Folgen Sie uns
  • ATFX GER 30
  • Börsenseminar
  • marketsx

Europa

Immobilien: Risiko für Käufer immer größer – Vulkan brodelt immer stärker

Veröffentlicht

am

Immobilien - Beispielbild Einfamilienhaus

Die große Sause bei Immobilien ist vorbei – so sagen es jüngst zumindest Wirtschaftsforscher. Der Abschwung hat begonnen, so jüngste Aussagen der „Experten“ (hier Aussagen vom 23. September). Das haben ihnen zumindest nach Umfragen die Führungskräfte aus der Branche erzählt. Und ja, nach Jahren des massiven Anstiegs der Preise für Immobilien aller Art muss die Hausse wohl auch irgendwann mal zu Ende gehen. Wer ganz im Hoch einsteigt als Spekulant oder Eigennutzer von Immobilien, hat das Nachsehen, wenn die Preise nach seinem Kauf fallen.

Preisboom bei Immobilien ungebremst

Aber während die Branche angeblich oder womöglich tatsächlich schon im Abschwung begriffen ist (mit im Negativ-Sog der Rezession in der Industrie?), steigen die Preise für Immobilien immer weiter an. Und das in einem unglaublichen Ausmaß! Europace zeigte jüngst erst für Juni einen um 5,2% steigenden Hauspreisindex im Jahresvergleich. Und heute haben wir vom Statistischen Bundesamt frische offizielle Daten für den Monat August erhalten. Die Baupreise für Wohngebäude steigen im Jahresvergleich um 4,1%. Im Mai 2019 (Zahlen werden alle 3 Monate veröffentlicht) hatte der Preisanstieg im Jahresvergleich bei 4,7% gelegen. Man kann es auch so ausdrücken: Je tiefer die Zinsen bei EZB und Banken, desto verführerischer sind Baukredite für die Konsumenten. Dass sie zwar Zinsen sparen, aber die Immobilien selbst immer teurer kaufen müssen, das mag manchem Käufer wohl kaum auffallen.

Immobilien Baupreise Wohngebäude

Umsätze im Baugewerbe steigen immer weiter an

Hier zeigt sich wohl ein Doppeleffekt. Steigende Preise + steigende Bauaktivität sorgen dafür, dass nach ebenfalls heute veröffentlichten offiziellen Daten die Umsätze im Baugewerbe weiter deutlich ansteigen. Im Juli ist es ein Anstieg von 5,6% im Jahresvergleich! In den ersten sieben Monaten 2019 stieg der Umsatz im Bauhauptgewerbe im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 7,7%. Dies zeigt auch in einem größeren Bild, wie stark die Branche offenbar immer noch im Aufwind zu sein scheint.

Haben die Experten dennoch recht? Sind wir jetzt direkt am Peak, also am Höhepunkt des Booms für Immobilien? Die Preise steigen noch weiter drastisch an, während die Rezession in der Industrie den Bau schon in Mitleidenschaft zieht? Schließlich zeigen die heutigen Daten ja Zahlen für Juli und August. Es kann also durchaus sein, dass die Experten recht behalten, und im September und Oktober Umsätze und Preise für Immobilien schon den Schwung verloren haben. Das werden wir dann in ein, zwei Monaten besser wissen. Wer jetzt Immobilien kauft, könnte womöglich exakt im Peak einer jahrelangen durch die EZB angefeuerten Hausse gekauft haben!

Hier noch weitere Aussagen der staatlichen Statistiker zum Umsatz im Baugewerbe:

Alle Wirtschaftszweige des Bauhauptgewerbes verbuchten Umsatzzuwächse im Vorjahresvergleich. Im Tiefbau stiegen die Umsätze im Juli 2019 gegenüber Juli 2018 um 4,7 % und im Hochbau um 2,4 %. Die Umsätze im Leitungstiefbau und Kläranlagenbau stiegen mit +13,4 % sowie im Wirtschaftszweig „Sonstige spezialisierte Tätigkeiten a.n.g.“ (zum Beispiel Schornstein-, Feuerungs- und Industrieofenbau) mit +13,0 % am stärksten. Den geringsten Umsatzzuwachs verzeichnete der Wirtschaftszweig „Sonstiger Tiefbau“ (zum Beispiel Wasserbau) mit +1,8 % gegenüber Juli 2018.

