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Europa

Ifo-Institut sieht im zweiten Quartal Schrumpfung voraus, aber die Hoffnung auf eine Wende bleibt

G20-Gipfel, zunehmender Protektionismus, Abwertungswettlauf der Währungsböcke und ein neuer Zinssenkungszyklus der Notenbanken weltweit – und mittendrin Deutschland

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Man könnte meinen, wir näherten uns tröpfchenweise einer Rezession in Deutschland. Wenn man die neueste Prognose des Ifo-Institutes betrachtet, die mit einem Rückgang des deutschen Bruttoinlandsprodukts für das zweite Quartal 2019 um 0,1 Prozent rechnet.

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Deutschlands anämisches Wachstum seit dem Sommer 2018

Professor Timo Wollmershäuser vom Ifo-Institut bestätigte in seinem gestrigen Ausblick auf die Konjunktur in Deutschland zwar die Jahresprognose von 0,5 Prozent, aber auch die eben genannte Schrumpfung. Seit dem Sommer 2018 mäandert die deutsche Wirtschaft an der Nulllinie entlang mit folgenden Raten: Q3 2018 minus 0,2 Prozent, Q4 2018 plus/minus 0 Prozent, Q1 2019 plus 0,4 Prozent und jetzt in Q2 2019 die erwarteten minus 0,1 Prozent. Der Handelsstreit lässt grüßen.

 

Die Gefahren für den weiteren Konjunkturverlauf

Obwohl es mit dem US-Handelsstreit mit Teilen der Wirtschaftswelt, einem möglicherweise ungeordneten Brexit und Spannungen in der Golfregion mit dem Iran, genügend Bedrohungen für die Exportnation Deutschland gibt, rechnet man in München nicht mit zwei Minusquartalen, also dem Auftreten einer technischen Rezession. Schon erstaunlich: Denn die Konjunkturerwartungen der Investoren rauschen in den Keller, der Mannheimer ZEW-Index sackte im Juni um 19 Punkte auf minus 21,1 Punkte ab.

Ifo-Konjunkturchef Wollmershäuser sieht das exportorientierte verarbeitende Gewerbe, in einer Rezession. Dies ist für ein Viertel des Bruttoinlandsprodukts verantwortlich. Aber die binnenorientierten Dienstleister und die Baubranche haben immer noch robuste Zuwächse. Deshalb erwartet das Ifo-Institut, dass sich die Wirtschaft wieder fängt und das Wachstum in den kommenden Quartalen bei etwa 0,3 Prozent liegen wird.

 

Fazit

Aus meiner Sicht vollzieht die deutsche Konjunktur im Jahr 11 nach der Finanzkrise gerade eine Gratwanderung. Die deutsche Industrie zeigt noch keine Wende in ihrem Schrumpfungsprozess an. Gerade in unserem Schlüsselbereich, dem Automobilsektor, geht es immer noch nach unten und zwar weltweit. Zur Erinnerung die vor wenigen Tagen vorgebrachten Fakten:

Nach Berechnungen des Forschungsinstituts CAR der Universität Duisburg weisen 12 der 15 größten Automärkte der Welt sinkende Verkaufszahlen auf. In China ist der Neuwagenverkauf im Mai den zwölften Monat in Folge zurückgegangen. Der chinesische Automarkt hat in jüngster Vergangenheit noch ein Viertel der weltweiten Autoproduktion vom Markt aufgenommenen. Dieser dürfte in diesem Jahr, vorsichtig geschätzt, um rund zehn Prozent schrumpfen. Die Prognose: Der weltweite Absatz neuer Autos werde dieses Jahr um gut fünf Prozent auf 79,5 Millionen Stück sinken, ein Rückgang der größer werden könnte, als in der Finanzkrise der Jahre 2008 und 2009 (minus 3,6%). Zwar boomt unsere Binnenkonjunktur nach wie vor. Aber wie lange kann dieser Ausgleichsfaktor noch wirken?

