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Immobilienblase – die Ampel steht schon fast auf Rot

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Die Anzahl verkaufter Immobilien in Deutschland ist zuletzt auf einen absoluten Rekordwert angestiegen. Hypothekenzinsen ab einem halben Prozent, laxe Kreditvergabe und üppiges Baukindergeld tragen dazu bei, die Immobilienblase weiter zu vergrößern.

Immobilienblase – das DIW ist besorgt

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung sieht die Gefahr einer sich bildenden Immobilienblase bis Jahresultimo bei mittlerweile 84 Prozent, das geht aus dem DIW-Wochenbericht aus der Kalenderwoche 32 hervor. Die Preisblasenampel der Berliner Forscher ist bereits in vielen Bereichen auf Rot gesprungen, so z. B. für den Realzins, das Bevölkerungswachstum sowie das Verhältnis von Kreditvergabe zu BIP. Auch die Ampel für das Wirtschaftswachstum ist mittlerweile in Anbetracht der nahenden Rezession von Grün auf Gelb umgesprungen. Im Zuge der ultralaxen Geldpolitik nach der Finanzkrise und der Euro-Dauerkrise wurden die Refinanzierungskosten für Immobilien nicht nur in Deutschland immer geringer (Nach dem Boom jetzt die Krise), was sich mehr und mehr in steigenden Preisen für Häuser und Wohnungen niederschlägt.

Immobilienblase Reale Hauspreise

Die jüngste Senkung des Einlagenzinses der EZB hat die Kosten für Baudarlehen nochmals gesenkt, sodass mittlerweile bei adäquater Bonität Hypothekenzinsen von unter 0,05 Prozent angeboten werden. Aber auch die Subventionen des Staates in Form des Baukindergeldes wirken entgegen der eigentlichen Intention der Gesetzgeber preistreibend auf den Immobilienmarkt. Und so wächst sie weiter, die Immobilienblase. Eigentlich sollte es v. a. Familien ermöglicht werden, in den Genuss von Immobilieneigentum zu gelangen, um so den Wohnungsmangel zu lindern.

Baukindergeld pumpt die Blase weiter auf

So hatte sich der Staat die Wirkung des Baukindergeldes wohl nicht vorgestellt, als er vor einem Jahr die Förderung einführte. Bisher haben rund 135.000 Familien davon Gebrauch gemacht und sind in den Genuss von Fördermitteln in Höhe von 2,8 Mrd. Euro gelangt. Doch es gibt zwei Probleme: Erstens wurden Dreiviertel des Geldes gar nicht zum Bauen verwendet, sondern trieben die Preise von Bestandsimmobilien nach oben. Nur für knapp 25 Prozent der bisherigen Fördersumme wurde tatsächlich neu gebaut. Das zweite und noch größere Problem wartet aber erst am Ende der Subventionszeit: Für die Gesamtlaufzeit des Programms bis Ende 2020 ist eine Gesamtfördersumme von 9,9 Mrd. Euro im Bundeshaushalt eingeplant. Diese Summe würde in den Folgejahren als Nachfrage wegfallen, sofern das Programm nicht über 2020 hinaus verlängert wird.

Bereits die Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtline im Jahr 2016 hatte das Hypothekengeschäft im ersten Halbjahr 2016 prozentual fast zweistellig belastet. Dabei wurde die 2014 in Kraft gesetzte EU-Verordnung erst im März 2016 in Deutschland Gesetz. Dennoch brachen bis Ende Juni des gleichen Jahres die Volumina an Wohnbaukrediten bei den Sparkassen bereits um 8,9 Prozent ein. Die Kreditrichtlinie sollte Schuldner schützen und sicherstellen, dass die Darlehen bis zum Ende des Erwerbslebens getilgt werden können. Nachdem das Gesetz die Kreditvergabe derart stark bremste, hagelte es massive Kritik vonseiten der Immobilienwirtschaft und der Hypothekenfinanzierer. Daher wurde das Gesetzes um einen Nachsatz in Form einer Ausnahmeregelung für bestimmte Kreditverwendungsarten ergänzt. Der Immobilienwert erhält damit in bestimmten Fällen deutlich mehr Gewicht. Die finanzielle Leistungsfähigkeit des Kreditnehmers ist nicht mehr allein ausschlaggebend für die Darlehensvergabe. Außerdem sieht die Gesetzesnovelle vor, dass eine Kreditwürdigkeitsprüfung bei einer Anschlussfinanzierung oder Umschuldung nur dann notwendig ist, wenn der Darlehensbetrag netto erhöht werden soll. Ohne diese erzwungene Gesetzesänderungen und das Baukindergeld hätte sich die Immobilienblase vermutlich weniger stark aufgepumpt.

