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Immobilien: Hausse extrem, Preiswachstum überschreitet 10%-Marke

Claudio Kummerfeld

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Einfamilienhaus Beispielfoto

Bevor wir zur Tagesaktualität kommen. Hatten wir jüngst nicht über eine Wende bei Immobilien berichtet? Richtig, der demografische Wandel könnte ab 2030 eine negative Auswirkungen auf diesen Markt haben (siehe dazu unseren jüngsten Artikel). Auch berichteten wir vor Kurzem über immer mehr staatliche Eingriffe, die das Preiswachstum bei Immobilien bremsen könnten. Aber ganz aktuell sieht es zumindest in den Statistiken für Dezember noch nicht danach aus.

Enormer Preisanstieg bei Immobilien beschleunigt sich sogar noch

Der Anbieter Europace veröffentlicht ein Mal im Monat basierend auf tatsächlichen Transaktionen die Preissteigerungsraten bei Immobilien. Und da sehen wir, dass die Hausse am Immobilienmarkt sich sogar noch weiter beschleunigt hat. Sind die Immobilienpreise in den letzten Monaten im Jahresvergleich immer knapp unter 10% gestiegen, so liegt der Anstieg im Dezember bei 10,24%! Bei Eigentumswohnungen liegt die Preissteigerung sogar bei 11,75%. Nur weil die monatliche Veränderung von November auf Dezember mit +0,27% geringer ausfällt als vorher (+1,21%), benennt Europace die Headline seiner Veröffentlichung mit „Weihnachtsgeschäft bremst Hauspreisanstieg“. Bezogen auf diese Monatsveränderung merkt Europace auch an, Zitat:

Kein Grund zur Hektik und nein, dies ist kein erstes Anzeichen, dass nun die angebliche Blase platzt. Eine nur geringe Preissteigerung der Hauspreise im Vergleich zum rasanten Anstieg der Vormonate ist jedes Jahr um diese Zeit zu erkennen und signalisiert lediglich, dass zur Weihnachtszeit die Ausgaben der Verbraucher wohl eine andere Priorisierung erfahren.

Die nun über 10% gestiegene Jahresveränderungsrate zeigt aber (so möchten wir anmerken), dass die Preis-Hausse bei Immobilien zuletzt sogar noch zugenommen hat. Schauen wir mal, ob sich diese Entwicklung in den nächsten Monaten tatsächlich durch staatliche Eingriffe (siehe Berlin) beeindrucken lässt.

Preise für Immobilien steigen immer weiter an - Europace Hauspreisindex

Hauspreise zeigen die Hausse bei Immobilien

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Zimmermann

    16. Januar 2020 14:37 at 14:37

    Für welche Region gilt denn dieser Index? Ist der für ganz Deutschland? Das kann ich aus dem Index-Graphen schon mal nicht erkennen.
    Ich behaupte, es gibt keine extreme Immobilienhausse. Ich weis nicht, warum dieser Schmarrn immer wieder zum Besten gegeben wird. Nennen Sie mir bitte eine Gegend, wo es in der Masse solche Preissteigerungen gibt. Da werden immer Extreme aus den Ballungszentren kolportiert, wie in München, wo der hohe Zuzug von Einheimischen, dann Araber, reiche Russen und weitere die Preise mit nach oben treiben, weil für die das in Deutschland im Vgl. zu anderen Ländern noch Schlaraffenlandpreise sind. Das war es aber dann schon auch. Sie können auf dem flachen Land Häuser für 200.000 Euro erwerben. Früher waren Preise von 15-20 fache des Familieneinkommens eine Messgröße für den Erwerb. Nach dieser Rechnung würde ein Jahreseinkommen von 10000-13000 Euro reichen. Das kann sich ein Facharbeiterfamilienhaushalt leisten. In der Regel gehen ja beide arbeiten.
    Diese Mär einer Immobilienhausse stimmt meiner Meinung nach genau so wenig, wie das es unserem Rentensystem super geht, wie es uns die Massenmedien immer erzählen.

    • Avatar

      Mig

      18. Januar 2020 12:39 at 12:39

      Sie haben völlig Recht! Wo ein Angebot ist, sollte auch ein Nachfrager sein. Wer will denn in strukturschwachen (meist ländlichen) Gebieten wohnen oder investieren? Verzweifelte Anleger sind vermutlich auch nicht so dumm. Man muss also sehr differenzieren, wo es im Immobiliensektor eine Hausse gibt und wo nicht. Großstädte, ja, aber auch nicht alle bzw. überall dort. Oder wer möchte denn in Dortmund Nord, Duisburg oder Berlin Marzahn leben? Die teilweise grotesken Angebotspreise in einschlägigen Inseraten sind übrigens auch oft nur halblebige Versuche, einen Dummen zu finden. Die Statistiken darüber, welche Preise tatsächlich bezahlt werden, singen sicher ein anderes Lied.

  2. Pingback: Meldungen vom 16. und 17. Januar 2020 | das-bewegt-die-welt.de

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Markus Krall über das große Debakel als Resultat der Gelddruck-Orgie

Claudio Kummerfeld

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Dunkle Wolken über Frankfurt

Markus Krall erlebt man in letzter Zeit leider öfters vor allem bei Twitter mit zweifelhaften Äußerungen zu Corona-Themen. Aber dennoch wollen wir seine hochinteressanten Aussagen zur Geldpolitik und Wirtschaftsordnung präsentieren. Denn seine inhaltlichen Aussagen zu diesen Themen sind bestechend. Sicherlich kann man bei einigen seiner Aussagen anderer Meinung sein, dennoch erweitern seine Thesen den Horizont und regen zum Nachdenken an.

Der folgende gestern veröffentlichten Vortrag stammt zwar schon vom 24. Oktober 2020, dennoch ist er auch heute noch aktuell. Die wirtschaftlichen und geldpolitischen Folgen der Coronakrise werden besprochen. Dabei zeichnet Markus Krall ein düsteres Bild über eine bevorstehende massive Inflation und das Ende des Euro. Richtig los geht es ab Minute 12:40 im Video. Banken und Zombieunternehmen sind Klassiker-Themen in seinen Vorträgen, die auch dieses Mal zur Sprache kommen. Auf jeden Fall ist dies mal wieder ein spannender Vortrag von Markus Krall.

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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