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ICO´s Envion und Savedroid: Chaos, dubiose Stories, Verluste, Klagen

Redaktion

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am

Der Markt für ICO´s (Initial Coin Offerings) explodiert immer weiter. Und grundsätzlich sollte (so meinen wir) auch für diesen neuen Markt der Kapitalaufnahme gelten: Nicht jeder Anbieter ist ein Betrüger, und nicht jeder Anbieter führt Böses im Schilde. Aber aktuell fallen zwei Buden (Firmen) auf.

Envion

Die deutsche Envion AG sammelte vor wenigen Monaten von 30.000 Investoren gut 100 Millionen Dollar ein. Das Geschäftsmodell dahinter war denkbar einfach zu verstehen, und deswegen für die Krypto-Szene wohl auch so sexy. Man wollte mit dem eingeworbenen Geld mobile Schürf-Container aufstellen in der Nähe von Kraftwerken. Wenn überschüssige Energie anfalle, könne sie Vor Ort verwendet werden um mit dem billigen Strom Kryptowährungen zu erzeugen. Denn der einzige Kostenfaktor beim Erschaffungen neuer Coins ist der Preis für Strom.

Aber das Problem ist: Auch jetzt erwirtschaftet Envion keinen Umsatz, und es ist auch nichts in Aussicht. Ob das Geld weg ist, oder nur teilweise verloren/versickert, niemand weiß es. Ob derzeit überhaupt Geschäftsaktivität stattfindet, ist zweifelhaft. Die Eigentümer und Manager haben sich zerstritten, und überziehen sich jetzt mit Klagen. So haben die Gründer das aktuelle Management erstmal mit einer einstweiligen Verfügung blockiert. Und der Vorwurf des Managements steht im Raum, dass die Gründer Geld bei Seite geschafft haben sollen.

Im Moment können Außenstehende die Lage nur schwer beurteilen. Es ist jetzt eine Sache für Staatsanwälte und Gerichte. Ein Berliner Anwalt hat inzwischen für seine Klienten Schadenersatzklage eingereicht wegen Prospektbetrug. Was mag dabei herauskommen? Vielleicht ist Geld teilweise oder größtenteils versickert oder verschwunden?

Savedroid

Der Frankfurter Krypto-Fintech-Anbieter „Savedroid“ präsentiert sich wie heutzutage üblich jung und dynamisch. Die Manager posieren mit einem Hund auf einem sympathischen Gruppenfoto usw. Dabei sollen laut aktuellen Berichten die Zustände im Unternehmen desaströs sein. Vom Hausen in einer lausigen Garage a la „Wolf of Wall Street“ und übelsten Marketing-Tricks ist die Rede. Mitarbeiter sollen nur Mindestlohn erhalten, oder teilweise noch auf Löhne warten. Und so geht es weiter mit Vorwürfen ehemaliger Mitarbeiter, dass es intern drüber und drunter gehen soll.

Savedroid hat auch eine Geschäftsidee, die wie bein Envion ebenfalls toll klingt. Man will dem Krypto-Anleger quasi die Suche nach einer passenden Handelsplattform abnehmen, und die eigene App soll für die Anleger den Krypto-Handel vereinfachen. Savedroid hat angeblich von 35.000 Anlegern über ein ICO 40 Millionen Euro eingeworben. Seit wenigen Tagen ist der Token der Firma handelbar, und der Preis krachte trotz vorigem medialen Push brutal in den Keller – mit jetzt mehr als -90% (Kursverlauf hier einsehbar).

Das tatsächliche Vertrauen im freien Handel der Savedroid-Token scheint doch nicht so toll zu sein wie die mediale Stimmung im Vorfeld. Die Machenschaften des Managements bringen wenig Vertrauen (trotz Block Facebook-Werbung platzieren mit absichtlich falsch geschriebenen Wörtern etc).

Die Frage lautet: Sollten Anleger ganz die Hände von ICO´s lassen? Schließlich erhalten sie dabei keinen Anteil am Unternehmen wie bei Aktien-Börsengängen. Die Token sind letztlich nur Gutscheine, die vielleicht auf Online-Kryptoplattformen gehandelt werden können. Welcher Preis dabei herauskommt, ist völlig unklar. Wie gesagt: Generell verteufeln sollte man die ganze Branche nicht – man sollte sich eben genauer informieren, in was und wen man da investiert!


