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Europa

ifo: Industrieschwäche wie ein Ölfleck, breitet sich aus, Rezessionsgefahr

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Das Münchner ifo-Institut spricht heute davon, dass die schon längst vorhandene Rezession in der Industrie wie ein Ölfleck sei, der sich nach und nach in andere Wirtschaftszweige ausbreite. Der deutschen Wirtschaft drohe eine Rezession. Man senkt heute seine Erwartungen für das deutsche Wirtschaftswachstum (BIP). Zitat:

Nach dem Schrumpfen der Wirtschaft im zweiten Vierteljahr um 0,1 Prozent rechnet das ifo mit ebenfalls minus 0,1 Prozent im dritten Quartal. „Das wäre dann eine technische Rezession“, sagt Wollmershäuser. Eine leichte Erholung im vierten Quartal und die starken plus 0,4 Prozent aus dem ersten Vierteljahr dürften dann plus 0,5 Prozent für das Gesamtjahr bedeuten.

Für 2020 senkt ifo die BIP-Erwartung deutlich von 1,7% auf 1,2%. Bereits gestern hatten zwei andere bedeutende Wirtschaftsforschungsinstitute (DIW und IfW) ihre BIP-Prognosen deutlich gesenkt (hier nachzulesen). Hier weitere aktuelle Kommentare vom ifo-Institut im Wortlaut:

„Die Konjunkturschwäche hat ihre Spuren mittlerweile auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen“, fügt Wollmershäuser an. Während die Beschäftigung in der Industrie bereits seit dem Frühjahr sinkt, kam der bislang kräftige Zuwachs bei den privaten Dienstleistern und im Baugewerbe im Sommer zum Erliegen. Die Arbeitslosigkeit steigt bereits den vierten Monat in Folge, und der Anteil der Unternehmen, die Kurzarbeit angemeldet haben, hat deutlich zugenommen. Für 2020 erwartet das ifo einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen auf 2,313 Millionen, von 2,275 in diesem Jahr. Die Zahl der Beschäftigten soll allerdings weiter langsam zunehmen, von 45,2 Millionen über 45,4 auf 45,5 Millionen im Jahre 2021.

Die Konjunktur stützen die hohen Einkommenszuwächse der privaten Haushalte, die aus kräftigen Tariflohnsteigerungen und einer Ausweitung der staatlichen Transfer-Leistungen stammen. Der Finanzüberschuss des Staates wird abschmelzen von 45,8 Milliarden Euro in diesem Jahr über 23,1 im kommenden auf 18,6 Milliarden 2021. Der viel kritisierte Überschuss der Leistungsbilanz (Export, Importe, Dienstleistungen, Übertragungen) wird von 245 Milliarden über 258 auf 265 Milliarden Euro 2021 steigen. Das sind in diesem Jahr 7,1 Prozent der Wirtschaftsleistung, im kommenden 7,3 Prozent und 2021 dann 7,2 Prozent.

Ein Kommentar

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    Claudia

    12. September 2019 15:04 at 15:04

    Ein zweimaliges Schrumpfen von gigantischen 0,1% bei einer Jahresprognose von +0,5% klingt wahrlich furchteinflößend. Es steht zu befürchten, dass wir nun alle verhungern müssen 😉

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Europa

EU: Einzelhandelsumsätze schwach – Deutschland auch beim BIP in „Abstiegszone“

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Vor wenigen Minuten wurden die Einzelhandelsumsätze aus der Eurozone veröffentlicht: sie fielen mit -0,6% schwächer aus als erwartet (Prognose war -0,5%). Zum Vorjahresmonat stiegen damit die Einzelhandelsumsätze lediglich um +1,4% und damit deutlich weniger als die erwarteten +2,2%.

Dazu wurden der Vormonat September von zuvor +0,1% auf nun -0,2% nach unten revidiert.

