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Immobilienblase: Preisexplosion nicht zu bremsen – frische Daten von Banken!

Die Immobilienblase bläht sich weiter auf. Aktuelle Daten von 700 Banken zeigen, wie die Immobilienpreise derzeit weiter massiv ansteigen.

Symbolbild der Immobilienblase mit Haus und Geld

Die Immobilienblase dehnt sich immer weiter aus. Die Preisexplosion bei Immobilien ist nicht zu bremsen. Daten vom Statistischen Bundesamt für das 4. Quartal 2021 zeigten einen Anstieg der Immobilienpreise im Jahresvergleich von 12,2 Prozent. Heute liegen frische Daten vom Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) für das 1. Quartal 2022 vor. Dort muss man es ja nun wirklich wissen, denn diese Daten basieren auf der Auswertung echter Immobilientransaktionsdaten von mehr als 700 Banken.

Immobilienblase bläht sich weiter auf – Immobilienpreise steigen deutlich an

Die Immobilienpreise in Deutschland stiegen im ersten Quartal 2022 laut vdp um 8,8 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2021. Damit erreichte der Immobilienpreisindex des vdp mit 190,8 Punkten einen neuen Höchstwert. Wichtig: Der Preisauftrieb bei Wohnimmobilien ist überdurchschnittlich, denn hier steigen die Immobilienpreise um 10,7 Prozent. In den Top 7-Städten ist es sogar ein Plus von 11,2 Prozent! Die Immobilienblase ist also da am Stärksten ausgeprägt, wo der Häuslebauer versucht der Inflation zu entfliehen oder fürs Alter vorzusorgen. Der Anstieg setzte sich dabei zusammen aus der Verteuerung des selbst genutzten Wohneigentums (+12,5 Prozent) und der Preissteigerung bei Mehrfamilienhäusern (+9,1 Prozent). Die Neuvertragsmieten erhöhten sich um 3,7 Prozent, während der Liegenschaftszins um 4,9 Prozent gesunken ist.

Jetzt auch Preisauftrieb bei Gewerbeimmobilien

Die Preise für Gewerbeimmobilien erhöhten sich zum zweiten Mal in Folge und wiesen ein Plus von 1,8 Prozent auf. Treiber dieser Entwicklung waren laut vdp die Büroimmobilienpreise, die im ersten Quartal 2022 um 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal zulegten. Die Preise für Einzelhandelsimmobilien verzeichneten dagegen ein Minus von 3,2 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode.

Kommentare des vdp

Der vdp sieht Faktoren, durch welche die Immobilienblase abgeschwächt werden könnte – aber immer noch sollen die Immobilienpreise weiter ansteigen. Der Immobilienmarkt in Deutschland befindet sich laut dem vdp weiterhin im Aufwind – und das, obwohl die Pandemie nach wie vor nicht ausgestanden ist und mit dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine ein höchst beunruhigender exogener Schock eingetreten sei. Doch auch wenn aktuell noch keine Auswirkungen auf den hiesigen Immobilienmarkt zu erkennen seien, bleibe abzuwarten, in welchem Ausmaß sich Zweit- und Drittrundeneffekte in den nächsten Quartalen einstellen. Für die nächsten Quartalen erwartet der vdp, dass die Immobilienpreise weiter steigen dürften, da vor allem das Angebot an Wohnimmobilien weiterhin nicht mit der Nachfrage mithalten könne. Die Preisdynamik werde aber aufgrund des erreichten Preis- und Mietniveaus und der steigenden Zinsen abnehmen. Einen Unsicherheitsfaktor würden die möglichen Auswirkungen des russischen Angriffskrieges in der Ukraine darstellen, deren Folgen auf einzelne Assetklassen und deren Preisentwicklungen noch unklar seien.

Szenario – weiter steigende Immobilienpreise

Mein persönlicher Kommentar, und mein Szenario: Während der Coronakrise hat man gesehen, wie erstaunlich resistent der Immobilienmarkt gegen Krisen ist. Hätte man dank Millionen Kurzarbeiter und Millionen Selbständiger mit großen finanziellen Problemen damit rechnen können, dass die Wohnungsmieten stagnieren oder gar sinken, und dass die Immobilienpreise im Bereich Wohnen fallen, so geschah das Gegenteil. Die Immobilienblase blähte sich immer weiter auf. Die Flucht der Menschen vor der Inflation hin zum Betongold und die Suche der globalen Investorengemeinde nach Rendite bei Immobilien war einfach größer als die Probleme der Coronakrise. Und jetzt? Die Inflation läuft davon mit aktuell 7,4 Prozent in Deutschland. Gleichzeitig wird die EZB – wenn sie denn demnächst die Zinsen mal anheben sollte – wohl nur Mini-Schritte machen.

Die realen Zinsen (Zins abzüglich Inflation) werden in Europa und Deutschland weiterhin dramatisch negativ sein, und der Drang der Bürger und Investoren in den Bereich Immobilien wird weiter ungebrochen bleiben. Die Immobilienblase wird weiter angefacht. Aktuell kommt noch hinzu, dass die Aktienmärkte seit Wochen deutlich fallen. Konnte man als Anleger die letzten Jahre vor Null- und Negativzinsen fliehen, in dem man entweder Aktien oder Immobilien kaufte, so schaut man als Investor jetzt mehr denn je auf Immobilien, weil die jahrelange Hausse bei Aktien nun womöglich ganz vorbei ist? Dieses Szenario könnte die Immobilienpreise noch weiter anfachen, auch wenn die EZB demnächst ihren Leitzins ein klein wenig anhebt.

Dass die jahrelange Aktienhausse nun ganz vorbei sein könnte, wird aktuell im Kommentar eines erfahrenen Portfoliomanagers erläutert. Lesen Sie diesen Kommentar beim Anklicken an dieser Stelle mit dem Titel „Schlaraffenland abgebrannt – eine 12 Jahre lang zinsgetriebene Kapitalmarkthausse liegt hinter uns“.



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