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Immer mehr wird auf Bankkonten gespart – die EZB kann den Menschen nicht umprogrammieren!

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Als die EZB die Zinsen abschaffte, für Banken sogar auf -0,4% setzte, und den Anleihemarkt begann leerzukaufen (mit bisher mehr als 2,5 Billionen Euro), hatte man eine Grundidee. Geld sollte billig werden, und die Banken sollten vom Anleihemarkt verdrängt werden, damit sie es stattdessen an Kreditkunden herausreichen. Damit sollten die Kreditkunden (vor allem die Gewerbetreibenden) die Konjunktur anheizen, neue Jobs schaffen, und letztlich die Inflation ankurbeln.

Das war das offizielle Ziel der EZB. Inoffiziell (jeder weiß es, niemand sagt es) wollte man Länder wie Italien vor dem Bankrott retten, in dem man in großem Umfang italienische Staatsanleihen kaufte, und für die Eurostaaten die Zinslasten extrem absenkte. Aber das ist ein anderes Thema. Und was war mit dem Bürger, dem einfachen Konsumenten? Was sollte er tun? Auf die Frage, was der deutsche Sparer denn tun solle bei nicht mehr vorhandenen Zinsen und dank Inflation realen Negativzinsen, antwortete Mario Draghi schon mal, dass die Leute ja als Alternative Aktien kaufen könnten.

Und ja, das ist ein Teil der Antwort. Aber vor allem wollte die EZB, dass die Privatkonsumenten ihr Erspartes verpulvern, in den Konsum pumpen, Fernseher, Autos und Möbel kaufen (vereinfacht ausgedrückt). Auch dadurch sollte volkswirtschaftlich gesehen mehr Aktivität entstehen, und somit auch mehr Inflation. Denn nach der Finanzkrise gab es in der Tat die Gefahr einer Deflation.

Und was zeigt sich Jahre später? Wir haben es schon mehrmals in den letzten Jahren angesprochen. Von Psychologie scheinen die Damen und Herren im EZB-Turm nicht all zu viel zu verstehen. Auch wir bei FMW sind keine Psychologen, aber der normale Menschenverstand reicht da schon aus. Was macht der Otto-Normal-Verbraucher, wenn er keine Zinsen mehr aufs Sparbuch erhält? Hebt er das Geld ab und gibt es aus? Nein, er/sie möchte in der Regel was fürs Alter auf die hohe Kante legen. Und da der erwartete Geldbetrag dank entfallender Zinsen im Alter geringer ausfallen wird, spart der Bürger bei Nullzinsen noch mehr als vorher. Mehr zurückgelegtes Geld soll die entfallenen Zinsen ersetzen.

Das sieht man aktuell auch im heute veröffentlichten Deutschlandmonitor der Deutschen Bank, wo es um die Finanzen privater Haushalte geht. Demnach haben die privaten Haushalte in Deutschland im Jahr 2018 mit 108,7 Milliarden Euro so viel auf Bankkonten angelegt wie noch nie seit der Einführung des Euro. Alleine im vierten Quartal 2018 betrugen die Zuflüsse 46,1 Milliarden Euro. Die Wachstumsrate gegenüber dem Vorjahr habe bei 5,2% gelegen.

Dieser Trend zum „Immer mehr Geld auf die hohe Kante legen“ wird für die Banken natürlich zum Problem. Denn je mehr überschüssige Gelder sie haben, desto mehr müssen sie bei der EZB hinterlegen und dort 0,4% Strafzins zahlen. Deswegen sprudeln auch die Gewinne der Bundesbank (als Vor Ort-Organ der EZB). Gerade erst hat sie satte 2,5 Milliarden Euro Überschuss für das Jahr 2018 an den Bundeshaushalt überwiesen. Die Deutsche Bank äußert sich aktuell wie folgt dazu, warum der Deutsche so viel spart. Zitat auszugsweise:

Im Jahr 2017 betrug die Sparquote in Deutschland beispielsweise rund 10% – das ist doppelt so hoch wie der Durchschnitt im Euroraum und mehr als dreimal so hoch wie der EU-Durchschnitt. Nur die Schweden sparten noch mehr, während spanische und britische Haushalte sogar negative Sparquoten aufwiesen. Die Sparquote der Deutschen ist außerdem seit der Wiedervereinigung mehr oder weniger unverändert geblieben. Trotz historisch niedriger Zinssätze sind Bankeinlagen – die wohl sicherste Form des Sparens – weiterhin die wichtigste Form der Geldanlage in Deutschland. Im Jahr 2018 entfielen auf sie 42% des Finanzvermögens der Deutschen; das entspricht der enormen Summe von EUR 2.157 Mrd.

