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Europa

Hurra! Wir machen Gewinn!

Wo gibt´s denn so was? Ein Staat erwirtschaftet Überschüsse – Deutschland wird der Welt wieder verdächtig..

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Am deutschen Wesen, das ist sicher, wird die Welt genesen! Nun ja, damit haben wir in der Vergangenheit nicht so wirklich gute Erfahrungen gemacht, aber jetzt können wir wenigstens sagen: wir machen Gewinn. Also wir in Deutschland. Also genauer gesagt der deutsche Staat. Und damit wir. Zumindest in Sachen Finanzen sind wir, also der deutsche Staat, ein leuchtendes Vorbild für die Welt!

Heute hat Destatis nämlich Wunderliches gemeldet: Deutschland verbuchte im ersten Halbjahr 2016 einen Haushaltsüberschuß von 18,5 Milliarden Euro, das entspricht 1,2% des BIP. Dabei machen Bund, Länder, Gemeinden und die Sozialversicherungssysteme Gewinn:

„Knapp die Hälfte des gesamtstaatlichen Überschusses entfiel auf den Bund, der im ersten Halbjahr 2016 einen Überschuss von 9,7 Milliarden erzielen konnte. Die Länder erzielten einen Überschuss von 0,4 Milliarden Euro. Der Überschuss der Gemeinden belief sich auf 2,5 Milliarden Euro. Die Sozialversicherung hat das erste Halbjahr 2016 mit einem Einnahmenüberschuss von 5,9 Milliarden Euro abgeschlossen.“

Hauptgrund für den Überschuss sind die sprudelnden Steuereinnahmen – und das wird die Diskussionen über eine Steuersenkung befeuern:

„Die Einnahmen des Staates erhöhten sich im ersten Halbjahr 2016 auf 692,9 Milliarden Euro und waren um 27,9 Milliarden Euro höher (+ 4,2 %) als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die wichtigste Einnahmequelle des Staates sind die Steuern, die mit 365,1 Milliarden Euro gut die Hälfte der gesamten Einnahmen ausmachten. Der Zuwachs bei den Steuereinnahmen blieb mit + 4,8 % im ersten Halbjahr 2016 weiter hoch, wobei der Anstieg bei den Einkommen- und Vermögensteuern (+ 6,1 %) knapp doppelt so hoch ausgefallen ist wie bei den Produktions- und Importabgaben (+ 3,3 %).“

Und das trotz gestiegener Ausgaben für die Flüchtlinge („Schutzsuchende“) und verstärkter staatlicher Investitionen:

„Die Ausgaben des Staates erhöhten sich im ersten Halbjahr 2016 um 3,6 % beziehungsweise um 23,5 Milliarden Euro auf 674,4 Milliarden Euro. Hohe Ausgabenzuwächse ergaben sich bei den Vorleistungen (+ 9,2 %) und bei den sozialen Sachleistungen (+ 6,7 %). Während sich bei den Vorleistungen vor allem Mehrausgaben für Schutzsuchende auswirkten, gab es bei den sozialen Sachleistungen höhere Ausgaben im Bereich der Sozialhilfe/Jugendhilfe und den Leistungen für Asylbewerber/-innen. Die Investitionsausgaben des Staates stiegen mit + 7,7 % deutlich stärker als im Vorjahr. Wegen des weiterhin sehr niedrigen Zinsniveaus und eines gesunkenen Schuldenstandes sind die Zinsausgaben erneut stark zurückgegangen (– 13,8 %).“

Zum Vergleich: die USA haben dagegen alleine in einem Monat, im Juli, ein Defizit von 113 Milliarden Dollar eingefahren – und das ganz ohne Flüchtlinge und Schutzsuchende (siehe hierzu „US-Staatsschulden: Die Obszönität des rasanten Anstiegs ist kaum zu glauben“).

