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Hurra! Goldman Sachs-Chef Blankfein endlich Milliardär (keine Satire..)

Von Markus Fugmann

Wer erinnert sich nicht an die Aussage des Goldman Sachs-CEOs Blankfein, dass die Bank das „Werk Gottes“ verrichte? Nun, der Herr scheint das Werk von Blankfein zu belohnen – und macht ihn zum Milliardär!

Blankfein, Sohn eines New Yorker Post-Angestellten und in einem früheren Leben Anwalt für Steuerrecht, begann 1982 seine Banker-Karrierre bei J. Aron & Co. als „currency salesman“ (hat also Devisen-Empfehlungen an Kunden verkauft). Mit der Übernahme der Firma durch Goldman Sachs begann der steile Aufstieg Blankfeins: Blankfein wurde „Partner“ und profitierte so maßgeblich, als Goldman Sachs 1999 an die Börse ging (Blankfein war zu diesem Zeitpunkt co-head of fixed-income trading). Seit 2006 ist er CEO der Bank.

Seit dem Börsengang hat sich die Goldman-Aktie vervierfacht zum Preis des Börsengangs – und das beschert Blankfein als größtem Anteilseigner alleine ein Vermögen von 500 Millionen US-Dollar. Hinzu kommt der Besitz von Immobilien, sowie Ausschüttungen von Cash-Boni sowie Zahlungen des Private-Equity-Fonds der Bank, die Blankfein weitere 600 Millionen Dollar eingebracht haben. Insgesamt beläuft sich damit das Vermögen Blankfeins also auf 1,1 Milliarden US-Dollar.

Derartige Reichtums-Sprünge, die dem aus einfachen Verhältnissen stammenden Blankfein gelungen sind, werden sich in Zukunft jedoch nicht mehr wiederholen. Und das aus einem einfachen Grund: alle wichtigen Banken der USA sind bereits Börsen-notiert, ausserdem sind „private partnerships“ bei Wall Street Banken inzwischen komplett abgeschafft (Goldman Sachs war die letzte Wall Street-Bank, die diese Regelung abgeschafft hatte).

Ähnlich reich ist im amerikanischen Bankensektor nur Jamie Dimon, der Chef von JPMorgan Chase. Legendär (im negativen Sinne) ist die vor knapp einem Jahr von Dimon gegenüber einem Journalisten gegebene Antwort, der bei einer Pressekonferenz Dimon eine Frage gestellt hatte: „Ihre Frage erklärt, warum ich Milliardär bin – und Sie nicht!“. Hier kommt gewissermaßen die Hybris der Wall Street paradigmatisch auf den Punkt.

Zurück zu Blankfein: seine Firma Goldman Sachs gilt als Liebling der Politik – wohl kein Zufall, dass Lehman seitens der US-Regierung fallen gelassen wurde, während Goldman Sachs großzügig gerettet wurde. Viele Finanzexperten der US-Regierung kamen von Goldman Sachs, nicht zuletzt der ehemalige Finanzminster Paulson, der eine zentrale Rolle in der Finanzkrise gespielt hatte.

Und das obwohl die Goldmänner in großem Stil Produkte verkauft hatten, die mit Hypotheken besichert waren: als der Immobilienmarkt in den USA dann ab 2006/2007 massiv einbrach, geriet Goldman Sachs ins Straucheln. Zentral für Goldman war die Rettung des damals größten Vericherungsunternehmens der Welt, AIG. Goldman Sachs hatte seine Produkte und Investments bei AIG über Ausfallversicherungen vermeintlich abgesichert – aber der Kollaps von AIG hätte auch den unmittelbaren Exitus von Goldman Sachs bedeutet.

Und so erfreut sich Blankfein nun großen Wohlstands – und setzt sich nun dafür ein, dass auch Menschen aus einfachen Verhältnissen – wie einst er selbst – Chancen erhalten. So sagte er vor Studenten in Südafrika neulich:

“I know I’m a big fat cat, plutocrat kind of guy, but I will tell you I’ve been the beneficiary of some of these redistribution policies“.

Ganz anders dagegen etwa das Schicksal des ehemaligen Lehman Brothers-Chef Richard Fuld, dem wir kürzlich einen gerührten, tief betroffenen Artikel widmeten: „Das schwere Schicksal des Ex-Lehman-Chefs Fuld“.



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