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IEA: „Weiterer kräftiger Ölpreis-Anstieg wenig wahrscheinlich“

Redaktion

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Der Ölpreis hat in den letzten Monaten einen kräftigen Anstieg hingelegt. Von 43 Dollar im Sommer 2017 stieg amerikanisches WTI-Öl auf fast 73 Dollar Ende Mai 2018 – das ist ein Anstieg von 70% in weniger als einem Jahr. Kann es in diesem Tempo weitergehen?

Ölpreis mit keinem weiter drastischen Anstieg

Nach Ansicht der Internationalen Energie-Agentur (IEA) sei ein weiterhin kräftiger Anstieg im Ölpreis wenig wahrscheinlich, so wie es ihn in den letzten Monaten gegeben habe. Das sagt die IEA in ihrem heute veröffentlichten aktuellen Ölmarkt-Bericht. Somit seien auch Befürchtungen unbegründet, dass ein noch höherer Ölpreis Nachfrage- und Konjunkturwachstum abwürge. Zitat IEA:

Rapidly rising prices in recent months have raised doubts about the strength of demand growth, and we have modestly downgraded our estimate for 2018. Prices are unlikely to increase as sharply as they did from mid-2017 onwards and thus the dampening effect on demand will be reduced.

Angebotsseite

Für 2018 erwarte man bei Nicht-OPEC-Förderstaaten ein Angebotswachstum von 2 Millionen Barrels pro Tag, und für 2019 weitere 1,7 Millionen Barrels pro Tag. 75% dieses Wachstums entfalle auf die USA! Das ist mal eine Hausnummer. Die IEA weist auch darauf hin, dass dieses eh schon vorhandene Angebotswachstum (in Nordamerika) dafür sorge, dass der Preisabschlag von WTI gegenüber dem europäischen Brent-Öl sogar schon bei 10 Dollar angekommen sei. Denn durch die Überschwemmung mit jeder Menge Fracking-Öl liegt auf dem US-Öl WTI deutlich mehr Preisdruck.

Die IEA prognostiziert nicht, sondern arbeitet aktuell mit einem Szenario, wonach die Angebotsmenge des Iran und von Venezuela bis Ende 2019 um insgesamt 1,5 Millionen Barrels pro Tag zurückgehen könne (das ist durchaus realistisch). Man glaube daran, dass die Golfstaaten und Russland diese Lücke durch einen zügigen Fördermengenanstieg relativ problemlos ausgleichen können.

Nachfrage

Für das laufende Jahr 2018 habe man auf der Nachfrageseite die Erwartung leicht auf 1,4 Millionen Barrels Wachstum pro Tag gesenkt. Auch für 2019 erwarte man ein Wachstum von 1,4 Millionen Barrels. Was bedeutet das unterm Strich für den Ölpreis? Glaubt man den Aussagen und Szenarien der IEA, dann gleichen Golfstaaten und Russland die entstehende Lücke durch Iran und Venezuela aus. Gleichzeitig fördern die Fracker in den USA aber so viel mehr, dass das Angebotswachstum offenbar etwas größer sein wird als das Nachfragewachstum.

Dies könnte in fallenden Preisen münden – könnte! Wie immer wollen wir daran erinnern, dass der Ölmarkt unberechenbar ist und bleibt! Ende 2019 werde der Ölmarkt (Angebot und Nachfrage) laut IEA endgültig perfekt ausbalanciert sein. Man beobachte aber derzeit, dass einige Förderländer möglicherweise ihre Fördermengen weiter ausbauen wollen. Also doch ein möglicher Überhang auf der Angebotsseite? Der Trend aus den IEA-Aussagen deutet aber eher Richtung schwächelnder Ölpreis.

WTI Ölpreis seit 2015
Der WTI-Ölpreis seit 2015.

