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Hurra, wir wachsen! Deutschlands BIP +1,7%

FMW-Redaktion

Immer wieder werfen uns Leser vor, wir seien zu negativ. Daher jetzt mal eine bombig positive Meldung: Das deutsche BIP ist in 2015 um 1,7% gewachsen und damit so stark wie seit dem Jahr 2011 nicht mehr. Dazu zunächst einmal Headlines vom Destatis-Chef:

– BIP erstmals über der Marke von 3 Billionen Euro

– Dienstleister und produzierendes Gewerbe trugen zur Belebung bei

– Finanzwirtschaft verliert an wirtschaftlicher Leistung (uups!)

– Konsum ist Motor der deutschen Wirtschaft

– Inflationsrate 2015 beträgt nach erster Schätzung 0,3%

– Lohnstückkosten steigen 2015 um 1,7% (autsch, das hört man aber in Frankreich gerne, wo man uns jahrelang vorgeworfen hat, dass wir uns über Lohndumping Wettbewerbsvorteile verschafft hätten)

Dabei stieg der Konsum in Deutschland um 1,9%, die Staatsausgaben jedoch um 2,8%. Man sollte sich diese Zahlen noch einmal auf der Zunge zergehen lassen, denn die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass das dann 2016 nicht mehr so hübsch aussehen wird – äh, wieder zu negativ formuliert, tschuldigung. Es wird 2016 natürlich super, nur ein bißchen weniger super, wollten wir sagen..

Einige Volkswirte sehen das skeptisch (elende Miesmacher!). So zum Beispiel Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, der hier Fehlentwicklungen vor allem am Immobilienmarkt durch das billige Geld konstatiert. Oder, noch schlimmer, Martin Wansleben (DIHK):

„Das Konjunkturjahr 2015 war mehr Schein als Sein. Das Wachstum fällt mit 1,7% erfreulich gut aus, ist aber gedopt“.

Solche Miesmacher sollte man nach Peking zur Umerziehung schicken – dort traut sich nämlich niemand so respektlos über die grandiose Konjunkturentwicklung zu sprechen. Ab jetzt aber, liebe Leser, werden wir nur noch positive Nachrichten bringen. Ganz ganz fest versprochen!



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9 Kommentare

  1. hallo redaktion

    das ist keine „pessimismus-kritik“, aber mir fällt auf, dass ihr seit kurzem sehr sarkastisch kommentiert.
    trotzdem danke für die arbeit, die ihr euch für uns macht.

    mfg peter hoffmann

    1. @Peter Hoffmann,

      ist Sarkasmus denn so schlimm? Wirklich viel davon gibt es ja nicht in den Finanzmedien hierzulande..
      Und unser Sarkasmus, wenn man es denn so bezeichnen möchte, ist jetzt auch nicht taufrisch, sondern war von Anfang ein Bestandteil dieser Seite..

      Viele Grüsse!

  2. Hallo Herr Fugmann,
    also ich mag ihren „Unterton“ da er offensichtlich der Realität entspricht. Sie müssen ja nicht auch noch mit den eh schon manipulierten Mainstream-Medien einstimmen, von denen gibt es sowieso schon mehr als genug. Alle haben Angst was passiert wenn die unabwendbare Wahrheit an die Oberfläche kommt, deshalb lieber im Zweifelsfall den Status quo schön reden! Bleiben Sie weiter objektiv, dass bekommt Ihnen und der ganzen Medienlandschaft gut!

  3. Hallo Herr Fugmann,

    der Sarkasmus hat schon gewaltig zugenommen. Sie fühlen sich wahrscheinlich als einsamer Kämpfer gegen die Windmühlen. :)

    Zwei Fragen:

    1. Ich habe nicht verstanden, wieso das Wachstum „gedopt“ gewesen sein sollte? Wegen der stark steigenden Staatsausgaben? Oder weil China da noch mehr gebrummt hatte?

    2. Wo sehen Sie denn den DAX und den DOW drehen? So wie Sie inzwischen kommentieren, bekommt man den Eindruck, dass mindestens eine Halbierung dieser Indizes unmittelbar bevorsteht oder gar das „Endspiel“ mit Zusammenbruch des Kapitalismus eingeleitet wurde.

    Viele Grüße
    V

    1. @V,

      zu 1: gedopt, nach Aussagen Wanslebens, wegen der EZB-Politik des ultrabilligen Geldes, und wegen des Ölpreises

      zu 2: Sarkasmus ist eine Frage der Tagesform :)
      Ich sehe nicht unbedingt ein Endspiel des Kapitalismus, glaube aber, dass wir noch sehr viel von China hören werden, was nicht wirklich gut sein wird. Eine Korrektur von etwa 30% etwa bei den US-Indizes wäre durchaus mal bereinigend. Der US-Nebenwerteindex Russell 2000 liegt schon 22% unter den Hochs von 2015. Und in den USA dürfte es zu einem Massaker bei Junk Bonds kommen, und das strahlt immer auf die Aktienmärkte aus. Positiv dürfte sein, dass die Fed bei einbrechenden Aktienkursen die Zinsen keinesfalls vier Mal anheben wird, wie sie jetzt noch glaubt..

      Viele Grüsse!

    2. @V
      @ Markus Fugmann
      wenn man diversen technischen analysten glauben schenkt, sollte diese aktuelle korrektur spätestens bei 9,500 beendet sein. ansonsten stünden 9.300 und dann 8.700 an.
      schöne grüsse

  4. Liebe FMW,
    bitte bleibt so wie ihr seid! Grade für Aktien-Neulinge ist es wichtig auch mal was von Risiken zu lesen. Ich konnte im Sommer meinen Bekanntenkreis noch davon abhalten, Apple-Aktien zu kaufen. („Aber das ist doch ein super Unternehmen!!!“) ;-)
    Es kann sich doch jeder die Info herausziehen die er für seine Strategie (long oder short) umsetzen will.
    Ich glaube viele wollen es nur nicht wahrhaben dass der Bullenmarkt zu Ende gehen könnte, weil sie Angst vor der allgemeinen Panik haben, die dann einsetzen wird wenn auch die Notenbanken die Kurse nicht mehr oben halten können.

  5. ist halt nur sehr schade, wenn sich einen gewissen, vieleicht auch leicht unbequemen, nicht massenverordnet, konformen, sarkassmus nur die fmw leisten-posten darf. was solls….gehen sicher viele gute gedanken verloren. wozu dann ein forum….
    aber wen interessierts wirklich ;-) die räder werden eh woanders gedreht.
    gelaber und schwülstige schönbetereien haben wir zum erbrechen genug in diesen medialen institutionen. neee bitte weiter lockerer sarkasmus im unterton. ist ja immer ein quentschen wahrheit dabei. öhm was war das eigentlich???

  6. Hallo Herr Fugmann,

    bitte, bitte nichts an Ihrem herrlich erfrischenden Schreibstil ändern, der leider die Realität sehr schön plakativ abbildet.

    BTW: 1 Mio. Flüchtlinge tragen sicherlich ebenfalls zu diesem mega hevorragenden BIP-Ergebnis bei (siehe Staatsausgaben).

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