Hier einige ausgewählte Aussagen auch zu Krediten:

Die privaten Haushalte in Deutschland erhöhten ihre Bankkredite im vierten Quartal 2018 netto um EUR 11,7 Mrd., der höchste Wert in einem Schlussquartal seit der Jahrtausendwende. Insgesamt erreichte die Nettokreditaufnahme der Haushalte für 2018 damit den Rekordwert von EUR 48,9 Mrd. und toppte noch das Plus des Vorjahres von 41,7 Mrd. Die jährliche Wachstumsrate überstieg 2018 erstmals seit 2000 wieder die 4%-Marke. Sie ist in Deutschland seit 2012 höher als im Durchschnitt des Euroraums; dort lag sie 2018 bei 3%.

Einlagen:

Den Großteil ihrer neuen Einlagen legten die deutschen Privathaushalte wie schon in den Vorquartalen als Sichteinlagen an (EUR 42,2 Mrd. ggü. Vq.; 8,5% ggü. Vj.). Termineinlagen stiegen im vierten Quartal um den relativ hohen Betrag von EUR 2 Mrd. (1,3% ggü. Vj.). Die Spareinlagen wuchsen um EUR 1,9 Mrd., blieben aber aufgrund der unterjährigen Abflüsse um 0,7% unter dem Vorjahresbestand. Seit Jahren verzeichnen Spareinlagen überhaupt nur im Schlussquartal Zuflüsse. Die Sparkassen profitierte von in Q4 am meisten vom Einlagenwachstum. Sie erhielten EUR 28,8 Mrd. oder knapp zwei Drittel der neuen Sichteinlagen, obwohl ihr Marktanteil in diesem Segment mit gut einem Drittel deutlich darunter liegt. Außerdem sammelten die Sparkassen EUR 5 Mrd. an Spareinlagen ein.

EZB Banken Sparen
Beispielfoto aus einer Bankberatung. Foto: Foto: Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken

2 Kommentare

2 Comments

  1. Columbo

    5. März 2019 18:33 at 18:33

    Er spart Geld, nicht Gold, nicht Silber, nicht Aktien, nicht Diamanten, nicht einmal Rolexuhren, sondern einfach nur Geld. Geld, dessen Wert ab 2020, wie Markus Krall voraussagt, gegen Null gehen wird. Und Null ist nicht besonders viel.

  2. sabine

    8. März 2019 13:07 at 13:07

    Das Wichtige ist immer: Was kommt unterm Strich raus?
    Der Deutsche konnte noch nie rechnen, nur tüpfteln. (Dem Ingenör ist nix zu schwör. Wir haben bei uns das ganze Haus voll. Autoindustrie.)
    – Z.B. wenn ich gegen die GEZ klage? Viel Zeit- und Geldinvest… Rentiert sich für mich nicht. Viele machen es aus Prinzip!
    – Dasselbe mit neuen Autos kaufen. Wenn man ein neues Auto kauft, ist nach der Unterschrift das Auto bereits 5-10% weniger wert. Aber man will ja keinen vollgepupsten Sessel haben. Ich kauf BMW von 2000 Diesel !! mit 175.000km für 3.000€. Neupreis war 32.000€!
    – Die Engländer dagegen können rechnen. Nettozahler rentiert sich nicht.

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Aktuell: Trump macht den „Mini-Erdogan“ mit Angriff auf die Fed

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Wie war das noch? Der türkische Präsident Erdogan hatte den türkischen Zentralbankchef entlassen, weil der seine Anordnung nicht umgesetzt habe die Zinsen zu senken (Unabhängigkeit der Notenbank, was ist das?). Donald Trump ist schon seit Monaten auf Konfrontation mit „seiner“ Notenbank, der Federal Reserve. Denn auch Trump möchte niedrigere, viel niedrigere Zinsen sehen, damit die Wirtschaft angeheizt werden kann (genau wie Erdogan in der Türkei). Inflation, ungezügelte Preissteigerungen bei zu niedrigen Zinsen und zu stark laufender Wirtschaft? Egal. Die Zinsen sollen, sie müssen sinken!?

Aktuell twittert Donald Trump wieder, und das mit Ausrufezeichen, in Richtung Federal Reserve. Also eine Art Anweisung vom Weißen Haus Richtung Notenbank. Genau wie bei Erdogan? Gefühlt geht es schon in diese Richtung, wenn gleich Trump eine Entlassung nicht „mal eben so“ umsetzen kann wie Erdogan. Mit der Entlassung von Fed-Chef Powell hatte Trump ja auch schon geliebäugelt. Mehr denn je betont Donald Trump aktuell, dass der Leitzins sinken müsse. Wegen eines fehlerhaften Denkprozesses bei der Fed hätten die USA viel höhere Zinsen als andere Länder, die wirtschaftlich nicht mit den USA mithalten könnten. Die Zinskosten in den USA seien viel höher als in anderen Ländern. Die Zinsen sollen also sinken, so sind Trumps Worte unzweideutig  zu verstehen. Und er schließt seinen Tweet ab mit dem Wort „Correct“, also „Korrigieren Sie das“ mit Ausrufezeichen Richtung Fed. Unabhängigkeit der Notenbank? Unantastbarkeit? Gut, hierzulande ist sich CDU-Chefin AKK wohl auch nicht so ganz bewusst, was das bedeutet. So sprach sie jüngst von einer „Überprüfung“ der EZB-Politik (hier nachzulesen).

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Rezession? Gleitet Deutschland in den Keller? Der derzeitige Schwebezustand

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Kommt sie nun oder kommt sie nicht? Die Rede ist von der Schrumpfung der deutschen Wirtschaftsleistung, das berüchtigte R-Wort (Rezession). Betrachtet man isoliert den Industriesektor, mit unseren Domänen Automobil und Maschinenbau, so müsste es eigentlich schon soweit sein (man sehe beispielsweise die Auftragseingänge). Der Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe befindet sich mit circa 45 Punkten schon längere Zeit im rezessiven Bereich. Aber es gibt halt auch das Gegenstück, die Bauwirtschaft, den Dienstleistungssektor und den konsumfreudigen Verbraucher, insgesamt derzeit eine Pattsituation.

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Technische Rezession oder mehr?

Rezessionen sind Elemente einer Marktwirtschaft, dem zyklischen Auf- und Abschwung in langen Phasen. In Deutschland hatten wir seit dem 2. Weltkrieg erst sechs ganzjährige Abschwungphasen, technische Rezessionen (also Schrumpfungen von nur zwei Quartalen) bereits neun seit 1970. Vorher hatte das Statistische Bundesamt keine Quartalsberichte veröffentlicht. Jedoch, und diese schon öfters dargelegte Feststellung, die man gar nicht oft genug wiederholen kann, wurde noch keine Rezession von der Bundesregierung, der Bundesbank, dem Sachverständigenrat oder den führenden Wirtschaftsforschungsinstituten vorhergesagt. Dementsprechend schwer ist es auch in diesem Jahr. Die Bestätigung für das Vorliegen einer technischen Rezession bekämen wir offiziell erst Mitte November, für das Gesamtjahr 2019 erst im Februar 2020. Was das für die Aktienmärkte bedeuten könnte, darüber habe ich erst am Dienstag „Wenn die Rezession kommt…“ geschrieben.

Die derzeitige Faktenlage

Nach Aussage des ehemaligen Wirtschaftsweisen der Bundesregierung, Professor Bernd Rürup, zeigt der neue Echtzeit-Indikator des Wirtschaftsministeriums für das abgelaufene zweite Quartal bereits eine „rote Null“ an. Zudem deuten die schlechten Auftragseingänge der Industrie für das zweite Halbjahr wie auch der kürzlich veröffentlichte sowie ZEW-Index mit den Konjunkturerwartungen keine Erholung an.

Das BIP könnte also 2019 gegenüber dem Vorjahr durchaus schrumpfen.

Jetzt meldet sich auch das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln zu Wort: „Die konjunkturelle Eintrübung macht vor den Konsumenten nicht halt!“ Das Verbrauchervertrauen sei im zweiten Quartal dieses Jahres auf 103,4 Punkte gesunken, von fast 108 Punkten vor einem Jahr. Aber, noch wirkt die bislang stabile Binnennachfrage einer rezessiven Entwicklung weiterhin kräftig entgegen, so wiederum die Experten des gewerkschaftsnahen Instituts IMK. Die Frage ist allerdings, ob das so bleibt.

Daten aus der Industrie:

Die Autobauer etwa rechnen für dieses Jahr mit einem Minus von einem Prozent im Neugeschäft. Der Maschinenbauer wiederum erwartet sogar einen Produktionsrückgang um zwei Prozent. Eine sehr moderate Eintrübung im Vergleich zur Studie des Forschungsinstituts CAR der Universität Duisburg-Essen, die mit größeren Rückgängen rechnet. Insgesamt führt das immer dünner werdende Auftragspolster zu pessimistischen Einschätzungen. Der Bestand an Aufträgen rückläufig ist nun schon den sechsten Monat in Folge rückläufig. Allerdings liegt die Reichweite für den Auftragsbestands in den verschiedenen Branchen immer noch bei 5,7 Monaten. Noch ein gutes Polster für den Fall, dass es einen richtigen Stopp geben sollte. Um die derzeitige Verwirrung perfekt zu machen noch ein Blick auf eine Umfrage der Investment-Beratungsfirma Sentix. Befragte Anleger bewerten die Aussichten derzeit so schlecht wie seit 2010 nicht mehr. Damit wäre eine Rezession ein nicht mehr zu stoppendes Szenario.

Fazit

„Je sais, que je ne sais rien“, ich weiß, dass ich nichts weiß, so könnte man derzeit den Stand der Erkenntnisse über das Kommen einer Rezession in Deutschland zusammenfassen – wieder einmal. Wie erwähnt, momentan sieht es nach einem Patt der be- und entlastenden Impulse aus. Worauf es schlussendlich ankommen wird und das klingt schon wieder nach der Endlosplatte? Kommt noch etwas im Handelskrieg zwischen den USA, China und dem Rest der Welt? Und kriegen wir den harten Brexit? Bei einem Nein zu diesen Fragen dürften wir sie haben – die Rezession.

Rezession in Deutschland? Beispielfoto von Siemens
Beispielfoto: Arbeit an einer Turbine von Siemens. Foto: Siemens (CC BY-SA 3.0)

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Automobilindustrie in Deutschland – wird das Jahr 2019 wie 2009? Die Anzeichen mehren sich

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Die Automobilindustrie ist Deutschlands Schlüsselindustrie. Sie hat viele Jahre von dieser rasanten Entwicklung profitiert. Derzeit gibt es bereits 1,3 Milliarden Kfz auf der Welt und die jährliche Produktion betrug zuletzt 95 Millionen – Autos, Busse und LKWs. Im Jahr 2000 waren es „erst“ 58 Millionen pro Jahr, allein China ist für 25 Prozent dieser Entwicklung verantwortlich. Doch in diesem Jahr kommt es weltweit zu einem Stillstand, oder besser ausgedrückt, zu einem Schrumpfen der weltweiten Produktion. Dabei trifft es Deutschland ganz besonders.

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Automobilindustrie in Deutschland – Gewinnwarnungen allerorten

BMW hat es getan, Daimler gleich zweimal in sechs Wochen, dazu Automobilzulieferer wie Bosch, Continental und ZF – man warnt vor niedrigeren Umsätzen, die Schlüsselindustrie Deutschlands durchläuft eine veritable Krise. Dazu noch der Chemiekonzerns BASF. Dieser begründete seine Gewinnwarnung mit der geringeren Nachfrage nach Autolacken, der Stahlkonzern Arcelor-Mittal hingegen drosselt bereits seine Stahlproduktion. Aber auch Anlagenbauer Aumann reduzierte am letzten Donnerstag seine Prognosen für das laufende Jahr. Laut einer aktuellen Studie des Forschungsinstituts CAR der Universität Duisburg-Essen könnte im laufenden Jahr der globale Absatz neuer Autos um gut fünf Prozent auf 79,5 Millionen Stück sinken. Ein derart starker Einbruch war nicht einmal nach der Finanzkrise 2008 beobachtet worden, wo es weltweit um 3,6 Prozent nach unten ging.

Laut Studie rechnet man für das Gesamtjahr 2019 mit einem Rückgang von rund zehn Prozent in China. In Westeuropa werde das Minus mit drei Prozent moderater ausfallen. China stand zuletzt für mehr als ein Viertel der weltweiten Autoproduktion. Auf 12,3 Millionen Fahrzeuge schrumpften im ersten Halbjahr 2019 die Verkaufszahlen in China, dem größten Autoabsatzmarkt der Welt. Das meldete gerade der chinesische Verband der Autohersteller, CAAM. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum war das ein Minus von 12,4 Prozent.

Was bedeutet dies für die deutschen Autowerte?

Gebeutelt von der selbst verursachten Dieselkrise stehen die deutschen Automobilwerte nun schon seit vier Jahren unter Druck. Während sich der Dax derzeit auf dem Niveau vom Frühjahr 2015 bewegt, haben sich die Autowerte in der Spitze mindestens schon halbiert. Dazu ein paar Kennziffern:

  • BMW: Aktienhoch 16.3. 2015 – 122,53 €, Tief 61,45 € Anfang Juni / KGV 2020 – 6,73 / KGV Gruppenvergleich Peer-to-Peer 11,60
  • Daimler: Aktienhoch 16.3.15 – 94,67 €, Tief 44,94 € 3.1.2019 / KGV 2020 – 6,58
  • Volkswagen Vz: Aktienhoch 16.3. 2015 – 256,30 €, Tief 2.10. 2015 – 92,36 €, derzeit 154,50 € / KGV 2020 – 5,36

Ergo: Investoren haben die Schwierigkeiten der Automobilindustrie bereits zum Teil eingepreist, die Kurs/Gewinnverhältnisse sind auf Krisenniveau. Zusätzlich sollte man eines bedenken. Wir haben in Deutschland derzeit einen Fahrzeugbestand von 47,1 Millionen Pkw, die durchschnittliche Lebensdauer beträgt um die 12 Jahre. Das bedeutet, dass circa acht Prozent davon pro Jahr verschrottet oder auch ins Ausland verkauft werden (grobe Schätzung). Also entsteht in einem autoverrückten Land wie Deutschland rasch Ersatzbedarf. Will sagen: Rezessionen im Automobilbereich hatten bei uns (bisher) kein langes Leben.

Fazit

Es ist schon eine gewaltig herausfordernde Gemengelage, in der sich die deutsche Automobilindustrie inklusive ihrer Zulieferer befindet. Ein Ritt auf einem Drahtseil mit den Produktionsfeldern wie Verbrennungsmotoren, Hybrid, Elektroantrieb und Brennstoffzelle, der die Budgets der Hersteller in der Entwicklung und Produktion in die Bredouille bringt. Zu dieser disruptiven Phase kommt jetzt der Konjunkturabschwung hinzu (aktuelles Beispiel). Die Industrie steht bildlich gesprochen vor einem Crashtest – und die Vorbereitungen dafür laufen. Aber, wie vorgestern in meinem Kommentar über die Korrelation von Rezession und Börsenkurse dargestellt, blickt die Börse in die Zukunft, sprich ins Jahr 2020. Gefallen sind die deutschen Autowerte bereits. Ein kleiner Hoffnungsschimmer für Automobil-Bullen.

Automobilindustrie - Export-Terminal in Bremerhaven
BLG-Autoterminal im Überseehafen Bremerhaven. Foto: Martina Nolte, Lizenz: Creative Commons by-sa-3.0 de

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