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„ImBu-Anleihe“: Mit 200 Milliarden Euro 1,3 Millionen neue Wohnungen bauen

Schon mal was von der ImBu-Anleihe gehört? Dieser Begriff bedeutet „Immobilien-Bundesanleihe“. Damit könnte das bundesweite Problem der Wohnungsknappheit quasi in einer gigantischen Aktion gelöst werden. So sieht es zumindest Florian Homm in seinem aktuellsten Video (sehenswert!). Und wenn man darüber nachdenkt, ist die Idee gar nicht mal so abwegig.

Seine Idee: Der Bund verkauft eine Anleihe im Volumen von 200 Milliarden Euro, und lockt die Anleger mit 2% Zinsen pro Jahr für 20 Jahre Laufzeit. Das Geld investiert man bundesweit in den Bau von 1,3 Millionen Wohnungen (wenn man im Schnitt 50 m2-Wohnungen baut). Zu für Normalverdiener erschwinglichen Kosten wird vermietet. Nach Homm´s Berechnungen soll so eine Rendite an den Bund zurückfließen in Höhe von 2,5%, womit der Bund nach Zinskosten sogar noch Gewinn machen würde.

Bei dieser Grundidee würde der Bund noch Geld verdienen, und die Neu-Mieter hätten deutlich günstigere Mieten also heute. Verlierer wären die bisherigen Immobilien-Eigentümer. Denn durch eine dramatische Ausweitung des Angebots könnten sie keine steigenden Mieten mehr am Markt durchsetzen, weil die Mieter dann die Wahl hätten bei einem möglichen Überangebot an Wohnungen. Womöglich müssten die Alt-Vermieter von Bestandswohnungen sogar die Mieten senken?

Homm´s Idee klingt auf den ersten Blick utopisch bei so einer großen Anleihe-Summe. Aber auf den zweiten Blick kann man fragen: Warum eigentlich nicht? Die internationalen Anleihe-Investoren würden sich wohl um so eine deutsche Bundesanleihe reißen, zumal sie ja mit Immobilien besichert wird, aus denen Mieteinnahmen generiert werden. Rein formal hätte der deutsche Finanzminister wohl „nur“ ein Problem mit seinen europäischen Partnern, weil mit erst einmal 200 Milliarden Euro neuen Schulden die Maastricht-Kriterien von Deutschland (maximal 3% Neuverschuldung) nicht eingehalten werden. Aber hey, was soll´s? Schauen Sie bitte dieses Video!

Wohnungen in Berlin
Wohngebäude in Berlin. Foto: A.Savin (Wikimedia Commons · WikiPhotoSpace) FAL



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9 Kommentare

  1. sehr gute Idee! Nur wo kämen wir denn dahin? Das wäre ja mal eine vernünftige politische Aktion.

  2. Warum startet Ihr einfach nicht eine PETITION für ImBu-Anleihe für das sehr dringende Problem? Ich würde sofort unterschreiben!

    1. hat eine Petition jemals etwas bewirkt. Petitionen sind das wirkungsloseste politische Instrument, das es gibt. Man müsste eher eine mediale Kampagne starten.

  3. Die Idee ist gut und die würde ich( bin selbst Immobilieninvestor und baue selber Wohnungen in Berlin ) sofort Unterstützen. Allerdings macht der liebe Herr Homm ein paar handwerkliche Fehler indem er nicht berücksichtigt welche weitere Kosten jeden Immobilieneigentümer betreffen außer den Finanzierungskosten.
    Diese sind nämlich die Verwaltungskosten ( immenser Apparat ) uind die Instandhaltungskosten. Ich habe seine Zahlen mal genommen und wirklich konservativ gerechnet. Er benötigt mindestens 1,5 Milliarden pro Jahr für diese Kosten zusätzlich zu den Finanzierungskosten von 2%. Das wären im jahre 5,5 Milliarden Euro oder 2,75% OHNE das der Staat einen Euro verdienen würde. Nicht berücksichtigt habe ich hier die Übergangszeiten bei Mieterwechsel. Denn in den seltesten Fällen ( das passiert mir in der Berliner City heute noch nicht mal ) geht die Wohnung von einem zum nächsten ohne das dazwischen mindestns 14 Tage oder eher 1 Monat vergehen. Das wäre auch nochmal ein sehr ordentlicher Betrag im Jahr bei der Masse an Wohnungen.
    Die nächste Frage wäre, dann wenn der Staat keinen Euro damit verdienen kann, woher er das Geld nimmt um nach 20 Jahren die Anleihe zurückzuzahlen ? Verkaufen ? Okay, dann aber wären die Mieter wieder verkohlt, weil das Spiel wieder von vorne anfängt und der Immobilienbestand wieder in die Hände von privaten steckt….aber das Geld der Investoren muss irgendwie zurückgezahlt werden.
    Idee gut, aber da muss man noch ordentlich nacharbeiten.