Die Beschreibung der großen Bedrohung für die Wirtschaft des Ex-Exportweltmeisters klingt fast schon abgedroschen, weil tausendmal formuliert. Es darf keine weitere Eskalation im Handelsstreit geben und da sind wir wieder bei den heißen Themen der Gegenwart.

G20-Gipfel, zunehmender Protektionismus, Abwertungswettlauf der Währungsböcke und ein neuer Zinssenkungszyklus der Notenbanken weltweit – und mittendrin Deutschland.

 

Von Jürgen Matern – Eigenes Werk (JMatern_071104_8454-8458_WC.jpg), CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3064083

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Vasari

    20. Juni 2019 11:32 at 11:32

    make America great again
    Amerika first
    yes we can
    historical level exceeded
    YES
    YES let´s go ahead

  2. Avatar

    Hesterberg

    20. Juni 2019 13:26 at 13:26

    Die Mäanderung des anämischen deutschen Wachstums??? Echt krass!!! Werter Herr Müller, jetzt toppen Sie sogar noch Ihre reüssierende Kakophonie. Klar, Sie wollen mit solchen Begriffen Ihren Artikeln einen höheren intellektuellen Gehalt einhauchen, sie sind aber beim Thema Aktienmarkt und Wirtschaft unpassend und ungebräuchlich und klingen daher eher albern.

    • Avatar

      Columbo

      20. Juni 2019 14:57 at 14:57

      Hey @Hesterberg, warum so aggressiv heute?

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Europa

Exporte: Die Stimmung ist prächtig! Alles eitel Sonnenschein?

Claudio Kummerfeld

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Viele deutsche Exporte laufen über den Hamburger Hafen

Die deutschen Exporte sind ein Hort der Glückseligkeit, zumindest wenn man nach den aktuellen Exporterwartungen der deutschen Industrie geht. Heute ganz frisch für den Monat September veröffentlichte Umfragedaten vom ifo-Institut (2.300 befragte Unternehmen) zeigen, dass der Index der Exporterwartungen aktuell bei einem Wert von +10,4 liegt, nach +5,5 im August. Im absoluten Tief der Coronakrise im April war es ein Wert von -49,6. Der Chart, der bis 2014 zurückreicht, zeigt den Verlauf der Erwartungen an die Exporte sehr gut. Das Tal ist in V-Form durchschritten, und die Erwartungen steigen weiter an. Die Stimmung ist so gut wie seit Oktober 2018 nicht mehr. Der Aufschwung der Industrieproduktion in vielen wichtigen Abnehmerländern kommt der deutschen Exportwirtschaft dabei zu Gute, so das ifo-Institut.

Diese prima Stimmung bei den Erwartungen an die Exporte ist schon erstaunlich, so möchten wir anmerken, bei den aktuellen Massenentlassungen bei den Auto-Zulieferern (hier eine kleine Übersicht). Und auch die großen Autohersteller selbst bauen weiter ab, siehe aktuell MAN und Daimler. Hier weitere aktuelle Detailaussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

In der Chemischen Industrie erwarten deutlich mehr Unternehmen im vierten Quartal, dass ihre Exporte zunehmen. Gleiches gilt für die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen. Auch die Automobilbranche rechnet mit Umsatzzuwächsen beim Auslandsgeschäft. Der Maschinenbau hingegen erwartet vorerst keine größeren Sprünge, dort zeigen sich die Unternehmen eher zurückhaltend. Mit deutlichen Einbußen beim Export rechnen die Hersteller von Bekleidung, Lederwaren und Schuhen.