Erstmal kräftig Geld einnehmen. Foto: Avarice (2012), by Jesus Solana / Wikipedia (CC BY 2.0)

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Andrea Salone

    22. August 2018 12:57 at 12:57

    „Auf der Webseite und im Antrag sehen die Kunden auf den ersten Blick nur die Plattform-Namen wie Verivox, Smava oder Autoscout24. upcoming ico https://oix.li Auf die Webseiten dieser Anbieter sind die Kunden gegangen um einem möglichst günstigen Kredit zu finden. Dass sie letztlich bei der Solaris Bank landen, merken sie kaum. Solaris ist ein sogenanntes Fintech. Schon auf der Webseite der Firma, die eine Vollbank-Lizenz besitzt, sieht man sich eher als hippe Gruppe von Programmierern und Schnittstellen-Entwicklern, also ein junges und dynamisches Startup, wo man den lieben langen Tag rum programmiert und seinen Partnern anbietet „mit Solaris zum Banking-Anbieter“ zu werden. „SolarisBank, die erste Banking Plattform mit Vollbanklizenz, und CrossLend, der digitale Marktplatz für europäische Kredite, haben heute den Beginn ihrer strategischen Partnerschaft bekanntgegeben.

  2. Avatar

    Matthias

    22. August 2018 20:21 at 20:21

    Bin mal gespannt wie sich Savedroid weiter entwickelt. Da hat man sich im allgemeinen Kryptorausch wohl etwas mitziehen lassen. Mal sehen ob da wirklich etwas dahinter steckt und irgendwann am Markt verfügbar sein wird. Ich befürchte aber fast, dass es nicht gut enden wird.

  3. Avatar

    Lux1211

    23. August 2018 08:17 at 08:17

    Savedroid hat sich nitvseiner eigenen blödheit selbst ins knie geschossen. Und als dann zum schluss des icos auch noch die,, alles muss raus,, menthalität durchkam und man jeden erdenklichen shitcoin gegen svd tauschen konnte. Hatten schon die alarmglocken geklingelt. Die ico kohle liet aufn treuhandkonto ob die anleger davon jemals was wieder sehen werden ist fraglich.

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Arbeitsmarkt nach Corona: Mehr Staatswirtschaft, weniger Industrie

Redaktion

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Büro-Arbeitsplatz

Verschwörungstheorie? Oder nur eine Vermutung? Das „übliche“ neo-liberale Gelaber, welches den Staat verteufelt, und vor noch mehr Staat warnt? Nein, offizielle staatliche Aussagen vom heutigen Tage zeigen, dass am deutschen Arbeitsmarkt in die Staatswirtschaft deutliche Stellenzuwächse erleben wird, während produzierende Betriebe nicht nur jetzt, sondern auch in 2021 weiter Stellen abbauen wird.

Staatswirtschaft im Aufwind, Industrie im Rückzug?

De facto heißt das: Die Angestellten in der Privatwirtschaft müssen (insgesamt gesehen) durch Steuern und Abgaben immer mehr, mehr und noch mehr erwirtschaften und abführen, damit die immer größere Zahl der Arbeitsstellen im Rahmen der Staatswirtschaft auch bezahlt werden kann! Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute ihre Prognose für den deutschen Arbeitsmarkt für die Jahre 2020 und 2021 veröffentlicht. Und genau aus diesen Aussagen geht folgendes hervor, auszugsweise im Wortlaut:

Die Zahl der Arbeitslosen steigt laut der IAB-Prognose im Jahresdurchschnitt 2020 um 440.000, im Jahr 2021 könnte sie wieder um 100.000 zurückgehen.

Im Produzierenden Gewerbe gab es insbesondere im zweiten Quartal 2020 einen deutlichen Stellenabbau, der auch 2021 anhalten wird. Im Jahresdurchschnitt 2020 fallen hier 160.000 und 2021 nochmal 60.000 Stellen weg.

Beschäftigungszuwächse erwarten die IAB-Forscher dagegen vor allem im Bereich „Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit“ (jeweils +190.000 in beiden Jahren).

Wird man im Detail die Neueinstellungen bei Staat und öffentlichen Betrieben (zusammen nennen wir das mal die „Staatswirtschaft“) durchgehen, dann wird man im Einzelfall sicher sagen: Ja, diese neue Stelle ist sinnvoll, und die auch, und die auch, und die da… ja dieser neue Job bei dieser Behörde ist auch notwendig. Zum Beispiel mehr Polizisten, mehr Lehrer, mehr Personal für die Gesundheitsämter, mehr Personal für den Zoll für die Kontrollen bei Schwarzarbeit und Einhaltung der Vorschriften bei Fleischbetrieben, mehr Sozialarbeiter etc. Und so könnte man die Liste sicher endlos fortsetzen.

Nur irgendwer muss all das ja auch bezahlen, zusätzlich zu der immens steigenden Staatsverschuldung, die irgendwann ja auch irgendwer mal bezahlen soll. Unterm Strich, da darf man sich sicher sein, wird es heißen: Wir müssen leider, leider die Steuern erhöhen. Geht eben nicht anders? Oder wird man anstatt die Steuern raufzuschrauben, eher auf indirekte Steuern und Sozialabgaben setzen? Was der Bürger nicht so offensichtlich sieht, tut auch nicht so sehr weh?

