Aktien

Hurra! Der Handel von Aktien und Anleihen wird wieder kostspieliger – dank Mifid II

Es ist wie fast immer: wenn große Behörden Gesetze verabschieden, die natürlich nur zum Wohle des Verbrauchers sind, stellt jener Verbaucher häufig sehr schnell fest, dass es für ihn eigentlich ohne das neue Gesetz eher besser als schlechter wäre! So auch bei Mifid II (Markets in Financial Instruments Directive), die seit dem 03.Januar in Kraft ist und schlappe 7.000 Seiten umfaßt!

FMW-Redaktion

Es ist wie fast immer: wenn große Behörden Gesetze verabschieden, die natürlich nur zum Wohle des Verbrauchers sind, stellt jener Verbaucher häufig sehr schnell fest, dass es für ihn eigentlich ohne das neue Gesetz eher besser als schlechter wäre! So auch bei Mifid II (Markets in Financial Instruments Directive), die seit dem 03.Januar in Kraft ist und schlappe 7.000 Seiten umfaßt!

Hier zunächst einmal zentrale Punkte, was sich durch Mifid II ändert:

– schränkt sogenannte Dark Pools ein – nur noch 8% eines Assets darf über diese für die breite Öffentlichkeit nicht einsehbaren Handelsplätze gehandelt werden; allerdings ist die Branche natürlich kreativ und hat schon das eine oder andere Schlupfloch entdeckt (alternative Handelsplätze, die in der Lage sind, die Dark-Pool-Limits zu umgehen)

– die meisten Handelsgeschäfte müssen sofort an die Aufsicht gemeldet werden, mit Informationen über Preis und Volumen; Wertpapierhändler innerhalb der Europäischen Union müssen sich persönlich identifizieren bei jeder Handelsplattform, die sie nutzen

– Broker und Banken müssen Kundengespräche protokollieren und diese Protokolle mindestens fünf Jahre aufbewahren

– Profi-Investoren müssen nun auch für bislang unentgeltlich zur Verfügung stehende Research-Leistungen bezahlen

– am Anleihemarkt müssen Broker Preise für wichtige Märkte veröffentlichen, bevor die Trades eigegangen bzw. komplett durchgeführt werden. Das erhöht den Aufwand für die Broker erheblich, mit der Folge, dass das Volumen an Transaktionen am Anleihemarkt (für Staatsanleihe und Untenehmensanleihen) seit Jahresbeginn stark rückläufig ist

– durch Mifid II sind seit Jahresbeginn die spreads bei Aktien gestiegen

Hier ein erstes Resumee eines Händlers:


Das Berlaymont-Gebäude, Sitz der EU-Kommission
Von Dr Murali Mohan Gurram – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=28648731



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1 Kommentar

  1. Moin, moin,
    der Anfang vom Ende. Hier geht m.E. langsam das System an der Bürokratie zugrunde. Nichts gegen sinnvolle Kontrolle und nichts gegen schwarze Schafe, aber einiges in geht bei dieser Regulierungswut einfach zu weit. Auch Banken, Broker und sonstige Dienstleister stellen Arbeitsplätze. Daran denken die Bürokraten nicht.

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