Chart zeigt Erwartungen an die deutschen Exporte

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Europa

ifo Index etwas schwächer als erwartet, aber fünfter Anstieg in Folge

Markus Fugmann

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Soeben hat das ifo Institut den ifo Index für September veröffentlicht:

– ifo Geschäftsklimaindex 93,4 (Prognose war 93,8; Voromonat August war 92,6)

– aktuelle Lage 89,2 (Prognose war 89,5; August war 87,9)

– Erwartungen: 97,7 (Prognose war 98,0; Voromonat war 97,5)

Fünfter Anstieg in Folge beim ifo Index

Dazu ifo in einer Pressemitteilung:

 

„Die Stimmung in den deutschen Chefetagen hat sich erneut verbessert. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im September auf 93,4 Punkte gestiegen, nach 92,5 Punkten im August. Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Situation abermals positiver als im Vormonat. Zudem erwarten sie eine weitere Erholung ihrer Geschäfte. Die deutsche Wirtschaft stabilisiert sich trotz steigender Infektionszahlen.

Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Geschäftsklimaindikator merklich gestiegen. Deutlich weniger Unternehmen schätzten ihre aktuelle Geschäftslage schlecht ein. Zudem erwarteten mehr Industriefirmen, dass sich ihre wirtschaftliche Lage weiter verbessern wird. Insbesondere die Elektroindustrie ist optimistisch.

Im Dienstleistungssektor ging der Index hingegen zurück, nach zuletzt vier Anstiegen in Folge. Dies war auf weniger optimistische Erwartungen zurückzuführen. Die aktuelle Lage beurteilten die Unternehmen jedoch als minimal besser.

Im Handel hat sich das Geschäftsklima deutlich aufgehellt. Die Händler waren merklich zufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage. Zusätzlich gehen viele von ihnen von einer weiteren Belebung in den kommenden Monaten aus.

Im Bauhauptgewerbe ist der Index erneut gestiegen. Der Indikator zur aktuellen Lage kletterte auf den höchsten Wert seit März dieses Jahres. Der Ausblick ist weiterhin pessimistisch, aber etwas weniger als im August.“

 

Der ifo Index ist das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer

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Europa

Deutsche Wirtschaft: Einkaufsmanagerindex – Dienstleister schrumpfen, Gewerbe stark

Markus Fugmann

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Soeben wurde der Einkaufsmanagerindex für deutsche Wirtschaft (Markit PMI; erste Veröffentlichung für September) veröffentlicht – einer der zentralen Indikatoren für die deutsche Wirtschaft:

Gesamtindex: 53,7 (Prognose war 54,1; Vormonat war 54,4)

Verarbeitendes Gewerbe: 56,6 (Prognose war 52,5; Vormonat war 52,2)

Dienstleistung: 49,1 (Prognose war 53,0; Vormonat war 52,5)

Kurz zuvor war der Einkaufsmanagerindex aus Frankreich mit 48,5 schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war 51,9)

Dazu kommentiert Phil Smith von Markit, das die Daten erhebt:

 

„Während die aktuellen PMI-Daten zeigen, dass die deutsche Wirtschaft im September insgesamt auf Wachstumskurs geblieben ist, liefen die Trends auf Sektorenebene jedoch zunehmend auseinander. So vermeldete der Dienstleistungssektor erstmals seit drei Monaten wieder Geschäftseinbußen, was bedeuten könnte, dass die Erholung hier wegen der weiter geltenden Abstandsregeln, der starken Verunsicherung in der Wirtschaft und der Ungewissheit der Beschäftigten hinsichtlich der weiteren Jobentwicklung ihren Höhepunkt bereits überschritten haben dürfte. Im Gegensatz dazu erholte sich die Industrie – nicht zuletzt dank der wieder anziehenden Exportnachfrage – weiter im Eiltempo. Produktion und Auftragseingang wiesen hier abermals starke Zuwächse aus, was mit dazu beitrug, dass sich der Stellenabbau verlangsamte. Die steigenden Infektionszahlen decken sich mit der etwas weniger optimistischeren Stimmung im Servicesektor. Demgegenüber konnten die Industrieunternehmen scheinbar jegliche Sorgen hinsichtlich potenzieller Restriktionen im In- oder Ausland abschütteln, sodass die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist hier wieder so positiv ausfielen wie zuletzt vor über zweieinhalb Jahren.”

 

Die deutsche Wirtschaft mit mühsamer Erholung

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