Europa

ifo Geschäftsklimaindex: „Zwei Quartale schwere Rezession“, „zwischen -5% und -20%“

Soeben hat das ifo Institut den finalen ifo Geschäftsklimaindex für März veröffentlicht – mit katastrophalen Zahlen vor allem aus dem Diensleistungssektor. In der Vorwoche hat das ifo Institut schon vorläufige Zahlen veröffentlicht – nun hat sich die Lage in der finalen Auswertung noch einmal verschlechtert:

– ifo Geschäftsklimaindex 86,1 (Erstveröffentlichung für März war 87,7)

– aktuelle Lage 93,0 (Erstveröffentlichung für März war 93,6)

– Geschäftserwartungen 79,7 (Erstveröffentlichung für März war 81,9)

Dazu kommentiert ifo (Klaus Wohlrabe):

– Stimmung hat sich ausserordentlich verschlechtert, stäkrster jemals verzeichneter Monatsrückgang

– Anteil der sich pessimistisch äussernden Unternehmen ist in den letzten Tagen noch einmal deutlich gestiegen

– Dienstleistungsindex so stark gefallen wie seit Berechnung (2005) noch nie, verarbeitendes Gewerbe so schlecht wie seit 2009 nicht mehr

– Handel eingebrochen, Baugewerbe nur moderat gesunken

– wird mindestens zwei Quartale schwere Rezession geben: BIP-Einbruch zwischen -5% und -20%, je nach Länge des shutdowns

Dazu die Pressemitteilung des ifo im Wortlaut:

ifo Geschäftsklimaindex bricht ein

„München, 25. März 2020 – Die Stimmung in den deutschen Unternehmen hat sich außerordentlich verschlechtert. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im März auf 86,1 Punkte eingebrochen, nach 96,0 Punkten[1] im Februar. Dies ist der stärkste jemals gemessene Rückgang im wiedervereinigten Deutschland und der niedrigste Wert seit Juli 2009. Insbesondere die Erwartungen der Unternehmen verdüsterten sich wie nie zuvor. Auch die Einschätzungen zur aktuellen Lage sind deutlich gefallen. Die deutsche Wirtschaft steht unter Schock.

Der Geschäftsklimaindex ist im Vergleich zur vorläufigen Veröffentlichung vom 19.3., als er bei 87,7 Punkten lag, nochmals um 1,6 Punkte gesunken. Die Lagebeurteilungen sanken seitdem um 0,8 Punkte, die Erwartungen um 2,3 Punkte.

Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Index auf den niedrigsten Stand seit August 2009 gefallen. Einen stärkeren Rückgang gab es im wiedervereinigten Deutschland noch nie. Der Rückgang der Erwartungen ist mit Blick auf 70 Jahre Umfragen in der Industrie historisch einmalig. Der Indikator der aktuellen Lage sank weniger stark. In allen Industriezweigen ist der Index gefallen, teilweise recht deutlich. Viele Unternehmen haben Produktionskürzungen angekündigt.

Im Dienstleistungssektor ist der Geschäftsklimaindikator so stark gefallen wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2005. Dies gilt sowohl für die Einschätzung der Geschäftslage als auch für die Erwartungen.

Im Handel ist der Geschäftsklimaindikator eingebrochen. Die Erwartungen stürzten auf den niedrigsten Wert seit der Wiedervereinigung. Auch die aktuelle Lage schätzten die Unternehmen merklich weniger gut ein. Groß- und Einzelhandel sind gleichermaßen stark negativ getroffen. Positive Ausnahmen sind Lebensmittel- und Drogeriemärkte.

Im Bauhauptgewerbe ist der Index vergleichsweise moderat gesunken. Die Bauunternehmen sind gegenwärtig mit ihrer aktuellen Lage noch sehr zufrieden. Der Ausblick hat sich jedoch deutlich verschlechtert.

Clemens Fuest“

 

Der ifo Geschäftsklimaindex zeigt, dass in Deutschland eine Rezession mit BIP-Einbruch zwischen -5% und -20% bevorsteht



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6 Kommentare

  1. Und trotzdem explodiert der DAX. Es ist einfach der Wahnsinn.

    1. Erst in der Holzkiste wacht Michel auf. Vorher wird noch bisjen spekuliert.
      De Rende is sischä……..

      1. Der Michel, der spekuliert, wirds nicht sein.
        Eher schon die organisierte Kriminalität, die Fantastilliarden an Geld-Illusion in die Märkte pumpt.
        „Whatever it takes“

  2. Es sind schon sehr deutliche Zahlen. Frage der Zeit, wann die Kiste untergeht. Die Quartalszahlen werden schon das ganze Ausmaß zeigen.

    1. Es wird nur die treffen:
      Schlafmützen.

      Davon völlig ungestört können die kleinen Könige in Germoney weitermachen:
      Beamte, Angestellte des ÖD, des Staatsfunks, Bürgermeister, Landräte und anderes politisches Kroppzeug.

      1. Ja, genau-die Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, Krankenhaus- und Pflegepersonal, die am Limit ihr Leben im Kampf gegen COVID reskieren, sind sicherlich die Könige in Germoney.
        In Italien ernten sie Applaus und man nennt sie Helden.

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