Folgen Sie uns

Allgemein

Immobilien: Anmerkungen über einen berauschten Markt vor dem Absturz

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Von Markus Fugmann

Gestern hat Mario Draghi faktisch versprochen, dass die EZB im März entweder die Einlagezinsen weiter senkt und/oder ihr Anleihekaufprogramm weiter ausweitet. Heute sind dann die Euribor-Sätze (also die Zinssätze, zu denen sich Banken untereinander Geld leihen) auf ein neues Allzeittief gefallen – Geld wird also offenkundig immer billiger. Und weil dem so ist, steigen etwa heute die Aktien deutscher Immobilienfirmen wie Deutsche Wohnen und Vonovia um 6%, selbst die von Goldman Sachs heute auf „sell“ abgestufte LEG Immobilien steigen um 3%. Warum? Weil man davon ausgeht, dass die Refinanzierung der Branche noch günstiger wird – und Immobilienkäufer noch günstiger an Kredite zur Finanzierung ihres Immobilienkaufs bekommen.

Und vermutlich wird es erst einmal so kommen: Kredite werden noch günstiger, der Ruf, „Kauft jetzt“ wird immer lauter. Ist doch so schön günstig, der Kredit. Leitstern für die Zinsen ist die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe, die im Bund-Future gehandelt wird. Steigt der Bund-Future, fällt die Rendite, sprich die Zinsen für Kredite, die Banken anbieten, um es jetzt einmal etwas vereinfacht zu formulieren. Und der Bund-Future steigt und steigt, was die Kredite immer günstiger macht:

BundContinuos

Also alles wunderbar? Kurzfristig ja. Das gilt besonders für Großstädte wie Hamburg, der Stadt, in der ich als bayerischer Exilant lebe. Insbesondere die Elbvororte, wo ich wohne, haben einen massiven Anstieg der Preise in den letzten Jahren erlebt – schon weil die Lebensqualität durch die Nähe zur Elbe bei gleichzeitig naher Natur sehr hoch ist. Vor zwei Jahren hat sich ein Wissenschaftler aus Barcelona in unmittelbärer Nähe zu mir ein Reihenhäuschen gekauft – wir sind inzwischen gut befreundet. Er hat dafür 350.000 Euro bezahlt. Allerdings ohne Fußboden, er mußte also inklusive Makler, Notar und Innenausbau noch einmal ca. 50.000 Euro drauflegen. Jetzt hat er ein Angebot aus Dänemark bekommen, wo er eine für ihn sehr attraktive Professur übernehmen wird. Er wird also sein Haus verkaufen – am letzten Wochenende kam der Makler, sah sich das Haus an und sagte: „Wir gehen mit 450.000 Euro in den Markt und lassen uns maximal bis 415.000 runterhandeln. Aber wahrscheinlich ist das nicht nötig, die Leute reißen einem die Häuser aus der Hand“.

Das ist eine gute Nachricht für ihn gewesen, keine Frage. Von 350.000 auf 450.000 Euro in zwei Jahren – das ist das, was man als sportlichen Preisanstieg bezeichnen könnte. Tendenz nach oben scheinbar unbegrenzt. Und jetzt noch die Flüchtlinge, die alle in die Großstadt wollen und damit den scheinbar ebenso ununterbrechbaren starken Trend zur Großstadt weiter intensivieren. Gestern saßen wir zusammen, und ich habe ihm geraten, sein Haus möglichst zeitnah an einen Käufer zu bringen.

Warum? Aus mehreren Gründen. Der erste ist, dass Hamburg schwere Probleme bekommen wird. Finanzielle Probleme. Da ist zunächst einmal der für die Stadt eminent wichtige Hafen, für den ich dunkelschwarz sehe. Dafür gibt es mehrere Gründe: über Hamburg lief ein Großteil des Containertransports von und nach China, sowie nach Rußland/Mittelosteuropa. China ist in einem starken Abschwung, der Handel mit Rußland durch die westlichen Sanktionen eingebrochen. Wer an der Elbe sitzt, bemerkt seit längerem, dass die Zahl der Containerschiffe stark abnimmt – und die Schiffe, die man sieht, haben deutlich weniger Container an Bord. Seit Frühjahr 2015 hat sich daher die Aktie des Hamburger Hafens fast halbiert – und das, obwohl das Management des Unternehmens einen guten Job macht:

Hamburger Hafen

Dazu kommt, dass die gloablisierte Internetökonomie die Joblandschaft massiv verändern wird. So können etwa durch 3D-Drucker oder andere Automatisierungsmechanismen immer mehr Güter maschinell hergestellt werden, die noch vor kurzer Zeit von Menschen in Billiglohnländern hergestellt wurden – um dann über Containertransport im Hafen Hamburg zu landen. Das ist weniger geworden – und wird noch deutlich weniger werden.
Für die Stadt Hamburg insgesamt kommt dann noch dazu, dass in den 80er-Jahren massiv Beamte eingestellt wurden, die nun in näherer Zukunft in Rente gehen werden und die Stadt durch ihre Pensionsansprüche schwer belasten werden. Dazu noch die milliardenschweren Bürgschaften für die faktisch explodierte HSH Nordbank, die absehbar eingelöst werden müssen etc.

Aber es geht mehr als um Hamburg. Es geht darum, dass der Trend zur Großstadt bald abreißen wird – was derzeit ja fast niemand glauben will. Aber durch die technologische Revolution, die derzeit das große Thema auch in Davos ist, werden Millionen Jobs vor allem in Büros wegfallen. Und wo sind die meisten Büros, wo arbeiten die meisten Menschen in der Großstadt? Richtig, im Büro. Bislang zogen die Großstädte die Menschen magisch an, weil hier eben die Jobs waren. Aber die Jobs werden weniger, gerade in den bisher personalintensiven Bereichen (Büro!). Und wenn es in der Großstadt weniger Jobs geben wird, werden weniger Menschen in die Großstadt wollen. So einfach ist das. Und damit weniger Nachfrage nach Immobilien – und wo weniger Nachfrage ist, fallen die Preise.

Dagegen sind Immobilien auf dem Land, die derzeit keiner haben will, extrem günstig. Voraussetzung: einigermaßen schnelles Internet, mit dem immer mehr Menschen ihr Geld verdienen werden. Denn die gloablisierte Internetökonomie wird immer mehr Jobs schaffen, die von zu Hause gemacht werden können – es braucht dann die großen, für Unternehmen teuren Büros, die es derzeit in den Großstädten gibt, nicht mehr. Zumindest nicht mehr in dem Umfang wie derzeit. Dazu kommt noch: die globalisierte Internetökonomie ist hochgradig deflationär – sprich Sachwerte wie Immobilien fallen, wie in jeder Deflation, im Preis. Was wir bei den Rohstoffen gesehen haben, ist nur der Anfang, das erste sichtbare Zeichen dieser massiven Deflationswelle. Menschen werden zunehmend durch Maschinen ersetzt, das übt Druck auf die Löhne aus. Global. Und damit auch in Deutschland.

Dazu kommt dann noch die Alterung der Gesellschaft sowie die absehbare Schrumpfung der Bewohnerzahl in Deutschland, die zu weniger Nachfrage nach Immobilien führen wird. Daran ändern auch die Flüchtlinge nichts. Denn diese werden, da muß man sich keine Illusionen machen, bestenfalls von leeren Baumärkten (wie in Hamburg) oder Wohncontainern irgendwann in Sozialwohnungen einquartiert werden. Für den „normalen“ Immobilienmarkt in Deutschland sind sie, so traurig das ist, keine wirkliche Konkurrenz, die die Nachfrage steigern könnte.

Eines jedenfalls scheint mir sicher: wer jetzt oder in nächster Zeit etwa in Hamburg, aber auch in München, Köln etc. eine Immobilie kauft, dürfte das möglicherweise später einmal bereuen. Zumal bei den derzeitigen Preise in den Großstädten. Wer schlau ist, geht short in deutschen Immobilien..

21 Kommentare

21 Comments

  1. Avatar

    David

    22. Januar 2016 16:07 at 16:07

    Short in Immobilien? Welche Vehikel gibt es beispielsweise?

    • Avatar

      joah

      24. Januar 2016 10:21 at 10:21

      Spekulation treibt Preise in die Höhe. Gefährlich wird es genau dann, wenn man auf den eigenen Hintern oder den eines anderen spekuliert, denn der Immobilienmarkt ist genaus das. Was kann man noch tun, wenn man kein Dach mehr über dem eigenen Kopf hat?

      Manche Spekulationen sollte man sich ernsthaft überlegen, da die negativen Folgen dermaßen weitläufig sind, daß diese effektiv unkontrollierbar wieder auf einen oder das eigene Umfeld zurück strahlen. Es kommt den eigenen Quasi-Tod auf Raten gleich, da man selbst – ebenfalls mehrere andere parallel dazu – das eigene Leben nur durch die Suche nach mehr Rendite zerstört: irgendeiner muss immer zahlen, aber die Endbilanz im monetären System ist Null – wer zahlt also den Renditeaufschlag/-gewinn? Es ist man letztendlich wieder selbst und alle anderen, die das gleiche Spiel spielen. Es ist sinnlos.

  2. Avatar

    Gerd

    22. Januar 2016 18:07 at 18:07

    Ihr Artikel gibt mir Gelegenheit zu einer Anmerkung am Rande, weil mich der Sachverhalt selbst erstaunt:

    Der Bundfuture notiert ungefähr auf Allzeithoch.
    Die Rendite einer 10-jährigen Bundanleihe liegt gleichzeitig bei rund 0, 4 8 % .

    Am 12.04.2015 lag diese Rendite im Tief bei 0,05% und am Tagesende bei 0, 0 8 %.
    (Damals lag der Bundfuture bei rund 160)
    Der jetzt maßgebende Bundfuture-Kontrakt müsste zeitnah um noch rund 4 volle Punkte steigen – also auf ca.165 – damit wir das Rekordtief bei den Renditen des letzten erneut erreichen. Es wirkt wie Zauberei, muss aber wohl mit der Berechnung der wechselnden Future-Kontrakte zu tun haben, die mal einen „Discount“ aufweisen und manchmal einen „Aufpreis“.

    Maßstab für Häuslebauer ist jedenfalls eher die „reale“ Rendite als der wechselnde Bundfuture-Kontrakt.

  3. Avatar

    Sebastian

    22. Januar 2016 20:48 at 20:48

    Das stimmt mich jetzt nachdenklich, stehe ich doch kurz davor eine ETW im Zentrum von Düsseldorf zu kaufen zur Eigennutzung. Die Vision dass der run auf die Städte ändet und stattdessen die Menschen alle aufs Land wollen will ich in letzter Konsequenz (noch) nicht wahr haben. Ich schaue ihr Videos täglich und nehme das als gerne als Framework für mein Trading. Was diese These betrifft hoffe ich, dass Sie sich irren. BG

  4. Avatar

    Sebastian

    22. Januar 2016 20:54 at 20:54

    Was für einen Zeithorizont?

  5. Avatar

    Sebastian

    22. Januar 2016 21:18 at 21:18

    Das stimmt mich jetzt nachdenklich, stehe ich doch kurz davor eine ETW im Zentrum von Düsseldorf zu kaufen zur Eigennutzung. Die Vision dass der run auf die Städte ändet und stattdessen die Menschen alle aufs Land wollen will ich in letzter Konsequenz (noch) nicht wahr haben. Ich schaue ihr Videos täglich und nehme diese als Framework für mein Trading. Was diese These betrifft hoffe ich, dass Sie sich irren. An was für einen Zeithorizont denken Sie? 10,20,50 Jahre? BG

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      23. Januar 2016 10:50 at 10:50

      @Sebastian,

      ich habe in dem Artikel versucht aufzuzeigen, dass der Trend zur Großstadt und damit einhergehende Preissteigerungen bei Immobilien in einer sehr späten Phase sind und bald kippen wird. Wann das sein wird? Vielleicht ein Jahr, vielleicht drei, maximal fünf Jahre. Die Dynamik der aktuellen Veränderungen der Arbeitswelt durch Maschinisierung ist immens und wird sich noch weiter beschleunigen. Grundsätzlich ist es doch so, dass die meisten Menschen eine Immobilie zur Eigennutzung kaufen und daher Jahre, wenn nicht Jahrzehnte als Zeithorizont haben. Und daher dürfte eben für diese Menschen diese von mir beschriebene Entwicklung so oder so zum Problem werden, wenn der Preis der von ihnen teuer gekauften Immobilie fallen wird. Wer Millionen hat und eine Immobilie gewissermaßen aus der Portokasse zahlen kann, kann das entspannt sehen. Wer allerdings einen erheblichen Teil auf Kredit finanziert hat, wird Probleme bekommen. Denn wenn der Preis der Immobilie gefallen ist, wird die finanzierende Bank neue Sicherheiten verlangen, da ihr Kredit durch die Immobilie gewissermaßen nicht mehr gedeckt ist. Genau das ist in den USA passiert während des Crash der Blase am amerikanischen Immobilienmarkt. Auch wenn die Rechtssituation in Deutschland anders ist – in den USA konnten die Käufer einfach die Schlüssel der Banken schicken, das Haus fiel an die Bank, aber die Immobilienkäufer waren schuldenfrei, und das geht so in Deutschland nicht. Im worst case ist dann also die Immobilie weg und die Schulden bleiben.
      Meine Kernaussage lautet daher: wer jetzt oder bald eine Immobilie in deutschen Großstädten kauft zu den derzeitigen Preisen, geht faktisch ein Klumpenrisiko ein – und das im Glauben, in Sicherheit investiert zu haben (Betongold!). Mithin ist also der Kauf einer Immobilie (wenn man sie nicht entspannt aus dem Eigenkapital finanzieren kann) eine extrem risikoreiche Investition..

      Viele Grüsse!

  6. Avatar

    bademeister

    23. Januar 2016 14:58 at 14:58

  7. Avatar

    bademeister

    23. Januar 2016 16:18 at 16:18

    Lieber Herr Fugmann!

    Ich habe Ihren Beitrag und die Rückmeldungen mit großem Interesse gelesen, Sie haben damit wieder einmal den Nagel des Zeitgeistes mit Feingefühl für die Materie mehr als getroffen….

    Ich wohne in einer strukturschwächeren Region in Österreich an der ungarischen Grenze…..und da geht der Immo-Pimp derzeit voll ab.

    Kurze Beispiele aus Ende 2015:

    In meiner (Klein-) Stadt wurde 2012 ein abbruchreifes „Hotel“ in Stadtrandlage mit Grundstücksgröße ca. 850 m2 zu wirklich damals marktüblichen EUR 120.000,- an den Höchstbietenden versteigert….2015 hat es der Käufer für EUR 320.000,- weiterverkauft, im selben Zustand, + 3 Jahre weiterer Verfall.

    In einem nahen Dorf an der Grenze zu Ungarn (komplett strukturschwache Region) wurden 2015 zwei unbebaute Grundstücke/Bauplätze mit jew. ca. 1500m2 mit einem Meterpreis von EUR 130,- als „Anlageobjekte“ gekauft….vorher lag der Höchstpreis (!) in diesem Dorf lange Zeit bei EUR 100,- als Referenzwert.

    Kittsee im Nordburgenland (nahe Nickelsdorf), Nachbarort von Bratislava in der Slowakei:
    Bis zur Ostöffnung vor mehr als 25 Jahren war Kittsee das Ende der westlichen Welt…..heute kostet der m2 Bauland zwischen EUR 200-350.
    Da ist Omas alter Marillenbaum-Acker plötzlich besonders sexy…..

    Mein Fazit: Bei den klassischen Anlageformen wie Zinshäusern und Einkaufs- und Technologiezentren, Wohnungen und Einfamilienhäusern ist (dann irgendwann in den nächsten Jahren wirklich) der Deckel nach oben drauf.

    Bei Acker und Wald geht’s dafür erst los…..obwohl die Preise auch schon angezogen haben.

    Raus aus der Stadt, zur globalisierten Sinnsuche aufs Land……und tausende ehemalige und arbeitslose Banker und Verwaltungsangestellte in ihren mittleren Jahren treten an, die marktüblichen Preise für Wald und Acker in bisher ungeahnte Höhen zu katapultieren…..um das wahre und echte Leben zu entdecken.

    Liebe Grüße aus dem tiefverschneiten Nordburgenland!

    • Avatar

      joah

      24. Januar 2016 10:30 at 10:30

      „Da ist Omas alter Marillenbaum-Acker plötzlich besonders sexy…..“

      Sexy ist es immer nur für einen selbst, denn ansonsten verliert man Substanz – diese kommt nicht zurück. Man sollte sich nicht durch zu hohe Geldwerte blenden lassen, denn Wertschätzung ist das komplette Gegenteil dessen.

  8. Avatar

    Olaf

    23. Januar 2016 18:09 at 18:09

    Lieber Herr Fugmann,
    ich gehe, wie mit den meisten Ihrer Einschätzungen, auch diesmal konform und bin schon länger in Immobilien „short“ (verkaufe geerbtes Bauland).
    Jetzt aber die Frage: Wenn überall Deflation herrscht (Aktien, Immobilien, Rohstoffe, Löhne, etc.), wo gehen dann Draghis ständig neu erschaffenen Milliarden irgendwann hin? Das Geld wieder einzusammeln ist doch auch nicht mehr möglich, oder?
    Herzliche Grüße aus dem Rheinland.

  9. Avatar

    Lossless

    24. Januar 2016 11:02 at 11:02

    Draghi sein Geld will doch keiner mehr. Was dieser Notenbänker im letzten Jahr getan hat ist unverantwortlich. Ohne Not wurde Geld in die Märkte gepumpt. Was passiert wenn wir wirklich einen Crash bekommen? Was kann er dann noch unternehmen um den Markt zu stützen? Nichts… was dann wirklich noch helfen könnte.

  10. Avatar

    Judas

    24. Januar 2016 11:56 at 11:56

    Wieder mal eine sehr einseitige Betrachtung der Stadt- und Immobilienlage. Wobei die Argumente selbst nicht zu kritisieren sind.

    Es fehlen halt nur die Entwicklungen, die für die Stadt sprechen, welche bei der Analyse von Herrn Fugmann nicht bzw. kaum eingepreist sind.

    So bleibt zu konstatieren, das der Oberarzt vor zwei Jahren gut getan hat nicht auf Herr Fugmann zu hören und wohl schon auf ca. 250.000€ Gewinn sitzt (Bericht vor ca. 2 Jahren).

    http://finanzmarktwelt.de/nicht-kaufen-extremrisiko-immobilienerwerb-433/

    Wer noch viel bessere Anlageberatungen und Böresentipps sucht wendet sich bitte vertrauensvoll an Herr Riße, Supertrader und Monster-Börsenguru und Kumpel von Herr Fugmann, der mit seinem Fond aktuell bei -50% steht aber fröhlich hier auf dieser Seite auf Kundenfang gehen darf.

    http://www.ariva.de/ri%C3%9Fe_inflation_opportunities_ui_b-fonds/chart?layout=neu

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      24. Januar 2016 13:00 at 13:00

      @Judas, wären Sie dann vielleicht so freundlich, dann die Argumente für die Stadt zu nennen?

      Der von ihnen angesprochene Oberarzt hat tatsächlich gekauft – aber er sitzt seltsamerweise nicht auf 250.000€ Gewinn, er ist kürzlich eingezogen (weil sich der Bau, wie fast immer, deutlich länger hingezogen hat als erwartet. Und das hat ihn eine Menge Geld gekostet, weil er natürlich seine bisherige Wohnung gekündigt hatte und dann erst einen Zwischenumzug organisieren und finanzieren musste. Ob der Kauf ein gute Idee war, wird sich dann in ein paar Jahren zeigen…

      Und wenn Sie alles ohnehin so fragwürdig finden bei FMW – warum lesen Sie es dann?

  11. Avatar

    Olaf

    24. Januar 2016 13:28 at 13:28

    Heute regen wir uns über die vermeintlich so blöden Chinesen auf, die kreditfinanziert Aktien gekauft und nun große Probleme haben.
    Ob alle meine zahlreichen Freunde, die aktuell kreditfinanzierte Häuser gekauft haben, in ein paar Jahren evtl. auch ihre Entscheidung bereuen, scheint mir jedenfalls recht wahrscheinlich.
    Erinnert sich noch einer an die staatlich geförderte Immobilienblase Anfang der ´90er im ach so goldenen Osten und deren Ende? Für einige ist das wohl schon zu lange her.

  12. Avatar

    Lossless

    24. Januar 2016 14:04 at 14:04

    @Judas Ich glaube, Herr Riße wird auf kurz oder lang mit seiner Börsenprognose sogar Recht behalten. An der Börse zählt das Momentum. Im Moment sind wir in einer sehr angespannten Situation die sich aber in den kommenden Tagen auflösen wird ob nun nach oben oder nach unten. Ein guter Trader sollte genügend Cash haben um solche Situationen überstehen zu können. Grundsätzlich hat sich an den Märkten nichts geändert. Öl wird sich wieder erholen und somit werden die Finanzmärkte die Bestätigung bekommen. Würde sogar soweit gehen und sagen, in der kommenden Woche werden die 10.300 im DAX aufgerufen.

  13. Avatar

    Judas

    24. Januar 2016 16:31 at 16:31

    @Herr Fugmann, wie schon erwähnt sind ihre Argumente absolut in Ordnung. Sie gründen auf rationalen Erkenntnissen. Nur ist der Mensch und die Politik nicht (immer) rational und es kommen Einflüsse und Strömungen, welche wir noch nicht sehen oder sehen wollen. Geht mir genauso.

    Vielleicht ein Argument für Immobilien und warum ich glaube das es länger als 5 Jahre so weiter geht. Danach, keine Ahnung.

    2005 wohnte ich im Umland von Barcelona (Spanien). Als ich einen geschätzten Freund in seinem Appartment besuchte fiel mir auf, das von zehn Appartments lediglich zwei bewohnt waren. Bei den umliegenden Gebäuden war es genauso. Da kündigte sich der Immobilien-Crash also schon 2 Jahre vorher an (völliges Überangebot).

    In der BRD hingegen ist jeglicher Wohnraum in der Stadt oder Umgebung bewohnt oder vermietet (kein Überangebot).

    Warum ich FMW lese? Ich liebe Sarkasmus und ab und zu sind wirklich gute Sachen dabei :-)

    Aber ich habe gelernt, nicht auf den Sarkasmus zu hören (generell, nicht auf ihre Person gemünzt) und somit einfach erfolgreich zu traden und zu handeln.

    Mir sind bzr ab und zu ihre Meinungen zu einseitig und ich denke, dass das ihre Leser zuviel Rendite kostet.

    Schauen wir uns mal Warren Buffett an. Hätte er so negativ gedacht, würde er immer noch seine alte Karre fahren und in der gleichen Bruchbude wohnen wie vor 60 Jahren…

    … achso, das tut er ja tatsächlich ;-)

    Scherz beiseite, mittel- bis langfristig baut man Vermögen auf durch eine positive Lebens-Einstellung.

  14. Avatar

    Judas

    24. Januar 2016 17:08 at 17:08

    @Olaf, ob sie es glauben oder nicht, ich habe auch eine Zeit lang in China gelebt. Da wiederum ist es genauso wie ich es in Spanien beschrieben habe. Absolutes Überangebot an Wohnungen. Das Ding fällt uns tatsächlich mal auf die Füsse.

    @Lossless, ein sehr gut gemanagter Fond zeichnet sich dadurch aus, dass er in schlechten Zeiten einen geringen Drawdown vorzeigen kann, respektive den Index, wenn auch mit negativem Vorzeichen, schlägt. Seit 12 Monaten hat der DAX im kleinen einstelligen Prozent-Bereich verloren, der Fond von Herr Riße aber mehr als 50%.

    Das Momentum und auch die Volatilität ist dabei völlig unerheblich bei so einem Ergebnis!!

    Übrigens, ein Trader der ein funktionierendes Risk- und Moneymanagement hat (über Jahre bewährt und erprobt mit Echtgeld), muss über Cash nicht nachdenken und wird auch immer Cash haben weil es seine Strategie verbietet Harakiri zu veranstalten. Anders wie bei Herrn Riße der offensichtlich keine Strategie verfolgt.

    Naja, außer der Strategie den Menschen mit nutzlosen Seminaren und Signaldiensten das Geld aus der Tasche zu ziehen und gut davon zu leben. Dabei fusst die „Expertise“ von Herr Riße nur auf das Kennenlernen von André Kostolany und dem Buch „Die Inflation kommt“, welche ja jetzt doch nicht kommt. Der Mann hat von erfolgreichem Trading keinerlei Ahnung!!

    Anbei noch ein weiteres Depot von Herr Riße :-)

    http://www.wikifolio.com/de/de/profil/hpmrisse

  15. Avatar

    Lossless

    24. Januar 2016 20:23 at 20:23

    @Judas, ich kenne Herrn Riße nicht persönlich und kann mir kein Urteil über seine Person erlauben. Sein Buch habe ich nicht gelesen und werde es auch nicht lesen. Ich kann nur empfehlen, nicht jede Aussage zu ERNST zu nehmen. Wer intensiv den Markt beobachtet wird sich selbst ein Bild machen können und bemerken, bitte erst denken bevor man Geld in die Hand nimmt! …Zahlen lügen nicht.

  16. Avatar

    Martin Sommer

    24. Januar 2016 22:54 at 22:54

    Ich glaube nicht, dass die Preise in den Ballungszentren dauerhaft fallen werden, auch wenn sie kurzfristig einbrechen sollten. Im Zuge der technischen Entwicklung werden viele Jobs verloren gehen, andererseits werden solche Arbeitsplätze wichtiger und wahrs. in Zukunft besser bezahlt, die genau diese Technologien weiterentwickeln. Zumeist haben sich diese Firmen in Städten mit führenden Universitäten etc. angesiedelt. Um z.B. komplexe Software, Roboter und Kommunikationstechnologien zu verbessern, braucht es einen regen Austausch, der nicht nur von Zuhause möglich ist. Ich gehe also davon aus, dass, während die höherwertigen Immobilien in der Nähe von zukunftsträchtigen Zentren ihren Wert erhalten werden, weiter entfernt liegende Objekte und Wohnungen mit niedriger Ausbauqualität weiter fallen werden. So sind z.B. die Immobilienpreise in Silicon Valley praktisch wieder auf den Stand wie vor der Immokrise.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Aktienmärkte: Die Jungen entdecken die Aktie – und zocken

Ist die Hinwendung vor allem der jüngeren Generation zum Anlagevehikel Aktie ein Trend – oder eher ein Warnzeichen für die Aktienmärkte?

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte haussieren, und das bleibt nicht ohne Folgen. Das Corona-Jahr 2020 mit Covid-19 hat viele Veränderungen ins Alltagsleben der Menschen gebracht. Zwangsläufig mit vielen Aktivitäten, die mit „Home“ beginnen. Auch hatte mancher Zwangsaufenthalt in den vier eigenen Wänden dafür gesorgt, dass viele und vor allem junge Privatanleger den Weg an die Aktienmärkte fanden. Angelockt durch zahlreiche Erfolgsmeldungen über die sozialen Medien, vermutlich initiiert durch die RobinHooder aus den USA. Ein Trend, der von Dauer ist?

Aktienmärkte: Corona und der Anstieg der Zahl der Aktionäre

Die Internetblase im Jahr 2000 und der folgende Jahrhunderteinbruch des Dax (- 72 Prozent) haben lange Jahre Spuren hinterlassen. Während es nach den Daten des Deutschen Aktieninstituts im Jahre 2001 noch 12,85 Millionen Aktionäre in Deutschland gab, pendelte der Wert seit Jahren nur noch an der 10-Millionen-Marke. 2019 war die Zahl der Anleger noch einmal zurückgegangen, 9,7 Millionen direkte Aktionäre in Deutschland.

Jetzt kam die Coronakrise, die einen Boom beim Aktienhandel durch die Privatanleger ausgelöst hat. „Retail Bros“, oder Handelsbrüder, hat die englische „Financial Times“ die neuen Anleger genannt. Seit Längerem gibt es eine „Crypto Bros“, das Pendant mit Kryptowährungen.

Der Trend, der aus den USA herüberschwappt

Der Name ist in der Finanzberichterstattung in aller Munde: Robinhood, ein ehemaliges Start-up aus Kalifornien, welches in den vergangenen Monaten einen Boom verstärkt hat. Der Broker hat bereits über 13 Millionen Kunden, von denen drei Millionen allein seit Anfang des Jahres bis Herbst dazu kamen. Bemerkenswert: Die Hälfte der neuen Kunden sind Aktienneulinge. Star der Szene ist David Portnoy, Inhaber des Sport-Blogs Barstool Sports, der mit seinen superoptimistischen Börsentweets (Aktien und Aktienmärkte würden immer steigen etc.) eine ganze Community antreibt. Hinzu kommt die Entwicklung zum nahezu kostenlosen Börsenhandel, durch E-Trade und Schwab weiter vorangetrieben. So haben manche Arbeitslose ihre 600 Dollar-Wochen-Schecks zum Zocken eingesetzt.

Der Anstieg der Online-Depots in Deutschland

Eine Studie von Comdirekt, Consorsbank und ING zeigte eine deutliche Zunahme der Zahl der Aktionäre unter 25 Jahren. Viele junge handeln auch auf Plattformen wie dem Handybroker Trade Republic. Kaufgebühren von einem Euro pro Trade oder gebührenfreie Sparpläne haben schon zu sechsstelligen Kundenzahlen geführt.

Auch die klassischen Onlinebroker profitieren davon. Konkret wurde die Comdirect, die mit 232.000 neuen Kunden innerhalb der ersten neun Monate vom größten Depot-Wachstum seit 20 Jahren spricht.

Der Vormarsch der Jungen

Wie bereits erwähnt, sind es vor allem die ganz jungen deren Interesse für die Aktienmärkte gewachsen ist, wie die Studie aufzeigt. Nach 26 Prozent, der unter 25-jährigen, die im vergangenen Jahr die Aktienanlage nutzen, sind es derzeit bereits 39 Prozent. Die Steigerung gegenüber 2017 beträgt sogar 22 Prozent. Aber auch bis zur Generation Ü 50 hat sich die Zahl der Aktionäre gesteigert. Was die Börsenplätze sicherlich erfreut, dürfte nicht unbedingt für die herkömmlichen Geschäftsbanken gelten. Denn der Drang zu Online- und Discountbrokern ist unübersehbar.

Ein schnelles Hin und Her

Noch etwas zeichnet die neue Generation Börsianer aus. Die Haltedauer von Aktien ist so kurz wie nie. In den USA lag diese im Sommer diesen Jahres gerade noch bei circa fünfeinhalb Monaten, im letzten Jahr hatte sie noch achteinhalb Monate betragen. Ein Trend, der schon seit Jahrzehnten zu beobachten ist. Aus Daten der New Yorker Börse zeigt sich, dass man vor dem Jahrhundertwechsel Aktien noch durchschnittlich 14 Monate im Depot vor einer Umschichtung beließ. Die Ausnahme:

Nach der Finanzkrise von 2008 wurde das bisherige Haltetief von sechs Monaten erreicht. Krisen beschleunigen anscheinend das Handeln von Wertpapieren.

Wie könnte es anders sein: Auch in Europa ist die gleiche Aktientendenz zu beobachten. Hier ging den Erhebungen zufolge die Haltedauer von Aktien von sieben Monaten zum Jahresende 2019 sogar auf weniger als fünf Monate zurück.

Kein Vergleich mit dem Verhalten des Langfristinvestors Warren Buffett, der seinen Titeln bisher im Schnitt 11 Jahre die Treue hält, auch folgt ein Teil der jungen Generation nicht dem Rat der ungarischen Börsenlegende Kostolany: „Aktien kaufen und dann schlafenlegen.“

Allerdings gibt es heutzutage auch den großen Trend zu langfristigen Sparplänen, monatliche Einzahlungen kleinerer Investmentsummen für die Altersvorsorge. Beides wurde möglich durch eine ganz andere Gebührenstruktur. Zocken zum Nulltarif, nicht nur bei Aktien und Optionen, selbst bei Staatsanleihen oder Junk-Bonds hat sich die Umlaufgeschwindigkeit der Papiere deutlich erhöht.

Wird das eine erhöhte Rendite bringen? Vielleicht kurzfristig im besonderen Jahr 2020. Ältere Börsenexperten sind davon überzeugt, dass die Masse der Anleger durch das Hin und Her auf keine durchschnittliche Rendite von acht Prozent pro Jahr kommen wird. Das Ergebnis sollte Volatilität sein, also ein größeres Auf und Ab in den Märkten mit Vielen, die teuer kaufen und dann billig wieder aussteigen.

Fazit

Ist es ein Trend in Deutschland, die Hinwendung vor allem der jüngeren Generation zum Anlagevehikel Aktie, oder eher ein Warnzeichen für die Aktienmärkte mit dem Vergleich zur Internetblase des Jahres 2000? Damals gab es es Tausende von neuen und noch unerfahrenen Daytradern, die glaubten mit dem raschen Handel reich werden zu können. Das Ergebnis ist bekannt. Es gibt aber einen großen Unterschied zur Gegenwart. Damals warf eine 10-jährige Bundesanleihe fast noch das ganzen Jahr über Renditen von über fünf Prozent ab, selbst Lebensversicherungen waren noch attraktiv. Anders die Gegenwart. Wie soll langfristig ein Kapitalstock aufgebaut werden in dem jetzigen Zinsumfeld? Bei einem vermutlich noch länger anhaltenden Zustand der finanziellen Repression. Selbst wenn die Zinsen über die 0-Prozent-Marke stiegen, wäre dies wahrscheinlich einer gestiegenen Teuerungsrate geschuldet.

Es ist also mehr als notwendig, sich mit dem Kapitalmarkt zu beschäftigen, nicht so sehr mit Hebelprodukten auf Tesla oder FANGMAN-Aktien, sondern eher mit langweiligen Sparplänen. Nach dem wundersamen Jahr 2020 mit den vielen Home-Aktivitäten (Home Office, Home Schooling, Home Shopping, Home Banking) sollte es beim aggressiven Home Trading der RobinHoodies zunächst einmal einen schmerzhaften Ausleseprozess geben.

Die Jungen entdecken die Aktienmärkte

 

 

weiterlesen

Allgemein

Richard David Precht: Künstliche Intelligenz und unsere Zukunft!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

„Wir gehen in die zweite ganz große industrielle Revolution hinein!“, sagt der Philosoph Richard David Precht. Damit stehen wir vor einscheidenden Veränderungen nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Gesellschaft. Die erste industrielle Revolution beendete die Herrschaft des Adels und der Kirche – die derzeit ablaufende zweite Revolution durch künstliche Intelligenz verändert vor allem die Arbeitswelt und damit die Produktionsverhältnisse grundlegend. Nun versuchen uns Ökonomen stets zu versichern: kein Problem, es fallen zwar viele Jobs weg, aber es würden eben auch viele neuartige Jobs geschaffen werden. Das ist eine schöne Perspektive, sie hat aber leider einen kleinen Makel: sie stimmt nicht, sagt Richard David Precht zur sogenannten „Kompensations-Theorie“.

