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IEA: 31 Staaten bringen Öl-Reserven auf den Markt – wichtigste Info fehlt

Öl-Tank

Gestern bestätigten die USA, dass man sechs Monate lang 1 Million Barrels Öl pro Tag auf den Markt werfen wird. Und jetzt folgt die internationale Staatengemeinschaft – zumindest der Teil, der sich in Form der Internationalen Energie-Agentur (IEA) zusammengeschlossen hat. Man meldet soeben, dass sich die 31 Mitgliedstaaten der IEA darauf geeinigt haben, als Reaktion auf die durch den Einmarsch Russlands in der Ukraine verursachten Marktturbulenzen erneut Öl-Reserven freizugeben, und damit „ihr starkes und einheitliches Engagement für die Stabilisierung der globalen Energiemärkte unterstrichen“. Das Wichtigste aber fehlt als Information: Wie viel der Öl-Reserven wird man auf den Markt werfen, und in welchem Zeitraum? Die IEA sagt dazu aktuell, dass man die Einzelheiten der neuen Notvorratsfreigabe Anfang nächster Woche bekanntgeben wird.

Die IEA-Minister bekräftigten laut dem aktuellen Statement ihre Besorgnis über die „Auswirkungen der ungeheuerlichen Handlungen Russlands“ auf die Energiesicherheit und sprachen sich für die von der internationalen Gemeinschaft als Reaktion darauf verhängten Sanktionen aus. Die Minister bekundeten laut Statement ihre Solidarität mit dem ukrainischen Volk und seiner demokratisch gewählten Regierung angesichts der entsetzlichen und unprovozierten Verletzung der Souveränität und territorialen Integrität der Ukraine durch Russland. Der Verwaltungsrat der IEA forderte die Mitgliedsländer außerdem auf, die Ukraine bei der Versorgung mit Erdölprodukten zu unterstützen.

Die Minister der IEA stellten laut Statement fest, dass der Krieg Russlands in der Ukraine die globalen Ölmärkte weiterhin stark belastet und zu einer erhöhten Preisvolatilität führt. Dies geschehe vor dem Hintergrund, dass die kommerziellen Lagerbestände auf dem niedrigsten Stand seit 2014 sind und die Ölproduzenten nur begrenzt in der Lage seien, kurzfristig zusätzliches Angebot bereitzustellen. Die Minister wiesen auch auf die besonderen Schwierigkeiten auf den Dieselmärkten hin. Die IEA-Mitglieder verfügen laut Statement über Öl-Reserven (Notvorräte) in Höhe von 1,5 Milliarden Barrel. Die heutige Einigung ist das fünfte Mal, dass die IEA Sicherheitsvorräte freigibt. Frühere kollektive Maßnahmen wurden 1991, 2005, 2011 und am 1. März 2022 durchgeführt.

Die Aussicht auf großflächige Unterbrechungen der russischen Ölproduktion droht laut IEA-Statement zu einem globalen Ölversorgungsschock zu führen. Russland spiele auf den globalen Energiemärkten eine überragende Rolle. Das Land sei der drittgrößte Ölproduzent und der größte Exporteur der Welt. Seine Ausfuhren von rund 5 Millionen Barrel Rohöl pro Tag machen etwa 12 Prozent des Welthandels aus – und seine rund 2,85 Millionen Barrel Erdölprodukte pro Tag machen etwa 15 Prozent des weltweiten Handels mit raffinierten Produkten aus. Etwa 60 Prozent der russischen Ölexporte gehen nach Europa und weitere 20 Prozent nach China.



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10 Kommentare

  1. „Endspiel“…von Florian Homm fällt mir dazu ein.

    Wir werden sehen, was so kommt.

    Schönes Wochenende

  2. Lupenreiner Demokrat

    Andreas Beck sagt was jeder Normalo wissen müsste, die Sanktionen sind kontraproduktiv, sie fördern die schon begonnene Deglobalisierung, sie fördern und festigen die Bildung des grossen Wirtschaftsblocks Russland / Indien/ China. Die sonst langfristig denkenden Chinesen werden gerade ohne eigenes Zutun im Eilzug zum Weltmarktführer befördert.
    Die Frage sei erlaubt, warum hat es in der EU- Politik keine Becks ,Stelters, Kralls, Fugmänner und Co.?
    Warum kamen die Van der Leien und Lagarden an solch wichtige Posten? Die autokratischen Systeme sind zwar nicht ideal, unsere vielgerühmte Demokratien sind wohl auch nicht zielführend.

