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ifo errechnet: Bei den neuen US-Zöllen gibt es einen unerwarteten Gewinner!

Vor Kurzem hatte US-Präsident Trump verkündet demnächst auf weitere 300 Milliarden Dollar chinesischer Importe Zölle einführen zu wollen. Die einfachste Logik wäre jetzt zu sagen: Der US-Staatshaushalt ist der Gewinner, weil man zusätzliche Einnahmen durch die Zölle erzielt. Und US-Unternehmen können sich dann besser im Wettbewerb mit chinesischen Unternehmen behaupten, weil chinesische Produkte in den USA teurer werden. Daher sollten auch die US-Unternehmen die Gewinner sein. Aber das ist zu einfach gedacht.

Das Münchner ifo-Institut hat sich dazu Gedanken gemacht und nachgerechnet. Aktuell hat man verkündet, dass überraschenderweise Europa der Gewinner wäre, und hier am meisten Italien! China wäre auf jeden Fall geschädigt. Aber durch chinesische Gegenzölle Richtung USA könnte sich der US-Vorteil in einen Nachteil verkehren, so das ifo-Institut. Zitat aus der Veröffentlichung des ifo-Instituts:

Sollten die USA zehn Prozent Zölle auf weitere Importe im Wert von 300 Milliarden Dollar erheben, würde dies für Deutschland 94 Millionen Euro Mehreinnahmen bedeuten, für Frankreich 29 Millionen, für Italien 183 Millionen, für Spanien 25 Millionen und für das Vereinigte Königreich 86 Millionen Euro. Für die EU28 wären es zusammen 1,5 Milliarden Euro, für die USA 1,8 Milliarden. China hätte Verluste von 24,8 Milliarden Euro zu verbuchen.

„Grund für dieses Ergebnis ist, dass einseitige US-Zollanhebungen deren Produzenten begünstigen und Staatseinnahmen erhöhen“, sagt Steininger. Gleichzeitig könnten US-Konsumenten jedoch darunter leiden, da die Kaufkraft der Haushalte durch Zölle geschwächt wird und die realen Löhne sinken. Doch zum Teil würden zuvor importierte Güter durch heimische Produktion ersetzt, da importierte Güter durch die Zölle teurer würden. „Dadurch sinken Importe, während die Nachfrage nach heimischen Gütern steigt (siehe Szenario 1) und es insgesamt zu positiven realen Einkommenseffekten kommt“, erläutert Steininger.

Der US-amerikanische Präsident bewegt sich jedoch auf einem schmalen Grat. Wenn China seinerseits zehn Prozent zusätzlichen Zoll auf die US-Importe erhebt, könnte es seine Verluste auf 21,6 Milliarden Euro verkleinern und die Gewinne der USA in Verluste von 1,5 Milliarden Euro umschlagen. Deutschland und die EU würden als lachender Dritter stärker profitieren. Die Mehreinnahmen für Deutschland lägen bei 323 Millionen Euro, für Frankreich bei 168 Millionen, für Italien bei 231 Millionen, für Spanien bei 25 Millionen und für Großbritannien bei 58 Millionen Euro. Die EU28 würde mit 1,7 Milliarden Euro profitieren (Szenario 2). Bei den Berechnungen wurden weder die Abwertung des Yuan noch die negativen Effekte wachsender Unsicherheit für die Investoren einbezogen.

ifo neue US-Zölle



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