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Indizes

DAX daily: Tages- und Wochenausblick für die Woche nach dem Verfall

Stefan Jäger

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am

Der große Verfall im Dax ist abgehakt und uns steht eine spannende Handelswoche mit charttechnischen Chancen in beide Richtungen bevor. Am Verfallstag ging es für den Dax am Freitag wieder unter die 13.200er Marke. Während der deutsche Leitindex zur Mittagszeit noch moderat im Plus lag, geriet er vor allem im späten Handel, als die US-Indizes eröffnet haben, unter Druck. Dabei hat er sein Tagestief an der 13.116 markiert und das Tageshoch lag bei 13.263. Am sogenannten Hexensabbat hat der Dax schließlich mit einem Abschlag von 91 Punkten (-0,70 %) bei 13.116 den Handelstag beendet. Insgesamt ging die Handelswoche mit einem kleinen Minus von 86 Punkte (-0,65 %) zu Ende.

Um sich auf dem hohen Niveau zu halten, mangelt es den Aktienmärkten derzeit an Impulsen. In dieser Handelswoche ist dennoch alles möglich, aus charttechnischer Sicht stehen Möglichkeiten in beide Richtungen offen. Hält sich der Dax über der 13.000er Marke, dann kann er bis zur 13.300 oder höher ansteigen. Fällt er jedoch wieder unter die runde Marke, rückt der Unterstützungsbereich bei 12.850 bis 12.750 in den Fokus. Darunter könnten wir sogar weitaus tieferer Kurse sehen. Allerdings profitiert der Dax derzeit von der Rotation vom Technologiesektor hin zu Value-Aktien, das ist auch der Grund, warum sich der Leitindex während der Korrektur an den US-Börsen sehr stabil präsentiert. Nichtsdestotrotz konnten die US-Indizes bisher keinen Boden ausbilden und befinden sich immer noch in einem Abwärtstrend, das kann den Dax diese Woche belasten.

News und fundamentale Daten

Nachdem nun der große Verfall erledigt ist und die Terminkontrakte an den Derivatbörsen verfallen sind, beginnt die Positionierung der Stillhalter von Neuem. Mittlerweile finden in der Verfallswoche selbst kaum noch größere Bewegungen statt, das hat der Dax in der abgelaufenen Woche erneut bewiesen und täglich an der 13.200er Marke geschlossen. Der Abrechnungskurs am Hexensabbat lag schließlich bei ungefähr 13.230. Stattdessen kommt es immer häufiger in der nachfolgenden Handelswoche zu mehr Bewegung beziehungsweise sogar zu Trendumkehrmustern. Andre Stagge erläutert eine interessante Strategie für den Dax-Turnaround nach dem großen Verfall – hier ein Video dazu.

Konjunkturdaten für die Handelswoche

Bevor wir am Mittwoch die ersten Konjunkturdaten aus Deutschland sehen, geht es bereits heute mit Daten aus China los. In der letzten Nacht wurde die PBoC Loan Prime Rate veröffentlicht. Der aktuelle Zinssatz für Bankkredite ist mit 3,85 % genauso wie erwartet ausgefallen. Seit Mai befindet sich der Zinssatz demnach schon auf diesem Niveau. Außerdem tritt der Fed-Chef Jerome Powell um 16:00 Uhr erneut vor das Mikrofon und äußert sich zu der aktuellen Geldpolitik. Am Dienstag muss er zudem vor dem gemeinsamen Wirtschaftsausschuss beider Häuser des US-Kongresses zum konjunkturellen Ausblick und der Geldpolitik der letzten Zeit Stellung nehmen.

Am Mittwoch erscheint dann das GfK Konsumklima und gibt einen Einblick in das Vertrauen der deutschen Bürger in die konjunkturelle Entwicklung. Darüber hinaus sehen wir diverse Einkaufsmanagerindizes aus Deutschland, der Euro-Zone und den USA. Die wichtigen Wirtschaftsindikatoren können den Dax beeinflussen, daher sollte man sich die Termine vormerken.