Fazit

Mit der sich eintrübenden Konjunktur in Deutschland und der abnehmenden Leistbarkeit von Häusern und Wohnungen für Durchschnittsfamilien sinkt automatisch die Anzahl potenzieller neuer Immobilienkäufer, was die Gefahr einer Preisblase erhöht. Noch ist v. a. in deutschen Ballungszentren die Nachfrage sehr hoch, auch aus dem Ausland. Doch der Markt wird immer anfälliger für Rückschläge. Die Gesetzgeber haben sich derweil in eine Falle manövriert: Der Versuch, die Kreditanforderungen zu erhöhen ist bereits in Teilen gescheitert und das Auslaufen des üppigen Baukindergelds wäre wohl die Nadel für die Immobilienblase. Also muss diese Blase immer weiter aufgebaut werden, mit steigendem volkswirtschaftlichem Schadenspotenzial für die Zukunft.

Ein Kommentar

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    Leviathan

    17. September 2019 11:53 at 11:53

    Einfach ausgedrückt…Wir fördern sie in die Schuldknechtschaft.

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Ursula von der Leyen und der Marshall-Plan für Europa – bitte warten Sie nicht darauf!

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EU mit Marshall-Plan?

Ursula von der Leyen hat als Präsidentin der EU-Kommission aktuell einen Marshall-Plan für Europa in Spiel gebracht. So nennt sie es sogar ganz offiziell. Woran denkt man bei „Marshall-Plan“ sofort? Richtig, dass ein großer starker Helfer von außen kommt, und hilft. Doch wer soll hier die große starke Hand von außerhalb sein, wenn Frau von der Leyen gleich einen Marshall Plan für die ganze EU aufstellen möchte? Und abgesehen davon: Wer ihre Ausführungen liest, dem wird klar, dass es hierbei eher um warme Worte geht nach dem Motto „nächstes Jahr wird alles besser“ oder „wir gründen eine Arbeitskreis“. Warme Worte, die auf EU-Ebene reges Treiben und Hilfe für die Bürger zeigen sollen. Aber wenn es konkret wird, was liest man da? Es gibt keine Idee für hunderte Milliarden oder Billionen Euros für einen Sonderfonds oder Ähnliches. Es geht eigentlich nur darum, dass die zukünftigen Ausgaben im EU-Haushalt doch bitte intelligenter und innovativer ausgegeben werden sollen. Aber was hat das bitte mit einem „Marshall Plan“ zu tun? Also bitte, warten Sie nicht auf einen Geldsegen aus Brüssel für Ihr Unternehmen oder ihr privates Bankkonto. Zitat aus den offiziellen Aussagen der EU-Kommission:

Die Prioritäten im nächsten mehrjährigen Finanzrahmen der EU würden eine entscheidende Rolle dabei spielen, wie die EU-Länder die Folgen der Krise überwinden können.

Präsidentin von der Leyen schreibt: „Unsere Welt hat sich verändert. Damit unser Haushalt den neuen Anforderungen gerecht wird, müssen wir ihn entsprechend zuschneiden. Die nächsten Jahre entscheiden darüber, wie gut und wie schnell unsere von der aktuellen Krise geschwächten Volkswirtschaften ihren Motor anwerfen und wir unseren einzigartigen Binnenmarkt wieder in Schwung bringen können.

Die vielen Milliarden, die heute investiert werden müssen, um eine größere Katastrophe abzuwenden, werden Generationen binden. Deshalb haben wir die Pflicht, das Geld aus unserem nächsten Haushalt besonders klug und nachhaltig zu investieren. Es muss bewahren helfen, was uns lieb und teuer ist und das Gefühl der Gemeinschaft unter den Nationen Europas erneuern. Und es muss eine strategische Investition in unsere Zukunft sein. Dies umfasst beispielsweise innovative Forschung, die digitale Infrastruktur, saubere Energie, eine intelligente Kreislaufwirtschaft und zukunftstaugliche Verkehrssysteme. Ein solcher Marshall-Plan kann entscheidend dazu beitragen, ein moderneres, nachhaltigeres und widerstandsfähigeres Europa aufzubauen.

Unsere Europäische Union – davon bin ich überzeugt – kann aus dieser Situation gestärkt hervorgehen, so, wie sie es nach jeder Krise in unserer Geschichte getan hat.“

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Argentinien ist pleite: Überdenken Sie Fremdwährungs-Investments! – Werbung

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Lieber Börsianer,

Das erste Opfer der Krise auf Staatsebene hat sich gefunden. Argentinien kündigte an, für einen Teil der eigenen, auf US-Dollar lautenden Kredite bis Jahresende nicht mehr zahlen zu wollen. Damit ist das erste Schwellenland praktisch zahlungsunfähig und wirft einen Schatten auf die einstmals aussichtsreiche Anlageklasse. Wenngleich nur ein Bruchteil der Emerging Markets in die Staatspleite schlittern wird, so sind doch die Möglichkeiten zur Unterstützung der heimischen Wirtschaft beschränkter als in den USA, den ehemaligen Tiger-Staaten und Europa. Zeit, die Notbremse zu ziehen?

Argentiniens Zahlungseinstellung betrifft bis jetzt ausschließlich nach argentinischem Recht emittierte Anleihen. Somit ist die große Zahlungsunfähigkeit, die auch Kreditausfallversicherungen auslösen und Argentinien vor Jahre vom internationalen Kapitalmarkt abschneiden würde, noch nicht eingetreten. Doch die Zahlungsaussetzung zeigt, wie knapp die Devisen im Land inzwischen sind, das bereits vor dem Ausbruch des Coronavirus als Pleitekandidat galt.

