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Immobilienblase in Deutschland – Rekordanstieg der Preise

Erstellung eines Hauses im Rohbau

Gibt es eine Immobilienblase in Deutschland? Ach, nein, das ist nur ein Gerücht? Die Preise steigen ein klein wenig – das ist doch keine Blase? Aber jetzt mal im Ernst. Wenn das keine Blase ist, was dann? Jeder sieht es, wie stark die Immobilienpreise und in dessen Folge dann auch die Wohnungsmieten ansteigen. Und die EZB mit ihren Nullzinsen hat damit überhaupt nichts zu tun, wenn Anleger aus Anleihen vertrieben werden, auf der Suche nach Renditen die Märkte für Aktien und Immobilien stürmen, und die Preise seit Jahren anfachen? Aber kommen wir zu aktuellen Daten des Statistischen Bundesamts, die die weiter ausufernde Immobilienblase in Deutschland mit harten Fakten untermauern.

Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland sind laut den staatlichen Statistikern im 3. Quartal 2021 um durchschnittlich 12,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen. Dies ist zum zweiten Mal in Folge der größte Preisanstieg bei den Wohnimmobilientransaktionen seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2000, nachdem die Preise bereits im 2. Quartal 2021 um 10,8 Prozent gestiegen waren. Wenn das mal keine Immobilienblase ist, was dann?

Immobilienblase lässt Preise auch auf dem Land stark ansteigen

Ein besonders starker Preisanstieg ließ sich laut der aktuellen Statistik sowohl in den TOP 7 Metropolen (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf) als auch in dünn besiedelten ländlichen Kreisen beobachten. So stiegen die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser und Eigentumswohnungen in den Metropolen jeweils um 14,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Ein noch markanterer Preisanstieg zeigte sich mit +15,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal bei Ein- und Zweifamilienhäusern in dünn besiedelten ländlichen Kreisen. Eigentumswohnungen verteuerten sich dort um 11,2 Prozent. Auch in dichter besiedelten ländlichen Kreisen stiegen die Preise für Häuser und Wohnungen deutlich an. Ein- und Zweifamilienhäuser kosteten im Schnitt 12,0 Prozent mehr als im Vorjahresquartal, Eigentumswohnungen 12,3 Prozent.

Der Experte Martin Hackler erwartet, dass die Immobilienblase noch etwas weiter läuft. Vielleicht noch ein bis zwei Jahre sehe man weiter steigende Preise für Immobilien in bestimmten Hotspots – aber für die dann folgenden Jahre geht er von fallenden Preisen aus (hier dazu ein Interview). Eine Immobilienblase sieht man dank den Notenbanken nicht nur in Deutschland – es ist ein weltweites Phänomen, das überall da stattfindet, wo Notenbanken die Anleger aus Zinsanlagen vertrieben haben – man sucht dann alternative Geldanlagen. Auch werden die Verbraucher mit billigsten Krediten massiv animiert Häuser für den Eigenbedarf zu erwerben, was vor allem für die USA gilt – dort verschärft sich das Problem (siehe dazu hier ein Artikel). Aber auch die Probleme in China sind groß – sie könnten laut Dirk Müller eine globale Krise auslösen, die vergleichbar wäre mit dem großen Crash von 1929 (dazu hier seiner Aussagen).

Grafik zeigt Immobilienblase in Form extrem stark steigender Preise



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