Zurück zu Deutschland: im 2.Quartal wuchs die Wirtschaft um 0,4%, wobei auffallend ist, dass der Binnenkonsum nicht mehr der Treiber des Wachstums ist:

„Auf der Verwendungsseite des Bruttoinlandsprodukts kamen die positiven Impulse im Vorquartalsvergleich (preis-, saison- und kalenderbereinigt) vor allem vom Außenbeitrag. Insgesamt wurden vorläufigen Berechnungen zufolge 1,2 % mehr Waren und Dienstleistungen ins Ausland exportiert als im ersten Quartal 2016. Die Importe gingen im selben Zeitraum um 0,1 % zurück. Dadurch kam vom Außenbeitrag – also der Differenz aus Exporten und Importen – mit + 0,6 Prozentpunkten rechnerisch der größte Impuls zum BIP-Wachstum im Berichtszeitraum.
Aus dem Inland kamen gemischte Signale. Die privaten Haushalte steigerten ihre Konsumausgaben geringfügig um 0,2 %, die staatlichen Konsumausgaben waren um 0,6 % höher als im Vorquartal. Dagegen gingen die Investitionen im Vergleich zum ersten Quartal zurück.“

Und jetzt verstehen wir endlich, warum uns die Amerikaner immer wieder sagen, wir müssten doch bitte viel mehr Schulden machen. Wegen der Ungleichgewichte und so..

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    N. Ritter

    24. August 2016 11:38 at 11:38

    Vielleicht sollte irgendwer in der volkswirtschaftlichen Grundsatzabteilung des Finanzministeriums der Schwarzen Null noch mal ganz langsam erklären, dass ein Staatshaushalt eben nicht Muttis Haushaltskladde und es nicht Ziel der Finanzpolitik ist, am Monatsende einen Spargroschen übrig zu behalten – schon gar nicht, wenn flächendeckend die Infrastruktur verrottet, das Bildungswesen dramatisch unterfinanziert ist, Tausende Polizisten fehlen und Rentner Pfandflaschen aus dem Mülleimer wühlen.
    Ein Staatshaushalt hat eine volkswirtschaftliche Funktion – er muss ausgleichend wirken, wenn Unternehmen wegen Nachfrageschwäche nicht investieren und Privathaushalte sparen.

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Europa

Exporte: Die Stimmung ist prächtig! Alles eitel Sonnenschein?

Claudio Kummerfeld

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Viele deutsche Exporte laufen über den Hamburger Hafen

Die deutschen Exporte sind ein Hort der Glückseligkeit, zumindest wenn man nach den aktuellen Exporterwartungen der deutschen Industrie geht. Heute ganz frisch für den Monat September veröffentlichte Umfragedaten vom ifo-Institut (2.300 befragte Unternehmen) zeigen, dass der Index der Exporterwartungen aktuell bei einem Wert von +10,4 liegt, nach +5,5 im August. Im absoluten Tief der Coronakrise im April war es ein Wert von -49,6. Der Chart, der bis 2014 zurückreicht, zeigt den Verlauf der Erwartungen an die Exporte sehr gut. Das Tal ist in V-Form durchschritten, und die Erwartungen steigen weiter an. Die Stimmung ist so gut wie seit Oktober 2018 nicht mehr. Der Aufschwung der Industrieproduktion in vielen wichtigen Abnehmerländern kommt der deutschen Exportwirtschaft dabei zu Gute, so das ifo-Institut.

Diese prima Stimmung bei den Erwartungen an die Exporte ist schon erstaunlich, so möchten wir anmerken, bei den aktuellen Massenentlassungen bei den Auto-Zulieferern (hier eine kleine Übersicht). Und auch die großen Autohersteller selbst bauen weiter ab, siehe aktuell MAN und Daimler. Hier weitere aktuelle Detailaussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

In der Chemischen Industrie erwarten deutlich mehr Unternehmen im vierten Quartal, dass ihre Exporte zunehmen. Gleiches gilt für die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen. Auch die Automobilbranche rechnet mit Umsatzzuwächsen beim Auslandsgeschäft. Der Maschinenbau hingegen erwartet vorerst keine größeren Sprünge, dort zeigen sich die Unternehmen eher zurückhaltend. Mit deutlichen Einbußen beim Export rechnen die Hersteller von Bekleidung, Lederwaren und Schuhen.