Besonders schwach war mit -1,9% Deutschland und Irland – kein gutes Omen für das Weihnachtsgeschäft. Dazu Eurostat:

„Among Member States for which data are available, the largest decreases in the total retail trade volume were registered in Germany and Ireland (both -1.9%) and Finland (-1.2%). The highest increases were observed in Portugal (+2.1%), Poland (+0.9%), Belgium and Romania (both +0.8%).“

Die Einzelhandelsumsätze im Oktober waren schwach

Das BIP der EU fiel in der letzten Veröffentlichung mit +0,2% aus wie erwartet. Auch hier: Deutschland in Sachen Wachstum in der „Abstiegszone“, während die mittelosteuropäischen Staaten das stärkste Wachstum verzeichnen:

„Among Member States for which data are available for the thirdquarter of 2019, Poland (+1.3%), Hungary (+1.1%) and Estonia (+1.0%) recordedthe highest growth compared with the previous quarter, followed by Bulgaria, Croatia and Slovenia(all+0.8%). The lowest growth was observed in Germany, Italy and Austria (all +0.1%).“

Deutschland ist Schlusslicht beim BIP

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Auftragseingänge Industrie: Katastrophaler Rückgang!

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Das Statistische Bundesamt hat soeben die Auftragseingänge für die Industrie (Verarbeitendes Gewerbe) für den Monat Oktober veröffentlicht. Im Vergleich zu Oktober 2018 ist es ein katastrophaler Rückgang von 5,5% nach bereits -5,0% im Vormonat. Im Monatsvergleich von September zu Oktober ist es ein Rückgang von 0,4% (erwartet +0,3%). Dabei gibt es eine klare Zweiteilung nach Inlands- und Auslandsaufträgen, wie auch die folgende Grafik zeigt. Im Zitat von den Statistikern:

Im Oktober 2019 fielen die Aufträge aus dem Inland im Vergleich zum Vormonat um 3,2 %, die Auslandsaufträge erhöhten sich um 1,5 %. Dabei nahmen die Auftragseingänge aus der Eurozone um 11,1 % zu. Die Auftragseingänge aus dem restlichen Ausland fielen dagegen um 4,1 % gegenüber September 2019.

Auftragseingänge Industrie im Langfristchart

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Deutscher Maschinenbau meldet dramatischen Absturz – Krise weiter in vollem Gange!

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Wo einige Ökonomen dank des minimal im Plus gemeldeten BIP im 3. Quartal schon das Ende der Krise am Horizont sehen, da meldet die Industrie mehr als schlechte Daten. Neben Autos ist der Maschinenbau der zweite Kern der deutschen Industrie. Der Maschinenbau-Verband „VDMA“ hat vor wenigen Minuten aktuellste Daten für die Auftragseingänge für den Monat Oktober gemeldet. Sie liegen 11% unter dem Wert aus Oktober 2018. Katastrophal schlecht! Selbst der VDMA verweist auf Hoffnungen des Vormonats, dass die Krise sich abmildern könnte, weil der Rückgang im September nur noch bei -4% lag. Zitat VDMA:

„Die jüngsten Hoffnungszeichen auf ein Ende der konjunkturellen Talfahrt in der deutschen Industrie machen sich noch nicht in den Auftragsbüchern der Maschinenbauer bemerkbar“, sagte VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. Die Bestellungen aus dem Inland sanken im Oktober um 13 Prozent, die Nachfrage aus dem Ausland ging um 10 Prozent zurück. Aus den Euro-Ländern kamen 8 Prozent weniger Orders, aus den Nicht-Euro-Länder waren es 13 Prozent weniger. „Wir erleben auf vielen Feldern im Maschinenbau, dass Kunden ihre Investitionen zurückhalten. Grund dafür ist eine anhaltende Verunsicherung, wie es mit der Weltkonjunktur kurz- und mittelfristig weitergeht“, sagte Wiechers. Im Drei-Monats-Vergleich August bis Oktober 2019 lagen die Bestellungen ebenfalls um real 11 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Inlandsaufträge sanken um 11 Prozent, die Auslandsorders verbuchten ein Minus von 10 Prozent. Die Bestellungen aus den Euro-Ländern gingen um 6 Prozent zurück, aus den Nicht-Euro-Ländern kamen 12 Prozent weniger Aufträge.

Maschinenbau Beispielfoto

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