Die Schwellenländer leiden gleich dreifach unter dem Coronavirus:

– Die heimische Wirtschaft erzeugt deutlich weniger Waren und Dienstleistungen.
– Auslandskunden kaufen deutlich weniger Waren und Dienstleistungen, Touristen bleiben aus und somit der Strom von Devisen, der zur Begleichung von in Fremdwährung lautenden Verpflichtungen nötig ist.
– Ausländische Kapitalgeber ziehen aus Angst ihr Kapital aus den Schwellenländern ab und bunkern es in als sicher geltenden Anleihen Europas, der USA und Japans.

Schwellenländer können ihre Wirtschaft kaum unterstützen

Alle drei Probleme machen eine Unterstützung der Wirtschaft durch den Staat nötig, der aber oft selbst kaum Devisenreserven hat und in der Krise auch schwerer bzw. nur mit hohen Zinsen an Devisen herankommt. Weiterhin werten die Währungen der Schwellenländer schnell ab, was Auslandsschulden zusätzlich verteuert. Unter Dollarknappheit leiden durchaus auch fortgeschrittenere Volkswirtschaften. Doch die bekommen bei der US-Zentralbank problemlos…..

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Mit Börsianer-Grüßen,
Thomas Kallwaß
Chefanalyst Profit Alarm

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KfW-Kredite: Scholz verkündet 100 Prozent-Staatshaftung!

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Staatshaftung 100 Prozent für KfW-Kredite - Deutschland-Fahne vor Bundestag

Für die KfW-Kredite (Staatsbank Kreditanstalt für Wiederaufbau) zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Auswirkung der Coronakrise gab es bislang nur eine 90 Prozent Staatshaftung. Das war ein Riesenproblem, weil die Banken ja immer noch zu 10 Prozent haften sollten, und das auch für vermeintlich kaputte Unternehmen, deren Kredite nach der Krise ausfallen. Daher wurden in den letzten Tagen viele Anträge von Unternehmern bei den Banken abgeblockt. Eine gigantische Pleitewelle droht, und zwar auch bei eigentlich gesunden Unternehen. Und das nur wegen diesen fehlenden 10 Prozent! Gestern hat die EU-Kommission genehmigt, dass die Staatshaftung für die KfW-Kredite auf 100 Prozent erhöht werden darf. Auf dieses Problem haben wir die letzten Tage mehrfach hingewiesen.

KfW-Kredite mit Riesenproblem – das wird jetzt beseitigt

Genau dieses Problem spricht jetzt geradein diesen Minuten in der Bundespressekonferenz Bundesfinanzminister Olaf Scholz an. Er spricht aktuell von einem neuen Schnellkreditprogramm. Dabei werde die Bank nicht mehr die Kreditvergabe anhand der möglichen zukünftigen Entwicklung des Unternehmens beurteilen (denn genau das ist ja aktuell das große Problem!). Nun sei das Kriterium die Vergangenheit, ob die Unternehmen also vor dem Ausbruch der Coronakrise gesund waren. Es gehe darum, dass man halbwegs sicher sein könne, dass der Staat bei diesen Krediten nicht zu viele Ausfälle haben werde. Im Klartext: Die vorher schon kaputten Unternehmen sollen nicht über diese neuen KfW-Kredite weiter künstlich am Leben erhalten werden, bis sie vielleicht in einem Jahr dann endgültig dicht machen.

Wer in 2019 schon tätig war und Umsätze hatte, wer im letzten Jahr Gewinn gemacht hat, wer eine ordentliche wirtschaftliche Tätigkeit durchgeführt hat, wer Gewinn gemacht hat (alles O-Ton Scholz), der kann ab sofort einen Kredit in Höhe von 3 Monatsumsätzen erhalten, und zwar mit einer Staatshaftung von 100 Prozent! Es sei dafür keine eigene Bewertung der Bank notwendig. Mit dieser 100 Prozent Staatshaftung sei es möglich, dass diese Kredite ganz schnell ausgereicht werden können, so Olaf Scholz ganz aktuell in seinen Ausführungen.

3 Monatsumsätze als Kredit mit 100 Prozent Staatshaftung

Die Details, frisch von Olaf Scholz soeben verkündet: Unternehmen mit 11 bis zu 50 Mitarbeitern können maximal 500.000 Euro Kredit erhalten. Unternehmen mit mehr Mitarbeitern sollen bis maximal 800.000 Euro erhalten. Es gehe um ein mögliches Kreditvolumen von wie gesagt bis zu drei Monatsumsätzen. Und es gehe darum den kleineren Unternehmen schnell Liquidität zukommen zu lassen, ohne dass der Staat all zu viel Geld verliert, so Scholz. Unser Kurz-Kommentar: Das könnte der Durchbruch sein, mit dem KfW-Kredite nun endlich an die Unternehmer fließen können, die bei den Banken in den letzten Tagen abgelehnt wurden. Denn nun haftet der Staat unter diesen Bedingungen zu 100 Prozent, und die Banken haben kein Risiko mehr!

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