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ifo Index: Wirklich Entwarnung? Eine Kurzeinschätzung

Soeben ist die Headline-Zahl des ifo Index besser ausgefallen als befrüchtet. Gibt das nun eine Entwarnung in Sachen Konjunktur? Wohl nicht. Denn die deutsche Industrie bleibt weiter im Sinkflug, es sind Bau, Handel und Dienstleister, die die Headline-Zahl nach oben gezogen haben!

Und das ist keine gute Nachricht, den Bau, Dienstleister und Handel profitieren nach wie vor vom Boom der deutschen Konjunktur der letzten Jahre, sie sind nachlaufende Indikatoren, während die Industrie ein Frühindikator ist. Das ifo selbst in Gestalt von Klaus Wohlrabe sagt ganz klar: von der Weltwirtschaft komme keinerlei Unterstützung für den ifo Index..

So schrieb auch Phil Smith von Markit zu den am Freitag veröffentlichten deutschen Einkaufsmangerindizes:

„Der Binnenmarkt blieb hingegen weiter robust, was der anhaltend starke Lohndruck und der weiter florierende Servicesektor zeigen. Die Frage ist nur, wie lange er sich dem Abwärtssog der Industrie entziehen kann. Der erste Stellenabbau in der Industrie seit drei Jahren ist sicher ein Warnsignal für die Binnennachfrage. Noch dazu, wo der Jobaufbau in der deutschen Wirtschaft diesmal ja bereits so schwach ausgefallen ist wie zuletzt im Mai 2016.“

Mit anderen Worten: der seit Anfang 2018 bestehende Abwärtstrend in der deutschen Industrie ist nun erstmals am deutschen Arbeitsmarkt angekommen – und wenn in der Industrie nicht schnell eine Trendwende passiert, dann ist es eine Frage der Zeit, bis auch der Binnenkonsum (Handel, Dienstleister, Bau) sich abkühlen wird!

Die bessere Headline-Zahl des ifo Index gibt also keine wirkliche Entwarnung – sie reflektiert vielmehr eine Echo-Wirkung der guten Konjunktur in Deutschland der letzten Jahre. Aber der abwärtsgerichtete Trend in der Industrie wird früher oder später die Dienstleister erfassen! Vielleicht erklärt das auch die durchaus verhaltende Marktreaktion auf die ifo-Zahlen..



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