Genauso bedeutsam wie die Konjunkturdaten am Mittwoch ist der ifo-Geschäftsklimaindex am Donnerstag. Er gilt als einer der wichtigsten Frühindikatoren für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Darüber hinaus erscheinen auch die wöchentlichen US-Arbeitsmarktdaten sowie die US-Verkäufe neuer Häuser (Aug). Zuletzt sehen wir am Freitag noch die US-Auftragseingänge für langlebige Güter. Damit geht eine Woche voller spannender Wirtschaftsdaten zu Ende, die wieder Schwung in die Märkte und speziell in den seitwärts laufenden Dax bringen kann.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Der Dax notiert vorbörslich bereits im Minus. Dementsprechend wird er mit einem Abwärts-Gap in die neue Handelswoche starten. Eine erste Unterstützungszone befindet sich zwischen 13.053 und 13.026 (PP S1). Darunter liegt dann schon die psychologische runde Marke bei 13.000. Von dort könnte er einen ersten Erholungsversuch starten. Fällt er jedoch darunter, dann könnte sich die Abwärtsbewegung beschleunigen. Die nächste Unterstützung liegt am Pivot Punkt S2 bei 12.934, hier verläuft auch die SMA50 auf Tagesbasis. An dieser Stelle könnte der Dax abprallen und die Aufwärtsbewegung aufnehmen. Ansonsten macht er sich auf den Weg das offene Gap vom 04.09. bei 12.842 zu schließen. Die Zone zwischen 12.850 und 12.750 hat dem Dax schon häufiger Halt geboten, hier kann er jederzeit einen Boden ausbilden.

Kann der Dax zur Eröffnung wieder ansteigen, dann liegt die erste Hürde bei 13.088. Danach folgt der Schlusskurs vom Freitag bei 13.116, damit hätte er auch das Gap geschlossen. An dieser Stelle könnte der Dax auch wieder nach unten abdrehen. Ansonsten folgt ein weiterer Widerstand am heutigen Pivot Punkt bei 13.145. Darüber liegt noch ein Widerstandsbereich zwischen 13.170 und 13.180, hier verläuft auch die SMA200 auf Stundenbasis. An den genannten Widerständen könnte es jederzeit wieder bergab gehen. Steigt der Dax dennoch weiter an, dann folgt die 13.214 (138,2 % Ext.) sowie der Widerstandsbereich zwischen 13.260 und 13.277, an dem der Dax die letzte Woche mehrfach gescheitert ist.

DAX daily: Tagesausblick 21.09. - H1-Chart

Dax Unterstützungen (US):

13.053 – nachbörsliches Tief 18.09.

13.035 – Tagestief 17.09.

13.026 – Pivot Punkt S1

13.000 – psychologische Marke

12.934 – Pivot Punkt S2

12.932 – SMA50 Tag

12.842 – Gap 04.09.

12.815 – Pivot Punkt S3

12.750 – Tagestief 04.09.

Dax Widerstände (WS):

13.088 – M5-Chart

13.116 – Schlusskurs + Tagestief 18.09.

13.145 – Pivot Punkt

13.176 – mehrfache US (H1)

13.214 – 138,2 % Extension

13.263 – Tageshoch 18.09.

13.300 – 3-fach Top

13.355 – 200 % Extension (Nachttief 09.09.)

13.460 – September-Hoch

Disclaimer

Die hier angewandte technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstigen Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Indizes

DAX & Wall Street: Was Trader jetzt tun

Rüdiger Born

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Die Bullen sind angezählt, aber noch längst nicht vertrieben. Eine Korrektur steht weiter an, aber kommt sie auch wirklich? Heiß ersehnt von einigen, klein geredet von den anderen. Wie man diese aktuelle Situation angeht und was Trader aus und in dieser Lage machen zeigt dieser Beitrag teils ganz konkret am aktuellen Chart, aber auch im Generellen, um das charttechnische Ergebnis noch besser einordnen zu können. Mehr Infos zu meiner Person finden Sie hier. Wollen Sie meine täglichen Analysen im „Trade des Tages“ erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

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Indizes

Andre Stagge über Dax-Turnaround nach großem Verfall und Sommerloch-Short-Strategie

Redaktion

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Der Experte Andre Stagge bespricht im folgenden Video zwei interessante Strategien im Detail. Als da wären Turnarounds im Dax nach dem jeweiligem großen Verfallstag, der viel Mal im Jahr stattfindet (fand erst letzten Freitag statt). Wie geht es dann ab morgen weiter im Dax? Auch die Sommerloch-Short-Strategie wird angesprochen. Mehr zu Andre Stagge und seinen Strategien finden Sie hier. Den YouTube-Kanal von Andre Stagge finden Sie hier.

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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