7 Kommentare

7 Comments

  1. Hesterberg

    10. Oktober 2019 11:24 at 11:24

    Den meisten und gerade jungen Käufern fehlt die Vorstellungskraft, die Immobilienpreise könnten um 30 oder 40 Prozent einbrechen. Und noch weniger vorstellen können sie sich, die stark gesunkenen Preise könnten dann 10 oder 15 Jahre auf dem dann deutlich tieferen Niveau verharren. Wenn sie wenigstens wie früher üppige Zinszahlungen steuerwirksam einsetzen könnten, aber selbst damit können sie sich nicht mehr trösten. Dummerweise ist das ganze Eigenkapital nun in den eigenen vier Wänden gebunden und man hat keines mehr, um nach einem Aktiencrash günstig einzukaufen und seinen Einsatz innerhalb von wenigen Jahren steuerfrei zu verdoppeln. Dumm gelaufen!

    • Shong09

      10. Oktober 2019 12:52 at 12:52

      Oder man kauft eben einfach mit 50% Abschlag und hat einen gewissen Puffer. Zudem sind die Preise halb so wild, es kommt eher darauf an, ob der Rubel rollt und wo das Zinsniveau bzw die Geldmenge liegt.
      Zinskosten gibts übrigens bei Bonität quasi nicht mehr, fast alles nur noch Tilgung

    • Realist

      10. Oktober 2019 19:24 at 19:24

      Wie kann man in D Aktiengewinne steuerfrei vereinnahmen? Die Abgeltungssteuer von 25% plus Soli plus Pfaffenunterhalt gilt doch zeitlich unbegrenzt.

    • Drudenfuß

      10. Oktober 2019 22:26 at 22:26

      Das geht noch weiter: Wenn es kracht, kracht es richtig, dann reißt es den Euro um, und wir bekommen eine Währungsreform. Bei den Währungsreformen 1923 und 1948 wurden die Immobilienbesitzer per Zwangshypothek zur Kasse gebeten.
      Das kommt mit Sicherheit wieder, denn alle Papierwerte lösen sich dan in Luft auf, und der Staat hat keine andere Möglichkeit, als sich bei den Immobolienbesitzern zu bedienen.
      Wer anonym gekauftes Gold hat, grinst.

      • Realist

        11. Oktober 2019 11:09 at 11:09

        Nein, nicht die Besitzer (=die Bewohner, meist Mieter), sondern die Eigentümer (das sind die, die im Grundbuch stehen), an die wollen die Räuber dann ran. Juristisch ist es ja nichts anderes als Raub, wenn einem ein zuvor rechtmäßig vollständig erworbenes Eigentum unter Androhung von Gewalt auch nur zum Teil wieder weggenommen wird, damit man es ein zweites Mal bezahlen muss. Auch wenn dies „ganz demokratisch“ beschlossen wird, bleibt es Raub.

  2. Übelkeit

    11. Oktober 2019 10:28 at 10:28

    Erst einmal werden die Preise weiter steigen. Das Helikoptergeld, ähm Bedingungslose Grundeinkommen fehlt noch. Solange und erst recht wenn diese Bazzoka ausgepackt wird werden die Preise weiter steigen.

  3. Pingback: Meldungen vom 11.Oktober 2019 | das-bewegt-die-welt.de

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Europa

Erzeugerpreise in der Deflation! Es wird düster für die Verbraucherpreise

Veröffentlicht

am

Jüngst wurden die deutschen Großhandelspreise den dritten Monat in Folge deflationär vermeldet mit dem schwächsten Wert seit drei Jahren! Auch die Importpreise liegen nun den vierten Monat in Folge kräftig im deflationären Bereich! Und heute früh kommen die Erzeugerpreise auf den Tisch, der dritte wichtige Frühindikator für die Verbraucherpreise (Inflation). Die Erzeugerpreise sinken laut Statistischem Bundesamt um 0,1% im September gegenüber September 2018. Somit rutschen auch sie nun in die Deflation! Dies ist der erste Rückgang seit drei Jahren.

Was soll da noch aus den Verbraucherpreisen werden, wenn Erzeugerpreise, Importpreise und Großhandelspreise als Vorlaufindikatoren alle rückläufige Preise anzeigen? Es wird düster. Madame Lagarde hätte bei weiter schwächelnder Inflation in Euroland noch mehr Argumente für noch mehr Lockerung der Geldpolitik bei der EZB? Was ist der Grund für die aktuelle Schwäche bei den Erzeugerpreisen? Es ist wie so oft die Energie. Energiepreise bei den Erzeugern waren insgesamt 1,9% billiger als ein Jahr zuvor. Ohne Berücksichtigung von Energie waren die Erzeugerpreise 0,5% höher als im September 2018.