Die Menscheit jedenfalls ist durch diesen Wandel überfordert, der Boden, auf dem wir stehen, wackelt erheblich – und so entsteht zunächst einmal die Sehnsucht danach, die gute alte Welt mit ihren Werten wiederzubeleben. Ausdruck dieses Versuchs sind etwa Trumpin den USA oder die AfD in Deutschland. Aber einer der einschneidenden Änderungen im politischen Bereich wird sein, dass die Parteien, die mit der ersten industriellen Revolution entstanden und aufgestiegen waren, unter gehen werden.

Richard David Precht über schwache KI und starke KI

Richard David Precht unterscheidet zwischen schwacher und starker künstlicher Intelligenz – und führt Beispiele an, worin sich diese beiden unterscheiden. Was bedeutet das aber für uns praktisch? Wird vor allem durch „starke“ KI, also einer KI, die tiefgehende Lernprozesse leisten kann, etwa der Niedriglohn-Sektor wegfallen? Eher nicht – denn je mehr Menschen in bestimmten Bereichen verdienen, umso interessanter wird der Einsatz einer starken KI zur Kosten-Ersparnis, während sich der Einsatz im Niedriglohnsektor gar nicht lohnen würde.

Was bleibt, was wird untergehen – und welche Bereiche werden sich durchsetzen? Es werde derjenige technische Fortschritt kommen, der gesellschaftlich akzeptiert wird, dazu ein Bedürfnis befriedigt und sich gleichzeitig zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell machen läßt, sagt Richard David Precht. Folgender Vortrag des Philosophen ist ein „must see“!

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Der Philosoph Richard David Precht über Künstliche Intelligenz

Richard David Precht

Von Foto: © JCS‘, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62733272

weiterlesen

Allgemein

Arbeitsmarkt positiv gestimmt? Mehr neue Jobs bei IT als Entlassungen in der Gastronomie?

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Laptop mit Aufklebern

Kann das wirklich sein? Ist es das vorgezogene Weihnachtswunder am deutschen Arbeitsmarkt, mitten im zweiten Lockdown? Wenn man ein Wirtschaftsforschungsinstitut für verlässlich und seriös hält, dann doch in erster Linie das ifo-Institut! Und man möchte den Forschern bei ifo wirklich nichts Böses unterstellen. Aber ist es wirklich realistisch, dass die Stimmung am deutschen Arbeitsmarkt derzeit sogar besser wird, weil die IT-Dienstleister mehr neue Stellen schaffen wollen, als gleichzeitig in Restaurants, Bars, Hotels, Reisebüros etc verloren gehen?

Kann man sich das vorstellen? Gibt es überhaupt zehntausende oder hunderttausende neue IT-Experten in Deutschland, die auch so viele neue Stellen besetzen können? Ist die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen wirklich so stark gestiegen in den letzten Wochen? Klar, dank Corona verlagert sich sehr viel des Geschäftslebens ins Internet. Aber wirklich, nochmal mit gesundem Menschenverstand nachgedacht: Können diese neuen Jobs hunderttausende Jobs ersetzen, die bei Gastro und Co verloren gehen? Es fällt wirklich schwer das zu glauben.

Aber das ifo-Institut hat sich das nicht ausgedacht. Nein, man macht für sein Beschäftigungsbarometer Umfragen bei ca 9.500 Unternehmen. Sie werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Also, kann das wirklich sein? Die IT fängt den Arbeitsmarkt auf in dieser Krise? Hier die Aussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

Etwas mehr deutsche Unternehmen als im Oktober denken über Neueinstellungen nach. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im November auf 96,7 Punkte gestiegen, von 96,4 Punkten im Oktober. Die zweite Welle hat vorerst keine größeren negativen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Entwicklung ist jedoch über die Branchen hinweg sehr heterogen.

In der Industrie ist das ifo-Barometer leicht gestiegen. Jedoch ist die Zahl der Unternehmen mit Entlassungsplänen weiterhin größer als die jener, die mit steigenden Mitarbeiterzahlen rechnen. Die Dienstleister planen eher Mitarbeiter einzustellen. Getragen wird die Entwicklung vor allem von den IT-Dienstleistern. In der Reisebranche und dem Gastgewerbe dagegen sind Entlassungen nicht zu vermeiden. Im Handel hat das Barometer leicht nachgegeben. Dort planen die Firmen derzeit mit konstanten Mitarbeiterzahlen. Die Bauindustrie sucht weiter neue Mitarbeiter, um ihre aktuellen Aufträge abarbeiten zu können.

Hier die vier Einzelsektoren mit einzelnem Chart:

Grafiken zeigen Beschäftigungsbarometer für den deutschen Arbeitsmarkt

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage