Asien

ifo: Weltwirtschaftsklima zum dritten Mal in Folge gefallen und nun so schlecht wie seit 2016 nicht mehr

Das Weltwirtschaftsklima ist laut dem Münchner ifo Institut das dritte Quartal in Folge rückläufig und nun im 4.Quartal 2018 so schlecht wie seit dem Jahr 2016 nicht mehr:


(Grafik: ifo Institut; durch anklicken vergrößern)

Im 1.Quartal 2018 lag das Weltwirtschaftsklima noch bei 26,0, im 2.Quartal 2018 dann bei 16,5, im 3.Quartal bei 2,9 – nun nun also bei -2,2.

 

Auffallend ist, dass nur in den USA und Lateinamerika die Lage noch gut zu sein scheint, wie ein Blick auf die Ergebnisse aus den Weltregionen zeigt:

 

(Grafik: ifo Institut; durch anklicken vergrößern)

 

Das ifo Institut erstellt das Weltwirtschaftsklima seit dem Jahr 1981 – bei der aktuellen Umfrage antworteten  1.230 Experten aus 119 Ländern auf die Fragen des ifo im Hinblick auf ihre Einschätzung der jeweiligen Konjunktur.

 

Dazu schreibt ifo-Chef Clemens Fuest zusammenfassend:

„Das ifo Weltwirtschaftsklima ist das dritte Mal in Folge zurückgegangen. Der Indikator sank im vierten Quartal von +2,9 auf -2,2 Punkte. Die Lagebeurteilung verschlechterte sich stark, sie liegt aber immer noch über ihrem langjährigen Durchschnitt. Auch die Erwartungen gingen deutlich zurück. Das Wachstum der Weltwirtschaft flaut ab.

Das Wirtschaftsklima verschlechterte sich insbesondere in den Schwellen- und Entwicklungsländern. Mit Ausnahme Lateinamerikas fielen die Erwartungen deutlich stärker als die Beurteilung der aktuellen Lage. Dagegen zog das Wirtschaftsklima in Lateinamerika an aufgrund optimistischerer Erwartungen. In den fortgeschrittenen Volkswirtschaften blieb das Wirtschaftsklima weitgehend unverändert. Hier zeigt sich aber eine Zweiteilung: Während sich in den USA die Lagebeurteilung und die Erwartungen verbesserten, kühlten sie in der Europäischen Union ab.

Den Experten zufolge schlagen sich die verschlechterten weltweiten Erwartungen insbesondere in einem schwächeren privaten Konsum nieder, während die erwartete Investitionstätigkeit nicht weiter zurückgeht. Die Befragten erwarten zudem ein deutlich schwächeres Wachstum des Welthandels, wohl auch, weil sie nicht davon ausgehen, dass bestehende Handelsbarrieren abgebaut werden. Insgesamt rechnen sie mit einem Anstieg des Welt-Bruttoinlandsprodukts von durchschnittlich 3,6 Prozent in den kommenden Jahren.“

Im Grunde geben diese Daten wohl eine Erkläung dafür, warum etwa die Aktienmärkte Europas und Chinas deutlich schwächer tendierten in den letzten Monaten als etwa die US-Aktienmärkte..



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2 Kommentare

  1. Das am heutigen Tag veröffentlichte Ifo-Weltwirtschaftsklima zeigt vor allem einmal mehr: Wenn es um die Weltwirtschaft geht, beweist unser Dax seine Leitfunktion als frühester der frühen Indikatoren auf deren Zustand. Er steigt oder fällt sehr viel früher als die üblichen Frühindikatoren. Das Weltwirtschaftsklima verschlechtert sich jetzt dreimal in Folge, was allgemein als Trendwechsel gewertet wird. Ein weiteres Indiz für meine Prognose für die Entwicklung im Jahr 2019. Zugleich eine Bestätigung für meine Befürchtung, welche Gefahr von einer Verschärfung des Zollstreits USA – China ausgeht. Bei einer sich erkennbar abschwächenden Weltwirtschaft nochmals die Handelsströme beeinträchtigen? Das wärs dann wohl mit dem Superzyklus.
    Gruß

    1. Die Finanzindustrie und nicht Trump hat das Sagen und diese wird einen eskalierenden Handelskrieg mit China niemals zulassen, da hat Trump nicht die geringste Chance. Daher fängt er jetzt an zurückzurudern und wird Ende November ganz lieb mit China sein. Zollstreit, Mexicomauer, America first, ja, aber nur für die naiven Wähler. Man muß unterscheiden zwischen den Nebelkerzen fürs Volk und der Wirklichkeit dahinter.
      War doch immer so. Mit Brexit und Italien ist es ähnlich.

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