Erzeugerpreise Langfristchart

Erzeugerpreise Tabelle

weiterlesen

Europa

Immobilien Bauboom endet – Genehmigte Wohnungen zeigen Verfestigung des Rückgangs

Veröffentlicht

am

Neubau von Immobilien Beispielbild

Seit Wochen berichten wir darüber, dass die Preise für Immobilien in Deutschland immer weiter steigen. Weiter, weiter, weiter. Und das, obwohl diverse Indikatoren andeuten, dass der Boom bei Immobilien zu Ende zu sein scheint. Wer jetzt noch auf den fahrenden Zug aufspringt, kauft womöglich ganz oben im Peak des Preisbooms. Aber kommen wir zu den ganz aktuellen Daten.

Das Statistische Bundesamt hat aktuell die frischesten Daten für Genehmigte Wohnungen im Monat August veröffentlicht. Man präsentiert dann immer monatlich sogenannte Year to date-Daten, also von Januar bis zum aktuellsten Monat als Gesamtzahl. Je länger dieser Bezugszeitraum ist, desto nachhaltiger und gesicherter sind die Daten. Wir sprechen heute also über den Zeitraum Januar-August 2019 im Vergleich zu Januar-August 2018. Die genehmigten Wohnungen sind um 2,5% rückläufig gegenüber dem Vorjahr. Bei neu zu errichtenden Wohngebäuden sind es -3,7%. Somit werden in ein, zwei Jahren, wenn aus den Genehmigungen real erstellte Immobilien werden, weniger Objekte neu fertig gestellt als im Vorjahr. Zwar ist die Zahl auf hohem Niveau (228.500 gegenüber 234.420 im Vorjahr), aber der Mega-Boom endet.

Stets am Wichtigsten bei den Detaildaten der Statistiker sind die „Wohngebäude mit 3 oder mehr Wohnungen“, also normale Wohnungen in Wohnblocks, welche von der Masse der Wohnungssuchenden nachgefragt werden. Hier gibt es einen Rückgang von 3,5% im Jahresvergleich bei neu genehmigten Anträgen.

Immobilien Bauboom endet

weiterlesen

Europa

Handelsbilanz EU: Dramatische Verschlechterung für Donald Trump

Veröffentlicht

am

Donald Trump hat ja viele Themenpunkte, wo er seinen Wählern richtig was versprochen hat. Dazu zählen zum Beispiel der Mauerbau gegenüber Mexiko, die Re-Industrialisierung, und auch der Außenhandel. Im Handelskrieg kämpft er mit harten Bandagen darum, dass das böse Ausland doch endlich mehr tolle Waren aus den USA kaufen soll. Doch die letzten Monate zeigen, dass zumindest der US-Außenhandel mit der Europäischen Union immer schlechter läuft.

Die Überschüsse der EU gegenüber den USA sind in der offiziellen Handelsbilanz klar ablesbar. Sie steigen immer weiter an. Heute hat Eurostat die Handelsbilanz der EU für den Warenverkehr für den Monat August veröffentlicht. Gegenüber wichtigen Handelspartnern veröffentlicht man monatlich eine Year to Date-Statistik, also was von Januar bis zum aktuellsten Monat passiert ist. Und siehe da. Von Januar-August 2019 hat die EU im Warenhandel mit den USA einen Überschuss in Höhe von 102,7 Milliarden Euro erwirtschaftet gegenüber +90,6 Milliarden Euro im Vorjahr. Von Januar-Juli 2019 waren es noch 90,9 Milliarden Euro gegenüber 80 Milliarden Euro in 2018. Die Überschüsse der EU steigen also deutlich an gegenüber den USA. Das dürfte überhaupt nicht im Sinne von Donald Trump sein!

Aber auch bei der EU ist nicht alles Gold, was glänzt. Denn wo die EU gegenüber den Amerikanern richtig dick Plus macht, da steigt ihr Defizit gegenüber China immer dramatischer an mit inzwischen -127,4 Milliarden Euro gegenüber -116,3 Milliarden Euro im Vorjahr. Insgesamt zeigt die Handelsbilanz der Eurozone im Warenverkehr im Monat August einen Überschuss von 14,7 Milliarden Euro nach +11,9 Milliarden Euro im August 2018. Dass der globale Handel im Handelskrieg leidet, zeigen folgende Infos. Exporte und Importe der Eurozone sind derzeit beide rückläufig. Zitat Eurostat:

Die Warenausfuhren des Euroraums (ER19) in die restliche Welt lagen im August 2019 bei 177,4 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Rückgang von 2,2% gegenüber August 2018 (181,4 Mrd.). Die Einfuhren aus der restlichen Welt beliefen sich auf 162,6 Mrd. Euro. Dies entspricht einem Rückgang von 4,1% gegenüber August 2018 (169,5 Mrd.).

Handelsbilanz EU August Tabelle

Haven Savannah
Der Containerhafen von Savannah an der US-Ostküste.

weiterlesen
Bitte abonnieren Sie unseren Newsletter.


Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen