischen Brennstoffen, und es Angst und eine mögliche Versorgungsknappheit mit Gas in Europa gibt, ist dies im TTF-Gaspreis stärker berücksichtigt als bei Gaspreisen außerhalb Europas.

Aktuelle Aussagen des Rohstoffexperten Javier Blas zeigen, dass die Nachfrage nach Kohle vor allem in Asien sehr groß ist. Man will unbedingt so viel wie möglich von der hochwertigen Kohle aus Australien kaufen, was aktuell den Preis für Newcastle-Kohle auf ein Rekordhoch von 442 Dollar gepusht hat. Dieser Markt ist seiner Aussage nach jetzt bereits stark verknappt.

Chart vergleicht prozentuale Entwicklung von Kohle, Gas und Öl



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1 Kommentar

  1. Die weltweit etwa 1300 neuen Kohlekraftwerke werden auch einiges verbrennen.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

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