  4. Bevor jetzt alle vor Begeisterung aus den Schuhen springen. Der Staat als Unternehmer, wann hat dies je geklappt?
    Es stellen sich gleich mehrere Fragen.
    Wo sollen die 1,3 Millionen Wohnungen gebaut werden, größtenteils im Umfeld von Berlin, auf Deutschland verteilt oder auf nicht mehr genutzten Truppenübungsplatz-Gelände? Wo soll der Grund herkommen?
    FMW sagt: Verlierer wären die bisherigen Immobilien-Eigentümer, aber auch die zahlreichen Mieter, die in teuren Wohnungen sitzen!
    Was ist mit den Folgekosten? Straßenbau, Kanal, Wasser, Elektrizität u.s.w.?
    Gesetzt den Fall, es würde in Berlin tatsächlich die Mieten drastisch reduzieren, wäre das nicht eine Einladung für unsere zahlreichen osteuropäischen Zuwanderer, die plötzlich bezahlbares Wohnen sehen würden?
    Oder Münchner Firmen, die plötzlich viel bessere Bedingungen für ihre Mitarbeiter im Berliner Großraum entdeckten?
    Gar nicht zu reden von den ganz fernen Zuwanderern, da würden die Schleuserringe schon für Werbung und Zulauf sorgen. Ich denke der kurzzeitige Vorteil wäre rasch aufgebraucht, die Mieten würde rasch wieder steigen und der Staat würde aber auf neuen Schulden sitzen. Der Staat soll vernünftige Bedingungen schaffen (Bauvorschriften, Bürokratieabbau), es aber der Privatwirtschaft überlassen.
    Zentralverwaltungswirtschaft auf dem Immobilienmarkt, wo das hinführt, hat man doch im China gesehen, mit seinen Geisterstädten. My Opinion.

    1. @Immosucher, auch das stimmt. Diese ganzen Faktoren hatte ich einfach mal außer acht gelassen und mich nur auf den rechnerischen Fakt bezogen. Ich hatte hier schon mal angemerkt, dass die Politik die Fehler gemacht hat und nunmehr versucht alles auf die Vermieter abzuwälzen. Das bringt zusätzliche Stimmen im Wahlkampf, da die überwältigende Mehrheit der Wähler nunmal Mieter und nicht Vermieter sind.

  5. Bullshit. Sorry, aber es ist Utopie!

    Weder haben wir die Bauarbeiter für 1 mio Wohnungen, noch haben wir den Platz für 1 mio Wohnungen, noch die Beamten für Bewilligungen , noch die Architekten , Statiker,Vermesser für 1mio Wohnungen und da wo der Platz wäre, ist kein Bedarf.

    Das ganze vor dem Hintergrund der Geburtenrückgänge.

    Jeder Empfänger von staatlichen Leistungen (Miete) würde die Rechnung verwässern …

  6. Na ja, eines wäre sicher. Wenn die Wohnungen gebaut würden, würde die Miete mit Sicherheit zurückgehen, denn es wäre mehr Angebot vorhanden. Ob das alles machbar wäre aufgrund fehlender Fläche oder ob das ein Draufleggeschäft für den Staat werden würde, steht auf einem anderen Blatt.

    Man kann aber auch anmerken, dass Berlin massig Kohle für einen Flughafen raus wirft, auf dem kein Flugzeug landet oder startet und das wer weiß für wie lange das noch so ist. Da wäre das raus geworfene Geld doch sinnvoller eingesetzt.

  7. Florian Homm ist sicherlich kein Dummer. Dieser Vorschlag dient wohl aber eher der Erregung von Aufmerksamkeit für seine Person. Die Grundannahme müsste doch sein: Werden zuwenige Wohnungen durch private Investoren gebaut, dann doch wohl, weil die zu erwartende Gewinnmarge nicht ausreicht. Wenn diese zu niedrig ist, wie will dann der ineffektiv handelnde Staat einen Überschuß erwirtschaften, der ausreicht, die Kreditkosten zu finanzieren, seine eigene Vermietungs-Verwaltungsinfrastruktur zu finanzieren und dabei noch Mieten zu gewährleisten, die unterhalb des heutigen Marktpreises liegen? Wie will der Staat überhaupt kostendeckend bauen, wenn er schon bei anderen (Bau-)Projekten regelmässig daran scheitert, innerhalb des Kostenrahmens zu bleiben. Werden dann wieder mal externe Berater für teures Geld hinzugezogen? Was ist, wenn, wie zu erwarten, ein großer Teil dieser Wohnungen an sozial Schwache vermietet würde. Dann müsste der Staat doch gleichzeitig die Mieten zahlen. Hier ständen dann den Mieteinnahmen auch die Mietkosten gegenüber, von den zusätzlichen Verbrauchskosten (Wasser, Strom, Heizung etc.) mal ganz abgesehen. Die steigenden Mieten sind leider nicht nur einer Verknappung von Wohnraum geschuldet, sondern vor allem einer explodierenden Kostenentwicklung bei Bau, Instandhaltung und Modernisierung von Wohnraum. Ein solch riesiges Bauprogramm würde zudem die Handwerkerkosten weiter explodieren lassen – wenn es überhaupt genügend Unternehmen gibt, die diese Auftragsflut abarbeiten könnten.
    Aber lustig wäre es schon, mit anzusehen, wie der Staat sich bei der Umsetzung solch eines ambitionierten Wohnbauprogramms in seinen eigenen Bau- und Genehmigungsvorschriften verheddert!

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