    1. Lupenreiner Autokrat

      In welchem feuchten, dunklen Erdloch sind Sie denn aufgewachsen? Seit wann ist „die Largarden“ in der EU-Politik? Warum sind Krall und Fugmann nicht in der EU-Politik? Vermutlich, weil sie bisher noch nicht kandidiert haben.

      1. Lupenreiner Demokrat

        @LupenreinerAutokrat, ich habe nicht gesagt die Lagarde sei eine Politikerin,obwohl alle wissen ,dass die EZB wohl nicht mehr unabhängig ist und sehr wohl Politik macht.Sie sind wohl der immergleiche Gutmensch, dessen Hirnströme sofort auf Hass umstellen ,wenn nur schon das Wort Krall irgendwo fällt.So sind sie halt die Gutmenschen, ALLE anderen sind schlecht.

        1. Young Global Leader

          @Lupenreiner, die EZB ist unabhängig UND sie macht Politik. Das gleiche gilt übrigens auch für unser Bundesverfassungsgericht. Der Europäische Rat bestimmt den Vorsitzenden, wie die Kurfürsten den Heiligen Römischen Kaiser. Einmal im Amt hat er zwar nur 8 Jahre ( anders als der Kaiser ), aber in denen kann er sich austoben. Wenn man Frau Lagarde loswerden wollte, müsste man sie schon beim Klauen im Supermarkt erwischen. Das Volk, die Wirtschaft usw. kann nur hoffen und beten. Alle dürfen auch offen kritisieren, aber das hat ungefähr den gleichen Effekt.

    2. @Lupenreiner D. – was man nicht vergessen sollte: Auch China ist vom Westen abhängig. Wo sonst sollten sie ihren Schrott (Produkte) auch loswerden. Es besteht also eine gegenseitige Abhängigkeit. Darüber hinaus stellt sich die Frage, wo – langfristig gesehen – die bessere Forschung und Entwicklung stattfindet. Und Corona und die Immobilienblase dürfte China auch noch ziemlich zusetzen. Man kann also nachwievor Hoffnung haben, dass dieses totalitäre Regime dem Untergang geweiht ist…

  3. @ Lausi, nicht vergessen, China wird den Immobiliencrash verdauen und die selbstgewollte Aktienkorrektur haben sie schon hinter sich und haben auch keine Anleihenblase.Sie starten jetzt mit Indien und Russland zusammen, gesegnet mit billiger Energie und Rohstoffen in eine neue Episode. Mal schauen wie es die der Westen und vor allem die Amis schaffen ihre Dreifachblase zu entlüften.Trotz aller Ankündigungen restriktiver zu werden,hat man sich bis jetzt noch nicht getraut zu handeln, denn die massgebende Bilanzsumme habe soeben in Biden-Land noch eine Rekordsumme erreicht und die EU-Träumer hoffen immer noch auf Selbstheilung der Inflation.
    Dass die naiven Sanktionisten die Sache noch verschlimmern wird gerade von hochkarätigen Wirtschaftsleuten bestätigt.Die hochverschuldeten EU-Träumer, die Russland in kurzer Zeit in den Konkurs treiben wollten, werden noch ihr grünes Wunder erleben.
    Zum Aktienmarkt: Sogar der Dauerbulle von FORMATIONSTRADER zieht gerade den Schwanz ein.
    Googeln: FORMATIONSTRADER.de – Aktien die schlimmste Krise seit 1945-

    1. @Bumerang – Danke für den Video-Tipp! Hamed Esnaashari gefällt mir immer sehr gut – sympathischer Mensch.

      China hat auch ein ziemlich massives Verschuldungsproblem – vor allem wohl im Unternehmen-Sektor. China könnte von der weltweiten Krise genauso betroffen sein, wie der Rest der Welt. Und wenn da die Menschen auf die Straße gehen und protestieren, könnte das schnell explosiv werden. Die ganze Welt ist ein einziges Pulverfass…

  4. @ Lausi, ja er macht oft vernünftige Videos, er liegt auch sehr oft richtig, aber oft hat er mich verärgert wegen seiner Crash Propheten Kritik.Jetzt scheint er vorsichtig geworden zu sein und dies mit berechtigten Argumenten.

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