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Baugewerbe mit Einbruch bei den Auftragseingängen – kein Grund zur Sorge!

Claudio Kummerfeld

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Baugewerbe mit Rückgang bei den Aufträgen

Das deutsche Baugewerbe verzeichnet einen Rückgang der Auftragseingänge. Krise? Weit gefehlt, so möchten wir meinen. Wie heute offiziell vermeldet wurde, sind die Auftragseingänge im Juli im Vergleich zu Juni um 5,6 Prozent gesunken, und im Vergleich zu Juli 2019 um 4,9 Prozent. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2020 sank der reale Auftragseingang im Baugewerbe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent. Warum diese Rückgänge noch kein Problem sind? Nun, die Aussagen der Statistiker deuten dies an.

Denn der Auftragseingang im Juni 2020 war aufgrund von Großaufträgen ungewöhnlich hoch ausgefallen. Und der Auftragseingang im Juli 2019 war der höchste jemals in einem Juli gemessene Wert. Von daher war es für den Juli 2020 auch schwer, im Vergleich zu diesem Rekord-Ausgangswert noch mal eine Steigerung hinzulegen. Und aktuell darf man ja auch noch ergänzen, dass im Zuge der Coronakrise verständlicherweise einige wirtschaftliche Abläufe wie Bauaufträge oder Bauanträge bei Ämtern verschoben werden oder sich verzögern. Wenn man das bedenkt, dann sind diese Auftragsrückgänge im Baugewerbe noch eher mild ausgefallen. So schreiben die Statistiker vom Statistischen Bundesamt auch Zitat „Gründe für diese negative Entwicklung sind neben möglichen Einflüssen der Corona-Pandemie auch das sehr hohe Niveau des Vorjahres“.

Die am Anfang des Artikels genannten Prozentveränderungen waren real, saison- und kalenderbereinigt gerechnet. Die nominalen Veränderungen fielen noch viel kleiner aus. Der Auftragseingang im Baugewerbe betrug im Juli 2020 rund 7,5 Milliarden Euro. Das waren nominal (nicht preisbereinigt) 2,5 % weniger gegenüber dem Höchststand im Juli 2019. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Auftragseingänge in den ersten sieben Monaten 2020 nominal um 0,5 %.

Grafik zeigt Verlauf der Auftragseingänge im Baugewerbe

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Coronakrise und Insolvenzen: Ab 01.Oktober kommt die Pleite-Welle

Markus Fugmann

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Aufgrund der Coronakrise hat die Bundesregierung bekanntlich beschlossen, das Insolvenzrecht zeitlich begrenzt auszusetzen und damit die Pflicht zur Anmeldung einer Insolvenz ausser Kraft zu setzen – gleichwohl droht nun bereits in der nächsten Woche eine massive Pleite-Welle. Denn ab 01.Oktober müssen jene Unternehmen wieder Insolvenz anmelden, die zahlungsunfähig sind – während überschuldete Firmen erst ab 01.Januar 2021 die Pflicht zur Insolvenz-Anmeldung haben.

Wie viele der von der Coronakrise betroffenen Unternehmen in Deutschland müssen dann als ab nächster Woche Insolvenz anmelden? Volker Römermann, unter anderem Fachanwalt für Insolveznrecht, sagt: über 90% der betroffenen Firmen werden dann ab 01.Oktober Insolvenz anmelden müssen, denn so hoch sei die Zahlungsunfähigkeits-Quote bei allen Insolvenzen – Überschuldung und damit die Pflicht zur Insolvenzanmeldung erst ab 01.Januar 2021 sei dagegen bei weniger als 10% der Fall.

Coronakrise: Jetzt kommt der Schmerz!

Das bedeutet: hunderttausende Firmen in Deutschland werden wohl zeitnah Insolvenz anmelden! Das wird viele Arbeitsplätze kosten. Der durch die Coronakrise ausgelöste Schmerz wurde also lediglich in die Zukunft verschoben – und diese Zukunft und damit der große Schmerz kommt nun also im Oktober, „buchstäblich am 01.Oktober“, sagt Römermann im Interview mit Florian Homm. Zwischen Januar und August diesen Jahres war die Zahl der Insolvenzen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr sogar rückläufig – da hat sich nun viel aufgestaut, was sich nun in einer Pleite-Welle entladen dürfte!

Und der Schmerz geht dann ab 01.Januar 2021 weiter, denn viele Firmen haben in der Coronakrise noch einmal Kredite aufgenommen, seien aber nicht zuletzt dadurch aussichtslos überschuldet, sagt Volker Römermann:

Ab 01.Oktober schlägt die Coronakrise voll durch - es droht eine Welle von Insolvenzen

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