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Immobilien Boom vorbei? Von wegen – die Preise explodieren!

Claudio Kummerfeld

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Beispiel für Einfamilienhaus

Der Boom bei Immobilien geht weiter, zumindest bei den Preisen. Aber da so richtig! Aber bevor wir dazu kommen, noch etwas anderes. Eigentlich geht der Boom doch zu Ende? Einige Daten zeigen, dass wir in diesen Tagen und Wochen im Höhepunkt des Baubooms sein könnten. Zum Beispiel erkennt man dies an den neu genehmigten Wohnungen, die von ihrer Zahl her rückläufig sind, und das nicht nur dank einer kurzen statistischen Schwankung. Auch andere Daten wie Umfragen under Branchenexperten (zum Beispiel vom „IW“) zeigen, dass der „Abschwung begonnen“ habe.

Preise für Immobilien boomen weiter, aber so richtig!

Aber dann sind da ja noch die Preise für Immobilien. Die kennen kein Halten. Hat den Käufern von Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen noch niemand etwas von Rezession oder dem möglichen Peak am Markt erzählt? Ist die breite Masse der Kaufinteressenten durch die abgeschafften Zinsen so heiß gemacht worden, dass die Herde nur so reinströmt in den Kauf von Immobilien? Gut möglich. Denn obwohl der Immobilien-Käufer große Geldsummen bei den Zinsen spart, zahlt er womöglich beim Kaufpreis des Grundstücks und bei den Baukosten kräftig drauf. Denn auch die Gewerke legen bei ihren Erstellungskosten massiv zu.

Wahnsinns-Steigerungen

Aber gut. Der Preisboom für Immobilien kennt kein Ende. Schon die letzten beiden Monate stiegen die Hauspreise in Deutschland im Jahresvergleich fast um 10%. So auch die aktuellsten Daten, die von Europace heute veröffentlicht wurden für September. Die Steigerungsrate im Hauspreisindex im Vergleich zu September 2018 liegt bei 9,91%. Wahnsinn! Die Daten darf man als realistisch einstufen, da sie laut Europace auf monatlich mehr als 30.000 realen Transaktionen bei Immobilien basieren. Daten der Bundesbank aus der letzten Woche, die auf Umfragen unter Banken beruhen, belegen eindeutig, dass die Nachfrage der Bankkunden nach Immobilienkrediten so hoch ist wie seit vier Jahren nicht mehr. Hier weitere Detailaussagen von Europace:

Den größten Zuwachs mit 0,97 Prozent im Vergleich zum Vormonat verzeichnen diesen Mal die Preise für Eigentumswohnungen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stiegen sie sogar um 10,66 Prozent. Mit einem Indexwert von inzwischen über 170 Punkten liegen sie deutlich über den Preisen für Bestandshäuser. Aber auch diese knüpften an ihre starke Entwicklung der Vormonate an. Mit 153,99 Punkten konnten sie einen Anstieg von 0,73 Prozent gegenüber dem Vormonat verzeichnen. Mit 0,65 Prozent stiegen zwar die Preise für neue Ein- und Zweifamilienhäuser am schwächsten an. Im direkten Vergleich liegt der Index für Neubauhäuser mit mittlerweile 174,14 Punkten jedoch immer noch weit vor den beiden anderen Segmenten. Der Gesamtindex stieg um 0,78 Prozent auf 166,07 Punkte.

„Wir bilden auf unserer Plattform monatlich über 30.000 reale Immobilienfinanzierungstransaktionen von Privatkunden ab. Daher können wir eine hervorragende Einschätzung zu den tatsächlichen Immobilienpreisen und Finanzierungskonditionen in Deutschland geben. Hier setzt sich eine seit Längerem anhaltende Entwicklung fort: Der Wunsch nach einer eigenen Immobilie gepaart mit weiter sinkenden Zinsen kompensiert noch immer den Anstieg bei den Preisen.“

Auffallend stark fällt in der aktuellen Bank Lending Survey der Anstieg der Bankenmargen ins Gewicht. So ermittelte die Erhebung für durchschnittliche Kredite ohne erhöhtes Risiko den höchsten Margenwert seit 2010. Die dadurch entstehenden verschärften Kreditbedingungen für Immobilienkreditnehmer erklärt Kennerknecht so:

„Meiner Einschätzung nach konnten Banken durch die letzten EZB-Maßnahmen ihre Refinanzierungskosten senken, wodurch die Marge kurzfristig steigt. Durch die Wettbewerbssituation dürften die gesunkenen Refinanzierungskosten zumindest teilweise an die Verbraucher weitergegeben werden. Was wiederum zu einer sinkenden Marge führen würde.“

Man sieht gut, wie die Preise für Immobilien seit acht Jahren nur eine Richtung kennen, nämlich steil nach oben.

Preise für Immobilien boomen weiter - Europace Hauspreisindex
Die Preise für Wohnimmobilien steigen in allen drei EPX-Kategorien kontinuierlich weiter an

Preisboom bei Immobilien im Detail

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Marcus

    28. Oktober 2019 14:07 at 14:07

    Ich glaube da interessiert sich wirklich niemand dafür ob die Preise normal sind oder schon maßlos überteuert. Die Interessenten haben nur Immobilie, Immobilie und nochmals Immobilie im Kopf und alles andere zählt nicht mehr. Klassisches Herdenverhalten das man haben muss weil es ja noch viel viel teurer werden könnte.

    Hierzu tragen natürlich auch erheblich Immobilienmakler und Banken bei. Ein Makler wird immer erzählen das die Preise weiter steigen und niemals fallen können, der verdient ja sein Geld damit.

  2. Avatar

    Übelkeit

    28. Oktober 2019 15:50 at 15:50

    Durch die 0 Zinspolitik hat der Run in Sachwerte schon lange begonnen. Dabei spielt es keine Rolle was. Aktien, Immobilien, … Willkommen in der Allesblase.

  3. Avatar

    Friedrich-Paul Fricke

    28. Oktober 2019 17:03 at 17:03

    Wenn die rasant wachsende Immo-Blase platzt und zugleich die in den verschiedensten Wirtschaftsbereichen immer schneller voranschreitende Rezession in unserem Lande den Kreditnehmern zunehmend den Boden unter den Füssen wegzuziehen beginnt, dann werden 100tausende deutscher Häuslebauer (bzw. -Käufer) ihre Häuser faktisch wieder verlieren. Denn der Markt wird dafür sorgen, daß deren Wert drastisch fällt – mit allen Folgen für deren Besitzer. In den meisten Fällen wird dies den Verlust der Immobilie bedeuten. Mit der dann für die meisten Betroffenen fälligen Nachschußpflicht wird es viele in den Ruin treiben und den Verstand verlieren lassen…

    • Avatar

      Karl Laschnikow

      29. Oktober 2019 01:25 at 01:25

      Herr Fricke, bravo, perfekt zusammengefasst! Der Berliner Mietendeckel sollte auch dem letzten deutschen Träumer klarmachen, wohin die Reise geht.

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Börse: Chancen und Risiken – welche Anlageklassen werden boomen?

Redaktion

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Die Börse hat den Corona-Crash scheinbar überwunden – die Aktienmärkte handeln an Allzeithochs, den Notenbanken sei Dank! Wie aber geht es nun weiter, mittel- bis langfristig?

„Die Börse ist gut drau und geht davon aus, dass alles gut wird“, sagt der ehemalige Hedgefundmanager Florian Homm. Dieses Mantra aber sei gefährlich und risikoreich, so Homm. Angesichts der Bewertungen an der Börse seien die Perspektiven eher mau: selbst wenn die Aktienmärkte im besten Fall 4% pro Jahr weiter steigen würden, bestünde die Gefahr, dass diese Zugewinne durch eine steigende Inflation zunehmend aufgefressen würden.

Homm analysiert in folgendem Video verschiedene Anlageklassen: Edelmetalle, Rohstoffe, Nahrungsmittel, Kryptowährungen, Anleihen und Aktien. Was dürfte in den nächsten Jahren am besten funktionieren? So oder so: „Wir befinden uns in einer spannenden, hochriskanten Dekade“, sagt Florian Homm. Aber angesichts der finanziellen Repression gehe aber eben kein Weg an der Börse vorbei, so Homm. Dabei zeigt er fünf Szenarien auf:

An der Börse geht angesichts der finanziellen Repression kein Weg vorbei

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Aktiensplit bei Tesla – folgen andere bald nach?

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Es ist Thema in vielen Wirtschaftsteilen der Medien – der Aktiensplit von Tesla und die extreme Kursreaktion eines Automobilherstellers, der schon zuvor fast so viel wert war wie alle Autoproduzenten Europas. Passt natürlich auch ins Schema von Elon Musk, der einen gigantischen Optionsvertrag besitzt, der ihm beim Erreichen hoher Werte in punkto Marktkapitalisierung Zuteilungsrechte eröffnet, die es so noch nicht gegeben hat. Zig-Millionen an Aktien in Stufen bis zu einem Unternehmenswert von 650 Milliarden Dollar, wie im Artikel vom 24. Juli dargelegt.

Der Aktiensplit zum Monatsende

Durch den exponentiellen Anstieg der Aktie von Tesla von 400 Dollar zu Jahresanfang bis auf fast 1800 Dollar, Mitte Juli und in sechseinhalb Monaten, war nicht nur ein Fahnenstangen-Chart entstanden, der nach Korrektur schreit, sondern auch ein psychologisches wie auch praktisches Problem entstanden. Für Millionen Kleinanleger, vor allem die vielen Neuen des Jahres 2020, war das Papier einfach zu teuer. Claudio Kummerfeld hat gestern die Wirkung der Fünftelung des Aktienpreises in einem Artikel beschrieben. Und es hat funktioniert. Am Tag nach der Ankündigung, einen Aktiensplit zu machen, erreichte die Aktie im New Yorker Handel 1585 Dollar und schloss bei 1554 Dollar, sagenhafte 13 Prozent im Plus, obwohl sich fundamental deshalb schon rein gar nichts geändert hat. Bei Beurteilung der Börsenreaktion von Tesla muss man aber die besondere Situation bei diesem Highflyer berücksichtigen. Einer der „meistgeshorteten“ großen Titel, bei dem die Leerverkaufsquote schon einmal 25 Prozent des Free Floats ausmachte. Zuletzt waren es immer noch über 10 Prozent oder 14 Millionen und da kann jede positive Meldung einen Pain Trade auslösen, in Form der berüchtigten Short Squeezes.

