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Steigende Zinsen und Inflation Immobilien Deutschland: Transaktionen brechen ein

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Die Party bei Immobilien in Deutschland ist vorbei – das zeigen neue Daten zu den Transaktionen aus dem vierten Quartal 2022 eindeutig. Ursache sind die stark gestiegenen Zinsen, die nun nicht nur Druck auf die Preise für Immobilien ausüben, sondern vor allem die Kosten für potentielle Käufer stark ansteigen lassen. Kein Zufall, dass bei privaten Häuslebauern die Nachfrage nach Baufinanzierungen stark abgekühlt ist und nun auf das Niveau aus dem Jahr 2011 zurück gefallen sind, auch der gewerbliche Sektor verzeichnet heftige Einbußen, wie Bloomberg nun berichtet.

Immobilien: Zahl der Transaktionen halbiert sich

Der deutsche Markt für Immobilien hat im vierten Quartal einen tiefen Einbruch erlitten, da die Investoren aufgrund der steigenden Finanzierungskosten vor Geschäften zurückschreckten.

Die Gesamtinvestitionen in den gewerblichen Immobiliensektor des Landes erreichten in den letzten drei Monaten des Jahres 2022 nur noch 9,9 Mrd. Euro (10,6 Milliarden US-Dollar), was einem Rückgang von 50% gegenüber dem Fünfjahresdurchschnitt in diesem Zeitraum entspricht, wie aus einem am Montag veröffentlichten Bericht der Immobilienabteilung von BNP Paribas hervorgeht. Diese Entwicklung sei größtenteils auf die steigenden Zinssätze, die schwächelnde Wirtschaft und die Rekordinflation zurückzuführen, so der Bericht.

Das sich verschlechternde Umfeld führte dazu, dass „viele große Transaktionen, die sich bereits in der Vermarktungsphase befanden, nicht zustande kamen“, da die steigenden Finanzierungskosten einen Keil zwischen die Preisvorstellungen von Käufern und Verkäufern trieben, so Marcus Zorn, Geschäftsführer von BNP Paribas Real Estate Deutschland, in der Mitteilung. Der Trend werde sich wahrscheinlich in der ersten Hälfte des Jahres 2023 fortsetzen, sich aber in der zweiten Hälfte umkehren, sagte er.

Lücke zwischen Erwartungen von Käufern und Verkäufern

Und Marcus Zorn weiter: „Vor allem die erheblich gestiegenen Finanzierungskosten haben dazu geführt, dass die Kaufpreiserwartungen vieler Verkäufer und die Kaufpreisangebote vieler Investoren erheblich voneinander abweichen. Der auch aus früheren Krisen bekannte Prozess der notwendigen Annäherung der Kaufpreisvorstellungen an ein für beiden Seiten faires Niveau läuft zwar, ist aktuell aber noch nicht abgeschlossen.“

Eine ähnliche Dynamik findet auf dem Markt für Wohnimmobilien statt, wo das Transaktionsvolumen für das Gesamtjahr im Vergleich zu 2021 um 74% eingebrochen ist, so BNP in einer separaten Presseerklärung.

Insgesamt standen Büro-Immobilien mit 41% aller Transaktionen an der Spitze des Marktes (das war jedoch ein Rückgang von 7 Prozent im Vergliech zum Vorjahreszeitraum), stark aufholen konnten Logistik-Immobilien. Berlin stellt dabei den größten Markt für Immobilien in Deutschland mit einem Volumen von 8,5 Milliarden Euro.

Europas Immobilien-Unternehmen haben mit einem Einbruch der Bewertungen und der Geschäftsabschlüsse zu kämpfen, nachdem die Europäische Zentralbank und andere geldpolitische Entscheidungsträger die Zinssätze im Jahr 2022 rasch erhöht und damit einen Boom bei den Vermögenspreisen, der mehr als ein Jahrzehnt angedauert hatte, beendet haben.

FMW/Bloomberg

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