Chart zeigt Erwartungen an die deutschen Exporte

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Europa

ifo Index etwas schwächer als erwartet, aber fünfter Anstieg in Folge

Markus Fugmann

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Soeben hat das ifo Institut den ifo Index für September veröffentlicht:

– ifo Geschäftsklimaindex 93,4 (Prognose war 93,8; Voromonat August war 92,6)

– aktuelle Lage 89,2 (Prognose war 89,5; August war 87,9)

– Erwartungen: 97,7 (Prognose war 98,0; Voromonat war 97,5)

Fünfter Anstieg in Folge beim ifo Index

Dazu ifo in einer Pressemitteilung:

 

„Die Stimmung in den deutschen Chefetagen hat sich erneut verbessert. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im September auf 93,4 Punkte gestiegen, nach 92,5 Punkten im August. Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Situation abermals positiver als im Vormonat. Zudem erwarten sie eine weitere Erholung ihrer Geschäfte. Die deutsche Wirtschaft stabilisiert sich trotz steigender Infektionszahlen.

Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Geschäftsklimaindikator merklich gestiegen. Deutlich weniger Unternehmen schätzten ihre aktuelle Geschäftslage schlecht ein. Zudem erwarteten mehr Industriefirmen, dass sich ihre wirtschaftliche Lage weiter verbessern wird. Insbesondere die Elektroindustrie ist optimistisch.

Im Dienstleistungssektor ging der Index hingegen zurück, nach zuletzt vier Anstiegen in Folge. Dies war auf weniger optimistische Erwartungen zurückzuführen. Die aktuelle Lage beurteilten die Unternehmen jedoch als minimal besser.

Im Handel hat sich das Geschäftsklima deutlich aufgehellt. Die Händler waren merklich zufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage. Zusätzlich gehen viele von ihnen von einer weiteren Belebung in den kommenden Monaten aus.

Im Bauhauptgewerbe ist der Index erneut gestiegen. Der Indikator zur aktuellen Lage kletterte auf den höchsten Wert seit März dieses Jahres. Der Ausblick ist weiterhin pessimistisch, aber etwas weniger als im August.“

 

Der ifo Index ist das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer

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Europa

Deutsche Wirtschaft: Einkaufsmanagerindex – Dienstleister schrumpfen, Gewerbe stark

Markus Fugmann

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Soeben wurde der Einkaufsmanagerindex für deutsche Wirtschaft (Markit PMI; erste Veröffentlichung für September) veröffentlicht – einer der zentralen Indikatoren für die deutsche Wirtschaft:

Gesamtindex: 53,7 (Prognose war 54,1; Vormonat war 54,4)

Verarbeitendes Gewerbe: 56,6 (Prognose war 52,5; Vormonat war 52,2)

Dienstleistung: 49,1 (Prognose war 53,0; Vormonat war 52,5)

Kurz zuvor war der Einkaufsmanagerindex aus Frankreich mit 48,5 schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war 51,9)

Dazu kommentiert Phil Smith von Markit, das die Daten erhebt:

 

„Während die aktuellen PMI-Daten zeigen, dass die deutsche Wirtschaft im September insgesamt auf Wachstumskurs geblieben ist, liefen die Trends auf Sektorenebene jedoch zunehmend auseinander. So vermeldete der Dienstleistungssektor erstmals seit drei Monaten wieder Geschäftseinbußen, was bedeuten könnte, dass die Erholung hier wegen der weiter geltenden Abstandsregeln, der starken Verunsicherung in der Wirtschaft und der Ungewissheit der Beschäftigten hinsichtlich der weiteren Jobentwicklung ihren Höhepunkt bereits überschritten haben dürfte. Im Gegensatz dazu erholte sich die Industrie – nicht zuletzt dank der wieder anziehenden Exportnachfrage – weiter im Eiltempo. Produktion und Auftragseingang wiesen hier abermals starke Zuwächse aus, was mit dazu beitrug, dass sich der Stellenabbau verlangsamte. Die steigenden Infektionszahlen decken sich mit der etwas weniger optimistischeren Stimmung im Servicesektor. Demgegenüber konnten die Industrieunternehmen scheinbar jegliche Sorgen hinsichtlich potenzieller Restriktionen im In- oder Ausland abschütteln, sodass die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist hier wieder so positiv ausfielen wie zuletzt vor über zweieinhalb Jahren.”

 

Die deutsche Wirtschaft mit mühsamer Erholung

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