Nichtsdestotrotz gibt es Anleger, die keine Aktien mögen, weil sie optisch sehr teuer wirken. Als ob eine Deutsche Bank mit 8 Euro attraktiver wäre als eine Allianz mit 180 Euro.

So hatte kürzlich erst die Ankündigung von Apple, einen Aktiensplit von 4 zu 1 zu planen, Furore gemacht.

Ende August gibt es dann viermal so viele Papiere des wertvollsten Unternehmens der Welt. Statt etwa 455 Dollar wie am gestrigen Tag würde das Papier dann nur noch etwas mehr als 110 Dollar kosten. Die angekündigte Aktiensplit hatte selbst bei einem Wert mit einer Marktkapitalisierung von über 1,9 Billionen Dollar große Wirkung und ließ den Kurs nachbörslich um sechs Prozent in die Höhe schnellen. Diese Reaktion macht Anleger neugierig und man hält Ausschau nach Titeln, die optisch teuer sind und wo sich das Management zu so einem Schritt entscheiden könnte. Nach Ansicht von Experten sollten Aktien, die für einen Aktiensplit in Frage kommen, zwei Bedingungen erfüllen: Sie müssten in der letzten Zeit stark nach oben gegangen sein und die Aktien sollten über 400 Dollar kosten.

Welche Werte könnten dem Beispiel folgen?

Angesichts der „Anomalie“ einer folgenden Kurssteigerung infolge von optischen Psychotricks könnte es nicht verkehrt sein, nach Titeln Ausschau zu halten, die extrem gestiegen und extrem hohe Kurswerte aufweisen. Da fällt einem natürlich sofort Amazon ins Auge, die Online-Aktie, die es bereits zum Schnäppchenpreis von 3100 Dollar gibt. Wann wird sich Jeff Bezos zu diesem Schritt entscheiden, schließlich wurde die Aktie in diesem Jahrhundert auch noch nicht gesplittet? Immer wieder unglaublich anzusehen, die Entwicklung dieses Wertes, der im Crash des Jahres 2001 auf unter 10 Dollar gefallen war. Dann gibt es natürlich noch weitere FAANG-Aktien, die die großen Renner des Jahres waren: Alphabet mit über 1500 Dollar, Netflix mit über 450 Dollar, aber auch andere bekannte Titel wie BlackRock (580 Dollar), Adobe (450 Dollar), Nvidia (460 Dollar) oder der sehr teure und auch in Deutschland bekannte Online-Reisekonzern Booking.com mit über 1800 Dollar. An Auswahl mangelt es nicht.

Wie ist es in Deutschland?

Natürlich kennen wir hierzulande auch den Aktiensplit, vor einem Jahr war es der Sportartikelhersteller Puma, der seine Aktien gezehntelt hatte. Vor Kurzem war es die Medizintechnikfirma Eckert und Ziegler. Aber auch die großen Werte aus dem DAX wie BASF, Beiersdorf, Eon, Fresenius, SAP oder Siemens haben ihre Anteilsscheine schon geteilt, aber das ist schon viele Jahre her. Optisch richtig teure Werte gibt es derzeit nicht im Dax, aus dem MDax ragt der Küchenhersteller Rational mit seinem 600 Euro Kurswert hervor. Aber wer weiß, deutsche Unternehmen ahmen nicht selten angelsächsischen Gepfogenheiten nach und schließlich befindet sich unser Leitindex auch in seiner Mehrheit in ausländischen Händen.

Fazit

Tesla hat strategisch nachgemacht, was Apple bereits vor Monatsfrist erfolgreich vorgemacht hat: Die teuerste Firma der Welt hat bereits vier Mal einen Aktiensplit durchgeführt, der fünfte ist für Ende August angekündigt und hat zu den gewohnten (positiven) Kursreaktionen geführt. Ohne die Splits würde die Aktie des Börsengiganten Apple heute bereits 24.000 Dollar kosten. Für viele Kleinanleger unhandelbar. Dass es dennoch anders geht, zeigt die Aktie von Warren Buffett, Berkshire Hathaway.

Diese kostete bei seiner Übernahme der Firma im Jahre 1965 unter 20 Dollar und heute in der Ur-Form als A-Aktie ungesplittet etwa 318.000 Dollar, eine Performance von über 2 Millionen Prozent, allerdings in einem für Normalanleger unvorstellbar langem Zeitraum. Geschadet hat es der Performance der Aktie auf lange Sicht nicht, weil zu guter Letzt die Fundamentaldaten zählen.

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Wie ein Aktiensplit die Kurse von Apple und Tesla treibt

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Handelskrieg, jetzt Internetkrieg zwischen USA und China?

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